Rundbrief Nr. 171
November 2019


Michael und Marianne (Gemeinde Tehi-lat Yah) kümmern sich liebevoll um Holocaust-Überlebende
Michael schreibt:
Tausende von Seiten sind über Holocaust-Überlebende geschrieben worden. Hier möchten wir Ihnen einige solcher Menschen vorstellen und kurz ihre Lebensgeschichten schildern.

Zuvor aber liegt es uns am Herzen, zwei Fakten zu nennen:
1. Das Rad der Zeit geht auch an den Holocaust-Überlebenden nicht vorüber. Die Generation der damals Erwachsenen lebt nach fast 75 Jahren seit Kriegsende kaum mehr. Das heisst, fast alle, die wir heute als Holocaust-Überlebende bezeichnen, wurden auf der Flucht, in menschenunwürdigen Verstecken, in Arbeits- und Vernichtungslagern geboren. Sie waren Kinder und haben die Grausamkeit des Holocaust als Kind erlebt.

2. Das Thema Holocaust wird hier in Israel vom Zeitpunkt des Kindergartens an sehr zum Thema der Schulerziehung gemacht. „Nicht vergessen!“ lautet das Motto. Leider wird die israelische Gesellschaft aber meist nur kurz vor dem Holocaust-Gedenktag jeweils im Mai daran erinnert, dass viele Holocaust-Überlebende, vor allem diejenigen, die seit den 90er Jahren aus den Ländern der ehemaligen UDSSR nach Israel eingewandert sind, unter dem Existenzminimum leben.

Lernen Sie Polina kennen: Sie stammt aus Moskau und ist heute 81 Jahre alt. Vor Ausbruch des Krieges nahm Polinas Tante sie und ihre Schwester in die Ukraine, doch dort traf sie der Krieg. Als nur Vierjährige kam sie mit ihrer Schwester ins KZ Pechora in der Vinnitsa-Region in der Ukraine. Damals wurde das Lager von Rumänien kontrolliert. Sie litten unter unsäglichem Hunger, doch Gott sei Dank überlebte die Familie und fand sich nach Kriegsende wieder. Polina wanderte 2000 mit ihrer Familie nach Israel ein und verlor 2006 ihren Ehemann. Sie leidet gesundheitlich sehr: sie hat zwei Herzinfarkte überlebt und bekam einen Herzschrittmacher. Sie wurde am Knie operiert und, nachdem sie hingefallen und einen Wirbelsäulenbruch erlitt, kam eine weitere Operation hinzu. Gott sei Dank ist Polinas Tochter Ärztin. Beten wir für diese Frau, dass die Liebe des Messias sie durch Gebet und Besuche von gläubigen Menschen erreichen und erretten kann.

Lernen Sie auch Josif aus Litauen kennen, der mit seiner Frau Mania, Überlebende aus Weissrussland, bereits 1977 nach Israel einwanderte. Während des Krieges mussten Josif und seine Familie im litauischen Ghetto von Kovno leben. 1944, als 13-Jähriger, wurde Josif mit 130 weiteren Kindern nach Auschwitz-Birkenau zur Vergasung transportiert. 90 dieser Kinder wurden vergast. Josif überlebte die Grauen von Auschwitz, doch haben sie eine unheilbare Narbe in seinem Herzen hinterlassen. Seit vielen Jahren leidet er an schwerem Diabetes und ist vor 21 Jahren daran erblindet. Seine Frau Mania sorgt für ihn, kann die inzwischen intensive Pflege aber allein fast nicht mehr schaffen, da sie selbst auch Hilfe benötigt. Beten wir auch für die Errettung dieses Ehepaares und für ihre Gesundheit.

Zina wurde während des Krieges geboren. Ihre Familie stammte aus Bessarabien. Die Ju-den Bessarabiens litten 1941 unter russischen Pogromen und glaubten, dass die Deutschen sie besser behandeln würden. Doch als die Deutschen eintrafen, lieferten ihre nicht-jüdischen Nachbarn die Juden aus. Sie wurden von rumänischen Truppen weggeführt, und einige wurden dabei ermordet. Unterwegs wurden sie in den Dörfern, die sie durchquerten, wie Freiwild Ihrer Habseligkeiten beraubt. In der Ukraine konnte sich Zinas Familie durch Schneiderarbeiten der Mutter und Bäckerarbeiten des Vaters über Wasser halten. Zinas Mutter versteckte die Schwangerschaft mit Zina, so gut sie konnte, und so kam sie dort 1942, bei -40°C in einem Kuhstall zur Welt. Ihr Vater versteckte sie zwischen Holzscheiten, doch am nächsten Tag brach ein Feuer aus und Zina erlitt schwere Brandwunden an Rücken und Beinen. Ihr Vater wurde unter falscher Identität in die Armee eingelistet und kämpfte gegen die Japaner. Nach dem Krieg lebte Zina in Chernivtski in der Ukraine. 1989 wanderte sie mit ihrer Familie (Mann und drei Kinder) nach Israel ein. Heute leidet Zina leider unter Alzheimer und hat Angst, sich ausserhalb der Wohnung zu bewegen. Wir beten, dass sie ihren jüdischen Messias, der sie annimmt, wie sie ist, erkennen kann.

Dora ist 88 Jahre alt. Sie stammt aus der Ukraine. 1941, während ihr Vater an der Front kämpfte, führte die ukrainische Polizei die Juden in ihrer Gegend zum Fluss und begann, sie zu ertränken. Die zehnjährige Dora flehte einen der Polizisten an, das Leben ihrer Familie zu verschonen. Er gewährte ihre Bitte, und sie wurden in ein Gefängnis gebracht, wo bereits jüdische Familien untergebracht waren. Später wurden sie in ein Arbeitslager gelegt, wo man sie aushungerte. Doras Mutter wurde dort umgebracht. Doras Familie war gottesfürchtig. Die Grossmutter war festen Glaubens, dass Gott sie retten würde und entschloss sich zu fliehen. Auf der Flucht wurde sie jedoch von der ukrainischen Polizei entdeckt und verhaftet. Als man anfing, sie zu schlagen, sagte die Grossmutter bestimmt: „Ihr schlagt mich, aber ich werde euch segnen.“ Da hörten die Polizisten auf zu schlagen und brachten ihr sogar Brot. Zudem bekam sie die Möglichkeit zu arbeiten. So konnte sie ihrer eigenen sowie auch anderen jüdischen Familien helfen. 1944 wurde Dora von Partisanen befreit und mit ihrer Gross-mutter vereint. Dora wanderte 1999 mit ihrer Familie nach Israel aus und lernte den Messias kennen. Sie ist heute Mitglied einer messianischen Gemeinde. Gott sei Dank!

Nun stellen wir Ihnen noch einige weitere Holocaust-Überlebende vor, über deren Geschichte wir bisher nur wenig wissen:

Shmuel stammt aus Georgien. Er litt während zwei Jahren in einem Konzentrationslager. Seine ganze Familie – ausser einer Schwester – kamen um.

Miriam stammt aus Ungarn. Sie kam gegen Ende des 2. Weltkrieges zur Welt und gelangte mit ihrer Mutter als kleines Mädchen nach Israel. Als junge Frau kam sie zum Glauben an den Messias. Leider leidet sie bereits seit vielen Jahren an MS und ist seit mindestens zehn Jahren vollkommen bettlägerig.

Elsa musste mit ansehen, wie ihr Vater ermordet wurde, einzig darum, weil er jüdisch war. Als Fünfzehnjährige wurde sie sehr stark geschlagen und leidet bis heute an den Folgen dieser Misshandlungen. Während des Krieges diente sie als Krankenschwester in einem Militärlager und lernte so ihren Mann kennen, mit dem sie bis zu seinem Tod zusammen war. Sie gelangte als Witwe mit ihrem Sohn nach Israel.

Paulina stammt aus Moldavien. Während vieler Jahre arbeitete sie dort und später in Israel als Zahnärztin. Heute leidet sie leider unter starker Demenz.

Rivka, 93-jährig, erlebte die Grauen von Auschwitz. Sie lebt allein und ist kinderlos.

David ist ein Holocaust-Überlebender aus der Ukraine.

 Gaben für Michaels Holocaust-Überlebende sind hochwillkommen, ganz besonders Patenschaften zu Fr. 100.- im Monat. 

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Stiftung «Weg zur Heilung»
Yuval Roth, Gründer und Leiter vom «Weg zur Heilung»
Die Stiftung «Weg zur Heilung» (Haderech Lehachlama) wurde 2006 vom Israeli Yuval Roth gegründet. Seine Organisation fördert Versöhnung zwischen Juden und Palästinensern.
Nach der Ermordung seines Bruders durch Hamas-Terroristen überlegte Yuval, was er dazu beitragen könne, um die Spirale der Gewalt zu reduzieren und den Dialog und das gegenseitige Verständnis zu fördern. So kam er auf die Idee, kranke Kinder aus dem Palästinensergebiet kostenlos in ein Krankenhaus in Israel zu chauffieren, wo sie kompetente medizinische Hilfe bekommen.


Eine Reporterin machte eine Fahrt mit und berichtet darüber:

Die Figuren dieser Geschichte:
Noor, 11, wurde in Israel operiert, Sie hat eine Nieren- und eine Lebertransplantation hinter sich.
Ibrahim, 39, ihr Vater, Muslim aus Gaza, begleitet Noor zu den routinemässigen Kontrollen.
Maha, die Mutter von Noor, spendete ihrer Tochter Leber- und Nierenlappen.
Yair ist ein älterer Jude und freiwilliger Fahrer von «Weg zur Heilung».
Moshe, noch älter, begleitet Yair oft bei solchen Fahrten. Sein Sohn kam bei einem Mörserangriff um.
Yael ist die Tochter von Yair. Sie arbeitet für die Stiftung und koordiniert die Fahrten.

Montag, 08:20 Uhr, am Erez-Grenzübergang.
Yair, aus dem Kibbuz Alumim in der Nähe von Gaza, trägt eine gestrickte Kippa (er ist also gläubig und rechtsgerichtet), steht unter den Wartenden auf der israelischen Seite des Grenzüberganges und schaut durch die dunklen Glasfenster auf die von Gaza Ankommenden. Unter Dutzenden von Erwachsenen und Kindern, die auf ihre Sicherheitskontrolle warten, bevor sie nach Israel einreisen dürfen, steht Noor und lächelt ihn an.
Sie ist elf Jahre alt, trägt eine weisse Bluse und eine schwarze Hose, die Haare zu einem halben Pferdeschwanz zusammengebunden. Ihr Gesicht ist von der Sonne gebräunt, und sie winkt Yair zu. Ihr Vater Ibrahim steht neben ihr, lächelt Yair mit müden Augen an und wendet sich den Soldaten an der Sicherheitskontrolle zu.
Alle drei Wochen kommen Noor und Ibrahim hierher. Um 4:30 Uhr morgens verlassen sie ihr Haus in Nuseirat in Deir al-Balah und fahren anderthalb Stunden bis zum Erez-Grenzübergang. Hier müssen sie warten, bis sie nach Israel einreisen dürfen. Noor, deren Leben durch eine Nieren- und Lebertransplantation im Schneider-Kinderkrankenhaus in Petah Tikva gerettet wurde, muss sich alle drei Wochen einem Test unterziehen.
Am Erez-Übergang treffen Noor und ihr Vater die Freiwilligen des Vereins "Baderech Lehachlama" (Weg zur Heilung), welcher kranken palästinensischen Kindern hilft. Die Freiwilligen dieser Organisation holen sie an den Grenzübergängen ab und fahren sie zu Krankenhäusern im ganzen Land Israel. In den letzten anderthalb Jahren, fast bei jedem Krankenhausbesuch, ist es Yair, der Noor chauffiert. Noor und ihr Vater übernachten normalerweise im Krankenhaus, absolvieren alle erforderlichen Tests und kehren am folgenden Tag nach Gaza zurück. Die Beziehung zu Yair wurde mit jedem Treffen enger, bis seine älteren Kinder Noor "die Enkelin von Gaza" nannten und Ibrahim ihn mit "Vater" anspricht.
Es sind zwei verschiedene Welten, die in der Halle des Grenzübergangs, durch eine grosse Glaswand getrennt, aufeinander warten. Auf der einen Seite steht Yair, eine religiöse Person, die politisch eindeutig rechts steht, aus einem Kibbuz in der Nähe des Gazastreifens, der in den letzten Monaten von Dutzenden von Brennballons getroffen wurde. Noch vor wenigen Wochen sass er selbst in einem Luftschutzbunker, weil sein Kibbuz unter Raketen-Beschuss aus dem Gazastreifen stand. Aber wenn er hier im Gang wartet, gilt für ihn nur die Hilfe, die er einem kranken Kind geben darf, egal woher es kommt.
Auf der anderen Seite der Glastrennwand befindet sich ein elfjähriges palästinensisches Mädchen, dessen Leben vom israelischen Gesundheitspersonal und von guten Menschen, die sich um sein Wohlergehen sorgen, gerettet wurde. Ihr Vater begleitet sie seit fünf Jahren bei allen medizinischen Behandlungen. Wenn die Alarme in der Umgebung losheulen, ruft er seinen Freund jenseits der Schutzmauer an der Grenze an, um sicherzustellen, dass er und seine Familie in Sicherheit sind.
In den letzten Monaten wird Yair von einem Kibbuz-Mitglied begleitet. Seines Alters wegen nennen ihn seine Freunde Moshe. Er hat seinen 55 Jahre alten Sohn durch einen Mörsergranatenangriff verloren. Beim selben Angriff im August 2014 wurde Shachar Melamed schwer verletzt, und Gadi Yarkoni, heute der Vorsitzende des Eshkol Regionalrats, verlor beide Beine. Auch Moshe sass einige Tage vor dem Treffen mit Noor und Ibrahim im Bombenschutzkeller. Auch er erhielt einen Anruf von Ibrahim, der nach seinem Wohlbefinden fragte. Eine fast unmögliche Verbindung zwischen zwei verschiedenen Welten, die sich aus der unmöglichen Realität des israelisch-palästinensischen Konflikts ergab.

„Wie ein Glas Wasser für ein Holocaust-Kind“
Yair kommt in einem grossen Kibbuz-Wagen mit sieben Sitzplätzen zum Checkpoint. Wenn er Patienten chauffiert, nimmt er in der Regel Noor und ihren Vater sowie einen weiteren Patienten und dessen Begleitperson mit. Er hält zwei Beutel in der Hand. In dem einen sind viele kleine Schokoladentafeln, gedacht für die mitfahrenden Kinder. In der anderen sind vier Äpfel und zwei Bananen als Verpflegung für seine Passagiere für den Rest des Tages.
Er und sein Begleiter Moshe warten lange am Checkpoint. Ibrahim und Noor haben nun Verspätung. "Manchmal kommen sie nach ein paar Minuten, manchmal nach ein paar Stunden heraus", sagt Yair. An Montagen, die er dem Transport von Patienten widmet, spielt die Zeit eine untergeordnete Rolle. Die Möglichkeit, kranken Kindern zu helfen, ist für ihn ein grosses Privileg, ein Recht, das er mit "einem Glas Wasser für ein Kind vergleicht, das während des Holocausts verdurstet".
Nach eineinviertel Stunden ist die Sicherheitskontrolle beendet, Noor und Ibrahim dürfen passieren. Noor rennt in Yairs Arme, der sie liebevoll umfängt. Mit einem Lächeln schiebt er etwas Schokolade in ihre Hände, wie jeder liebevolle Opa, der seinen Enkelkindern gern Süsses zusteckt. Ibrahim kommt eine Minute später hinzu und schüttelt Yair warm die Hand. Er entschuldigt sich für die durch die strengeren Kontrollen verursachte Verzögerung.

Ibrahim entnimmt seiner Tasche zwei grosse gestrickte Kippas (jüdische Kopfbedeckung), eine blaue und eine grüne. "Ein Verwandter von mir hat sie speziell für dich hergestellt", sagt er. Freudig entledigt sich Yair seiner eigenen Kippa und setzt sich die grüne auf. "Wer kann so etwas glauben", sagt er aufgeregt, "dass ein Palästinenser für einen Juden eine Kippa stricken würde als Zeichen der Anerkennung für einen Transport?!"
"Wie geht es deiner Frau?" wird Moshe von Ibrahim gefragt. Er weiss, dass sich dessen Gattin nicht in bestem Gesundheitszustand befindet. Moshe antwortet, es gäbe keine Änderung.
Ibrahim wendet sich wieder Yair zu und nennt ihn liebevoll „Vati“, weil er wie ein Vater für ein sei, ein Mensch, der Gutes tut. Ibrahim spricht sehr gut Hebräisch.
„Alle diese Freiwilligen sind gute Menschen. Sie sind berufstätig und haben Kinder, aber sie nehmen sich Zeit, um kranken Kindern und erwachsenen Patienten zu helfen und etwas für ihr Wohlbefinden zu tun. Man merkt, dass ihnen viel daran liegt, dass die Patienten lächeln. Sie wollen weder Geld noch Dank dafür. Sowas machen nur gute Leute.“
In Zeiten der Hochspannung, wie zum Beispiel in den letzten Monaten, fragt Ibrahim häufig nach dem Wohlbefinden seiner israelischen Freunde. "Ich weiss, dass beide dicht an der Grenze wohnen. Ich mache mir Sorgen um sie und frage nach, wie es ihnen geht, wie sie zurechtkommen. Auch wenn bei uns die Gewalt losgeht wie bei Demonstrationen am Zaun oder bei Beschuss, rufen sie uns an, um zu erfahren, wie es uns geht und ermahnen mich, gut auf die Kinder aufzupassen, wie man es unter Familien halt tut."
Seit eineinhalb Jahren begleitet Ibrahim seine Tochter Noor zu verschiedenen Krankenhäusern in Israel. Zehn Monate im Rambam-Krankenhaus in Haifa, wo sie zum ersten Mal behandelt wurde; sechs weitere Monate im Schneider-Krankenhaus. Viele vom Pflegepersonal verliebten sich in Noors freundliche Augen und ihr schelmisches Lächeln wie auch in die grenzenlose Hingabe ihrer Eltern.

„Alles, um unserer Tochter zu helfen“
Noor leidet an einer angeborenen Krankheit namens Oxalose, die zu Leberfunktionsstörungen führt, die Nieren, Ohren, Augen und Herz schädigen können. Vor fünf Jahren verschlechterte sich ihr Zustand, und sie litt an Nieren- und Herzschäden. Nachdem es vier Krankenhäusern in Gaza nicht lang, das Problem unter Kontrolle zu bringen, bat Ibrahim um die Erlaubnis, seine Tochter in ein Krankenhaus in Israel zu bringen.
"Es ist eine bekannte Tatsache, dass Krankenhäuser in Israel die besten in Europa sind, wenn nicht gar in der Welt. Ich habe acht Monate lang alle um die Erlaubnis gefleht, sie nach Israel bringen zu dürfen. Die Ärzte in Gaza meinten allerdings, dass Noor die Fahrt nach Israel nicht überleben würde, aber ich könne es ja versuchen.
In Israel haben sie zugestimmt, uns aufzunehmen, und wir konnten ein Zahlungsengagement von den Behörden in Gaza erhalten. Wir erhielten eine Überweisung in das Rambam-Hospital in Haifa. Noors Nieren funktionierten nicht mehr, sie war schwach und dünn. Die Ärzte in Rambam steckten sie sofort in die Dialyse und retteten damit ihr Leben. Sie unterzogen sie allerlei Tests, und nach zwei Monaten teilten sie uns mit, dass sie eine Leber- und Nierentransplantation brauche."
Noor blieb zehn Monate im Rambam Krankenhaus, dann wurde sie in das Schneider-Kinderkrankenhaus gebracht, wo sie von Dr. Michael Gurevitch, einem Spezialisten für Kinder-Lebertransplantationen, und Dr. Yael Moser, der Chefärztin der Kinder-Lebertransplantation-Abteilung, behandelt. Sie erklärten den Eltern, dass eine Transplantation Noors letzte Chance sei, ihr Leben zu erhalten.
Die an Noors Mutters Maha (34) durchgeführten Blutuntersuchungen ergaben, dass sie am besten geeignet war, Noor Leber und Niere zu spenden. "Wir hatten keine Angst", sagt Ibrahim. "Wir wussten, dass wir alles tun würden, um unserem Kind zu helfen, und waren zuversichtlich, dass die Operation reibungslos verlaufen würde. Wir brauchten Hilfe bei der Finanzierung der Transplantationschirurgie, und das Rambam-Team, das für uns zur echten Familie wurde, schlug eine Spendenseite im Internet auf. Jeder spendete, was er konnte. Es freut mich sehr zu wissen, dass es hierzulande so viele gute Menschen gibt."
Er dreht sich zu seiner Tochter um, die hinten im Auto eingeschlafen ist. "Sobald Yair das Auto startet, schläft sie ein, um die Zeit auszunutzen."
Noors Mutter Maha musste vor einem Organtransplantationskomitee erscheinen. Dieses Komitee testete die geistige und körperliche Tüchtigkeit der Spenderin und vergewisserte sich, dass die Spende aus freiem Willen und bei klarem Verstand gemacht wird. "Die Ärzte im Komitee erklärten ihr, dass die Operation auch zum Tod führen könne", sagt Ibrahim. "Doch sie schaute mich und Noor an und sagte, dass sie, wenn sie während der Operation sterben sollte, die Leber und die Niere zu Noor bringen und den Rest ihrer Organe an alle spenden könnten, die sie brauchen, egal ob Juden oder Araber.

Täglich 13 Tabletten
Am 1. Februar 2016 wurde Noor im Alter von acht Jahren einer Lebertransplantation unterzogen. Das ist eine Operation, die schon allein komplex und gefährlich ist, vom Herzfehler im Hintergrund, der ihr Leben zusätzlich bedrohte, gar nicht zu sprechen. Die Mutter erholte sich in der Transplantationsabteilung des nahegelegenen Beilinson-Krankenhauses und wurde einige Tage später zu Schneider gebracht, um mit ihrer Tochter und ihrem Mann zusammen zu sein.
Vier Monate später wurde Noor im Schneider-Kinderkrankenhaus einer Nierentransplantation unterzogen. Wieder erholte sich ihre Mutter zuerst in Beilinson und zog dann zu ihrer Tochter. Während beide Eltern in Israel waren, blieb Noors Grossmutter väterlicherseits im Gazastreifen zu Hause, um sich um Noors 14-jährigen Bruder Sa'ad, die neunjährige Dima und die dreijährige Suba zu kümmern.
Einige Wochen nach der zweiten Transplantation kehrten Noor und ihre Eltern nach Hause zurück. "Zuerst kamen wir alle zehn Tage zur Kontrolle zu Schneider", erzählt Ibrahim. "Seit zwei Monaten nur noch alle drei Wochen. Bei diesen Besuchen wurde sie Tests unterzogen und erhielt verschreibungspflichtige Medikamente; einige davon haben wir in Israel gekauft, andere im Gazastreifen."

Letzten Februar hatte Noor die Windpocken. Sie wurde für eine Woche ins Schneider-Spital eingeliefert, mit dem Vater an ihrer Seite. Yair war in ständigem Telefonkontakt mit Ibrahim. Dieser musste sich wegen Infektionsgefahr vom Krankenhaus fernhalten. Doch eine Woche später, als Noor sich erholt hatte, sorgte er dafür, dass er derjenige war, der die beiden zurück in den Gazastreifen fuhr.
"Heute lernt Noor in der Schule, spielt und fühlt sich richtig gut, Gott sei Dank!", erzählt Ibrahim. "Sie ist auch ein grosses Mädchen. Sie passt auf sich auf und weiss, dass sie viel trinken und die Pillen regelmässig einnehmen muss. Anfangs musste sie fast 40 Pillen täglich schlucken. Heute sind es noch dreizehn, damit der Körper die transplantierten Organe nicht abstösst."
Yair verrät, dass vor eineinhalb Jahren seine Tochter Ayala eine altruistische Nierenspende an das Soroka-Krankenhaus gemacht habe, ohne die Identität des Empfängers zu kennen.
„Einmal bin ich hingefallen und musste ins Krankenhaus geliefert werden. Da konnte ich Noor natürlich nicht chauffieren. Als Ibrahim anrief und hörte, dass ich im Krankenhaus sei, fing er an zu weinen, weil er dachte, ich liege im Sterben.“

Yair und seine Tochter Yael
Yair wurde in Tel Aviv geboren, wuchs in der nationalreligiösen Bnei Akiva-Jugendbewegung auf und studierte in einer Yeshiva in einem religiösen Kibbuz. Im Jahre 1966 war er, zusammen mit seiner Frau Tami, einer der Gründer des Kibbuz Alumim. Heute sind sie die Eltern von fünf Kindern: Ayala (50), Yael (49), Michal (48), Ofer (42) und David (39). Der Grossteil ihres Lebens haben sie im Kibbuz verbracht, mit Ausnahme von zwei Jahren in England, wo Yair ein Emissär der Jewish Agency war, und weiteren sechs Monaten in Usbekistan.
Über die Aktivitäten der Stiftung "Weg zur Heilung" erfuhr er durch seine Tochter Yael, die die Aktivitäten der Organisation koordiniert. "Zuerst erzählte sie mir nicht, dass sie Palästinensern hilft, nach Israel zu kommen, aber nach einer Weile lud sie mich ein, mitzumachen. Ich muss zugeben, dass ich zuerst Angst hatte, dass ich eventuell auf Kritik von Seiten der anderen Kibbuz-Mitglieder, einem rechtsgerichteten religiösen Kibbuz, in dem die Mitglieder oft in Bombenschutzkellern sitzen, stossen würde. Aber nach zwei Gesprächen mit Amit Kola, dem Kibbuz-Rabbiner, beschloss ich, es doch zu tun. Die Vereinbarung war, dass es nicht auf Kosten anderer meiner gesellschaftlichen Verpflichtungen gehe, wie zum Beispiel die freiwillige Begleitung hinterbliebener Familien im Rahmen des Verteidigungsministeriums.
Auch Yuval Roth, der Gründer der Stiftung, hat seinen Bruder bei einem Terrorangriff verloren. Ehud Roth, damals im Reservedienst, wurde von Terroristen im Jahr 1993 mit einem weiteren Reserve-Soldaten, Ilan Levy, entführt und ermordet. Trotz des schwierigen Hintergrunds versuchte Yuval, einen Punkt der positiven geistigen Haltung zu finden und gründete die Stiftung.
Yair begann diese Tätigkeit vor zwei Jahren. In der ersten Nacht vor der ersten Fahrt konnte er kein Auge schliessen. "Ich erinnere mich nicht mehr, wen ich chauffiert habe und wohin, aber ich erinnere mich sehr gut an meinen schnellen Herzschlag und das Gefühl, eine grosse Mission auszuführen. Als die Sicherheitsleute mich mit ‚Yaels Vater‘ ansprachen, war keiner ist stolzer als ich", sagt er und wischt sich eine Träne der Rührung ab, die durch seine Brille glitzert. "Ich denke, dass ich heute noch im Handy des Grenzübergang-Kommandanten als 'Yaels Vater' stehe. Obwohl meine Tochter und ich uns dort nicht oft sehen, wünsche ich jedem in meinem Alter, dass er mit einem seiner Kinder bei solch einer Tätigkeit zusammenarbeiten kann. Die Befriedigung ist enorm. Dank deinem Kind schauen die Leute zu dir hoch. Natürlich falle ich auch wegen der Kippa auf.“
Jede Woche kommt Yair zum Erez-Grenzübergang, um kranken Kindern zu helfen. Die Stiftung, die allein durch Spenden finanziert wird, bezahlt ihm den Treibstoff für den Transport. „Bis zum Abend davor habe ich in der Regel nicht die geringste Ahnung, wen ich fahre. Erst dann erfahre ich Namen und Ankunftszeit. Ich spreche kein Arabisch, und nicht alle Palästinenser, die ich chauffiere, sprechen Hebräisch, so erfolgt ein Grossteil dieser Fahrten relativ ruhig, ohne persönlichen Kontakt. Aber wenn es um Ibrahim und Noor geht, bitte ich darum, sie transportieren zu dürfen.
Es waren Zeiten, in denen wir zu unregelmässigen Zeiten losfuhren oder wir wurden aus verschiedenen Gründen aufgehalten. Weil ich nur eine Viertelstunde Fahrt von der Kreuzung entfernt wohne, schlug Yael vor, dass ich zu Hause warte, und wenn sie ankommen, wird mich ein Koordinator des Vereins anrufen. Dann kann ich kommen und meine Patienten abholen.
Die Tatsache, dass Ibrahim seit anderthalb Jahren hier lebt und Hebräisch spricht, die Bräuche kennt und weiss, dass ich religiös bin, trug viel zur Herstellung des ersten Kontaktes bei. Ich nenne das den Kreis des Friedens. Es ist zu erwarten, dass ein Mensch, der in meinem Auto sitzt und dem ich helfe, kein böses Wort zu mir sagt. Aber wenn ich im Bombenschutzkeller sitze und Ibrahim anruft, um zu fragen, wie es mir geht, dann weiss ich, dass seine Worte etwas Echtes ausdrücken."

Moshe
Seit 15 Jahren begleitet Yair freiwillig hinterbliebene jüdische Familien. Ende 2014, wenige Monate nach der Operation „Fester Fels“, begann er, Moshe und Batya zu begleiten, die ihren Sohn Ze´ev verloren hatten, der just vor Beginn des Waffenstillstandes von einer Mörsergranate getroffen wurde.
"Wir hatten sofort einen guten Kontakt", sagt Moshe. „Ideologisch gesehen sind wir beide gute Kibbuz-Mitglieder, obwohl jeder Kibbuz eine andere Weltanschauung vertritt.“ Seit einigen Monaten wird Yair von Moshe auf seinen Fahrten begleitet.
Moshe ist eines der Kinder von Teheran (ungefähr 1‘000 Kinder, die den Holocaust überlebt hatten und im Jahr 1943 von der Sowjetunion über Persien nach Israel kamen). Er hält Vorträge über seine Kindheit im Holocaust. "Als jemand, der in seiner Kindheit echten Hunger erlebt hat, weiss ich, wie wichtig es ist, dafür zu sorgen, dass einem, der Hilfe braucht, diese auch bekommt.", sagt er. "Es spielt keine Rolle, dass ich ein hinterbliebener Vater bin, oder dass ich in einem Kibbuz lebe, der von Raketen beschossen wird. Ich sehe die kranken Kinder vor mir, und es ist wichtig, ihnen zu helfen.“ Also fährt Moshe jeweils nach Alumim zu Yair, und gemeinsam tun sie diesen Dienst.
„Vor zwei Monaten warteten wir vor dem Grenzübergang, als ein älterer Mann aus Rafah auf uns zukam, mich anschaute, mir die Hand schüttelte und mich ganz fest umarmte. Dann sagte er: ‚Das ist für deinen Sohn Ze'evik.‘ Ich kannte den Mann nicht, aber er sagte, er erinnere sich an mich von früher. Er wusste, dass ich der Kibbuz-Elektriker war und dass Ze'evik den Kuhstall führte, und es stellte sich heraus, dass dieser Mann damals zu uns gekommen war, um bei uns Kälber zu kaufen. Er kannte Ze'eviks Geschichte, es tat ihm aufrichtig leid, was mit ihm passiert war. Als er mich sah, war er so gerührt, dass es ihm wichtig war, mich zu begrüssen. Ich war völlig überrascht, aber da begannen wir die Verbindung zwischen uns zu begreifen.
Als Mitglied des Kibbuz Nirim, dessen Mitglieder an Demonstrationen gegen den Rückzug vom Gazastreifen teilgenommen hatten, dafür aber bloss 15 Sekunden Warnungszeit haben, bevor ein Mörserbeschuss im Ort einschlägt, hatte ich dennoch keinen Zweifel, der Kibbuz würde meine Freiwilligentätigkeit positiv empfangen. Als ich einmal gefragt wurde, ob ich denke, dass der Vater des Kindes, das ich chauffiere, Ze´eviks Tod verursacht haben könnte, antwortete ich, dass ich ein krankes Kind vor Augen sehe, und in diesem Augenblick sei es mir egal, wer seine Eltern sind."
Moshe holt tief Luft und ordnet seine vor Aufregung zitternden Hände. „Ich weiss, dass, wenn Ze'evik in meiner Situation wäre, er auch Kindern helfen würde. Ze'evik war Krankenwagen-Fahrer und rettete vielen das Leben. Er konnte vielleicht Arabern sehr böse sein, aber dies hielt ihn nicht davon ab, ihnen zu helfen, wann immer sie Hilfe brauchten. Daher habe ich keinen Zweifel, dass er das Gleiche tun würde, Und das ist es, was mich leitet, nicht die Frage, wer die Rakete abgeschossen hat, die ihn tötete."

„Das Kind wollte nur den Vater sehen.“
"Es kann sich hier noch etwas ändern", sagt Yair. "Und danach streben wir, wir Freiwilligen alle." Seine Hände zittern, als er erzählt, dass seine Tochter ihn eines Tages anrief und ihn bat, an der Yad Mordechai-Kreuzung zu warten, um einen Patienten aus dem Ichilov-Krankenhaus abzuholen. Es stellte sich heraus, dass ein Kind aus Gaza lange Zeit im Ichilov-Krankenhaus hospitalisiert war, während sein Vater seine Strafe als Sicherheitsgefangener im Nafha-Gefängnis in der Nähe von Mitzpeh Ramon, etwa sechzig Kilometer südlich von der Kreuzung, absass.
"An diesem Tag informierte man den Jungen, dass er seinen Vater besuchen dürfe, und einer der Freiwilligen fuhr ihn und seine Mutter zum Gefängnis. Aber auf dem Weg wurde ihnen mitgeteilt, der Besuch sei abgesagt worden.
„Das Kind und seine Mutter mussten zum Krankenhaus zurückfahren, und Yael bat mich, den Transport zu übernehmen. Ich holte sie an der Yad Mordechai-Kreuzung ab und kaufte ihnen Eis, um sie etwas aufzuheitern. Es war uns allen eng ums Herz, denn wenn man ein Kind weinen sieht, ist es unwichtig, woher es stammt. Es ist ein Kind, das weint, weil es ihm schlecht geht.
Rein theoretisch gesehen, würde nur ein extremer Rechter hier ein Dilemma sehen. Ein Linksextremer würde finden, dass das Gericht, das den Vater eingesperrt hat, ein Gericht des Bösen ist und würde sich für das Einhalten des Treffens mit dem Vater einsetzen. Ein Rechtsextremer würde zum vornherein behaupten, dass, wenn der Vater im Gefängnis sitzt, er dort auch hingehört, da er wahrscheinlich eine schwere Straftat begangen hat und man seinem Kind in keiner Weise entgegenkommen sollte.
"Aber ich, Yair, sage einfach, dass es sich hier um ein krankes Kind handelt, das seinen Vater wieder einmal sehen möchte." Wieder glitzern Tränen in seinen Augen. "Ich weiss wirklich nicht, was dieser Vater getan hatte, aber das interessiert mich auch nicht besonders: Der Junge hat nichts Böses getan, er wollte seinen Vater sehen, basta. Und er durfte ihn nicht sehen, und wenn wir ihn trösten und ihm helfen können, gibt es hier überhaupt keine Frage. Sie bekamen Eis und ein nettes Wort, und im Krankenhaus erwarteten man sie mit Süssigkeiten und Geschenken, um sie aufzumuntern.
Ein säkularer Freund sagte mir, dass die blosse Tatsache, dass ich ein freiwilliger Helfer bin, ihn auch stärkt. Ich fragte ihn, warum. Seine Antwort lautete, dass er auf die Frage, ob er Arabern hilft, immer antwortet, er kenne einen rechtsgerichteten Religiösen, mit Kippa auf dem Kopf, der auch Arabern helfe. Warum sollte also er nicht helfen? Ich betrachte mich als einen einfachen Mann, der nach einer Möglichkeit sucht, durch sein Tun etwas Positives zu bewirken."

„Wir wollen keine Politik“
Eine Stunde und zehn Minuten, nachdem wir den Erez-Grenzübergang verlassen haben, sind wir bereits am Eingang zum Schneider-Hospital. Moshe und Yair lachen, dass sie es diesmal nicht schaffen werden, im Kibbuz-Speisesaal zu Mittag zu essen.
Ibrahim weckt Noor sanft. "Wir fühlen uns hier wie zu Hause", sagt er. „Die Ärzte und das Pflegepersonal wurden für Noor zur Familie, sie wird umarmt, es wird für sie gesorgt. Vor drei Jahren, nach der Operation, machte Dr. Gurevitch Überstunden im Krankenhaus, nur um über sie zu wachen. Wir haben unser eigenes Zimmer im Krankenhaus. Wir werden gut umsorgt"
Yair umarmt Noor und Ibrahim herzlich und übergibt ihnen den Obstbeutel. "Wir danken allen Freiwilligen und allen, die Frieden schliessen wollen", sagt Ibrahim, bevor sie sich trennen. "Jedem, der etwas dazu beiträgt, damit unsere Kinder gesund bleiben. Wir sind alles einfache Leute. Wir wollen keine Politik, wir möchten zur guten Situation vor dreissig Jahren zurückkehren, und dann werden wir ein grosses Fest feiern für Juden und Araber. Inschallah.“
Yair und Moshe machen sich auf den langen Weg nach Süden, zurück zum Gazastreifen und zum Geruch von Rauch aus den Brennballons, der sich weigert, zu verblassen. Ibrahim und Noor werden am nächsten Tag nach Gaza zurückkehren. Bis zum nächsten Treffen.

 Gaben für die Stiftung Weg zur Heilung werden gerne weitergeleitet. 

Bitte helfen Sie uns helfen!
Postkonto 60-730528-4


Oder, wenn Sie uns bei diesem Projekt unterstützen möchten, schicken wir Ihnen gerne weitere Informationen und Einzahlungsscheine resp. Zahlscheine zu. Vielen Dank.


Unsere Israelreise – ein Buch wäre nicht genug!
Wäre ich ein Buchautor, dann wäre das Inhaltsverzeichnis über unsere Israelreise im Sommer 2019 voll mit spannenden Kapitelbezeichnungen:

Käpt’n Kurt – Die Kapernkrone – Der brennende Panzeroffizier – Die Kaverne von Nazareth – Die Stadt der hoffnungsvollen Toten – Der Geist Gideons am See Genezareth – Die Arena am Berg der Seligpreisungen – Ein Eis für einen Zahn – 14 christliche Denominationen im Haus der Moslems – Der Mafiosi – Ein Kind für einen Offizier – Die verlorene Ehre des Barak – Die Mona Lisa des Nahen Ostens – Die 1000 Geretteten in Haifa – Datteln – 14 Salate – F16 auf Patrouille – Der Wasserkrieg – Fischen am Toten Meer – Der Garten von Dany – Ein Christ, ein Jude, ein Moslem = unser Dreamteam!

Unglaublich viele Eindrücke und Geschichten bleiben in Erinnerung. Als Familie erlebten wir eine unvergessliche Zeit, und die Familienreisegruppe war ideal. Da war für jeden etwas dabei. Jassen, gemütliche Gespräche am Abend, eine Runde Shisha für die Teenager, Kollegen für ein Fussballspiel und kleine Kinder zum Spielen. Es blieb auch immer genügend Zeit für das Badevergnügen im Pool, im See oder im und auf dem Meer (Mittelmeer und Totes Meer)

vlnr: Andy, Arlette, Leon, Paula, Luis
Unser Reiseleiter Dany liebt sein Land und dessen Besucher. Sein Wissen über Geschichte, Geografie, Theologie, Fauna und Flora liess uns das Land Israel, die Völker und Kulturen besser kennen lernen. Biblische Geschichten erwachten zum Leben, wenn Dany sie uns an den originalen Orten vor Augen führte und wir den Text aus der Bibel im Kontext hörten.

Ja, es war warm und schön. 14 Tage keine Wolken, kein Regen, kein Kälteeinbruch – einfach nur schön. Wir genossen es, weil es super zu unseren Ferien passte. Es zeigte uns aber auch die Abhängigkeit vom Wasser auf – vom Wasser des Lebens. «In der Schweiz betet ihr, dass es aufhört zu regnen. Wir beten, dass es regnet.» hörten wir von Peter, der uns durch das Gartengrab führte und die Wahrheit ausrief: «Er ist wahrhaftig auferstanden!» Jesus lebt!

DANKE!

Eure Familie Stalder

rea Israel
Christliches Hilfswerk
für Israel

Wir machen, was wir sagen, und wir sagen, was wir machen.