Rundbrief Nr. 157
September 2018


Die Internationale christliche Botschaft aus Jerusalem (ICEJ) erklärt:
Für Israel spenden – warum?
Paulus schreibt in Römer 15,27: «Denn wenn die Heiden an ihren geistlichen Gütern Anteil erhalten haben, so sind sie auch verpflichtet, ihnen mit irdischen Gütern zu dienen.» Paulus macht deutlich, dass die Nichtjuden zunächst Fremdlinge waren und keinen Anteil an den Bündnissen Gottes mit Israel hatten. Dann empfingen sie durch das jüdische Volk die Rettung in Jesus Christus. Durch das Blut Christi wurden sie mit Gott verbunden (Epheser 2,11-13). Daher sind Christen geistliche Schuldner des jüdischen Volkes. Aus diesem Grund sollen wir auch unseren materiellen Segen mit den Juden teilen. Der Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes ist es also, der uns dazu motiviert, das jüdische Volk und den Staat Israel zu segnen.


Verzweifelte Lage der irakisch-christlichen Flüchtlinge in Jordanien
Shmuel und Pamela Suran
Shmuel und Pamela Suran, Israel, sind unsere Kontaktpersonen und informieren uns über ihren Besuch im August 2018 in Jordanien.

«Wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit.» 1. Kor. 12,26

Shmuel schreibt: Am 7. August 2018 jährte sich die Invasion von Mossul und der Ninive-Ebene durch den islamischen Staat (IS) zum vierten Mal. Die Christen flohen, nachdem der IS sie vor die Wahl gestellt hatte, zum Islam überzutreten oder die «Jiziya», eine hohe Steuer für Ungläubige, zu bezahlen. Wer nicht kooperieren wollte, sollte getötet werden.

Die Häuser und Grundstücke der Christen wurden mit dem arabischen Buchstaben «N» gekennzeichnet (= Nazrani, abgeleitet von Nazarener) und bedeutet im Arabischen «Christ». Nach Ablauf des Ultimatuns wurden diese Häuser beschlagnahmt. Einige Christen konvertierten, andere wurden umgebracht. Um die 120'000 Menschen hingegen flohen, viele davon nach Erbil, der Hauptstadt des irakischen Kurdistan. Dort lagerten sie auf dem Gelände der Kirchen oder drängten sich in die Häuser von Verwandten. Später blieben viele in Flüchtlingslagern in Kurdistan oder flohen weiter in die Türkei oder in den Libanon. Glücklicherweise schafften es Tausende von Christen nach Amman, Jordanien. Dort trafen Pamela und ich solche zum ersten Mal im Oktober 2015.

Pamela erzählt: Seit wir den assyrisch-christlichen Flüchtlingen die Hilfe von Rea Israel zukommen lassen, konnten bereits einige dieser Familien in ein westliches Land wie Australien, Kanada oder Amerika ausreisen. Doch gibt es noch viele Zurückgebliebene, die betend auf ein Visum warten. Sie leiden in ihrer Hoffnungslosigkeit und befürchten, vergessen worden zu sein. Da sind junge, gebildete Familien, die sehr wohl fähig wären, einen guten Neustart in einem Gastland zu beginnen. Sie wünschen sich sehnlichst, dass es bald soweit sein darf.

Seit 2015 kümmern wir uns um Flüchtlingsfamilien und lernten sie in diesen drei Jahren gut kennen. Wir lieben sie wie eigene Verwandte. Als messianische Juden glauben wir, dass Freundschaft und Familie das Reich Gottes bauen. Wir sind überzeugt, dass Gott uns gemeinsam mit den Freunden von Rea Israel dazu gebraucht, sich dieser irakischen Familien anzunehmen und ihnen beim schwierigen Prozess von Heilung und Warten auf Gottes festgesetzte Zeit der Ausreise beizustehen.

Wie bereits früher berichtet, konnten wir die Projekte «Patenschaftsfamilien» und «Stephanus-Team» aufgleisen. Dadurch werden mehrere Flüchtlingsfamilien von Rea Israel unterstützt, und eine Anzahl ausgewählter irakischer Christen dient als «Stephanus-Team» seinem eigenen Volk.

Salaam, unser Mitarbeiter
Salaam ist ein junger Mann aus dem Irak. Er ist ein reifer, gläubiger Christ, verheiratet und Vater von zwei Kleinkindern. Er liebt den Herrn und will ihm von Herzen dienen. Dank Salaam haben wir wertvolle Informationen bekommen, die uns helfen, die aktuelle Lage der irakischen Christen besser zu verstehen. Er ist der Leiter des «Stephanus-Teams» und engagiert sich zusätzlich als Freiwilliger bei Flüchtlings-Jugendprojekten. Bitte denken Sie in Ihren Gebeten an Salaam und seine Familie.

Es gibt Nachrichten aus dem Irak, dass kleine Gruppen Christen in ihre Dörfer zurückkehren, um ihre zerstörten Häuser wieder aufzubauen. Salaam hat jedoch Bedenken über den Zustand der Ninive-Ebene. Sie ist immer noch sehr gefährlich wegen Militär-Terroristen. Sogar Tote liegen am Strassenrand. Echter Frieden ist noch in weiter Ferne und die Sicherheit für Christen nicht gewährleistet, abgesehen davon, dass es für die meisten noch gar keine Arbeitsplätze gäbe. Die Infrastruktur ist in desolatem Zustand.

Andererseits ruft die katholische Kirche ihre Christen zur Rückkehr nach Mossul auf. Die Bischöfe sind sehr interessiert daran, dass die Christen zurückkommen. Es scheint eine Art politisches Seilziehen zwischen den vom Vatikan unterstützten Hilfswerken und den irakisch-christlichen Flüchtlingen stattzufinden. Der Vatikan möchte so viele Christen wie möglich zur Rückkehr nach Mosul bewegen, damit sie dort mit ihrer Unterstützung ihr Leben neu aufbauen. Im Juni 2018 ernannte der Vatikan einen chaldäischen Bischof zum Kardinal der irakischen Kirche. Somit ist das Interesse Roms gross, die irakischen Christen in ihrem Land unter die Leiterschaft der katholischen Kirche zu bringen. Doch Eltern wollen nicht das Leben ihrer Kinder aufs Spiel setzen. Sie brauchen mehr als einen momentanen, unsicheren Waffenstillstand, sondern die Gewissheit, auch in zehn Jahren noch sicher in Mossul leben zu können.

Salaam berichtete, am 6./7. August habe ein «Gedenktag der assyrischen Märtyrer» stattgefunden. Man gedachte der schrecklichen Nacht vor vier Jahren, als die christlichen Familien aus ihren Häusern fliehen mussten. Sie konnten nur das Allernötigste mitnehmen. Der IS plünderte danach ihren Besitz. Salaam hat im Internet eine Seite aufgeschaltet mit dem Slogan «Rettet unsere Träume», die den Traum von einem neuen Leben für christliche Flüchtlinge in Australien, Kanada oder den USA darstellt. Gemäss Salaam haben viele irakische Christen, welche in Amman Zuflucht nahmen, Jesus als ihren persönlichen Erretter kennengelernt und wollen daher nicht auf die alten Wege der Religion zurückkehren. Sie wollen auf Gott harren, bis eine Einladung aus einem westlichen Gastland kommt.

Liebe wiedergeborene Freunde von Rea Israel, lasst uns für diese geliebten irakischen Glaubensgeschwister beten, dass Gott ihnen zu seiner Zeit den Weg ins richtige Land öffnet.

Vor ein paar Tagen erhielten wir von unserem Freund Salaam eine aktuelle Nachricht. In den letzten drei Jahren hatte eine grosse Organisation die Schulgelder aller irakisch-christlichen Flüchtlingskinder bezahlt. Dies war eine grosse Hilfe für die Familien, denn dadurch konnten die Kinder ihre Ausbildung weiterführen. Doch nun will diese Organisation keine Unterstützung mehr leisten. Das so kurz vor dem neuen Schuljahr erfahren zu müssen, schockiert die Familien. Sollen die Kinder jetzt zuhause bleiben? Salaam, der selber zwei Kinder hat und in seiner Freizeit mit Kindern arbeitet, ist ebenfalls wie vor den Kopf geschlagen.

Beten wir ernstlich, dass andere Organisationen in den Riss treten und den Schulbesuch der christlichen Flüchtlingskinder ermöglichen.

Ein persönliches Wort von Shmuel: Das christliche Hilfswerk Rea Israel tut einen äusserst wichtigen Liebesdienst an den assyrisch-christlichen Flüchtlingsfamilien. Dafür sind wir sehr, sehr dankbar. Darum möchten wir Kurt Wenger ein grosses DANKESCHÖN aussprechen. Er war es nämlich, der uns damals im Kibbuz Ginosar, am See Genezareth, dazu aufgefordert hatte, nach Jordanien zu reisen und uns um diese Flüchtlinge zu kümmern und finanzielle Hilfe zu bringen. Wir stimmten dem Auftrag zu und erleben nun, welch ein Segen durch diesen Dienst fliesst.

Alle Gaben der Rea Israel-Spender für christliche Flüchtlinge in Jordanien geben wir zu 100 % weiter, ohne irgendwelche Abzüge für eigene Spesen. Diese Spenden helfen ihnen bei der Wohnungsmiete, für Lebensmittel und Medikamente. Wir selbst arbeiten ehrenamtlich, gemäss eigenem Wunsch beziehen wir keinen Lohn von Rea Israel.

Wir sind dem Herrn dankbar, dass er uns weiterhin mit Gesundheit und Kraft segnet, um ihm auch in unseren «goldenen Lebensjahren» noch dienen zu können.

(Einschub von Kurt Wenger: Surans fahren jeweils mit dem Auto vier Stunden nach Amman, bleiben dort während 3-4 Tagen und machen den weiten Weg wieder zurück. Nachher sind sie vom erlebten Elend jeweils noch tagelang ganz erschüttert. Auch Najeeb und Elizabeth Atteih ergeht es jeweils so.)

Mit herzlichen Segensgrüssen aus Jerusalem,

Shmuel und Pamela Suran


 Gaben für irakisch-christliche Flüchtlinge werden sehr gern weitergeleitet. 

Bitte helfen Sie uns helfen!
Postkonto 60-730528-4


Oder, wenn Sie uns bei diesem Projekt unterstützen möchten, schicken wir Ihnen gerne weitere Informationen und Einzahlungsscheine resp. Zahlscheine zu. Vielen Dank.



Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem dankt und informiert
Dr. Jürgen Bühler ist Direktor von ICEJ und wohnt mit seiner Familie seit 25 Jahren in Israel. Er ist ein gefragter Konferenzredner und Bibellehrer mit einem prophetischen Weitblick.
Dr. Jürgen Bühler, Jerusalem

«Der allmächtige Gott segne dich und mache dich fruchtbar und mehre dich… und gebe dir den Segen Abrahams». 1. Mose 28, 3-4

Lieber Herr Wenger

Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem. Durch Ihre grosszügigen Gaben sind wir in der Lage, unsere Berufung Gottes umzusetzen, indem wir dem jüdischen Volk Trost und Hilfe zukommen lassen.

Es ist spannend, Israel unsere Freundschaft durch christliche Einsätze kundzutun. Welch eine Ermutigung mitzuerleben, dass die Vereinigten Staaten von Amerika die Nationen zurück nach Jerusalem führen, indem sie selbst im Mai ihre Botschaft in Israels Hauptstadt eröffneten. Als Augenzeuge habe ich es miterlebt, wie nur Tage darnach die Botschaften von Guatemala und Paraguay ebenfalls nach Jerusalem verlegt wurden. Dort durfte ich persönlich die «Kyrus-Auszeichnung» den beiden südamerikanischen Präsidenten verleihen. Das ist eine vergoldete Nachbildung des berühmten Kyrus-Zylinders, welchen wir verwenden, um damit jene Präsidenten zu ehren, die einen mutigen Schritt unternehmen und ihre Botschaft nach Jerusalem bringen.

Nach diesen historischen Anlässen im Mai fand Anfang Juni das zweite jährliche Gebets-Frühstückstreffen in Jerusalem statt. Mehr als 600 bedeutende christliche Leiter aus weltweit 70 Nationen kamen nach Jerusalem, um für den Frieden dieser Stadt und Nation zu beten. Präsident Reuven Rivlin und andere israelische Beamte hiessen die Delegierten herzlich willkommen. Darnach konnten wir uns in grosser Freiheit mit engagiertem Gebet für die Anliegen des jüdischen Staates und seines Volkes einsetzen.

Für viele dieser christlichen Leiter war es das erste Mal, dass sie Teil eines solchen globalen Treffens von Christen in Jerusalem waren und dies unter der Schirmherrschaft der israelischen Regierung. Man spürte den frischen Wind des Heiligen Geistes, der noch mehr Nachfolger Jesu in diese unglaubliche Bewegung hineinbringt, in der wir seit fast 40 Jahren stehen. Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem wurde 1980 gegründet und bildet seither die Vorhut der Christlichen Zionistischen Bewegung weltweit. Dank Ihrer Unterstützung werden wir uns weiterhin im Wirken Gottes einbringen, um in unserer Zeit Juden und Christen zu versöhnen und den Weg des Herrn vorzubereiten.

Noch einmal vielen Dank für Ihre finanzielle Hilfe für das Holocaust-Heim in Haifa! Dadurch wird Israel gesegnet! Möge Gott als Antwort Ihnen «den Segen Abrahams» schenken. Er lasse Ihr Leben fruchtbar sein und vermehre alles, was Sie haben und tun.

Herzlichen Dank und Gottes Segen mit Psalm 103,17

Zur Ehre Jesu

Dr. Jürgen Bühler





Wer regiert Israel?
Doron Schneider ist Publizist und Referent, zudem ein fachkundiger Kenner der politischen und gesellschaftlichen Lage in Israel.
Von Doron Schneider

Wer in Israel lebt und die Zustände, die in Israel herrschen, kennt, der fragt sich: „Wer regiert eigentlich Israel, Gott oder Satan?"

Die Orthodoxen
Das israelische Volk ist in sich zerrissen. Auf der einen Seite bestimmen die orthodoxen Juden das Bild. Sie sind überall präsent und in der Knesset das Zünglein an der Waage. Wenn irgendetwas nicht so läuft, wie ihre Belfre- oder Lubavitcher Wunderrabbiner aus den 17. und 18. Jahrhundert dachten, blockieren sie politische Entscheidungen. Dabei sind auch sie wegen unterschiedlicher Tora- und Talmudauslegungen sowie äusserlicher Traditionen und Kleiderordnungen zerstritten, so dass man nur schwerlich sagen kann, dass unter Israels Orthodoxen Gott regiert.

Die Rechten
Schaut man sich Israels politisch rechten Flügel an, der zwar zionistisch denkt und die jüdischen Siedler fördert, so schüttelt man den Kopf, wenn man ihren Zickzackkurs sieht. Rechte Politiker, wie Netanyahu und Bennett, gingen und gehen vor den Forderungen der USA und EU auf die Knie, so dass man sie nicht wiedererkennt. Wer einen Falken wählte, wird plötzlich von einer Taube regiert. Viele sind daher überzeugt, dass Israel nicht mehr von Gott, sondern von den USA regiert wird, da die USA Israels finanzielle Stütze ist.

Die Linken
Und Israels Linke sind nicht anders. Doch von ihnen, die mehr oder weniger areligiös sind, erwartet man nicht, dass sie meinen, Israel werde von Gott regiert. Von daher können sie ganz offen dem, was die Frommen Sünde nennen, Tür und Tor öffnen. Angefangen von der zum Heiligen Land im Affront liegenden Love Parade bis hin zur Genfer-Initiative, in der sie nicht davor zurückschrecken, das von Gott Israel verheissene Land inklusive Jerusalem an die Palästinenser abzutreten. Und alles geschieht so, als gäbe es keinen Gott in Israel.

Die Palästinenser
Wer die aktuellen Nachrichten verfolgt und die Angriffe der Palästinenser aus Gaza sieht, gelangt zu der Auffassung, dass in Israel die Palästinenser bzw. die moslemischen Terroristen regieren, denn Israels Vergeltungsschläge sind immer nur die Antwort auf Terror, sind nur die Reaktion auf die vora-gegangene Aktion der Palästinenser. So geben Israels Feinde Ton und Tempo an. Auch hier fragt man sich: „Wer regiert Israel?" Wenn man alles zusammen betrachtet, kommt man in Versuchung zu sagen, dass Satan über Israel regiert. Doch das ist ein grosser Irrtum, denn nach wie vor regiert Gott über I-rael! Es ist wie bei Hiob, dessen Name übersetzt „der Angefeindete" heisst.

Der Satan kam als Ankläger zu Gott und erbat sich das Recht, Hiob auf die Probe zu stellen. Gott liess sich unter der Bedingung darauf ein, dass Satan alles gegen Hiob tun dürfe, ohne jedoch sein Leben anzutasten. So tobt sich Satan an Hiob aus und schickt ihm furchtbare Leiden; auf Israel übertragen: Exil, Verfolgung, Holocaust und Terror. das einzige, was Satan Israel nicht nehmen kann, ist der ewige Bund (Richter 2,1), den Gott mit Israel geschlossen hat. Ansonsten hat er freien Lauf und quält Gottes Volk auf immer neue Weise.

Wenn man sich Hiob vorstellt, wie er auf der Asche seines Leidens sitzt und Israel sieht, wie es nach Auschwitz immer noch verfolgt wird, könnte man meinen, dass doch Satan regiert. Hiobs Freunde wissen alles besser, einige geben Hiob die Schuld an seinem Elend, genauso wie man Israel an allem die Schuld gibt und behauptet, dass der Frieden in der Welt vom Judenstaat Israel abhinge.

Sogar Hiobs Frau, die ihm eigentlich eine Gehilfin sein sollte, fällt ihm in den Rücken. Biblisch betrachtet, ist die Kirche die von Gott Israel zugeordnete Gehilfin (1. Mose 2,18; Römer 11). Doch an-statt Israel zu trösten (Jes. 40,1), verurteilen viele Christen Israel auf Grund falscher Informationen aus den Medien, und weil sie meinen, die Kirche ersetze Israel, anstatt, wie es biblisch wäre, Israel zu ergänzen. So hat Satan auch Hiobs Frau, die Kirche, im Griff. Doch am Ende müssen die Besserwisser erkennen, dass – ungeachtet aller Trübsal – nicht Satan, sondern Gott allezeit über Israel regierte, denn er versprach: „Ich will die gesamte Nachkommenschaft Israels nicht verwerfen wegen alles dessen, was sie begangen haben!" (Jer. 31,37; Hes. 22-23). Dann wird Gott Israel alles Leid vielfach entschädigen, so dass es Israel besser ergehen wird als je zuvor.

«Und jetzt bin ich ihr Spottlied geworden und diene ihnen zum Geschwätz!” Hiob 30,9


«So spricht der Herr, der die Sonne als Licht bei Tag gegeben hat, die Ordnungen des Mondes und der Sterne zur Leuchte bei Nacht; der das Meer erregt, dass seine Wellen brausen, Herr der Heerscharen ist sein Name: (Nur) wenn diese Ordnungen vor meinem Angesicht beseitigt werden können, spricht der Herr, dann soll auch der Same Israels aufhören, allezeit ein Volk vor meinem Angesicht zu sein!" Jer. 31,35-36


Immanuel Gemeinde, Haifa
Bericht von Elizabeth Atteih

Pastor Najeeb und Elizabeth Atteih
Das letzte Jahr bescherte unserer Familie allerlei Schwierigkeiten, vor allem wegen Najeebs Gesundheit und Operation. Aber wir loben weiterhin den Herrn für seine Treue und Gnade.

Die strahlende Braut Kareen
Letzten Monat heiratete unsere Tochter Kareen, und das war eine grosse Freude für uns alle. Auch aus dem Ausland kamen Gäste, um mit uns zu feiern.

Jetzt konzentrieren wir uns vor allem wieder auf unseren Dienst hier in Haifa. Najeeb kann sich mit neuer Kraft und mit altgewohnter Leidenschaft der Evangelisation widmen. Es bieten sich auch viele Möglichkeiten, im Ausland zu dienen. Gott öffnet ihm Türen, auch andernorts zu evangelisieren und Menschen zu Jüngern Jesu zu machen. Demnächst reist er in die Türkei, um dort in einer Gemeinde mitzuarbeiten.

Immanuel Buchladen:
Meir bekennt seinen Glauben

Es gibt auch Neues aus der Buchhandlung zu berichten. Da ist zum Beispiel Meir, ein religiös-jüdischer Mann, den ich schon früher einmal erwähnt habe. Alle ein bis zwei Wochen rief er an, um mit mir zu reden. Unsere letzte Konversation war sehr bewegend. Nach der üblichen Begrüssung platzte er heraus: «Elizabeth, jetzt weiss ich, dass Jeschua der Messias ist!» Ich war völlig überrascht. Dann fuhr er fort: "Ich fühle tief und fest, dass ich meiner Frau erzählen sollte, dass ich Jesus in mein Leben aufgenommen habe. Aber ich habe Angst, dass sie nicht gut darauf reagieren und unseren religiösen Führern und anderen in der Gemeinschaft davon erzählen wird.» Also riet ich ihm: «Meir, wenn du Jesus angenommen hast, dann wohnt und arbeitet der Heilige Geist in dir. Bete, dass der Herr dir den richtigen Moment zeigen wird, um es deiner Frau zu sagen. In der Zwischenzeit lass dein neues Leben ein Licht für deine Familie sein.» Dann aber nahm mich wunder: «Wirst du trotzdem deine religiösen Studien fortsetzen?» Er meinte: «Ich möchte es ihnen schon auch sagen, aber ich habe noch nicht den Mut dazu. Die Reaktion könnte sehr schlecht sein. Ich bin verwirrt und unsicher, was ich tun soll." Ich versicherte ihm: "Meir, Jesus wird dich führen. Fahre fort, ihm nahe zu sein und zu ihm zu beten. Er wird dir zeigen, wie und wann du öffentlich deinen Glauben bekennen kannst." Am Ende unserer kurzen Unterhaltung betete ich für ihn und ermutigte ihn, nach Haifa zu kommen und meinen Mann kennenzulernen. Najeeb könnte den jungen Gläubigen weiter unterrichten. Beten wir für Meir!

Liebt Jesus auch eine Drogenabhängige?
Eine unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Buchladen, Nellie, hatte auch Gelegenheit, mit Kunden und Interessierten über Gott zu sprechen, sogar mit Leuten aus europäischen Ländern. Sie erzählt: Viele von ihnen wissen etwas Bescheid über das Christentum oder sagen, sie seien liberale Christen, sehen aber die Notwendigkeit einer persönlichen Beziehung zu Jesus als ihrem Erretter nicht. Ihr Leben sieht genauso aus wie das von Ungläubigen. Manchmal ist es schwer, mit dem Evangelium an solche Menschen heranzukommen, weil sie denken, dass ich sie verurteile. Doch immer wieder treffe ich auch jemanden, der offen ist, von Gottes Liebe zu hören.

Vor ein paar Tagen kam eine israelische Frau in den Buchladen. Ich begann mit ihr zu reden und fand schnell heraus, dass sie drogenabhängig ist. Sie schaute sich um und fand Schlüsselanhänger mit der Aufschrift «Jesus liebt mich» auf Englisch. Sie fragte, was das bedeute, also sagte ich es ihr auf Hebräisch.

Dann fing ich an, ihr von Jesus zu erzählen, doch sie meinte: «Jesus liebt mich jetzt nicht. Er wird mich erst lieben, wenn es mir besser geht." Sie schämt sich für das Leben, das sie führt und die Fehler, die sie begangen hat. Sie weiss um ihr Drogenproblem und hat im Sinn, eine Reha zu beginnen. Ich konnte ihr aber bestätigen: «Jesus liebt dich gerade jetzt. Selbst wenn du weit von ihm entfernt bist, und obwohl dein Leben ein Durcheinander ist, liebt er dich und sorgt sich um dich. Deshalb kam er auf diese Erde. Er kam für die Verlorenen, die Kranken und die Bedürftigen und will ihnen Leben und Erlösung bringen.» Als sie solches hörte, war sie den Tränen nahe.

Beten wir doch für die junge Frau, dass sie sich in einer christlichen Reha von Jesus helfen lässt.

Christliche Soldatenarbeit
Im Mai feierten wir unseren 70-jährigen Staat Israel. Das ist auch ein Anlass, sich der gefallenen Soldaten zu erinnern und jene zu ehren, die dem Land dienen und es verteidigen. Ein Kindergarten hat sich etwas Spezielles einfallen lassen: Jedes Kind wurde gebeten, ein Päckchen für einen Soldaten zu machen. Tino und einige Kameraden besuchten dann diesen Kindergarten und durften die Geschenke von den Kindern in Empfang nehmen. Diese Übergabe wurde zu einem besonderen Ereignis. Tino und seine Kameraden sangen Lieder mit den Kindern, machten einige lustige Aktivitäten und schenkten am Ende jedem Kind ein T-Shirt mit dem Signet ihrer Einheit. Es war für Gross und Klein ein besonderes Erlebnis.

Kürzlich brachte Tino drei religiöse jüdische Soldaten zu uns nach Hause. Sie dienen in einer Spezialeinheit und sind sehr gut dafür ausgebildet. Ein Teil ihrer Ausbildung besteht darin, Arabisch zu lernen. Auch Najeeb lernte die drei kennen, und bald schon sprachen sie über Gott. Einer der Soldaten kann schon recht gut Arabisch. Also holte Najeeb seine arabische Bibel und schlug Psalm 1 auf. Dann bat er diesen Soldaten, den Psalm vorzulesen. Er las es gut, verstand aber nicht alles. Dann zitierte Najeeb den gleichen Psalm auf Hebräisch. Das überraschte die Soldaten: «Dieser Psalm stammt aus dem Tenach (Altes Testament), aus unserem heiligen Buch? Ist der Psalm auf Arabisch und Hebräisch derselbe?» «Ja, natürlich; es ist das gleiche Buch.» Erstaunt fragten sie: "Sie sind ein Christ, aber Sie lesen unseren Tenach?» Najeeb sagte: «Natürlich, wir haben den gleichen Gott. Jesus, der Messias, ist der Gott des Tenach und des Neuen Testaments. Er ist der Anfang und das Ende, das Alpha und Omega." Die Soldaten waren fasziniert, und so fuhr Najeeb fort und erklärte ihnen das Evangelium.

Bitte beten Sie auch für Tino, seine Arbeit und seinen Dienst in der Armee. Gott benutzt ihn auf eine Weise, wie wir es nie vollständig verstehen können. Diese drei Soldaten sagten uns, wie sehr sie Tino respektieren und er wie ein älterer Bruder für sie sei. Sie fügten sogar hinzu: "Ihr wisst nicht, was für einen grossartigen Sohn ihr habt!»

Ein jordanischer Taxifahrer hört von Jesus
Auf unserer letzten Reise zu den Flüchtlingen in Jordanien waren wir mit dem Taxi unterwegs und kamen mit dem Fahrer ins Gespräch. Das war eine erstaunliche göttliche Fügung. Widad (ein Mitglied unserer Kirche) und ich (Elizabeth) unterhielten uns im Taxi darüber, wie schön es sei, am Freitag zu fahren, wenn die Strassen nicht so voll sind. Da schaltete sich der Taxifahrer ein und meinte, die Stadt müsste die Strassen reparieren und breiter machen. Dann fragte er: "Ich sehe, dass ihr Ausländer seid. Woher kommt ihr?" Ich sagte ihm: «Aus Haifa.» : «Oh, vom israelischen Teil?» was ich bestätigte. Da schoss er los:" Weisst du, dass unser Koran sagt, dass Israel nicht weiter existieren darf und wird?" Doch ich gab zur Antwort: "Nun, das meinst du vielleicht, doch ich stimme dem nicht zu. Der Gott Israels ist ein Gott, der weder schlummert noch schläft." Er fragte: "Glaubst du an Mohammed oder den Koran?“, was ich verneinte. Er bohrte weiter: "Glaubst du an das Neue Testament?" Das bestätigte ich. "Und was ist mit dem Alten Testament?" Ich sagte: "Ja, das ist Teil unserer Bibel." "Warum glaubst du an diese Bücher, aber nicht an den Koran?" Jetzt kam ich zum Zug: «Dein Buch bezeugt, dass alle, die an Jesus glauben, gerettet werden. Warum sagt es nicht, an Mohammed zu glauben? Der Koran sagt: Wenn du verloren bist, geh zu denen, die die Schriften kennen (die Bibel). Und weiter steht im Koran: Frieden, als ich geboren wurde, als ich starb und als ich wieder auferstand. Von wem spricht dieser Vers? Er handelt von Jesus Christus, dem Messias."

Und ich fuhr weiter und fragte unseren Fahrer: «Warum arbeitest du?» «Um für meine Familie zu sorgen.» «Und was wirst du als Nächstes tun?» «Ich werde weiterarbeiten und für meine Familie sorgen.» «Und dann was?» «Ich werde alt werden.» «Und dann?» «Nun, irgendwann werde ich sterben.» «Wenn du stirbst, weisst du, wo du hingehst?» Da gab er die Antwort, die viele geben würden: «Es hängt davon ab, ob die guten Taten, die ich getan habe, die schlechten überwiegen. Wenn ich mehr Gutes vollbracht habe, dann kann Gott mir erlauben, in den Himmel zu kommen.» «Wer wird das beurteilen?» fragte ich ihn zurück. «Allah». Doch ich sagte: «Es ist Jesus, der dich richten wird. Wenn du stirbst, wirst du ihm gegenübertreten und Rechenschaft über deine Taten auf Erden ablegen müssen. Dann wirst du wissen, dass das, was ich dir heute gesagt habe, die Wahrheit ist. Jesus wird dich daran erinnern, dass ich, Elizabeth, dir heute das Evangelium bezeugt habe. Es liegt an dir, Jesus als deinen Messias anzunehmen oder abzulehnen, aber du musst die Konsequenz deiner Entscheidung tragen. Denke darüber nach und bitte Jesus, als dein Messias in dein Leben zu kommen, bevor es zu spät ist.» An diesem Punkt wurde er sehr wütend und forderte uns auf, aus dem Auto zu steigen.
Beten wir doch, dass der Herr sein Herz gegenüber unserem wahren Messias Jesus erweichen möge!

Schultaschen und Kleider für Flüchtlingskinder
Unsere Flüchtlingskinder in Jordanien dürfen die Schule besuchen. Das ist enorm wichtig für ihre Zukunft. Die neu Eintretenden benötigen eine Schultasche und Kleider, dazu Schulmaterial. Wir rechnen mit CHF 200.- pro Kind. Wichtig: Wir lassen die Kinder selber ihre Tasche oder ihren Rucksack auslesen. Wir möchten so viele Kinder wie möglich damit beglücken, damit sie sich in der Schule so richtig wohl fühlen können. Grössere Kinder brauchen auch immer wieder mal etwas Grösseres zum Anziehen, neues Schulmaterial, neue Schuhe …

 Spenden für den Buchladen, die Soldatenarbeit oder für Schultaschen werden sehr gern weitergeleitet. 

Bitte helfen Sie uns helfen!
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70-jähriges Wunder
Auszug aus einem Artikel von Dr. Herbert Hillel Goldberg aus seiner Zeitschrift «Haschiwah» - Die Rückkehr, Nr. 2, 2018

Israels Neugeburt nach 2000 Jahren als Staat auf eigenem Lande ist seit 70 Jahren ein Wunder. Der Prophet Jesaja sagte schon vor 2800 Jahren: «Wer hat solches je gehört? Wer hat solches je gesehen? Kann auch, ehe denn ein Land die Wehen kriegt, ein Volk auf einmal geboren werden? Nun hat Zion Wehen bekommen und zugleich ihre Kinder geboren» 66,8).

Wenn ich über dieses Wunder die Übersetzungen in etlichen Sprachen lese, fallen mir schon die negativen Meinungen der Übersetzer auf. Dazu sind mir auch diverse Unterschiede christlicher Denominationen bekannt, die das Nichtverstehen des nie zuvor geschehen Wunders beeinflussen.

Das Heilige Land
Zuerst wurde das Land negiert. Aus Rache beschloss der römische Cäsar Hadrian als Besatzer Israels und Judäas im 2. Jahrhundert den Namen des Landes zu löschen. Er nannte es um in Palästina nach einer Region der Philister, die es damals schon seit mindestens 600 Jahren nicht mehr gab, und die Hauptstadt Jerusalem nannte er in Aelia Capitolina um. Juden wurde das Betreten Jerusalems verboten. Der staatenlose Name von einem nicht existenten Volk Philister wurde bis in das 20. Jahrhundert angewandt.

Die im Lande verbliebenen Juden wurden als Palästinenser bezeichnet. Ein Krankenhaus, Institutionen, Zeitungen wie Palestine Post (heute Jerusalem Post), benutzten bis 1948 auch dieses Adjektiv. Nach Staatsgründung hörte es damit auf.

Die Muslime lehnten jede palästinensische Bezeichnung als zionistisch ab. Sie stammten ja aus den Araberstaaten von umher, wo sie noch heute nächste Angehörige haben. Erst in den 1960er Jahren begannen sie den Namen Palästinenser zu übernehmen und erklärten sich selber – historisch völlig unzutreffend – zu Nachkommen der Philister. Dass die gänzlich ausgestorbenen Philister keine Araber waren, bleibt bis heute unbeachtet. Die Philister waren ein Seefahrervolk europäischer Verwandtschaft; sie bewohnten seinerzeit eine Region am Mittelmeer, hatten aber keinen selbständigen Staat.

Das Bundesvolk
Seit Israel als Land, Staat und Volk wieder seine Existenz hat, versuchen die Feinde Israels das Volk zu verneinen. Es gab solche Gegner, die Europas Juden als konvertierte Chasaren (aus der Ukraine und Weissrussland) bezeichneten, andere wollten die Briten und Dänen als Stämme Israels propagieren oder gar die Zehn Stämme als verloren erklären.

Eine weitere Verleugnung des jüdischen Volkes geschieht seitens christlicher Vertreter der Ersatztheologie. Die erklären sich selber als neues Israel. Was immer sie an neutestamentlichen Versen für sich verdrehen, sprach schon der König David von den Anschlägen, das jüdische Volk zu entmündigen (Ps. 83,4-6) Es ist ein Versuch, Israel seiner Rechte zu berauben, es als Volk auszurotten.

Dann kamen Beschlüsse der antisemitischen UNO gegen Jerusalem als Hauptstadt Israels, gegen das Beackern des Landes, gegen den Häuserbau in Jerusalem, gegen … gegen … gegen … Dutzende von heuchlerischen UN-Resolutionen per Jahr gegen Israel. Die UNO scheint kaum Zeit zu haben für notleidende Christen und andere Verfolgte in Islamischen Diktaturen. Der Seelenfeind hasst die Juden, weil Gottes Botschaften und das Heil für die ganze Welt durch dieses Volk gekommen sind.

Doch Gottes Wort garantiert: «Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht» (Ps. 121,4). Das Land und das Volk wurden 1948 wieder als Judenstaat geboren. Es wird nicht untergehen!

«So spricht der Herr: Wenn ich das Haus Israel wieder versammeln werde von den Völkern, dahin sie zerstreut sind, so will ich vor den Heiden an ihnen erzeigen, dass ich heilig bin. Und sie sollen wohnen in ihrem Lande, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe. Und sol-len sicher darin wohnen und Häuser bauen und Weinberge pflanzen.» (Hes. 28,25+26a)




Bericht über die Israel-Reise vom 17. – 27. Juli 2018
von Lukas Eichenberger

Organisation:
Kultour Ferienreisen AG, Leitung: Kurt Wenger,
Begleitung:
Dany Walter, Logis: Hotel Kibbuz Ma’agan

Diese Reise nach Israel war für uns als Familie schlicht grossartig! Obwohl mitten im Sommer, war die Hitze mehr Erlebnis als Problem. Gekühlte Räume gab es fast überall – im Hotel, im Zimmer, im Bus und oft auch bei den Sehenswürdigkeiten. So konnte man die Hitze in der Wüste oder das Bad im Toten Meer auch bei 40° bestens geniessen. Und die lauen Abende und Nächte oder die frühmorgendliche Wanderung gaben auch draussen Gelegenheit, bei angenehmen Temperaturen das Land zu entdecken.

Die Reiseorganisation war topp-professionell. Es ist nicht einfach, eine Gruppe von 50 Personen so zu leiten, dass keinerlei Leerzeiten entstehen, alles klappt und trotz dichtem Programm nie Hektik aufkommt.

Eine Israel-Reise ist nicht einfach Ferien. Es ist schwierig zu erklären, warum man in so kurzer Zeit so viel lernt. Wahrscheinlich ist es am besten vergleichbar mit einem Mosaik: Viele kleine Erlebnisse, Gespräche und Entdeckungen von wunderschönen Orten mit grosser Geschichte ergeben ein Bild, das einem bleibt, und über welches man wohl noch lange nachdenken wird. Aber auch die aktuelle Lage, der Konflikt im Lande mit den Palästinensern oder den umliegenden Kriegsgebieten war gut spürbar und in diversen Gesprächen mit der lokalen Bevölkerung diskutiert. Dabei erhielten wir viele Informationen, verschiedene Ansichten und Perspektiven, und der Nahostkonflikt, der für mich so lange kaum verständlich war, wurde greifbarer und mehr und mehr nachvollziehbar.

Ganz grossartig war die Reisebegleitung von Dany Walter. Sein fundiertes historisches Wissen, gepaart mit seinen hochinteressanten biblischen Bezügen und Erläuterungen, haben immer wieder zu Aha-Erlebnissen geführt. So z.B. die Erklärung, warum Jesus genau am See Genezareth gewirkt hat, in einer armen und für uns eher abgelegenen Region. Damals war diese jedoch eine der wichtigsten Transitachsen mit einer entsprechend multikulturellen und breiter interessierten Bevölkerung als z.B. im alten Jerusalem. So konnte sich das Evangelium leichter in alle Welt verbreiten.

Immer wieder ergänzte Dany die historischen Fakten und biblischen Bezüge mit persönlichen Geschichten und Anekdoten, immer packend, immer mit einer zünftigen Prise Humor.  Damit erhielten wir interessante Einblicke in die jüdische Kultur, aber auch in die grossen Herausforderungen, mit denen der junge Staat konfrontiert ist. Die Intensität und das Tempo der Entwicklung in Israel sind atemberaubend: Strassen, Eisenbahnen und weitere Infrastrukturen werden gebaut, und überall zieht man Wohnsiedlungen hoch, um der grossen Zuwanderung gerecht zu werden.

Die landwirtschaftliche Entwicklung ist enorm. Wo vor einigen Jahrzehnten noch Wüste war, erheben sich heute fast endlose Dattel- und Bananenplantagen. Stolz präsentieren die Israeli ihre High-tech-Erfindungen, um Wasser zu sparen und die Ernte zu optimieren. Vieles wird als Know-how in die ganze Welt exportiert. Das Wasser, welches früher so spärlich vorhanden war und dementsprechend umkämpft, wird heute zu grossen Teilen aus Meerwasser gewonnen und entsalzen, so dass 100 Mio. Kubik Wasser jedes Jahr in das krisengeschüttelte arabische Nachbarland Jordanien fliessen, doppelt so viel wie eigentlich vertraglich vereinbart. So oder so fällt in Israel rasch das weitgehend friedliche Nebeneinander der verschiedensten Religionen und Kulturen auf: am Badetag am Mittelmeer waren wir in einem gepflegten Badestrand mit vielen Picknick-Plätzen, wo jüdische, arabische und christliche Familien den Freitag beim Baden und Bräteln genossen. «Es ist ganz normal, dass du als Israeli einfach den Nächsten fragen gehst, wenn dir etwas fehlt, egal ob das nun ein Araber, Jude oder sonst wer ist.» klärt mich Dany auf und korrigiert einmal mehr eine falsche Vorstellung von den total verfeindeten Religionsgruppen in Israel, das von den Medien so oft zementiert wird.

Auch die besetzen Gebiete von Israel, die Golan-Höhen mit dem Dreiländer-Eck Syrien, Jordanien und Israel konnten wir besuchen sowie die Westbank und die jüdischen Siedlungen. Vieles sieht man mit anderen Augen, wenn man es selbst gesehen und erlebt hat. Und auf einmal wird einem persönlich bewusst, wie kostbar es ist, in einem Land leben zu dürfen, wo Sicherheit und Bewegungsfreiheit selbstverständlich sind. Oder wie meine Tochter es treffend formulierte. «Hier lernt man den Frieden wieder so richtig schätzen!»

Die Hotelanlage direkt am See Genezareth war wunderbar, das Essen vielfältig, der Pool und die Strandbar herrlich. Wir waren froh, während der Ferien nicht packen zu müssen, und das Ausflugsprogramm konnte auf die Bedürfnisse unserer Familie und der unterschiedlich alten Kinder perfekt abgestimmt werden.

Besonders schön waren auch die Abende im Hotel, so z.B. ein wunderbares Konzert von zwei israelischen Sängern, direkt am See, dazu Lagerfeuer und Fladenbrot für alle Gäste mit Gratisgetränken, einfach eine geniale Stimmung.

Oder die Wanderung früh morgens durch eine nahegelegene Schlucht, wo wir noch bei Dunkelheit aufbrachen und bei sehr angenehmen Temperaturen allerlei Tiere beobachten konnten, so etwa Wüstenfüchse, Klippdachse (eine Art Riesen-Murmeli) und eine ganze Familie Wildschweine.

Wir sind sehr dankbar für diese Eindrücke, alle die Bilder der Orte des Wirkens Jesu, die wir von nun an immer bei den entsprechenden biblischen Geschichten vor Augen haben werden, für alle die Diskussionen und Reflektionen, die die Einblicke in die jüdische Gesellschaft so intensiv ermöglichten.

Wir können diese Reise, auch gerade im Sommer - allen nur empfehlen, denn Israel zu erklären, ist unmöglich – man muss es erlebt haben.

Lukas Eichenberger mit Familie

Herzlichen Dank an dieser Stelle an Kurt Wenger und sein Team und an Dany Walter sowie Shraga, unseren super Fahrer. Macht weiter so, und ermöglicht hoffentlich noch jahrelang vielen, vielen Menschen einen solchen Einblick, wie wir ihn erhielten. Gottes Segen sei mit euch und ein herzliches «Shalom».



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