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Rundbrief Nr. 199
März 2022



Israel-Gottesdienst mit Pastor Silas Wenger

Sonntag, 1. Mai 2022, 18.00 Uhr
Pfingstgemeinde Frauenfeld, Schaffhauserstrasse 6, 8500 Frauenfeld
www.pfingstgemeinde-frauenfeld.ch





Vortragstournee mit Pastor Ingolf Ellssel:
«Israel – Gottes verheissenes Wort erfüllt sich»

Donnerstag, 26. Mai 2022, 09.30 Uhr
Freie Evangelische Gemeinde Düdingen-Freiburg, Bonnstrasse 18, 3186 Düdingen
www.feg-duedingen-freiburg.ch

Freitag, 27. Mai 2022, 19.30 Uhr
Freie Evangelische Gemeinde Goldach, Seewiesstrasse 3, 9403 Goldach
www.feg-goldach.ch

Samstag, 28. Mai 2022, 19.30 Uhr
Christliches Zentrum Thalgut, Sägebachweg 1, 3114 Wichtrach
www.czt.ch

Sonntag, 29. Mai 2022, 09.45 Uhr
Evangelisches Zentrum Tavannes CET, La Combe 10, 2710 Tavannes
www.cet.ch

Sonntag, 29. Mai 2022, 19.30 Uhr Pfimi Thun, Frutigenstrasse 45, 3600 Thun
www.pfimi-thun.ch


Vladimir & Nina Yakubovich
«Friede sei mit dir, lieber Bruder Kurt, und euch Mitarbeitern von Rea Israel! Im Gebet denken wir viel an euch und danken dem Herrn für all seine Güte und Hilfe, die wir durch euch von Rea Israel in den vergangenen Jahren empfangen durften. Des Herrn Segen sei mit euch allen!»

Dieses liebenswürdige gläubige Ehepaar, Vladimir und Nina Yakubovich, wohnt in Nordisrael, in der Stadt Maalot. Ursprünglich kamen sie aus der Ukraine. Im Jahr 2003 wanderten sie nach Israel aus. Ihre beiden inzwischen erwachsenen Söhnen haben ihr Zuhause auswärts.

Die beiden haben ein Dienerherz und versuchen, wo immer sie sind, Gott und den Mitmenschen zu dienen. Nie hört man sie jammern, auch wenn Dinge herausfordernd sind wie z.B. ihre finanzielle Situation. Sie vertrauen dem Herrn, dass Er sie versorgt. Mit grosser Freude arbeiten sie mit älteren Menschen, denen sie – ähnlich wie die Spitex, aber nicht medizinisch – mit praktischen Hilfeleistungen beistehen.

Vladimir erzählt: «Durch diese Arbeit mit Senioren entwickelt Gott viel Geduld und Liebe in unserem Leben. Die Art und Weise, wie wir unser Leben betrachten, hat sich dadurch stark verändert. Wenn ich in die Augen eines Grossvaters schaue, nachdem ich ihn gewaschen und seine Kleidung gewechselt habe, sehe ich seine grosse Freude. Ein Lächeln liegt auf seinem Gesicht. Gott lehrt uns, auch das Kleinste in unserem Leben zu schätzen.»

Da sie im Stundenlohn arbeiten, ist ihr Gehalt minimal. Wenn Patienten durch Tod oder Wegzug ausfallen, wird ihr Monatsgehalt noch kleiner, denn nicht immer hat das Vermittlungsbüro sogleich einen neuen Auftrag bereit. Vor einem guten Jahr hatten sie die Möglichkeit, in eine günstige Sozialwohnung umzuziehen. Darüber sind sie glücklich, weil dies finanziell etwas hilft.

Vladimir dient freiwillig jeden Sonntagabend in einer messianischen Reha in Nahariya (nördlich von Haifa, am Mittelmeer). Eine Bezahlung ist nicht möglich. Dort kümmert er sich um die Reha-Männer, hat ein offenes Ohr und Herz für sie und leitet die abendliche Bibelandacht. Jeweils am Sabbat besucht das Ehepaar freudig eine russischsprachige Gemeinde in Akko. Dort hilft Vladimir mit gelegentlichen Predigtdiensten und mit dem Vortragen von Liedern, zum Teil zusammen mit Nina, denn beide haben eine schöne Singstimme. Zudem reinigen sie jede Woche die Räumlichkeiten der Gemeinde. Sie sind Menschen mit einem dienenden Herzen!

Vladimir & Nina Yakubovich lassen herzlich grüssen.

Zusammengestellt von Silvia Pfeil, Kontaktperson zur Familie Yakubovich

Rea Israel hilft besonders gern denen, die auch anderen helfen! Zweckgebundene Spenden leiten wir stets zu 100% weiter.

 Gaben für das Ehepaar Yakubovich leiten wir sehr gern an sie weiter – ob Einzelbeträge oder gar eine Patenschaft für ein ganzes Jahr.  


Armenien



Diaconia Internationale Hilfe ist in verschiedenen Städten und Dörfern Armeniens tätig. Hier gibt Pastor Sargis, wohnhaft in Tscharenzawan und vollzeitlicher Mitarbeiter von Diaconia, wieder einen Bericht über das Schicksal einer Familie.

Familie Svaryan vor drei Jahren. Der älteste Sohn hier als Soldat. In Armenien müssen alle jungen Männer mit 18 Jahren für zwei Jahre Militärdienst leisten.
Wo ich herkomme

Ich bin 1971 in Tscharenzawan, in der Republik Armenien, geboren. Wir waren vier Kinder. Mein Bruder und eine Schwester sind älter, eine Schwester ist jünger als ich.

Als ich zwei Jahre alt war, nahmen meine Eltern Jesus Christus als ihren Herrn und Erlöser in ihr Leben auf. Danach folgte die schwierigste Zeit für unsere Familie.

Damals war die kommunistische Partei äusserst aktiv. Überall wurde der Atheismus verkündet. Die Kinder wurden schon vom Kindergartenalter an in diese Ideologie eingeführt.

Wir waren die zweite gläubige Familie in der Stadt. Als mein Vater gläubig wurde, zerriss er seine Mitgliedskarte der kommunistischen Partei und erklärte, dass seine einzige Religion die heilige Bibel sei. Dadurch begann die Verfolgung und Unterdrückung unserer Familie. Mein Vater wurde von der Arbeitsstelle entlassen, unabhängig davon, dass er zu Hause vier Kinder zu ernähren hatte. Man warnte davor, ihm eine Anstellung zu geben.

Wo immer mein Vater sich aufhielt, sprach er über Jesus Christus. Dadurch wurden weitere Familien gläubig. Dies störte die Behörde unserer Stadt. Da es unmöglich war, die Christen davon abzuhalten, das Wort Gottes zu verkündigen, begann die Regierung, sie gefangen zu nehmen und auf dem Polizeiposten unter Druck zu setzen. Auch mein Vater wurde öfters von der Polizei vorgeladen. Zudem gab es drei Versuche, ihn umzubringen. Doch der Herr wachte wunderbar über ihm.

Jeden Tag führten wir eine Familienandacht durch. Dadurch lernen wir viel vom Wort Gottes. Auch nahmen uns unsere Eltern an geheime christliche Treffen mit.

Als wir zur Schule kamen, begann die Bedrängnis auch dort. Die Lehrer und Mitschüler verachteten und verlachten uns in Gegenwart aller. Sie dachten, dass wir Kinder dadurch eingeschüchtert und dem Glauben absagen würden. Doch dieser Gegenwind stärkte vielmehr unsere Glaubenswurzeln.

Dann wurde in unserer Stadt eine Untergrund-Kirche gegründet. Im Alter von 17 Jahren wurde ich getauft, und somit begann auch mein Dienst für die Gemeinde.

1988 wurde Armenien unabhängig und die Türen fürs Evangelium öffneten sich. Als Jugendliche engagierten wir uns in Evangelisation und predigten das Evangelium in Dörfern und Städten. Während einer längeren Zeit erreichten wir zu Fuss andere Dörfer, da wir keine Fahrzeuge hatten. Später schenkten uns Christen aus Deutschland Fahrräder, wofür wir sehr dankbar waren.

Ich habe ein halbes Jahr an einer Pastorenschule studiert und bin seit zwanzig Jahren in unserer Kirchgemeinde als Diakon in verschiedenen Gruppen tätig.

Durch die Gnade des Herrn bin ich noch immer ein Diener Gottes in Seinem Haus. Mein ganzes Leben lang will ich meinem Erretter Jesus Christus dienen.

Armenische Flagge.
Mein beruflicher Werdegang

Nach zehn Schuljahren machte ich eine dreijährige Lehre in der Textilbranche. Danach folgten zwei Jahre Militärdienst. Wieder zurück, arbeitete ich als Freiwilliger in Wohltätigkeitsprogrammen der Gemeinde unserer Stadt. 1996-1997 ging ich wegen extrem schwieriger Bedingungen in Armenien nach Zypern, um dort zu arbeiten.

Dann, im Jahr 2004, wurde mir die Stelle als Leiter der Wohltätigkeitsorganisation Shoghik angeboten. Diese Organisation arbeitete mit englischen und irischen christlichen Spendern.

2009 füllte ich eine Bewerbung der Schweizerischen Diakonie für die Stelle des Verantwortlichen eines Berufsbildungszentrums in Jerewan aus. Ich wurde aus den Bewerbern ausgewählt und ging auf Beschluss des Schweizerischen EZB-Rates an die Arbeit. Ich koordinierte die Programme und Arbeiten des Bildungszentrums Diaconia Paros. Seit 2018 bin ich registriert und arbeite als Direktor der Diaconia International Aid Charity Foundation (Diaconia Internationale Hilfe). Ich koordiniere die Arbeit von Wohltätigkeitsprogrammen in Tscharenzawan sowie in der Region Armavir und anderen ländlichen Gegenden.

Das Kreuz – Zeichen des Christentums.
Ich bin verheiratet und habe drei Kinder: Mikayel (im Bild als Soldat) ist 22 Jahre alt und kam vor zwei Jahren aus dem Militär nach Hause. Der zweite Sohn Vahe ist 19 und zurzeit in der Armee. Lusine, unsere Tochter, ist elfjährig.

«Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen!» Josua 24,15

Sargis Svaryan



Meir Panims Rückblick auf das Jahr 2021
Fakten, welche die vergrösserte Armut in Israel zeigen

• 2 Millionen Israelis leben unter der Armutsgrenze.
• 40'000 von den noch 179'000 Holocaust-Überlebenden können sich nicht genügend Essen oder grundlegende Fürsorge leisten.
• 4'360 Raketen wurden im Jahr 2021 auf die israelische Bevölkerung abgeschossen.
• Das Delta-Virus schloss die Grenzen zu Israel und trug zu einem 80-prozentigen Verlust im Tourismus bei. Dadurch verlor Israels Tourismus-Branche CHF 1,5 Milliarden. Durch ein Jahr der Wirtschaftskrise, Pandemie und des Krieges trug Meir Panim zum Wohl und zur Sicherheit der Bevölkerung bei wie nie zuvor.

Bericht aus Meir Panims restaurantähnlichen Suppenküchen

💓 1 Million Mahlzeiten – eine Zunahme von 15 % gegenüber dem Vorjahr.
💓 An Kinder konnten wir 130'000 Mahlzeiten ausgeben.
💓 Unsere Mitarbeiter und freiwilligen Helfer investierten 5'200 Stunden für das Kochen und Austeilen der Mahlzeiten.
💓 Durch das Programm «Mahlzeiten auf Rädern» (Hauslieferdienst) konnten wir 100'000 Mahlzeiten an Menschen abgeben, die aus gesundheitlichen Gründen ans Haus gebunden sind.
💓 Während der jüdischen Feiertage verteilten wir 80'000 Essenspakete. Das ist eine Zunahme von 25 % zum letzten Jahr.
💓 10'000 Holocaust-Überlebende empfingen Mahlzeiten/Lebensmittel, dazu Liebe und Wertschätzung.
💓 Im Wert von CHF 295'000 wurden vorbezahlte Einkaufskarten an bedürftige Menschen verteilt.

Dienst an der jungen Generation

💓 In unseren Nachbarschaft-Jugend-Zentren erhielten 120 Risiko-Teenager eine wöchentliche Begleitung und Unterstützung.
💓 Unsere Mitarbeiter investierten 620 Stunden in Programme und persönliche Beratung für Risiko-Teenager.
💓 Teenager, welche in der Nähe des Gaza-Streifens wohnen, bekamen Unterstützung und Therapie in der Trauma-Verarbeitung des letzten Krieges.

Meir Panims 5 neue Projekte seit 2021

👍 Freier Markttag in Tiberias am See Genezareth
👍 Ein russischer Koch bekocht unsere Holocaust-Überlebenden aus der früheren Sowjetunion in einer unserer Tagesstätten mit russischen Gerichten, um ihnen etwas «Heimat» zu vermitteln.
👍 Training für Jungköche
👍 Grafiti Kunst-Klassen als Therapie in unseren Jugend-Zentren

Noch wissen wir nicht, was das Jahr 2022 bringt. Doch eines wissen wir, dass wir dazu Ihre Hilfe brauchen. So wie Sie uns von Meir Panim im letzten Jahr beigestanden haben, so braucht Meir Panim Sie auch im neuen Jahr.

Wir brauchen Ihre Unterstützung für

🙏 Essen für die Hungrigen und Bedürftigen.
🙏 Anteilnahme und Hilfe für die Holocaust-Überlebenden.
🙏 Unterstützung und Begleitung der Teenager und vieles mehr im Jahr 2022.

Das vergangene Jahr 2021 war Meir Panims arbeitsreichstes Jahr seit jeher.

Dank der Grosszügigkeit von Menschen wie Sie war es uns möglich, eine Rekordzahl von Menschen zu speisen. VIELEN DANK!

Heutzutage leben beinahe 500'000 israelische Familien in Armut – das darf sich im Jahr 2022 mit Ihrer Hilfe ändern!

Quelle: Text und Fotos mit Genehmigung von Meir Panim, Israel

 Gaben mit dem Vermerk Meir Panim gegen die Armut in Israel werden gern weitergeleitet. 



Mehr als 15’000 Holocaustüberlebende starben 2021 in Israel
Sie werden immer älter: Überlebende des Holocaust. In Israel leben derzeit noch etwas mehr als 165’000 Überlebende. Doch 90 Prozent sind über 80 Jahre alt. Das Ministerium für soziale Gleichheit in Israel veröffentlicht eine neue Statistik.

Israelfahne. Foto: Israelnetz/mh
In Israel leben noch etwa 165’000 Holocaustüberlebende – von Jahr zu Jahr werden es weniger.

Diese und weitere Zahlen gehen aus einer Statistik hervor, die das israelische Ministerium für soziale Gleichheit am Vorabend des internationalen Holocaust-Gedenktages veröffentlichte.

Demnach leben derzeit 165’800 Holocaustüberlebende im jüdischen Staat. 90 % sind älter als 80 Jahre. 19 %, also etwa 31’000, sind älter als 90 Jahre. Ausserdem sind 950 Überlebende über 100 Jahre alt. Das Durchschnittsalter liegt insgesamt bei 85 Jahren. Gut 60 % der Überlebenden sind Frauen.

Die meisten Überlebenden, 64 %, sind in Europa geboren, vorwiegend in den ehemaligen sowjetischen Ländern, aber auch in Rumänien, Polen, Ungarn oder Deutschland. 36 Prozent stammen aus Asien oder Nordafrika – etwa aus Marokko oder Algerien.

Etwa 30 % wanderten mit dem Zerfall der Sowjetunion ein. Auch im Jahr 2021 wanderten noch 98 Über-lebende nach Israel ein. Die meisten Überlebenden wohnen in den Grossstädten Haifa, Jerusalem, Tel Aviv und Aschdod.

Finanzielle Zuschüsse für Holocaustüberlebende

Der israelische Staat unterstützt die Holocaustüberlebenden. Der Statistik zufolge gab er im Jahr 2021 rund 1,15 Millionen Euro für finanzielle Zuschüsse an die Überlebenden aus. Insgesamt 58’000 von ihnen erhalten monatliche Beiträge zwischen 700 und 1’800 Euro. Grund dafür sind körperliche Einschränkungen. Weitere 15’500 Überlebende erhalten etwa 3’200 Euro, da ihr Einkommen zu niedrig ist. Auch andere Länder unterstützen die Überlebenden in Israel mit finanziellen Zuwendungen.

Die Ministerin für soziale Gleichheit, Meirav Cohen (Jesch Atid), begründet die Unterstützung mit der besonderen Verantwortung, die Israel zufalle. „Dies sind die letzten Jahre, in denen wir ihnen dienen, sie in Würde altern lassen und viele ihrer Geschichten dokumentieren können, da es in Kürze niemand mehr geben wird, der diese erzählen kann“, erklärte die Ministerin weiter.

Aus Israelnetz, 31. Januar 2022

 Gaben für Holocaustüberlebende leiten wir gern an entsprechende Hilfsorganisationen oder messianische Gemeinden weiter, die solche Menschen betreuen. 



Gottes Treue erleben: 30 Jahre Ebenezer
Bericht von
Johannes Barthel


Meine erste Reise nach Israel vor 30 Jahren war gewiss keine normale Urlaubsreise: Alle Anzeichen deuteten auf einen baldigen Angriff des Irak gegen Israel hin. Dennoch liessen sich ca. 120 Fürbitter aus aller Welt nicht davon abhalten, nach Jerusalem zu kommen.

Auch ich kam damals im Holyland Hotel an, um für Israel im Gebet einzustehen. Das Erste, was wir lernen mussten, war, wie man eine Gasmaske aufsetzt, wo die Schutzräume sind und wie man die beiden Injektionen benutzt, die jeder Teilnehmer ausgehändigt bekam. Nachdrücklich wurden wir darauf hingewiesen, dass wir das Hotelgelände nicht verlassen sollten.

Gleich in der ersten Nacht rissen uns die Raketenangriffe aus dem Schlaf, und wir kamen in den verschiedenen Schutzräumen zusammen. Während dieser aufregenden Woche durften wir erleben, wie Gottes Schutz über seinem Volk sichtbar ist. Noch viel mehr als das Gebet um Schutz während der Angriffe wurde den Leitern und Fürbittern eine klare Berufung aufs Herz gelegt:

Helft meinem Volk bei der Heimkehr in das verheissene Land!

Bibelstellen wie Jeremia 16,14–16 oder Jesaja 49,22 wurden mit einem Mal in einer Art lebendig, dass jeder wusste: Jetzt ist diese Zeit, in der wir uns als Christen aktiv an der Aliyah* beteiligen sollen! Deshalb bezeichnen wir den Januar 1991 als die Geburtsstunde des Dienstes von Ebenezer Operation Exodus. Schon in den 1980er-Jahren hatte das Buch von Steven Lightle Der II. Exodus – Norden, gib heraus besonders in Deutschland viele Christen auf die schwierige Situation der jüdischen Menschen in der damaligen Sowjetunion aufmerksam gemacht. Jetzt war die Zeit gekommen, Gebete in Taten umzusetzen. Schon kurz nach dem legendären Treffen in Jerusalem wurden erste Flüge für ausreisewillige Juden von Budapest nach Tel Aviv organisiert. Noch im selben Jahr gab es zudem die erste Schiffspassage von Odessa (Ukraine) nach Haifa. Bis 2004 durften wir so über 40‘000 russisch-sprachige Juden mit Schiffen nach Israel bringen. Viele freiwillige Helfer waren daran beteiligt – auch aus Deutschland.

Die Ausweitung des Dienstes
Nachdem die Zeit der Schiffspassagen beendet war, richtete Gott unseren Blick verstärkt auf die Aliyah aus allen Himmelsrichtungen. Seitdem durften wir eine Ausweitung des Dienstes auf allen Kontinenten erleben. Unsere meist ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in ca. 60 Nationen präsent, um einerseits der Gemeinde Jesu die Bedeutung Israels nahe zu bringen, andererseits, um ein Netzwerk der aktiven Hilfe aufzubauen. Gemeinden und einzelne Gläubige werden dabei unterstützt, ihren Beitrag zum Segen Israels bestmöglich einzusetzen.

Für mich ist es ein absoluter Gnadenerweis Gottes, dass wir heute täglich mit unseren jüdischen Freunden zusammenarbeiten. Als ich vor einigen Jahren vom Leiter der Jewish Agency*** Nathan Sharansky angefragt wurde, ob wir in Berlin ein gemeinsames Zentrum betreiben könnten, mussten wir nicht lange überlegen. Im April 2017 weihten Juden und Christen gemeinsam das IsraelProgramCenter ein.

Die besondere Arbeit in Israel
Seit dem denkwürdigen Januar 1991 durften wir nicht nur über 190‘000 jüdischen Menschen bei ihrer Rückkehr nach Israel helfen, sondern später auch vielen bei der Eingliederung im Land. Denn vor einigen Jahren hatte Gott uns während einer Gebetszeit sehr klar beauftragt, nicht nur bei der Logistik der Heimkehr mehr Verantwortung als bisher zu übernehmen, sondern besonders bei der Eingliederung im Land stärker mitzuhelfen. Dabei ist uns Amos 9,15 immer wieder wichtig: Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott. (Revidierte Elberfelder)

Das Haus für Neuankömmlinge.
Neben einem Büro in Jerusalem, in dem verschiedene Mitarbeiter aus dem englischen, französischen und russischen Sprachraum Beratung und auch praktische Hilfe anbieten, konnten wir im Sommer 2019 auch ein Haus für Olim** in Haifa eröffnen. Dort finden die Neuankömmlinge Unterkunft, erste Orientierung im Land, und sie haben die Gelegenheit, sich in aller Ruhe um eine eigene Wohnung zu kümmern. In den wenigen Monaten konnten schon sehr viele Menschen durch die warmherzige Leitung einer deutschen Familie und ihrer vielen freiwilligen Helfer gesegnet werden. Nicht nur schickt uns die kommunale Verwaltung immer wieder wohnungssuchende neu angekommene Familien, auch unsere nationalen Teams können den Olim eine Erstunterkunft in Israel anbieten.

Vor einigen Monaten konnten wir in Ashdod vier Neubau-Wohnungen finanzieren, die für Überlebende des Holocausts und für ältere Einwanderer mit niedriger Rente bestimmt sind und bald fertiggestellt werden. Seit 2020 steht eine zusätzliche Wohnung in Haifa für die Erstaufnahme der Olim zur Verfügung. Wir setzen damit ein Zeichen: GOTT hat euch nicht vergessen! Unser Gebet ist, dass es noch mehr Orte in Israel geben wird, die sich für die Erstaufnahme der Einwanderer eignen.

Die Zukunft der Aliyah
Immer wieder werden wir gefragt, wie die zukünftige Aliyah aussehen wird. Über manches kann man nur spekulieren – dass wir heute zum Beispiel aktiv an der Rückkehr des Stammes Manasse aus Indien oder der äthiopischen Juden beteiligt sind, hätte sich vor 30 Jahren niemand vorstellen können. Derzeit leisten unsere Teams in der ehemaligen Sowjetunion immer noch den Grossteil der Aliyah-Arbeit. Selbst im Jahr 2020 mit all den Einschränkungen des Flugverkehrs und auch innerstaatlichen Reisebeschränkungen konnten wir über 4‘600 Olim bei ihrer Heimreise helfen. Das ist zwar fast nur halb so viel wie im Jahr davor, aber unter den Corona-bedingten Umständen ein umso grösseres Wunder. Auch in den nächsten Jahren wird der Grossteil der Olim aus dieser Region erwartet.

Jedoch ist in Westeuropa ebenfalls ein Anstieg zu beobachten – nicht nur in Frankreich und nicht nur aufgrund des wachsenden Antisemitismus. Gerade junge jüdische Menschen berichten uns, dass sie ein inneres Verlangen haben, in Israel ihr Leben aufzubauen.

Auch unsere Teams in den USA und Lateinamerika berichten von einer Zunahme der Aliyah-Anträge. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann wir eine sehr grosse Aliyah-Welle sehen werden. Wahrscheinlich werden dann auch wieder Schiffe eine Rolle spielen.

Wir wollen bereit sein, mit Gottes Hilfe auch in den kommenden Herausforderungen ein Segen für viele jüdische Menschen zu sein. Unsere Anfänge waren im Gebet, und bis heute versteht sich Ebenezer Operation Exodus auch als Gebetsdienst. Wir ermutigen den Leib Jesu Christi, für die Rückkehr des Volkes Gottes, wie sie an über 70 Stellen der Bibel verheissen ist, einzutreten. Ohne Gottes Treue zu seinem Wort wären alle unsere Bemühungen hinfällig! Deshalb gebührt IHM alleine die Ehre.

* Aliyah wird die Einwanderung der Juden aus der Diaspora („Zerstreuung“) genannt. Das hebräische Wort bedeutet „Aufstieg“.
** Olim ist das hebräische Wort für jüdische Neueinwanderer nach Israel, also für diejenigen, die Aliyah machen.
*** Jewish Agency (Jüdische Agentur) mit Hauptsitz in Jerusalem, ist die für die Einwanderung von jüdischen Menschen nach Israel zuständige Institution.

ZUM AUTOR
Johannes Barthel, verheiratet, drei erwachsene Kinder, ist bei Ebenezer Operation Exodus für die Koordinierung der Arbeit in Europa, im Gebiet der ehemaligen Sowjetunion und in Israel zuständig.

In Deutschland hält er Vorträge in Gemeinden über Aliyah. Er schrieb das Buch „Aliyah – das Wunder der Rückkehr“.

 Gaben mit Vermerk Ebenezer leiten wir gern weiter. 



Sudanesische Flüchtlinge und Beduinen
Februar 2022

Yoyakim und Debbie Figueras sind beide in Israel geboren und leben seit 22 Jahren in der Wüstenstadt Arad. Sie haben drei erwachsene Söhne. Yoyakim war Pastor einer messianischen Gemeinde, als in den frühen 2000-Jahren afrikanische Christen aus dem Sudan via Ägypten nach Israel flohen. Etliche liessen sich in Arad nieder und suchten die Gemeinschaft mit örtlichen Gemeinden. So lernte er diese Menschen und ihre Not kennen. Zusammen mit anderen Gläubigen gründete das Ehepaar 2009 den Verein «Barnabas Israel», einesteils, um solchen Bedürftigen aus dem Sudan zu helfen, vor allem aber auch, um einen Beduinen-Stamm in der Nähe von Arad zu erreichen. Wir berichteten von diesen beiden Aufgaben schon in früheren Rea Israel-Rundbriefen.

Debbie berichtet:

Liebe Freunde,
Ich hoffe, es gehe Ihnen allen gut! Hiermit lassen wir Sie gern wieder an einigen Neuigkeiten teilhaben:

Sudanesische Familien
Es freut uns, mitteilen zu können, dass einige der sudanesischen Familien eine temporäre Niederlassungsbewilligung bekommen haben. Dies gibt ihnen die Möglichkeit, sich weiterzubilden und auch bessere Arbeitsplätze zu finden. Wir nehmen an, dass noch weitere Familien eine Identitätskarte bekommen.

Jugendarbeit
Kürzlich hörten wir von einem neuen Problem, das unter den sudanesischen Jugendlichen sichtbar wird. Es gibt immer mehr Jugendliche, welche die Schule nicht regelmässig besuchen und zum Teil nur während der halben Woche im Klassenzimmer sitzen. Das hat uns alarmiert, und wir sind dieser Sache nachgegangen.

Da ist zum Beispiel ein Mädchen, das wir schon seit seiner Kindheit kennen, welches die meiste Zeit im Bett verbringt. Nach einem Gespräch mit der Schülerin und ihren fürsorglichen Eltern nahmen wir mit der Schul-Aufsichtsperson Kontakt auf. Sie ist eine einsichtige Frau und nahm die Sache ernst. Sie organisierte ein Zoom-Meeting mit uns und der zuständigen Schulleiterin, sowie einer Beraterin und einer weiteren Frau. Im gemeinsamen Gespräch kamen wir zur Ansicht, dass die Teenager oft keine Ausrichtung und Hoffnung für ihr Leben nach der Schulausbildung haben, da sie keinen offiziellen Status in Israel besitzen. Diese Perspektivlosigkeit nimmt ihnen die Motivation zu lernen. Allerdings sollte sich diese Sache jetzt mit der Möglichkeit der Niederlassungsbewilligung sowie viel Ermutigung und Gebet zum Guten wenden.

Inzwischen machen wir mit unseren wöchentlichen Aktivitäten und den Englischlektionen weiter. Es gibt zusätzliche Teilnehmer, und mit Freude stellen wir fest, dass je länger je mehr auch ältere Teenager dabei sind.

Der Sabbat-Gottesdienst und das Bibelstudium mit den sudanesischen Kindern, Teenagern und deren Eltern läuft ebenfalls weiter. An sonnigen Tagen führen wir diese Treffen im Park durch. Wenn das Wetter wirklich schlecht ist, können wir uns in unserem Barnaba-Verteilzentrum treffen, dort haben wir die regelmässigen wöchentlichen Aktivitäten mit den Beduinen und den Sudanesen. Ebenfalls befinden sich dort das Lebensmittel- und Kleiderlager und das Büro, und es ist der Treffpunkt der Ortsgemeinde.

Schon lange wünschten wir uns einen Jugendraum für die älteren Teenager. Wir schauten in Arad mehrere Räume an und konnten jetzt einen passenden finden, der kürzlich frei geworden ist. Demnächst wird der Mietvertrag unterschrieben. Gott sei Dank! Eigentlich möchten wir ihn bald beziehen, doch er ist noch recht kahl, und es wird noch einige Zeit brauchen, um ihn zu renovieren und einzurichten, damit er nett und einladend wird.

Schikane an Gläubigen
Da ist eine gläubige Familie in Arad, die vor ihrem Haus belästigt wird. Die Familie wohnt in einem Reihenhaus, wo mehrere ultraorthodoxe Juden wohnen. Diese religiösen Leute haben keine Erfahrung mit messianischen (an Jesus gläubigen) Juden. Sie glauben nur, was ihnen darüber an Unwahrheiten erzählt wird. Nun haben sie vor dem Haus dieser Familie Warntafeln aufgestellt, mit «Messianische», «Missionare», «Christen» usw.

Ebenfalls werden langjährige Freunde von uns indirekt schikaniert und zwar vom Innenministerium, das hauptsächlich diesen Ultraorthodoxen untersteht. Der Ehemann, nicht jüdisch, bekam einst eine Spezialerlaubnis, in Israel zu wohnen. Später erhielt er auch die Staatsbürgerschaft.

Nun, 30 Jahre später, versucht das Innenministerium, jene Entscheidung rückgängig zu machen. Seine Frau, mit der er seit elf Jahren verheiratet ist, bekam die Staatsbürgerschaft nie, obwohl der Prozess der Einbürgerung gewöhnlich nur etwa fünf Jahre dauert.

Das Ehepaar vertraut dem Herrn, dass er sie dort haben wird, wo ER will, egal, wie die Entscheidung der Regierung ausfallen wird. Möge des Herrn Name verherrlicht werden. Es ist aber wichtig, für diese Sache zu beten, damit im Falle eines Sieges des Innenministeriums nicht auch andere Gläubige in ähnlicher Situation davon betroffen werden.

Dienst unter Beduinen
Wir danken dem Herrn für die wunderbare Möglichkeit, unter Beduinen das Evangelium verkünden zu können. Diese Menschen öffnen ihre Wohnungen und Herzen. Sie erzählen uns ihre Geschichten und erlauben uns, mit ihnen zu beten. Das ist allein Gottes Gnade. Wöchentlich führen wir ein Jugendtreffen durch und verbringen Zeit mit einer Gruppe Beduinen-Jungs. Diese Jugendlichen sind äusserst motiviert, an den Treffen teilzunehmen. Schon am Vortag der Treffen rufen uns jeweils einige an, um sicher zu sein, dass wir nicht vergessen, sie abholen. Wir hoffen und beten, dass die Erinnerung dieser Treffen in ihren Herzen bleibt und gute Früchte trägt.

Vielen Dank für Ihre Gebete und Unterstützung.

Debbie und Yoyakim Figueras

 Gaben für den Dienst von Yoyakim & Debbie Figueras leiten wir gerne an sie weiter. 



rea Israel
Christliches Hilfswerk
für Israel

Wir machen, was wir sagen, und wir sagen, was wir machen.