Rundbrief Nr. 154
Juni 2018


Be’ad Chaim (Ja zum Leben) feierte 30. Geburtstag
Ein Vorteil davon, alt zu werden, ist die Möglichkeit, zurückzuschauen und Gott für das zu danken, was er in all den Jahren getan hat. Als ich vor einiger Zeit in Israel war, traf ich zwei wunderbare junge Männer, die ich schon einige Jahre kenne. Der eine ist ein dynamischer junger Mann und kurz davor, seinen Armeedienst zu beginnen, der andere sitzt in einem Rollstuhl, ist aber voller Leben und Freude und Teil einer liebevollen Familie.

Ich staunte erneut darüber, dass keiner von beiden am Leben sein würde, wenn es nicht Be’ad Chaim gegeben hätte. Beide Mütter hatten Krisen-Schwangerschaften und ernsthaft eine Abtreibung erwägt. Jedoch erfuhren sie Verständnis und Unterstützung von Be’ad Chaim – für sich selbst und das Baby – so dass sie sich für das Leben entscheiden konnten. Es war nicht einfach, aber keine von beiden hat ihre Entscheidung je bereut. Das ist nur ein kleines Beispiel der kostbaren Frucht dieser bemerkenswerten Arbeit für Gott.
 
Ich bin seit 1983 Teil von Be’ad Chaim, als die ersten Samen durch Gary Burgel gesät wurden – ein Amerikaner, welcher mich darum bat, Abtreibung in Israel zu erforschen, um es später in Hebräisch zu veröffentlichen. Er hatte vorher schon eine Broschüre über dieses Thema auf Englisch geschrieben und in den USA veröffentlicht. Obwohl ich nicht besonders an dem Thema interessiert war, wurde mir bewusst, dass etwas getan werden musste – denn die Statistiken zeigten, dass fast jede dritte Schwangerschaft abgebrochen wurde.

Der Kampf war heftig, aber nach einigen Jahren von Gebet, Beziehungsbau mit anderen Gläubigen in Israel, lebhaften Treffen des Gremiums und Spendensammlungen, konnte die Non-Profit-Organisation Be’ad Chaim am 23. Januar 1988 offiziell eingetragen werden.

Es sagt sehr viel aus, dass einige, die von Anfang an dabei waren, noch immer Teil von Be’ad Chaim sind, wie Tony Sperandeo, Ted und Linda Walker, Ma’ayan Leonard und Julie Ben Avraham.

Alison Marchant, Gründungsmitglied von Be’ad Chaim   


 Auch Rea Israel unterstützt Be’ad Chaim. Gaben mit diesem Vermerk werden direkt weitergeleitet. 

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Meir Panim – Gratisrestaurants/Suppenküchen
Meir Panim serviert täglich Tausende von warmen und gut ausgewogenen Mahlzeiten für Männer, Frauen und Kinder während des ganzen Jahres im Kampf gegen Armut und Hunger. In Israel stehen den Bedürftigen sechs Gratisrestaurants von Meir Panim zur Verfügung.


In Absprache mit den Sozialämtern verteilt die Organisation Lebensmittelkarten an Bedürftige und Holocaust-Überlebende und ist sehr darauf bedacht, ihre Würde zu wahren.


20 % der Israelis leben unterhalb der Armutsgrenze.


Viele freiwillige Helfer engagieren sich mit Herz für diese bedürftigen Menschen.


Ein sehr geschätzter Dienst ist die wöchentliche Verteilung von ein paar Tausend Schabbat-Broten.


Meir Panims Jugendclubs und Schülerbetreuungsorte, mit kompetenten Helfern, stehen den Kindern und Jugendlichen in ihrer Freizeit zur Verfügung und holen sie somit «von der Strasse» weg. Hier werden sie gefördert und zudem mit nahrhaften Mahlzeiten versorgt.


Auch ein Hauslieferdienst für Betagte ist ein Teil der Meir Panim-Organisation in Israel.




Fotos mit freundlicher Genehmigung von Meir Panim
Zusammengestellt von Silvia Pfeil


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Hilfsprojekte für christliche Flüchtlinge in Jordanien
Von Elizabeth Atteih, Haifa

Schulausrüstung für Kinder
Nach der Sommerpause beginnt für etliche Kinder die Schule. Dazu brauchen sie eine Schultasche mit Schulmaterial, eine Schuluniform und das Schulgeld. Das alles kostet rund CHF 200.-. Ältere Kinder sind aus ihrer Uniform herausgewachsen und benötigen eine grössere für CHF 60.- Die Not dieser Familien ist enorm.
Es wäre wunderbar, wenn wir von Rea Israel mit Ihrer Hilfe bis zu 200 dieser Schüler unterstützen könnten.

Behandlung von Narso
Für den neunjährigen Narso liegt die ärztliche Bestätigung nun vor: Er ist autistisch, zeigt jedoch eine gewisse Lernfähigkeit. Der Arzt meint, Narso sollte spezielle Therapie-Stunden bekommen, um lernen zu sprechen und sich mitzuteilen. Vorläufig besteht seine einzige Kommunikation im Schreien und Zappeln. Doch eine solche Therapie-Stunde kostet ca. CHF 90.-. Narso hat einen besonderen Platz in meinem Herzen. Bitte beten Sie für ihn. Vielleicht sehen Sie eine Möglichkeit, ihn für seine Therapie unterstützen zu können.


Rückkehr von Tamara
Tamara, die Tochter von Frau Halla, möchte zurück nach Syrien, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sie fühlt sich entmutigt, frustriert und gedemütigt, ständig als Flüchtling und Ausländerin in Jordanien leben zu müssen. Sie möchte in ihr Heimatland zurückkehren, wo sie eine Identität und ein Bürgerrecht hat. Tamara braucht CHF 1'100.- für ein Flugbillett und zur Abdeckung der nötigsten Dinge zu diesem neuen Start.

Familien-Konferenz
Zusammen mit Mitgliedern unserer Haifa-Gemeinde möchten wir im September eine evangelistische Wochenend-Konferenz für die Familien durchführen. Viele der Flüchtlinge kommen aus einem traditionell christlichen Hintergrund, kennen aber Jesus noch nicht persönlich. Wir möchten diese kostbaren Menschen ermutigen, Jesus Christus zu begegnen und ihm von Herzen nachzufolgen. Bei Ajloun, ausserhalb der Stadt Amman, steht eine Konferenzhalle mit 200 Sitzplätzen. Die Konferenz dauert drei Tage und zwei Nächte. Lobpreislieder, Bibelbetrachtungen, Botschaften von meinem Mann, Pastor Najeeb Atteih, spezielle Stunden für Frauen, Zeiten des Spielens und der Gemeinschaft sind geplant. Wir wollen drei Tage miteinander verbringen und den Teilnehmern auch drei tägliche Mahlzeiten offerieren. Kosten: ca. CHF 140.- pro Person (für zwei Übernachtungen, drei Mahlzeiten täglich und Anteil an Saalmiete). Kinder unter 4 Jahren sind gratis.

 Gaben für einzelne Projekte oder Patenschaften für syrische Flüchtlingsfamilien werden sehr gern weitergeleitet. Patenschaft für ein Jahr: CHF 2‘400.- oder monatlich 200.- 

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Besuch bei unseren syrisch-christlichen Flüchtlingen in Jordanien im April 2018
Kontaktperson: Elizabeth Atteih, Haifa

Es war ungewöhnlich regnerisch, als wir im April wieder nach Jordanien fuhren. Wiwad, eine Glaubensschwester aus unserer Haifa-Gemeinde, begleitete mich. Die Situation der Flüchtlinge ist deprimierend. Mehrheitlich sitzen sie einfach zu Hause herum. Hier die Kurzberichte von drei Besuchen:

Rashiq und Nur haben drei Buben. Bei unserem letzten Besuch war Rashiq, der Vater, uns gegenüber recht abweisend, aus dem einzigen Grund, weil wir aus Israel kommen. Er ist assyrisch, sehr traditionell und konservativ. Doch dieses Mal machte es ihm sichtlich Freude, sich mit uns zu unterhalten. Seit vier Jahren wohnt die Familie in Jordanien, doch ihr Antrag zur Ausreise wurde noch immer nicht behandelt. «Was tut Gott zurzeit in eurem Leben?» wollte ich wissen. «Gott umarmt mich und zeigt mir seine tiefe Liebe!» Wie schön! Es ist offensichtlich, dass der Herr an ihm arbeitet und sein Herz dadurch weicher wird. Wir führten ein gutes Gespräch. Am Schluss wies ich auf Josua hin, der sagte: «Ich und meine Familie, wir wollen dem Herrn dienen». Ich ermutigte Rashiq, es Josua gleich zu tun und als Haupt seine Familie zu führen und im Wort Gottes zu unterweisen.

Das Ehepaar Sanaa und Adel bemüht sich nach wie vor um den geistig behinderten Faris. Seine Erblindung macht ihn noch verwirrter und ängstlicher. Sie wechseln sich ab in der Pflege, doch es ist eine bedrückende Situation. Sanaa kämpft weiter um ihre Gesundheit. In diesem Monat konnte sie sich keine Spritze leisten. Wie froh war ich, ihr etwas Geld aushändigen zu können. Bitte beten Sie für diese Familie!


Der autistische Narso liegt mir besonders am Herzen. Die schlimme Vergangenheit des Krieges und der Flucht hat sich bestimmt auch gravierend auf sein Nicht-sprechen-Können ausgewirkt. Weiter oben nannte ich die Möglichkeit, ihm mit speziellen – leider sehr teuren – Therapiestunden zu helfen.

Durch unsere Besuche in Jordanien erfahren wir aus erster Hand, welche Nöte bestehen. So gern möchten wir noch mehr helfen, dienen, segnen und diese Flüchtlingsfamilien unterstützen. Doch allein können wir diesen Dienst nicht tun.
Darum danken wir für jegliche Art von Fürbitte und Mithilfe.

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Obdachlosenarbeit Tel Aviv
Eine Arbeit unter Obdachlosen, Alkoholikern, Drogenabhängigen, Prostituierten und Armen.
Internationaler Direktor: George Wehnes, USA, Leiter in Israel: Genady Michaely
Ziel: Den allmächtigen Gott zu ehren, indem biblisch fundierte Wiederherstellungsprogramme für bedürftige Männer und Frauen im Land Israel entstehen.


Liebe Freunde

Wir freuen uns, Sie mit diesem Rundbrief über den weiteren Verlauf unserer Arbeit in Israel zu informieren. Dank Ihrer Unterstützung darf dieser Dienst weitergehen. Ganz herzlichen Dank!

Hauptleiter Genady und Zentrumsleiter Igor sind verantwortlich für unsere Arbeit in der Reha in Ashdod. Dort kümmern sie sich nicht nur um die Männer, sondern ebenfalls um deren Familien. Und selbst, wenn die Männer das Wiederherstellungsprogramm durchlaufen haben und sich wieder in die Gesellschaft integrieren, halten wir den Kontakt zu ihnen und ihren Familien aufrecht. Israel ist ein kleines Land, und so wohnen die Familienmitglieder oft nicht weit vom Reha-Zentrum entfernt. Dies ist ein Vorteil im Vergleich zu Ländern mit grosser Distanz zwischen Patient und seiner Familie. So wird nicht nur er von seiner Sucht befreit, auch seine Lieben erfahren Hilfe im Wiederherstellungsprozess.

Direktor Genady Michaely teilt uns einige Gedanken im Blick auf Familien mit:

Reha-Männer, deren Familien zu einer gemeinsamen Mahlzeit eingeladen worden sind.
Wie Sie wissen, konzentriert sich unsere Reha-Arbeit auf obdachlose und süchtige Männer. Viele von ihnen haben bereits eine Frau und Kinder. In unserer Reha führen wir Bibelstunden, Gruppen- und Einzelseelsorge sowie andere Lehrstunden durch. Unsere Männer sollen nicht nur aus Armut und Sucht befreit werden, sondern sich aktiv in die Gesellschaft eingliedern können. Dies beginnt mit der Wiederherstellung ihrer eigenen Familien.

Gott hat alles von der Familie ausgehend erschaffen. In 1. Mose 12,3 lesen wir, dass Gott zu Adam und Eva sagte, dass in ihnen alle anderen Familien (Wortlaut im Original-Hebräisch) gesegnet werden. In unserem Programm bieten wir daher auch einen Kurs an, der den Männern hilft, ihre Leitungsaufgabe in der Familie und am Wohnort wahrzunehmen.

Links:
Anatoly Lutarevich
Manchmal laden wir die Familien der Reha-Männer ein, mit uns allen eine Mahlzeit einzunehmen. Während solchen und anderen Zeiten haben wir die Möglichkeit, uns konkret um diese Familien zu kümmern.

Einer der Männer, der unser Wiederherstellungsprogramm im Dezember 2017 absolvierte, ist Anatoly Lutarevich. Nach seinem Reha-Kursabschluss kehrte er nach Hause zurück. Er fand eine Arbeitsstelle und begann in seinem Heim mit einer Bibelstunde. Er besucht auch andere Gemeinden und gibt dort sein Zeugnis, wie Gott ihn und zugleich seine Familie geheilt und wiederhergestellt hat.

             
v.l.n.r.: Igor, Leiter der Reha Ashdod; Absolvent Anatoly; Genady, Gesamtleiter von ‘Ohel Avraham’ in Israel
Nun nimmt er sich Zeit, um in unserer Reha andere Männer zu begleiten. Zudem hat er die Gelegenheit, an verschiedenen Konferenzen in Israel sein Zeugnis zu erzählen. In unserem nächsten Rundbrief werden wir noch mehr von Anatoly und seinem Hauskreis berichten, und was der Herr dadurch tut.

Wir bedanken uns herzlich bei Ihnen für Ihre Unterstützung, die uns hilft, Gottes Liebe diesen kostbaren Menschen weiterzugeben.

Dan Harder, ein Freund der Rescue-Obdachlosenarbeit in Israel, ist der Direktor des «Nahost-Dienstes». Diese Arbeit bemüht sich um die Gründung von Hausgemeinden in Israel. Genady und Igor beteiligen sich bei dieser Bewegung.

Es freut mich ganz besonders, dass unsere Rehabilitanden durch unsere Beziehung zum Nahost-Dienst mehr und mehr in den Hausgemeinden integriert werden. In grossen messianischen Gemeinden besteht die Gefahr, dass sie in der Menge «untergehen». In kleineren Hausgemeinden hingegen werden sie in die Nachfolge Jesu integriert. Dies hilft ihnen, geistlich zu wachsen und sich als Männer und Leiter zu entwickeln.

Dan Harder hat mir mitgeteilt, dass die Hausgemeinde-Bewegung in Ägypten und im Iran sehr wächst. Unser israelischer Nahost-Dienst ist in jenen Ländern nicht involviert, weiss aber Bescheid darüber. Leiter Dan erklärte, man schätze ungefähr 25'000 Hausgemeinden in Ägypten und Tausende im Iran. Bitte beten Sie für diese Glaubensgeschwister!

Gott ist am Werk in diesen Nationen. Ich liebe das Wort aus Jesaja 19,23-25:

«An jenem Tag wird es eine Strasse von Ägypten nach Assur geben. Assur wird nach Ägypten und die Ägypter nach Assur kommen, und die Ägypter werden mit Assur dem Herrn dienen. An jenem Tag wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und mit Assur, ein Segen inmitten der Erde. Denn der Herr der Heerscharen segnet es und spricht: Gesegnet sei Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Werk, und Israel, mein Erbteil.»

Vielen Dank für Ihre Treue und Unterstützung.

George Wehnes
Direktor von Rescue in Israel

 Gaben für die Obdachlosenarbeit werden gern entgegengenommen und weitergeleitet. 

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Najeeb und Elizabeth Atteih – Immanuel-Gemeinde und Buchladen, Haifa
Christliche Soldaten


Kürzlich beging ein Soldat in der Armee einen Fehler. Sein Kommandant war wütend, schalt und rügte ihn. Dann sandte er diesen Soldaten für Disziplinarmassnahmen zu Tino, unserem Sohn.
 
Wie üblich, bat Tino den Soldaten zuerst, seine Sicht der Dinge zu erzählen. Da brach dieser jüdische Junge zusammen und weinte. Tino fragte mitfühlend: „Was ist mit dir? Was quält dich so?“

Der Soldat erklärte: „Ich bin ein Kämpfer and sollte mich darauf konzentrieren, was hier vor sich geht, aber meine Konzentration und mein Herz sind geteilt. Ich denke oft an meine Mutter. Sie hatte einen Arbeitsunfall und ist nun behindert. Ich bin der Einzige, der sich um sie kümmern kann. Zwar habe ich eine Schwester, aber die ist vor langer Zeit weggezogen. Da gibt es noch einen Sozialarbeiter, der uns ein wenig hilft. Aber tagsüber ist Mutter die meiste Zeit allein und muss sich selbst versorgen. Wir besitzen wirklich nichts, und ich mache mir dauernd Sorgen um sie.“

Das brach Tino das Herz, und er empfand Mitleid. Er bat um Erlaubnis, diese Mutter in Jerusalem besuchen zu dürfen. Als er ihre Wohnung betrat, war er schockiert zu sehen, dass sie buchstäblich nichts hatten, keine Couch, keinen Kühlschrank, keine Waschmaschine usw. Das belastete ihn so sehr, dass er sofort zu helfen begann. Zuerst telefonierte er dem Kommando-Offizier und erklärte die Situation. Dann rief er der Sozialarbeiterin der Armee an, die Soldaten und deren Familien in Not hilft. Er gab ihr eine Liste der benötigten Dinge durch. Sie arbeitete dann hart daran, so viel wie möglich davon aufzutreiben und der Familie zu senden. Bevor Tino die Wohnung der Frau verliess, suchte er alles Geld zusammen, das er in seiner Tasche finden konnte, und gab es ihr.

Das Schicksal dieses Soldaten und seiner Mutter berührt ihn immer noch. Er betet für sie und sucht Wege, ihnen zu helfen und Gottes Liebe zu zeigen.

Das ist Tinos Dienst. Er liebt es, Soldaten zu besuchen, zu ermutigen und sich um sie zu kümmern. Für diese Besuche nimmt er entweder unser Auto oder fährt mit dem öffentlichen Verkehr. Wir hoffen und beten immer noch dafür, ihm einen eigenen Wagen kaufen zu können, damit er unabhängiger und beweglicher für seinen Dienst sein kann.
 
Beth Lahmo –
Haus des Brotes Soldaten

Beth Lahmo ist ein Ausdruck aus dem Aramäischen und bedeutet „Haus des Brotes“. Dies ist der Name des Dienstes, der kürzlich vom Ehepaar Essam und Widad Hilu aus unserer Immanuel-Gemeinde und mit deren Segen gegründet wurde. Es ist ein unabhängiger Dienst. Essam und Widad tragen die Verantwortung dafür. Najeeb und ich wollen sie darin ermutigen.

Sie haben tatsächlich ein Herz für Bedürftige und die Vision des Herrn, arme, zerbrochene und vernachlässigte Familien mit dem Nötigsten zu versorgen. Bereits haben sie über soziale Medien wie Facebook ihre Vision geteilt und ein Netzwerk erstellt. Über diese Seiten können sie den Bedarf der Familien mitteilen. So wird gesehen, was benötigt wird und können entsprechend spenden. Viele, nicht nur Gläubige, haben über diesen Weg wenig gebrauchte Artikel wie Möbel oder Kleider geschickt oder auch Lebensmittel.
Das Ehepaar nutzt diese Seiten auch, um Lieder oder Bibeltexte mit denen zu teilen, die diese Internetseiten besuchen. Und sie beten, ermutigen und erzählen das Evangelium den Familien, die sie kennen lernen.

Diese Vision hatten sie bekommen, als ihnen die Bibelstelle aus Matthäus 25,34-40 aufging: „Da wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt her, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt! Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen. –  Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“

Wie können wir anderen helfen, wenn wir nicht dieselbe Herzenshaltung wie Jesus haben? fragten sie sich, und sie baten Gott, ihnen dasselbe Herz und dieselbe Liebe zu geben, offene Augen und Ohren für die Nöte der Menschen um sie herum.

Da gibt es zum Beispiel eine Familie, die Essam und Widad kürzlich in Nazareth kennen lernten. Sie haben zwei Söhne und zwei Töchter zwischen dreizehn und sechs Jahren. Zwar kommen sie aus einem christlichen Hintergrund, haben jedoch keine persönliche Beziehung zum Herrn. Die Familie hat viele Probleme und lebt in Armut. Der Ehemann verletzte sich am Rücken bei einem Arbeitsunfall. Er kann momentan nicht arbeiten, und somit fehlt sein Einkommen. Seine Frau arbeitet als Putzkraft, und der 13 Jahre alte Sohn arbeitet in einer Produktionsstätte, damit die Familie zumindest etwas zum Leben hat. Die Kinder gehen in eine öffentliche islamische Schule, was nicht ideal ist. Dazu hat die älteste Tochter grosse Probleme und bereits zwei Selbstmordversuche hinter sich. Ein Sozialarbeiter des Kinderdienstes kommt regelmässig vorbei, er hat die Autorität über alle wichtigen Entscheide, welche die Kinder betreffen. Ihre Situation ist tatsächlich sehr kompliziert und unerfreulich.

Als Essam und Widad davon erfuhren, gingen sie diese Familie kennen lernen. Sie hörten ihnen zu, ermutigten sie und erzählten ihnen das Evangelium. Widad brachte Lebensmittel für eine Woche und Kleider für die Kinder mit. Vergangenen Sonntag kamen sie mit ihren beiden älteren Kinder zu unserem Ostertreffen. Sie hatten eine sehr gesegnete Zeit mit uns und fragten, ob sie wiederkommen dürfen.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie Gott ihnen bereits Möglichkeiten schenkt, um seine Liebe den Bedürftigen weiterzugeben.

Wir bedanken uns bei all denen, die unsere verschiedenen Dienste unterstützen. Kürzlich konnten wir dem Soldatenheim eine Waschmaschine und ein Esszimmer-Möbel spenden, was bedeutet, dass die Soldaten nun ihre Kleider waschen können und einen schönen Ort zum Sitzen und Essen haben! Wir sind dankbar für jede Verbesserung und Hilfe für diesen Dienst. Bitte unterstützen Sie uns, damit diese Arbeit weitergeführt werden kann. Die monatlichen Kosten für das Soldatenheim belaufen sich auf rund Fr. 1‘700.-. Zurzeit betreuen wir 30 Soldaten.

Möge Gott Sie über die ganze Frühlings- und Sommerzeit segnen,
Rev Najeeb Atteih und Elizabeth, Immanuel-Dienste


 Gaben für Tinos Dienst im Allgemeinen oder sogar an einen Wagen für ihn oder für das Soldatenheim werden sehr gern weitergeleitet, wie auch Gaben für den neuen Dienst «Haus des Brots»

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Kulinarische Tour bei Rachel Netanel
Die Tochter einer israelischen Reiseleiterin brachte eine Gruppe Israelis zu Rachel. Diese Gruppe war auf einer sogenannten «kulinarischen Tour durch Jerusalem». Während eines halben Tages machten sie in drei Häusern Halt und bekamen typisches Essen in kleinen Kostproben: iranisches, irakisches und schliesslich marokkanisches.

Schon vorab erklärte die Leiterin der Gruppe, die letzte Station bei Rachel Netanel würde die interessanteste sein.

Rachel – grossherzig, wie sie ist – wollte nicht nur ein paar Probierhäppchen auftischen. Sie kochte eine richtige marokkanische Mahlzeit mit Couscous, Gemüse und Fisch. Und die Leute waren ob ihrer Gastfreundschaft überwältigt.

Natürlich erzählte Rachel aus ihrem bewegten Leben und wie sie als marokkanische Jüdin ihr Herz für Jesus öffnete und wie sie seither den Gott Israels täglich praktisch erlebt. Die Leute hörten aufmerksam zu und stellten Fragen. Einige wollen später wiederkommen.

Eigentlich wollte die Gruppe nur eine Stunde bei Rachel bleiben – doch daraus ergaben sich drei Stunden. Die Gäste spürten wohl die wohltuende Atmosphäre der Gegenwart Gottes!

Am Schluss meinten sie: «Wir sind atheistische Juden, aber durch diesen Besuch beginnen wir langsam zu glauben.» Möge Gott weiter zu ihren Herzen reden!

Die Leiterin möchte gern mit weiteren Gruppen kommen. Rachel: «Du bist herzlich willkommen, Leute zu bringen, wenn ich dabei über Jesus sprechen darf.»

Auch bei einer «kulinarischen Tour» versteht Rachel es wunderbar, mit Gottes Hilfe das Gespräch auf Jesus zu lenken!

Zusammengestellt von Silvia Pfeil

 Spenden für Rachel Netanel und ihre evangelistische Tätigkeit werden sehr gern an sie weitergeleitet. 

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Porträt
NACHRUF Ruth Merckle war eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen und dabei ebenso fromm wie bescheiden geblieben. Sie starb am 30. April kurz nach ihrem 81. Geburtstag. Von Helmut Matthies

Eine Pietistin wie im Bilderbuch

Aus kleinen Anfängen schufen Adolf Merckle und seine Ehefrau Ruth ab 1967 einen Weltkonzern (u. a. gehörte dazu Ratiopharm) mit zuletzt über 100’000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von mehr als 30 Milliarden Euro.  Besonders Ruth Merckle sorgte als Geschäftsführerin (bis 2002) für eine vorbildliche Betriebskultur – z. B. mit familienfreundlichen Arbeitszeiten. So konnten sich Mütter sechs Jahre lang ihrem ersten Kind ganz widmen. Betriebsseelsorger kümmerten sich um Problemfälle. Zu Weihnachten erhielten die Mitarbeiter ein Andachtsbuch. In die Firmenzentrale in Blaubeuren bei Ulm wurde die Evangelisation proChrist übertragen.

Reichtum ist eine Leihgabe Gottes
Obwohl Merckles laut Medien zu den zehn reichsten Familien in Deutschland zählten, blieben die Pietisten ungewöhnlich bescheiden. Adolf Merckle fuhr einen alten Mercedes. In der Schweiz übernachteten sie in Berghütten. Als Ruth Merckle 1997 an der EKD-Synode in Wetzlar teilnahm, fragte sie mich, ob wir zusammen frühstücken könnten. Sie spürte meine Unsicherheit und meinte unverblümt: „Wir machen das in Ihrem Büro in der idea-Zentrale. Bitte nur mit Brötchen, Käse und Marmelade.“
   
Reichtum verstand sie stets als „Leihgabe Gottes“, um damit Gutes tun zu können. Diese biblische Einstellung wurde zum Segen für zahlreiche missionarische und diakonische Werke, die von Merckles unterstützt wurden.

Die grosse Krise
Und dann kam die grosse Krise. Adolf Merckle ist stets ein vorsichtiger Unternehmer gewesen. Doch 2008 traf er – 74 Jahre alt – eine fatale Fehlentscheidung mit tiefgreifenden Folgen. Im Vertrauen darauf, dass ihn die Banken nicht im Stich lassen, gab er kurz vor Weihnachten seinen Managern bei einer Versammlung in Stuttgart das Ehrenwort: „Keiner wird entlassen!“ Doch die ihn einst hofierenden Geldhäuser liessen ihn ebenso fallen wie die Politik, die ihn zuvor vielfach geehrt hatte. Dass er – der fromme Mann – nun sein Wort nicht halten konnte, hat er nicht verkraftet. Am 5. Januar 2009 stürzte sich der gebürtige Dresdner vor einen Zug.
   
Nachdem ich es im Radio gehört hatte, rief ich aus Mitgefühl seine Frau an. Ohne Drumherum-Gerede brachte sie den Beweggrund ihres Mannes auf den Punkt: „Er hat halt nimmer können, obwohl das Gebet für ihn stets eine Stütze war.“
   
Plötzlich stand die Milliardärsfamilie vor dem Nichts. Ruth Merckle: „Es hat mich tief gerührt, dass Nachbarn mir Kuchen vor die Tür stellten.“ Jahre später gelang es einem ihrer drei Söhne, Schulden zurückzuzahlen und Betriebe erfolgreich weiterzuführen.

Ich habe keine Angst vorm Sterben
2015 erlitt Ruth Merckle einen Schlaganfall und war seitdem halbseitig gelähmt. Sie nahm auch diesen Tiefschlag ganz aus Gottes Hand. Sie schrieb: „Ich habe keine Angst vor dem Sterben. Denn wir Christen sterben ins Zentrum des Lebens. Der Tod beendet nur unsere Zwischenstation auf Erden.“ Nach einem Abschiedsgottesdienst in der Familie starb sie in tiefem Frieden am 30. April in ihrer Wohnung in Ulm. Sie empfand den Tod als Erlösung.

Aus idea Schweiz, Ausgabe 19/2018. Mit freundlicher Genehmigung des Chefredaktors Rolf Höneisen


Erweiterung des Haifa-Heimes – Helfen Sie uns, ein weiteres Gebäude zu kaufen!
Von Dr. Jürgen Bühler, Präsident der ICEJ in Jerusalem

Die Holocaust-Überlebenden in unserem Heim in Haifa haben hier einen Ort gefunden, der ihren Wunden ein Stück Heilung bringt. Einige von ihnen sagen sogar, dass ihre Zeit hier zu den besten ihres ganzen Lebens zählt. Als wir das Projekt 2010 begannen, fragte ich mich ernsthaft, wie das alles funktionieren solle. Wir liessen mehrere traumatisierte Menschen gemeinsam unter einem Dach wohnen. Sie hatten immer noch mit Albträumen und Rückblenden aus den Konzentrationslagern zu kämpfen oder mit traumatischen Erfahrungen während der Zeit der Nazi-Besatzung in Russland.

Doch heute bin ich jedes Mal von freudiger Erwartung erfüllt, wenn ich unser Heim für Holocaust-Überlebende besuche. Es ist tatsächlich zu einem Ort der Heilung und Freude geworden! Wenn ich die Bewohner singen höre oder sogar tanzen sehe, wird mir bewusst, dass ich gerade ein Wunder erlebe. Ich hätte das nie für möglich gehalten! Dann erinnere ich mich an die Verse aus dem Propheten Jesaja: „Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden…zu schaffen den Trauernden zu Zion, dass ihnen Schmuck statt Asche, Freudenöl statt Trauer, schöne Kleider statt eines betrübten Geistes gegeben werden,…“ (Jesaja 61,1-3)

Allerdings ist unsere Einrichtung in Haifa komplett belegt, und es gibt eine lange Warteliste. Daher ist die Zeit gekommen, das Heim zu erweitern.

Ein neues Gebäude für Intensiv-Pflege rund um die Uhr. Wir wollen ein weiteres Gebäude hinzufügen, in dem dreizehn Überlebende ein Zuhause finden können. Das geeignete Gebäude haben wir bereits gefunden. Die wachsende Zahl der Bewohner in hohem Alter macht es erforderlich, dass wir unser Heim mit einer Einrichtung erweitern, in der sie rund um die Uhr gepflegt werden können. Ein Gebäude in der Nähe würde zudem sicherstellen, dass sie nicht aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden. Ihre früheren Mitbewohner könnten sie problemlos zu Fuss besuchen. Schon jetzt gibt es mehrere Senioren, die von dieser neuen Einrichtung sehr profitieren würden. Wir haben keine Zeit zu verlieren.

Schoschanna Kolmer (98), wurde als Tochter eines wohlhabenden jüdischen Kaufmannes in Mukatschewe (in der heutigen Ukraine) geboren. Bevor der Krieg ausbrach, ging es der Familie sehr gut. Nach Kriegsausbruch verschlechterte sich ihre Lage dramatisch. Juden wurden an den Rand der Gesellschaft gedrängt, die Nazis verhängten Ausgangssperren. Schoschannas Eltern, Schwestern und ihre Grossmutter wurden 1944 in das Ghetto von Mukatschewe gebracht. Schoschanna gelang die Flucht, sie wurde jedoch schliesslich festgenommen und im März 1944 nach Auschwitz deportiert.
Dort durchlitt sie unvorstellbare Grausamkeiten und überlebte einen Todesmarsch, bevor sie am 2. Mai 1945 schliesslich von der Roten Armee befreit wurde. Schoschannas Zustand war erbärmlich, sie hatte Läuse, Lungenentzündung und Typhus. Doch trotz aller Widrigkeiten und dem Verlust vieler Angehöriger gelang es ihr, nach Israel auszuwandern und eine eigene Familie zu gründen. Seit 2013 lebt sie in unserem Haifa-Heim für Holocaustüberlebende. Dort zog sie mit ihrem geistig behinderten Sohn ein, für den sie ihr ganzes Leben lang gesorgt hatte. Sie war sehr glücklich, dass auch er dort Aufnahme fand. Mittlerweile ist Schoschanna 98 Jahre alt und benötigt selbst intensivere Pflege.

Bitte helfen Sie mit, dass Schoschanna und andere hochbetagte Bewohner unseres Heimes auch weiterhin liebevoll und fachgerecht versorgt werden können. Als Verwendungszweck geben Sie „Haifa-Heim“ an. Herzlichen Dank!

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Ohne Zorn und Bitterkeit – Israelische Zeitzeugen erzählen ihre Geschichten
Von Lisa Schmid

Die Schüler waren sehr aufmerksam, man hätte eine Stecknadel fallen hören können. Als die zwölf Holocaust-Überlebenden aus Israel von ihren Erlebnissen während der Schoah erzählten, hörten alle gebannt zu. „Wie konnten Sie nach diesem Leid noch weiterleben?“, war eine Frage, die viele bewegte. „Wie schaffen Sie es, heute vor deutschen Schülern zu sitzen und ihnen ohne Zorn, Bitterkeit und Anklage ihre Geschichten zu erzählen?“ Geduldig und freundlich beantworteten die israelischen Senioren letzten November die Fragen der Jugendlichen.

Dankbare Schüler und Lehrer. Auf Einladung der ICEJ besuchten die zwölf Überlebenden insgesamt fünf Schulen im Kreis Lüdenscheid, nachdem sie zuvor mehrere Tage in Berlin verbracht hatten (wir berichteten). „Die Schulen waren sehr offen dafür, die Gäste aus Israel in den Unterricht einzuladen“, erklärte Christoph Stang von der ICEJ, der die Deutschlandreise gemeinsam mit seiner Frau Bärbel und dem Freundeskreis Israel-Lüdenscheid organisiert hatte. „Die Lehrer hatten ihre Klassen gut vorbereitet und waren sehr dankbar für diese Möglichkeit, Zeitzeugen zu Wort kommen zu lassen.“

Und die persönlichen Berichte verfehlten ihre Wirkung nicht. „Es ist eine Sache, im Geschichtsunterricht aus Büchern zu lernen, was damals passiert ist“, erklärte ein bewegter Schüler. „Aber es ist etwas ganz anderes, es nun live von Zeitzeugen zu hören, die das, was da geschrieben steht, selbst miterlebt hatten.“ Die Dankbarkeit von Schülern und Lehrern war an jeder Schule deutlich spürbar. Mit musikalischen Darbietungen, Geschenken und Einladungen zum Mittagessen brachten sie den Senioren gegenüber ihre Wertschätzung zum Ausdruck. Es lag ein Hauch von Ehrfurcht über den Veranstaltungen. Die jungen Leute waren sehr neugierig, wollten zuhören und nachfragen.

Eindringlicher Appell. „Wir sprechen euch nicht schuldig, und wir sind auch nicht nach Deutschland gekommen um anzuklagen“, versicherten die Senioren den Schülern immer wieder - gefolgt von dem eindringlichen Appell: „Tut, was ihr könnt, dass so etwas nie wieder passieren kann. Ihr seid die Zukunft dieses Landes, es ist eure Verantwortung, jeder hat eine Wahl und kann etwas tun!“

Es kam vor, dass die Zeit nicht ausreichte. In einer Schule beschloss der Schulleiter daraufhin spontan, die folgende Stunde ausfallen zu lassen, damit die Schüler genug Zeit hätten, ihre Fragen zu stellen. Nach den Vorträgen gab es viele kurze persönliche Begegnungen: ein Händeschütteln, ein Danke, eine Umarmung. „Es war sehr schön zu sehen, wie herzlich die Gäste aus Israel mit den jungen Deutschen umgegangen sind“, berichtet Christoph Stang. „Das ist mit der Hauptgrund, warum wir hierhergekommen sind“, sagten die israelischen Senioren. „Wir möchten dazu beitragen, dass die junge Generation nicht vergisst, was geschehen ist.“ Das ist ihnen sicherlich gelungen.

Mit freundlicher Genehmigung der Internationalen Christlichen Botschaft, Zweig Deutschland.
Artikel aus dem Magazin «Wort aus Jerusalem», Ausgabe Nr. 1, 2018

P.S. Diese Holocaust-Überlebenden sind nicht Bewohner des Haifa-Heims. Natürlich ist ihre Haltung aber exemplarisch für die Einstellung vieler Überlebender in Israel.
rea Israel
Christliches Hilfswerk
für Israel

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