Rundbrief Nr. 156
August 2018


Besuch bei syrisch-christlichen Flüchtlingen in Jordanien im Mai/Juni 2018
Kontaktpersonen: Najeeb & Elizabeth Atteih, Haifa

Kürzlich besuchten Najeeb und ich einmal mehr unsere Flüchtlingsfreunde in Jordanien. Diesmal trafen wir vier neue Familien, und sie alle erzählten uns ihre herzzerreissenden Erlebnisse. Jede Geschichte schien noch schlimmer als die vorherige zu sein. Was für eine immense Not! Alles in allem können wir ja nur einem geringen Teil all dieser Flüchtlinge helfen, doch wir sind Gott dankbar für das, was wir tun können. Wir versuchen, sie zu ermutigen, wir beten mit ihnen, wir helfen, soweit es uns möglich ist – und wir lieben sie einfach, weil Gott sie so sehr liebt.

Unser Jordanien-Aufenthalt war dieses Mal «bittersüss». Einigen Familien helfen und dienen wir nun schon während fast drei Jahren (Familien-Patenschaften) und wir haben sie gut kennengelernt. Wir verbrachten Zeit zusammen, wir beteten für sie in guten und in schweren Zeiten. Ein paar Familien sind bereits in ein anderes Land ausgewandert und weitere bereiten sich darauf vor. Das ist für uns bittersüss. Einerseits freuen wir uns sehr mit ihnen, dass sie Jordanien verlassen und ein neues Leben beginnen können. Andererseits macht es uns traurig, wenn diese lieben Glaubensgeschwister wegziehen. Sie sind uns wie Verwandte ans Herz gewachsen. Bei unserem nächsten Jordanien-Besuch werden sie nicht mehr hier sein. Sie werden uns fehlen!

Abdullah und Miriam
Unser erster Besuch galt Abdullah und Miriam. Als sie die Tür öffneten und uns sahen, waren sie ganz verblüfft. Sie konnten kaum glauben, dass wir vor ihnen standen. «Was ist mit euch? Ist alles in Ordnung?» fragten wir. «Bitte, kommt herein!»

Miriam hatte bereits feuchte Augen, als wir uns im Wohnzimmer setzten. Da erzählten sie: «Wir haben gute und schlechte Nachrichten. Die gute ist die: Wir haben das Visum für die Ausreise nach Australien erhalten. Ende Juli dürfen wir reisen! Somit sind wir sehr mit der Vorbereitung dazu beschäftigt. Aber genau heute sagte ich zu Abdullah, meinem Mann, wir hätten nicht genügend Geld für alle die Ausgaben, die es vor der Ausreise zu bezahlen gibt. Darum fragte ich ihn, ob wir vielleicht meine Eltern bitten sollten, uns Geld zu schicken. Doch er war von dieser Idee nicht begeistert, hatten wir doch gerade erst im letzten Monat einen Betrag von ihnen bekommen. Darum schlug Abdullah vor, dass wir zusammen beten, der Herr möge sich unserer Not annehmen. Und nun, eine halbe Stunde später, steht ihr vor unserer Tür. Wir sind total überwältigt!»

Somit hatte der Herr uns genau zum richtigen Zeitpunkt zu ihnen geführt. Gemeinsam lobten wir den Herrn. Wir freuen uns mit Abdullah, Miriam und ihren beiden Kindern, dass sie nun endlich, nach fast drei Jahren, Jordanien verlassen können. Abdullah dankte Gott auch für unsere Freundschaft und dass wir sie mit Liebe, finanzieller Unterstützung, Ermutigung, Lehre und Gebeten gesegnet hatten. Als sie hier ankamen, wussten sie nicht viel über Gott. Doch in dieser schwierigen Zeit hat Jesus sie nah an sein Herz gezogen. Nun sind sie starke Gläubige und bereit, auch andere zu lehren. Wir ermutigten sie, in enger Verbundenheit mit Jesus zu wandeln, sich in Australien einer Gemeinde anzuschliessen, Kontakt mit anderen Gläubigen zu pflegen und einem Bibelkreis beizutreten oder selber einen solchen zu beginnen. Sie sind Gott wirklich dankbar für alles, was er für sie während ihrer Jordanien-Zeit getan hat und nun auch für die neuen Möglichkeiten in einem fernen Land. Es war ein wunderbarer, bittersüsser Besuch. Wir werden sie sehr vermissen. Doch wir wissen, dass sie in Gottes Händen sind.

Nizar
Wir trafen eine neue christliche Familie aus dem Irak. Der Vater heisst Nizar. Er hat drei Söhne. Alle drei sind verheiratet und haben eigene Kinder. Nizar ist ein gebildeter Mann und ein starker Gläubiger im Herrn. Im Irak arbeitete er als Manager in einem Spital und war für die Röntgenabteilung zuständig. Obwohl er eine wunderbare Familie, eine gute Ausbildung und eine wertvolle Arbeit hatte, ist er durch grosse Leiden gegangen.

Nach dem Sturz von Saddam Hussein brachen Kriegswirren aus, und es entstanden diverse fanatische Gruppen. Diese verursachten viele Probleme, speziell für die Christen. Es wurde zur Norm, dass solche Gangs Mitglieder aus reichen Familien entführten, um ein Lösegeld zu erpressen.

Eine dieser Gruppen fand heraus, dass Nizar Christ war und eine gut bezahlte Arbeitsstelle hatte. Also entführten sie seinen mittleren Sohn. Nach einiger Zeit forderten sie telefonisch ein Lösegeld, und Nizar konnte seinen Sohn wieder freikaufen.

Doch er merkte, dass er in dieser Stadt nicht mehr sicher war. Schweren Herzens gab er seine Arbeit auf und zog in eine andere Stadt. Es war für die Familie eine Entwurzelung. Aber auch dort waren sie vor solchen Banden nicht sicher. Diesmal entführten sie seinen jüngsten Sohn. Nizars Frau war aber gerade zugegen. Also wurde auch sie ins Auto gepackt, unterwegs aber aus dem Wagen gestossen. Und wiederum bezahlte Nizar den Betrag, um seinen Sohn zurückzubekommen. Nach diesem Vorfall zogen sie nochmals in eine andere Stadt – sie wurden zu Binnenflüchtlingen.

Eines Tages arbeitete Nizar ausserhalb seines Hauses in einem christlichen Quartier. Plötzlich explodierte eine Autobombe und riss dabeistehende Menschen in den Tod. Auch Nizar wurde von Bombensplittern am Bein verletzt. Leider hatte er keine finanziellen Mittel mehr, um sich medizinisch behandeln zu lassen. Sein Bein entzündete sich mit Wundbrand und musste schliesslich amputiert werden. Als Nizar uns diese Geschichten erzählte, kamen ihm die Tränen.

Schliesslich entschloss er sich, den Irak ganz zu verlassen. Zweien seiner Söhne mit ihren Familien war es gelungen, nach Deutschland zu kommen. Nizar, seine Frau und ihr ältester Sohn mit Familie gelangten nach Jordanien. Auf der Reise erblindete Nizar aufgrund seines Diabetes.

In Jordanien ist er nun wegen seiner Behinderung sehr auf seine Familie angewiesen. Er kann nicht oft das Haus verlassen und hat auch Angst und Mühe, die Treppen zum Gemeindehaus zu begehen. Trotz dieser Einschränkung merkt er, dass seine Familie ihn braucht. Er hat einen klaren Verstand, ist weise und ein geistlicher Leiter. Darin findet er eine Aufgabe. Seine Familie ist ihm sehr wichtig und für sie will er da sein und weiterleben.

Er erzählte uns gern seine bewegende Geschichte, hofft aber sehr, dass wir wiederkommen, um ihm und seiner Familie zu helfen. Wir erklärten ihm, dass, solange dieser «Patenschaftsdienst» unterstützt würde, wir gerne wiederkämen. Traurig anvertraute er uns nämlich, diverse christliche und internationale Gruppen hätten ihn schon besucht, sich für seine Vergangenheit interessiert, seien dann aber nicht wiedergekommen. Er fühlt sich oft vergessen. Noch einmal bat er uns, an ihn zu denken und wieder zu kommen.

Projekt Schultaschen und Kinderkleider
Im Herbst beginnt für viele Kinder neu oder wieder die Schule. Beim Besuch verschiedener Familien hörten wir heraus, dass die Kinder nebst Schultaschen auch Kleider brauchen. Diese sind ihnen im Lauf des Jahres zum Teil zu klein geworden.
Nun möchten wir den Kindern gerne diese benötigten Dinge schenken, jedoch – wie an Weihnachten – die Kinder ihre Schultasche selber aussuchen lassen. Also ging ich zum Markt und erkundigte mich nach dem Preis der Schultaschen, Kleider und Schuhe und rechnete aus, wie viel das für ein Kind etwa ausmacht:

2 Paar Hosen, 2 T-Shirts, 2 Sport-Shorts, 2 Sportleibchen, 1 Paar Sportschuhe, 1 Winterjacke und 1 Schultasche kosten zusammen um die Fr. 200.- Zusätzlich müssen die Familien noch für Schulbücher, Stifte und anderes Material aufkommen.

Herzlichen Dank und seien Sie gesegnet im Namen des Herrn Jesus,

Najeeb und Elizabeth Atteih, Israel, vom «Herz zu Herz-Dienst»

 Gaben für das Projekt Schultaschen und Kinderkleider werden gern weitergeleitet. 

Bitte helfen Sie uns helfen!
Postkonto 60-730528-4


Oder, wenn Sie uns bei diesem Projekt unterstützen möchten, schicken wir Ihnen gerne weitere Informationen und Einzahlungsscheine resp. Zahlscheine zu. Vielen Dank.




Jerusalem – Laststein der Völker und Hauptstadt Israels!
Doron Schneider
Von Doron Schneider, 08.12.2017

Israels Ministerpräsident Netanjahu vergleicht Donald Trumps Entscheidung, die amerikanische Botschaft nach Jerusalem zurück zu versetzen, mit dem Cyrus-Edikt, welches den Juden damals den Wiederaufbau des Jerusalemer Tempels erlaubte.

Wo bleibt der Mut?
Weltweit warnten zahlreiche Politiker und andere Würdenträger – unter ihnen der deutsche Aussenminister Siegmar Gabriel und der katholische Papst – den amerikanischen Präsidenten Donald Trump vor einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels, obwohl „bereits seit Jahrzehnten die internationale Gemeinschaft stillschweigend Jerusalem als Hauptstadt Israels anerkennt“, so die Nachrichtenagentur WeltN24, „weil sie die Stadt der jüdischen Könige David, Salomon und Herodes war, die Stadt, in der bis zur Zerstörung durch die Römer der jüdische Tempel stand, und in der Jesus als ‚König der Juden‘ von den Römern gekreuzigt wurde – die Stadt, die alle Juden seit 2000 Jahren beim Pessachfest beschwören: ‚Nächstes Jahr in Jerusalem!‘ Allen ist klar“, so WeltN24 weiter, „dass diese Stadt – die nur deshalb den Christen und Muslimen heilig wurde, weil sie seit jeher den Juden heilig ist – die Hauptstadt des jüdischen Staates ist und sein muss.

Alle Staatsreden in Jerusalem
Aus diesem Grund hielt Ägyptens Präsident Anwar as-Sadat vor vierzig Jahren seine historische Friedensrede im israelischen Parlament, der Knesset, die sich bekanntlich in Israels Hauptstadt Jerusalem befindet. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel befand sich nicht etwa in Tel Aviv, sondern in Israels Hauptstadt Jerusalem, als sie vor den Parlamentariern der Knesset die Sicherheit des jüdischen Staates zum Teil der deutschen Staatsräson erklärte.

Sehr genau erinnere ich mich an die Geschehnisse des Jahres 1980, als alle Staaten unter dem politisch-wirtschaftlichen Druck der arabischen Führer ihre Botschaften von Jerusalem nach Tel Aviv verlegten. Nur wenige Tage nach der arabischen Drohung, den Nationen kein Öl mehr zu liefern, konnten wir Israelis damals im Fernsehen mitverfolgen, wie die Botschafter aller Staaten, mit ihren Aktenköfferchen in der Hand, aus ihren bisherigen Jerusalemer Residenzen wortwörtlich flohen.

Von Trauer zu Freude oder von Freude zur Trauer?
Nicht nur die Einwohner Jerusalems begrüssten sich am folgenden Tag mit: „Hast du schon gehört? Sie haben uns wieder einmal im Stich gelassen“. Das jüdische Volk empfand das damalige ‚Einknicken‘ der Nationen vor der Erpressung durch die arabischen Führer als ein erneutes ‚Allein-lassen‘ – nach dem Motto: Es sind doch bloss Juden! Die kollektive Stimmung in den Strassen der israelischen Hauptstadt Jerusalem war depressiv und tief betrübt.

Heute, 37 Jahre später, herrscht nun endlich wieder grosse Freude in den Gassen und Strassen unserer Hauptstadt, weil die Vereinigten Staaten von Amerika, weil die Weltmacht USA Jerusalem wieder offiziell als Hauptstadt des Staates Israel anerkannt hat.

Obwohl es ein mutiger Schachzug seitens Donald Trumps ist, sollten wir nicht vergessen, dass es nicht in der Macht des amerikanischen Präsidenten liegt zu entscheiden, ob Jerusalem die Hauptstadt Israels und des jüdischen Volkes ist oder nicht, sondern es ist eine reale und auch eine biblische Tatsache und letztendlich eine göttliche Entscheidung!

Donald Trump – der selbst ernannte ‚Deal Maker‘ – hat übrigens klargemacht, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und die Verlegung der Botschaft nach Jerusalem keine Vorentscheidung hinsichtlich des endgültigen Status der Stadt und der künftigen Grenzen zwischen Israel und einem künftigen palästinensischen Staat bedeutet, zu dem sich Trump ausdrücklich bekannte. Trump hat in seiner gesamten Rede nicht ein einziges Mal den Begriff ‚ungeteilte Stadt Jerusalem‘ gebraucht und auch nicht andeutungsweise von einem ‚ganzen Jerusalem‘ gesprochen. Daher befürchtet man in Israel, dass er letztendlich Ost-Jerusalem einem zukünftigen palästinensischen Staat überlassen wird, und die Israelis schon sehr bald realisieren müssen, dass Trump nur den westlichen Teil Jerusalems als Hauptstadt Israels anerkannt hat. Dann wird sich die grosse Freude des jüdischen Volkes wieder einmal in tiefe Trauer verwandeln.

Israelis gegen Teilung Jerusalems
In einer aktuellen Umfrage vom Juni 2017 erklärten 84 % der israelischen Bevölkerung, dass sie eher bereit wären, auf ein Friedensabkommen mit den Palästinensern zu verzichten, als der erneuten Teilung Jerusalems zuzustimmen. Das Ergebnis dieser Umfrage verspricht noch einen harten Kampf um Jerusalem. Auch Gott, der Herr, wird „um Zions willen nicht schweigen, und um Jerusalems willen nicht ablassen, bis SEINE Gerechtigkeit hervorbricht wie Lichtglanz und SEIN Heil wie eine brennende Fackel.“ (Jesaja 62,1)

Ja, auch ich möchte mich so gern über Donald Trumps Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels freuen, doch es sieht viel mehr nach der ‘Ruhe vor dem Sturm’ aus. Wie immer hat die Bibel recht: Jerusalem wird mehr und mehr zum ‚Laststein der Völker‘.

„Und es soll geschehen an jenem Tag, dass ich Jerusalem zum Laststein für alle Völker machen werde; alle, die ihn heben wollen, werden sich gewisslich daran wund reissen; und alle Heidenvölker der Erde werden sich gegen es versammeln.“ (Sacharja 12,3)


Al-Qaida-Terrorist und Scharia-Richter hatte genug vom Blut
Hassan Abu Hamza (33) schloss sich früh der Al-Qaida im Irak an. Nach einer Haftstrafe in Syrien gründete er eine eigene Terror-Gruppe. Später schloss er sich dem syrischen Al-Qaida-Ableger an. Er wurde Heerführer und Scharia-Richter. Doch all das Leid, das er sah, brachte ihn zum Umdenken.

«Ich folgte der dschihadistischen Ideologie von Al-Qaida. Ich war 19 Jahre alt, als ich während des Irak-Krieges in den Irak zog, um an den Kämpfen teilzunehmen.» Bevor die Terror-Gruppe dort Fuss gefasst hatte, sei eine Volksrevolution im Gange gewesen. «Nur ein paar Monate später kam Musab az-Zarqawi und gründete die Al-Qaida im Irak.»

Dort habe er einen wichtigen Posten erhalten. «Ich war Koordinator zwischen dem syrischen Geheimdienst und Al-Qaida, um die Einreise arabischer Dschihadisten in den Irak zu ermöglichen.» Nach der Ermordung von az-Zarqawi kam es zu Spannungen zwischen Al-Qaida und dem Geheimdienst.

«Die Löwen des Monotheismus»
Hassan Abu Hamza und andere Aktivisten wurden von den Syrern inhaftiert. «Ein Jahr lang war ich im Gefängnis und wurde gefoltert. Nach meiner Entlassung gründete ich in Syrien eine dschihadistische Gruppe mit dem Namen 'Die Löwen des Monotheismus in Gross-Syrien'. Sie folgte der Ideologie von Al-Qaida und war in mehreren Provinzen Syriens aktiv.»

Ein Jahr später sei die gesamte Gruppe festgenommen worden. «Das führte dazu, dass ich sieben Jahre in den Gefängnissen Syriens verbrachte, von 2007 bis 2014.» Als er entlassen wurde, war die syrische Aufstandsbewegung schon fortgeschritten. Es gab Gebiete, die vom syrischen Regime nicht kontrolliert waren. In einer solchen Provinz schloss er sich der Al-Qaida an. «Ich wurde als Heerführer und später als Scharia-Richter eingesetzt.»

Vom Scharia-Richter zum Atheisten
Nach diesen blutigen Ereignissen und den grausamen Erlebnissen fing er an, sich Gedanken über Gott zu machen. «Ist es der wahre Gott, der die Botschaft des Terrors in die Welt setzt?», fragte sich Hassan. «Der Koran sagte, dass Mohammed eine Barmherzigkeit für die Welt sei. Aber ich erlebte den Islam als eine Religion des Schwertes, des Mordes und des Terrors.»

Er kehrte in sich und machte sich Gedanken über all diese Fragen. Schliesslich verliess er die Al-Qaida und Syrien in Richtung Türkei. «In Istanbul vertiefte ich mich in die kritische Analyse des Korans. Ich kehrte dem Islam den Rücken, wurde Atheist und fand Gefallen am Humanismus.»

«Ich suchte die Wahrheit»
Hassan zog weiter nach Deutschland. Er suchte nach dem wahren Gott. Er fragte, ob es der Gott des Islams sei, ob Jesus oder Buddha. «Ich suchte die Wahrheit und las die Bibel. Nach vielen Diskussionen stellte ich fest, dass das Christentum das ist, was ich suche. Gott ist Liebe und Jesus das Heil und die Erlösung.»
Angst habe er nicht. Als er Muslim war und dunkles Gedankengut in sich trug, sei er stark gewesen. «Das bin ich jetzt erst recht mit Jesus, der gesagt hat: 'Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.' Wozu also Angst haben, wenn ich im Frieden lebe und der Friede von Jesus in mir lebt.»

Autor: Daniel Gerber
Quelle: Livenet / Al Hayat TV


70 Jahre Israel und die Kirche
Ulrich W. Sahm ist ein deutscher Journalist und Nahost-Korrespondent für verschiedene deutsche Medien.
Von Ulrich W. Sahm

Der folgende Bericht erklärt die Einstellung der Evangelischen Kirche und vieler freikirchlicher Gemeinden in Bezug auf das moderne Israel sehr treffend:

Auf der Homepage der Evangelischen Kirche im Rheinland findet sich eine „Gottesdienst-Arbeitshilfe“, die ebenso dem 70-jährigen Bestehen des jüdischen Staates gewidmet ist.

Der Verfasser, Dr. Rainer Stuhlmann, war von 2011 bis 2016 Studienleiter in Nes Ammim. Unter dem Titel „70 Jahre Staat Israel – ein Datum im christlichen Kalender?“ schreibt Stuhlmann im vierten Paragraphen: 

„Was für Juden ein Grund zum Feiern ist, das ist für andere ein Grund zur Trauer. Den einen hat die Staatsgründung Schutz, Sicherheit, Gerechtigkeit und Freiheit gebracht, den anderen Vertreibung, Zerstörung, Zwang und Unrecht.“

Die rund 2,5 Millionen Araber im Staat Israel mit eigenen Parteien in der Knesset, Generälen in der Armee und Vertretung in Regierung wie Gesellschaft wurden von Stuhlmann nicht gefragt. Er unterschlägt auch, dass unmittelbar nach der Gründung Israels aus der gesamten arabischen Welt fast alle dort seit 3000 Jahren lebenden Juden zwangsenteignet und vertrieben worden sind. Libyen und Syrien sind heute „judenfrei“. In Ägypten leben noch zehn alte jüdische Frauen. Es sind mehr Juden nach Israel geflohen, als „Araber aus Palästina“ vom Staatsgebiet Israels weggezogen sind. 

Wer hat den Unabhängigkeitskrieg begonnen?

Weiter schreibt Stuhlmann, „Die von den Vereinten Nationen beschlossene Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat hat zu einem grausamen Krieg geführt, in dem es auf allen Seiten Opfer gegeben hat.“

Nicht die Empfehlung der UNO Generalversammlung von 1947 hat zu einem Krieg „geführt“. Der Krieg wurde von den arabischen Staaten Ägypten, Syrien, Libanon, Jordanien und anderen beschlossen, weil sie keinen jüdischen Staat in ihrer Mitte dulden wollten. Deshalb fielen sie in der Nacht nach der Ausrufung Israels 1948 über den frisch gegründeten jüdischen Staat her, um ihn zu vernichten. Im Gegensatz zu Deutschland hat in Nahost noch nie jemand eingestanden, einen Krieg verloren zu haben. Die unterlegenen Angreifer weigerten sich deshalb, Verantwortung für die Folgen ihres Tuns zu übernehmen, darunter das Schicksal der von den arabischen Führern zur „zeitweiligen Flucht“ aufgerufenen Araber aus Palästina. 

„Am Ende des Krieges hatten die Juden ihren Staat, der weit grösser war, als es der Teilungsplan vorsah. Und die Palästinenser nichts.“

Bei Krieg weiss man vorher nie, was am Ende herauskommt. Bemerkenswert ist die Behauptung: „Und die Palästinenser nichts.“ Die haben in der Tat grosses Pech gehabt, zumal es 1948 noch keine „Palästinenser“ im heutigen Sinn gab. Die Araber des britischen Mandatsgebiets Palästina haben sich erst 1968 mit der 2. von Jassir Arafat verfassten PLO-Charta als Palästinenser konstituiert und gefordert, anstelle Israels einen Staat zu errichten. 

Israels Geheimdienste haben viele tödliche Anschläge in aller Welt verhindert

Stuhlmann erwähnt, dass es „in diesen siebzig Jahren mindestens acht Kriege und zwei blutige Aufstände gegeben hat. Immer war Israel trotz schmerzlicher Verluste siegreich und die Palästinenser die Verlierer.“

Laut UNO ist Krieg eine militärische Auseinandersetzung zwischen Staaten. Davon gab es nur vier: 1948, 1956, 1967 und 1973. Alles andere waren „Militäroperationen“ gegen Freischärler, Terrormilizen und „bewaffnete Arme von politischen Parteien“. Die Israelis haben sich gegen Raketenbeschuss und Selbstmordattentate in Bussen, Schulen und Restaurants gewehrt. Hätten die Juden sich etwa massakrieren lassen sollen, um den Palästinensern einen Sieg zu gönnen? Verschärfte Sicherheitskontrollen auf Flughäfen, Verriegelung der Pilotenkanzeln und Poller um Weihnachtsmärkte: Nach jedem Terroranschlag in Europa und den USA werden Sicherheitskontrollen mit israelischer Hilfe nachjustiert. Israels Geheimdienste haben allein 1917 mehrere Dutzend tödliche Anschläge in aller Welt verhindert.

Staatsgründung Israels ist auch ein Datum im christlichen Märtyrerkalender

„Die Staatsgründung Israels ist auch ein Datum im christlichen Märtyrerkalender. Im Ruinenfeld von Iqrit und Bir‘am in Galiläa sind nur die Kirchen stehen geblieben. Die Bewohner dieser beiden christlichen Dörfer wurden vertrieben. Nur als Leichen dürfen sie und ihre Nachfahren zurückkehren, um auf dem Friedhof am Rande der Ruinen ihrer Häuser begraben zu werden.“ 

Stuhlmann übernimmt hier den ansonsten in der evangelischen Kirche unüblichen palästinensischen Märtyrerkult. Juden können nicht einmal als Leichen in die arabischen Länder zurückkehren, um sich dort neben ihren zerstörten Synagogen begraben zu lassen. 

Stuhlmann beklagt weiter die späten Friedensverhandlungen, erst mit Ägypten und Jordanien und dann mit der PLO. Er erwähnt nicht das dreimalige „Nein“ der arabischen Welt 1967 in Khartum, das jegliche Kontakte mit Israel ausschloss.

Und dann schreibt er: „Und doch steht die Anerkennung eines palästinensischen Staates immer noch aus – auch durch unsere Regierung.“ 

Ihm scheint unbekannt zu sein, dass die Palästinenser bis heute ihren Staat nicht ausgerufen haben. Denn dann würden sie Milliardensummen verlieren, die ihnen als „Aufbauhilfe für den künftigen Staat“ geschenkt werden. Sowie sie einen Staat ausgerufen hätten, stünde ihnen bestenfalls eine kümmerliche „Entwicklungshilfe“ zu. Wie kann Stuhlmann von Deutschland die Anerkennung eines Staates fordern, der nicht einmal existiert? 

Palästinensische Christen seit 2000 Jahren?

Den Höhepunkt der Geschichtsklitterung erreicht das Arbeitspapier der Rheinischen evangelischen Kirche mit dem Satz: „Die palästinensischen Christen leben seit zweitausend Jahren im Land.“ 

Dann gab es also „palästinensische Christen“ vor der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Vielleicht war ja auch Jesus ein „palästinensischer Christ“ und Araber, über 100 Jahre, ehe Kaiser Hadrian die römische Provinz „Judäa“ in „Syria-Palästina“ umbenannt hat, um jegliche Erinnerung an die Juden zu tilgen? 


Kirchenrat Dr. Volker Haarmann zeichnet verantwortlich für diese „Gottesdienst-Arbeitshilfe“. Präses Manfred Rekowski hat das Grusswort verfasst. Beide nehmen an der Reise teil. Auf Nachfrage erklärte Pressesprecher Iven, dass es zwischen jenem Arbeitspapier und der „historischen Reise“ keinen Zusammenhang gebe.

Die Argumente Stuhlmanns stammen aus dem klassischen Repertoire palästinensischer Propaganda zur Delegitimierung Israels und der Juden. Es fragt sich, welchen Sinn Vertreter jüdischer Gemeinden in Deutschland in dieser „ökumenischen Reise“ sehen. Eine Stellungnahme der jüdischen Teilnehmer steht noch aus. 
 

Stehen wir für die Juden?
Frank A. Meyer ist ein Schweizer Journalist und publizistischer Berater von Ringier.
Frank A. Meyer (Blick)

Seit 70 Jahren gibt es Israel. Seit drei Generationen also haben die Juden einen Staat. Seit mehr als 2000 Jahren haben sie einen Zufluchtsort. Der Staat Israel ist Heimat für Menschen aus aller Welt, in aller Welt, die wegen ihrer Zugehörigkeit zum jüdischen Glauben oder wegen ihrer jüdischen Abstammung diskriminiert, bedrängt, verfolgt werden.

Ja, das gibt es. Immer noch. Wieder neu. Und wieder mehr. Trotz der Vernichtung von sechs Millionen Juden durch die Deutschen in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur!

An Demonstrationen für Palästina erschallt auf deutschen Strassen die Parole «Juden ins Gas!». Deutschland lässt es zu, dass Kuwait Airways keine Juden als Passagiere an Bord lassen. In Schulen mit muslimischen Migrantenkindern gehört das Mobbing jüdischer Schüler zum Alltag. Die Lehrer resignieren.  Eltern drängen ihre Söhne und Töchter, dass sie sich nicht als jüdisch zu erkennen geben. In manchen deutschen Städten trauen sich gläubige Juden nicht mehr, die Kippa zu tragen.

Die Politik sieht weg. Die Medien weichen der aggressiven islamischen Judenfeindschaft aus, indem sie den Antisemitismus als allgemeines Phänomen abhandeln. Wegsehen, verharmlosen: Deutschland unterwegs.

Auch in Frankreich werden Juden – wieder – drangsaliert. Die Jüdin Mireille Knoll, die während der deutschen Besetzung als Kind der Deportation nach Auschwitz entkommen war, wurde vor wenigen Wochen von einem jungen muslimischen Nachbarn mit Messerstichen getötet und danach verbrannt. Der Mörder hatte es auf Geld abgesehen, das er bei ihr vermutete. Juden haben Geld – so denken Antisemiten.

Der Mord an Mireille Knoll ist nur der aktuelle Höhepunkt des migrationsgetriebenen Judenhasses in Frankreich. Tausende Juden fühlen sich verunsichert und verlassen das Land, um sich in Israel niederzulassen.

Israel ist die Schutzburg für die Juden. Israel ist aber auch eine Trutzburg.

Als einziger Garant westlicher Zivilisation im Nahen Osten ist diese Nation seit der Gründung umgeben von arabischen Staaten, die durch eine historisch verspätete Religion in vormodernen Verhältnissen gefangen sind, deren Menschen zum Teil von geradezu mittelalterlichen Regeln und Riten in Unmündigkeit gehalten werden.

Der Islam ist die Geissel der arabischen Welt. Und das hochmoderne Israel, dessen Wissenschaft und Wirtschaft ohne Übertreibung als Weltspitze bezeichnet werden dürfen, ist der Stachel in ihrem Fleisch.

Die Unvereinbarkeit von westlicher Moderne und islamischer Rückständigkeit ist einer der Gründe für den Hass, den die Führung der Gaza-Palästinenser gerade wieder zum Sturm auf den Grenzzaun zu Israel verleitet hat: Mit Steinen bewaffnet, berannten junge Palästinenser, darunter auch Knaben und Mädchen, die Befestigungen. Die israelischen Soldaten schossen scharf. Es gab Dutzende Tote.

Das aber war das Ziel der Demonstration: Bilder für die Weltmedien zu liefern vom Kampf des palästinensischen David gegen den jüdischen Goliath. So wird der Judenhass vom arabischen Raum in die weltweite islamische «Gemeinschaft der Gläubigen», die Umma, hinausgestrahlt und immer wieder neu angefacht. Ganz besonders die europäische muslimische Jugend gehört zu den Adressaten dieser Propaganda.

Die Botschaft der bösen Bilder beflügelt weit über die Migration hinaus antiisraelische und antisemitische Militante. Das Drama des palästinensischen Volkes, das die Terrororganisation Hamas in Gaza zynisch ausbeutet, führt in Europa zu linker Solidarität: Man marschiert mit gegen Israel – und hat keine Einwände gegen den Judenhass, der bei diesen Demonstrationen skandiert wird.

Wozu auch? Viele der linken Mitmarschierer delegieren ihren eigenen Antisemitismus an die jungen Einwanderer aus muslimischen Ländern. Diese dürfen, was Linken, Grünen und Linksliberalen nicht erlaubt ist: Juden schmähen, die Vernichtung ihres Staates fordern und israelische Flaggen verbrennen.

Die Solidarität mit den islamischen Israel-Feinden gilt als Solidarität mit den Armen und Entrechteten der Dritten Welt. Die Tatsache, dass Armut und Entrechtung der Palästinenser religiös-kulturelle Ursachen haben, ist kein Gegenstand linker Analyse. Es geht ja um Gefühle – antisemitische.

Israel wird 70 Jahre nach seiner Gründung von diesen Linken als Unrechtsstaat diffamiert. In Tat und Wahrheit ist die jüdische Heimat-Nation eine Demokratie und ein Rechtsstaat: Hier wird in einer pluralistischen Gesellschaft frei gewählt. Hier wird nach rechtsstaatlichen Kriterien Recht gesprochen.

Vor allem wird Israel ohne Unterlass von Israelis kritisiert – die Siedlungspolitik, die orthodoxen Religiösen, die Diskriminierung arabischer Bürger, die Rückweisung afrikanischer Migranten, die Schüsse auf Palästinenser. Kein politisches Thema, das nicht Gegenstand inner-israelischer Kontroversen wäre.

In Israel kann man – kann Europas links Szene – Demokratie lernen. Und dies nach 70 Jahren gefährdeter Existenz!

Welche westliche Nation hätte Demokratie und Rechtsstaat durch sieben Jahrzehnte existenzieller Bedrohung bewahrt? Welche westliche Nation hätte sich nicht in einen Ausnahmezustand eingeigelt, in ein autoritäres Notstandssystem verwandelt? Deutschland? Die Schweiz, die sich ja schon durch die Europäische Union bedroht fühlt?

Israel steht für die westliche Welt.

Steht die westliche Welt für Israel?

Stehen wir für die




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