Rundbrief Nr. 178
Juni 2020


Mehr als 57.000 israelische Veteranen dauerhaft behindert
Viele Soldaten zahlen einen hohen Preis für die Verteidigung ihrer Heimat – insbesondere in Israel. Foto: klimkin, pixabay
Der Nahostkonflikt fordert seinen Tribut – viele Israelis spüren die Folgen ein Leben lang an Körper und Seele. Das Verteidigungsministerium tut sein Möglichstes, um ihnen zu helfen.

JERUSALEM (inn) – Israel hat am Sonntag den Tag der Anerkennung für die in Kriegen und Terror-Attacken Verwundeten gefeiert. Ein Regierungsbeschluss von 2014 hat jährlich den 16. Kislev nach dem jüdischen Kalender dafür vorgesehen.

Das Verteidigungsministerium veröffentlichte einen Bericht, demzufolge 57.277 israelische Soldaten durch Verletzungen dauerhaft beeinträchtigt sind. 591 von ihnen gelten als 100-prozentig behindert. Allein während der Militäroperation „Starker Fels“ gegen die Terrorinfrastruktur im Gazastreifen im Sommer 2014 trugen 817 Soldaten Verwundungen davon. 516 von ihnen gelten heute als zu mindestens 20 Prozent behindert.

Neben körperlichen Schäden zählen auch psychische zu den vom Ministerium erfassten Spätfolgen: 588 Armeeangehörige leiden seit der Operation „Starker Fels“ unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, insgesamt sind es 5.000.

Das Verteidigungsministerium hilft den Kriegsversehrten unter anderem bei der Arbeitsplatzsuche. Zudem habe es 546 von ihnen finanziell beim Studieren von Jura, Lehramt oder Wirtschaft unterstützt, berichtet die Nachrichtenseite „Arutz Scheva“.

Der stellvertretende Generaldirektor der Rehabilitationsstelle des Ministeriums, Hezi Meschita, sagte: „Der Tag der Anerkennung für die in Kriegen und Terror-Attacken Verwundeten gibt uns als Land die Chance, unser tägliches Gehetze zu unterbrechen, um diejenigen zu ehren, die einen hohen Preis für die Verteidigung unseres Staates gezahlt haben.“ In den nächsten Wochen hält das Ministerium zu diesem Zweck mehrere Veranstaltungen in ganz Israel ab.

Von: tk aus Israelnetz 17.12.2019





Meir Panim hilft während der Corona-Krise
Seit dem Jahr 2000 leitet die jüdische Organisation Meir Panim ein Netzwerk von Gratis-Restaurants für Bedürftige in Israel. Jeder Gast ist herzlich willkommen. Religion, Geschlecht, Rasse oder Herkunft spielen keine Rolle.

Während Normalzeiten verteilt Meir Panim monatlich 110'000 Mahlzeiten, was rund 27'000 pro Woche bedeutet.

Die Organisation führt nicht nur die Gratis-Restaurants, sondern offeriert ein ganzes Spektrum an Dienstleistungen und Programmen für Bedürftige, so auch den Dienst von «Mahlzeiten auf Rädern».

«Mahlzeiten auf «Rädern»
Meir Panim unterhält fünf Gratisrestaurants (siehe Karte). Doch während der Corona-Krise sind sie alle geschlossen. Um der grossen Not zu begegnen, wird trotzdem und erst recht gekocht, in allen fünf Städten zusammen rund 25'000 Mahlzeiten jeden Tag. Das entspricht dem Dreifachen des normalen Verteildienstes, denn alle Menüs werden per Lastwagen verteilt.

Tzfat
Eine Haupteinnahmequelle dieser Stadt ist normalerweise der Tourismus. Die Krise legte vieles lahm. Meir Panim hilft mit 21'000 Mahlzeiten pro Monat.

Or Akiva
Die nahe gelegenen Luxus-Hotels sind geschlossen. Dies wiederum hinterlässt viele Arbeitslose. Meir Panim springt mit 40'000 Mahlzeiten pro Monat ein.

Tiberias
Ohne das Einkommen, das ihnen die Touristen und Sommerurlauber brachten, sind viele Familien in grosse finanzielle Not geraten. Meir Panim hilft monatlich mit 7'000 Mahlzeiten.

Jerusalem
Die Hauptstadt Israels leidet an geschlossenen Geschäften, Firmen, Hotels, Restaurants usw. Meir Panim bringt 15'000 Mahlzeiten pro Monat zu Notleidenden.

Dimona
Zahlreiche Fabriken und Firmen sind zurzeit geschlossen. Somit wenden sich viele Hilfesuchende an Meir Panim, welche hier jeden Monat 27'000 Mahlzeiten ausgibt.

Armut hat gravierende Auswirkungen
Die Leute von Meir Panim haben eine langjährige Erfahrung im Umgang mit verarmten Menschen. Ihnen ist bekannt, was fehlendes Einkommen, Hunger und Isolation bedeutet: «Diese Zustände kann man nicht mit blossen Zahlen messen. Es ist vielmehr so, dass betroffene Menschen unter Langzeitfolgen leiden im Blick auf ihre emotionalen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten.» Es ist daher ein stetes Anliegen von Meir Panim, ihren Gästen auch Wärme, Anteilnahme und Hoffnung zu vermitteln.

Dankbar für Unterstützung
Meir Panim ist daher sehr dankbar für jede finanzielle Mithilfe, um weiterhin hungernden Menschen in Israel helfen zu können.

Quelle: Text und Fotos mit freundlicher Genehmigung von Meir Panim, Israel

 Spenden für Notleidende in Israel leiten wir gern an Meir Panim weiter. 

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Israelische Soldaten und Palästinenser verteilen Lebensmittel in Ostjerusalem
Normalerweise ist der Anlass ein negativer, wenn israelische Sicherheitskräfte in den Stadtteilen Ostjerusalems operieren. In Zeiten der Corona-Krise scheint aber vieles anders zu sein – auch das Miteinander von Soldaten und Palästinensern.

JERUSALEM (inn) – Wegen der andauernden Corona-Krise verteilen israelische Soldaten bereits seit Wochen tausende Lebensmittelpakete und medizinische Güter an bedürftige Familien in Ostjerusalem. Unterstützt werden sie dabei von palästinensischen Aktivisten – für die Sicherheitskräfte und viele Bewohner ein ungewohntes Bild.

„In den vergangenen Wochen, und insbesondere seit Beginn des Fastenmonats Ramadan, haben wir den Bewohnern der arabischen Viertel in Jerusalem beträchtliche Hilfe geleistet“, erklärte Oberst Scharon Gat der Tageszeitung „Jerusalem Post“. Die Hilfsaktion wird gemeinsam mit der Jerusalemer Stadtverwaltung und deren Gemeindezentren koordiniert.

Nach dem Ausbruch des Coronavirus hätten die Bewohner Ostjerusalems die Stadtverwaltung um Hilfe gebeten. Diese habe sich bereiterklärt, in dieser „humanitären Angelegenheit“ zu helfen.

Überrascht zeigt sich Gat von der grossen Dankbarkeit, die viele Bewohner in den sozialen Medien zum Ausdruck bringen. Die gesamte Aktion sei „ein historisches Ereignis“. Noch nie hätten die israelische Verteidigungskräfte eine solche Operation in Ostjerusalem durchgeführt. Für ihn persönlich spiele dabei keine Rolle, ob er Juden, Arabern, religiösen oder säkularen Menschen diene. Er helfe einfach den Menschen, die darauf angewiesen sind.

„Lassen wir Politik beiseite“
Positiv empfindet Gat ebenfalls die Bereitschaft Dutzender Palästinenser, bei der Verteilung der Hilfsgüter zu helfen. Obwohl es in der jüngeren Vergangenheit viele Konflikte zwischen israelischen Behörden und palästinensischen Aktivisten gegeben habe, hätten viele der freiwilligen Helfer gesagt: „Lassen wir die Politik beiseite und arbeiten wir zusammen!“.

Von: mas. Aus Israelnetz vom 11. Mai 2020. Mit freundlicher Erlaubnis übernommen.


Immanuel-Gemeinde, Haifa
Rundbrief März-April 2020

Pastor Najeeb & Elizabeth Atteih, Haifa
Bericht von Elizabeth Atteih


Momentan sind alle Länder mit derselben Situation konfrontiert. Und jeder Mensch kann für sich entscheiden, wie er darauf reagiert. Unsere Familie hat sich für eine positive Perspektive entschieden im Wissen darum, dass Gott alles unter Kontrolle hat. Er hat zugelassen, was jetzt in dieser Zeit geschieht, und dafür können wir ihm danken und daraus lernen. Wir haben Zeugnisse von Gemeindegliedern gehört, was diese Situation sie gelehrt hat. Die Familien sind näher zusammengerückt. Viele stimmen darin überein: «Wir waren ständig am Rennen und Arbeiten. Aber wofür eigentlich? Hat das wirklich Ewigkeitswert?» Manche nehmen ganz neu wahr, wie real Gott ist und wie er alles in der Hand hat. Sie sehen die Quarantänezeit als verlängerten Sabbat – als eine Zeit zum Ruhen und sich neu auf den Herrn auszurichten, Prioritäten zu überdenken und Familienbeziehungen zu pflegen.

Israel ist ein sehr kleines Land, und auch wir spüren die Auswirkungen. Derzeit sind 15.834 Personen als mit dem Virus infiziert bestätigt, 215 Personen sind gestorben, und 8.233 sind wieder genesen. Viele Menschen haben ihre Arbeitsstelle verloren, viele andere müssen unbezahlten Urlaub nehmen. In beiden Fällen gibt es zumeist Ausgleichszahlungen mit Gutscheinen, die von Firmen und anderen Arbeitgebern über die Sozialversicherungen ausgegeben werden. Najeeb und ich bekommen keine Ausgleichszahlungen, weil wir beide kein Gehalt beziehen. Najeeb erhielt über längere Zeit eine persönliche Zuwendung von einer grossen Gemeinde ausserhalb Israels. Vor einem knappen Jahr wurde diese Zuwendung wegen unvorhergesehener Umstände eingestellt. Das hat uns genötigt, uns mit unseren Bedürfnissen noch näher an den Herrn zu wenden. Wir vertrauen von Tag zu Tag darauf, dass er für uns und unsere Familie sorgt, und in der Tat erleben wir, dass wir im Glauben mit ihm auf dem Weg sind und auch versorgt werden.

Mahlzeiten fürs Spitalpersonal werden vorbereitet.
Kürzlich gab es einen Aufruf von Spitälern in Haifa, Lebensmittel und Getränke für das medizinische Personal zu spenden. Dort wird ohne Unterbrechung Tag und Nacht gearbeitet. Zweimal hatten auch wir die Gelegenheit, für medizinisches Personal eine einfache Mahlzeit zuzubereiten: Manaquish (=Fladenbrot), darauf ein Dip, Zwiebeln, Zaatar und Olivenöl. Diese Mahlzeiten brachten wir zum nächstgelegenen Spital und konnten die dort tätigen Menschen mit dieser Geste segnen. Bald darauf übernahm eine jüdische Organisation an unserer Stelle diese Aufgabe.

Usta.
Usta
Usta durchlebt mit seiner Familie eine schwierige Zeit und bat uns um Hilfe. Seit mehr als zwei Monaten lebt er auf unserem Gelände. Sein fünfjähriger Sohn, Zuheir, leidet an Krebs im Bereich seines Kinns und ist im Rambam-Hospital in Haifa behandelt worden, also weniger als einen Kilometer von uns entfernt. Wegen der Lage des Tumors musste Zuheir durch eine Kanüle künstlich ernährt werden. Nach der ersten Operation erklärten die Ärzte die OP als Erfolg und den Jungen frei von Krebszellen. So wurde er nach Hause zu seiner Mutter in Nazareth entlassen, etwa 35 km entfernt.

Der krebskranke Zuheir.
Doch zwei Wochen später brachte ihn seine Mutter zurück ins Krankenhaus, weil er an Fieber und einer starken Schwellung im Gesicht und am Nacken litt. Der Arzt meinte, das rühre von einer Infektion her, doch Röntgenaufnahmen, eine CT und Blutuntersuchungen ergaben, dass Metastasen die Ohren und andere Stellen am Körper des Jungen befallen hatten.

Dadurch musste Zuheir jede Woche zu Untersuchungen, Behandlungen und Chemotherapie ins Krankenhaus. Wie schwer für einen Fünfjährigen, aber auch für Vater Usta. Dieser weinte wiederholt um seinen Sohn und besuchte ihn oft im Krankenhaus.

Ustas Frau kam mit der Situation nicht zurecht und brachte noch mehr Stress in die Familie. Bereits seit drei Jahren lebt das Ehepaar getrennt. Najeeb und ich hatten mit Ustas Frau, die dem Papier nach Christin ist, ein seelsorgerliches Gespräch. Doch sie war ablehnend. Usta hingegen öffnete sich für den Glauben und saugt dankbar auf, was er an Hoffnung und Ermutigung in der Schrift findet. Wir investieren uns in den jungen Gläubigen und beten täglich mit ihm. Wir machten deutlich, dass zum Glaubensleben auch Kämpfe gehören. Wir mögen zwar einen Kampf verlieren, doch damit haben wir nicht den Krieg verloren. Jesus bleibt am Ende der Sieger, und der Sieg ist durch ihn bereits errungen.

Einmal meinte Usta: „Ich weiss, dass ich in meinem Leben viele Fehler begangen habe, aber nun bin ich ein Kind Gottes. Warum straft er mich dann mit dieser schwierigen Situation?“ Wir versicherten ihm: „Gott straft dich nicht. Er hat dich sehr lieb. Aber er lässt Schwieriges in deinem Leben zu, um deinen Glauben zu prüfen und zu stärken. Er will, dass wir in allen unseren Bedürfnissen vollkommen abhängig sind von ihm.“ Schliesslich erkannte Usta den Segen, den er aufgrund dieser Prüfung erfahren darf, indem er so viel Zeit mit seinem Sohn im Krankenhaus verbringen kann. Seit er vor drei Jahren von zu Hause weggegangen ist, litt auch die Beziehung zu seinen Kindern. Er spürt, dass sein Sohn nicht nur an seiner eigenen Krankheit leidet, sondern auch am Zerwürfnis zwischen seinen Eltern. Somit wurde diese Situation insofern zum Segen, als er seinem Sohn jetzt Liebe und Zuwendung zeigen kann.

Vor zehn Tagen kam Ustas Frau und brachte ihren älteren Bub Habib mit. Sie war ärgerlich und erklärte, sie sei überfordert damit, Zuheir im Krankenhaus zu begleiten. Dadurch könne sie dem älteren Sohn nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken. Und überhaupt, jetzt solle Vater Usta sich um Habib kümmern. Als sie ihn vorbeibrachte, gab sie ihm nur eine kleine Plastiktasche mit ein paar Kleidern mit, die ihm nicht einmal passten. Zahnbürste, Kamm und Unterwäsche waren nicht dabei.

Habib hat viele ungestillte Bedürfnisse. Wir kümmern uns um ihn, nehmen aber wahr, in welchen Kämpfen er steckt. Er hat keine guten Manieren und kümmert sich nicht um seine grundlegenden hygienischen Bedürfnisse. Er weiss nicht, wie er mit körperlicher Zuwendung wie einer Umarmung umgehen soll. Wir beobachten mehr und mehr, wie beide Kinder darunter leiden, dass ihnen eine gesunde Familie fehlt, dass ihre Eltern nicht wissen, wie sie ihre Kinder richtig erziehen sollen.

Usta selber ist in einer zerbrochenen Familie aufgewachsen. Sein Vater war kein guter Mann und hatte aussereheliche Beziehungen. Usta und seine jüngeren Geschwister wurden von der Mutter aufgezogen. Sie war jedoch die meiste Zeit ausser Haus, um zu arbeiten und den Kindern wenigstens eine grundlegende Schulbildung zu ermöglichen. In vielfacher Hinsicht hatte Usta keine Eltern, die präsent waren, um ihn und seine Geschwister zu leiten und auf das Leben vorzubereiten. Darum fällt es ihm schwer, das für seine eigene Familie zu tun. So tun wir, was wir können, um Usta zu helfen. Er ist ein einfacher Mann, aber handwerklich begabt. Bereits hat er bei verschiedenen Arbeiten auf unserem Gelände geholfen. Wir geben uns auch Mühe, Habib viel Liebe spüren zu lassen und ihn anzuleiten, dass er seinen Körper pflegt und gute Manieren entwickelt. Er spürt, dass er an einem sicheren Ort ist und lebt gerne bei uns. Bitte beten Sie für diese Familie:

Pastor Najeeb Atteih leitet online ein Gemeindetreffen.
Gemeinde-Nachrichten
Auch inmitten der Quarantäne-Beschränkungen, ohne sich real in der Gemeinde zu treffen, ist Gott in unserer Mitte am Wirken. Wir haben die Möglichkeit, uns über Zoom und andere Online-Medien zu treffen. Täglich um 18 Uhr haben wir ein Zoom-Treffen mit der Gemeinde. Wir hören Zeugnisse, beten und lernen aus dem Wort Gottes. Diese Treffen sind offen für Menschen auch von ausserhalb unserer kleinen Gemeinde, und viele aus anderen Gemeinden haben sich uns angeschlossen, auch Armenier, Syrer, Flüchtlinge in Jordanien sowie Flüchtlinge, die in andere Länder gelangt sind, sowie Menschen, die noch nicht gläubig sind. Jedes Mal schliessen sich neue Leute an. So sind diese Treffen zu einer gesegneten Zeit geworden, die dazu helfen, einander kennenzulernen, Zeugnisse vom Wirken Gottes zu hören und Gott zu loben.

In unserem letzten Rundbrief haben wir von einer Familie erzählt, die wegen der Sicherheit ihrer Tochter aus einem europäischen Land nach Jordanien zurückgekehrt ist. Auch diese Frau beteiligt sich an unseren Zoom-Meetings, hört die Zeugnisse und Gebete von anderen in der Gruppe und lernt den Glauben kennen. Kürzlich nahm sie Jesus als Messias an und vertraute ihr Leben dem Herrn an. So werden auch durch Zoom-Treffen Menschen errettet! Preis sei dem Herrn!

Die Soldaten…
…befinden sich auf ihren Basen in Quarantäne. Gott sei Dank sind sie gesund, aber es ist hart, auf der Basis festzusitzen. Seit Mitte März haben sie keine Möglichkeit gehabt, nach draussen zu gehen. Unser Sohn Tino kann alle zwei Wochen für eine Nacht nach Hause kommen. Für einen jungen Ehemann ist es schwer, so lange weit weg auf der Basis zu sein, aber er nimmt nach wie vor treu seine Verantwortung als Offizier wahr.

Wir können nicht nach draussen gehen, um unseren Dienst zu tun, weil wir die Quarantäne-Beschränkungen respektieren, aber wir haben viel zu tun. Manchmal nehmen wir die Auswirkungen der Quarantäne gar nicht wahr – wegen der grossen Menge an Arbeit, die zu Hause weiterhin anfällt. Wir sind nach wie vor beschäftigt mit Saubermachen, Büroarbeit, Hausarbeit, Gartenarbeit und damit, anderen zu dienen, insbesondere mit der Fürsorge für Usta und seinen Sohn. Bitte beten Sie um Schutz sowohl für uns als auch, dass wir Grenzen einhalten bei unserem Einsatz für Usta und seine Familie.

Wir danken Gott für Sie und Ihre Fürbitte, Unterstützung und Partnerschaft. Wenn der Herr es Ihnen aufs Herz legt, einen Beitrag für den Immanuel-Dienst zu leisten, wären wir sehr dankbar. Sie können als Stichwort «Immanuel-Gemeinde» angeben oder «Familie Pastor Atteih», «Usta und seine Familie», «Flüchtlinge» oder «Christliche Soldaten».

Wir schätzen Sie und segnen Sie im Namen unseres Erlösers Yeshua, des Messias.

Najeeb und Elizabeth Atteih

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Gemeindenetzwerk «LIVING ISRAEL»
Gleb Samburski, Gründer und Leiter von «Lebendiges Israel», Venja Sadovsky, Pastor in Rishon Le Zion
April 2020


Schalom, liebe Freunde! Trotz Corona-Krise dienen wir dem Herrn!

Hilfe für Holocaust-Überlebende und Kriegsveteranen
Das Land befindet sich in einer schwierigen Situation. Es gibt Warteschlangen vor den Geschäften, die zum Teil stundenlang dauern, weil die Vorsichtsmassnahmen im Blick auf die Corona-Krise eingehalten werden müssen. Es fehlt an einigen wichtigen Lebensmitteln und Gesichtsmasken, ohne die man nicht ins Freie gehen darf. Der Hauslieferdienst von Lebensmitteln wird mit Bestellungen so überhäuft, dass die Kunden zum Teil 1-2 Wochen auf ihre Ware warten müssen. Das ist eine neue Realität. Wir helfen denen, die angesichts dieser Pandemie am hilflosesten sind.

Viele der Holocaust-Überlebenden sind sehr einsam und befinden sich jetzt in völliger Isolation. Täglich rufen wir sie an, ermutigen sie und erkundigen uns nach ihren Bedürfnissen und ihrem Wohlergehen. Gerade in einer Zeit wie dieser, ist es sehr wichtig, nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten zu helfen. Nach wie vor kaufen und verteilen wir Lebensmittelpakete und stellen sie vor die Türen, um die Vorsichtsmassnahmen einzuhalten. In erster Linie dienen wir den Menschen, die den schrecklichen Holocaust durchgemacht haben.

Zusammenarbeit mit der politischen Gemeinde
Es war eine Überraschung, als uns kürzlich einige Mitarbeiter der Stadtverwaltung von Rishon Le Zion aufsuchten. Zum ersten Mal kontaktierten sie uns als messianische Gemeinde. Sie interessierten sich für unsere Arbeit an Holocaust-Überlebenden, da nicht viele Menschen willig sind, einen solchen Dienst für Gott zu tun. Die Verwaltung schlug uns vor, mit ihnen zusammenzuarbeiten, um auch anderen Be-dürftigen und alleinerziehenden Müttern zu helfen. Sie erkundigten sich, ob wir Freiwillige zur Verfügung stellen könnten. Männer aus unserem Reha-Haus und ein paar Geschwister aus der messianischen Gemeinde stellen nun Essenspakete und warme Mahlzeiten zusammen und liefern sie an die entsprechenden Notleidenden. Ein weiteres gemeinsames Projekt sind russischsprachige Freiwillige, die an der Hotline der Stadt arbeiten, um Menschen in Schwierigkeiten zu helfen. Unsere Brüder und Schwestern arbeiten auch dort in Schichten.

Zweiter von rechts: Leiter Venja Sadovsky, dessen bewegende Lebensgeschichte wir im April-Rundbrief erzählten.

Reha-Haus in Rishon Le Zion
Obwohl noch immer Quarantäne-Zeit herrscht und unser Reha-Haus voll belegt ist, haben wir noch zwei Personen aufgenommen. Es wird langsam eng, doch wir rücken noch näher zusammen und versuchen unser Bestes. Wie bereits erwähnt, nimmt das Heim aktiv an Projekten des Sozialministeriums teil. Jeden Abend gibt es eine Bibel-stunde, die über ZOOM durchgeführt wird, und wir laden alle ein, sich anzuschliessen, auch Ungläubige. Während der Woche führen wir mit demselben Programm Gebetstreffen für unsere Gemeindemitglieder durch, und am Freitag findet der Online-Gottesdienst statt, zu dem viele Leute zuschalten.

Gebetsanliegen
Möge Jesus das Leben der neuen Reha-Männer berühren und verändern.
Möge jeder Holocaust-Überlebende noch zum errettenden Glauben an Jesus Christus finden.
Wir benötigen ein zweites Reha-Haus und
finanzielle Hilfe für das geplante Frauen-Zufluchtshaus.

Vielen Dank für Ihre Freundschaft, Unterstützung und Gebete. Der Herr möge Sie in dieser schwierigen Zeit segnen! Auch wir beten um Frieden, Gesundheit und Gottes Gnade für Sie und Ihre Familien.

Grüsse von «Living Israel»

Gleb Samburski und Venja Sadovsky

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Weitere Reisen im Laufe des Jahres 2020 (Kultour):
21. Sept. – 1. Okt.
See Genezareth. Ferien im schönen Kibbuz Maagan.
Möglichkeit zur Verlängerung am Mittelmeer bis 4. Okt. Kinder von 5 – 16 Jahren gratis. Reiseleitung: Kurt Wenger und Silvia Pfeil.

29. Sept. – 8. Okt.
See Genezareth. Fakultative Verlängerung am Mittelmeer in Tel Aviv bis 11. Oktober. Kinder von 5 – 16 Jahren gratis.
Reiseleitung: Sascha und Madeleine Lang.

26. Okt. – 5. Nov. oder bis 8. oder 12. Nov.
Bade- / Kuraufenthalt am Toten Meer. Reiseleitung: Kurt Wenger und Silvia Pfeil.

In Israel kann man wunderbar Ferien machen und sich erholen. Doch wer gern mehr erleben möchte, hat die Möglichkeit, an den von uns organisierten Tagesausflügen teilzunehmen. Zudem finden abends freiwillige Treffen statt, an denen einheimische Leiter oder Vertreter aus ihren messianischen Gemeinden und/oder karitativen Werken berichten. Unterwegs erzählt der israelische Reiseleiter Interessantes über Land und Leute.


Segen

Der Herr sei vor dir und führe dich.
Er sei neben dir und begleite dich.
Er sei hinter dir und beschirme dich.
Er sei unter dir und halte dich.
Er sei über dir mit seiner Gnade.
Er leuchte dir mit seinem Licht.
Er durchdringe dich mit seinem Geist.
Er umfange dich mit seiner Liebe,
auf dass du dich geborgen weisst und fühlst.
Er schütze dich, sei dir gnädig
und schenke dir seinen Frieden.

Amen




Ägyptischer Armeesprecher: „Über 3.000 Schmugglertunnel zerstört“
Ägypten hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als 3.000 Schmugglertunnel an der Grenze zum Gazastreifen zerstört. Das sagte Armeesprecher Tamer al-Refai am Sonntag in einem Interview des privaten ägyptischen Nachrichtenkanals „Extra News“. Ägypten habe 2015 eine Pufferzone eingerichtet. Denn die Tunnel hätten die nationale Sicherheit bedroht – etwa durch das Eindringen von Terroristen sowie den Schmuggel von Waffen und Munition. Einige Tunnel seien 3 Kilometer lang und 30 Meter tief gewesen, ergänzte Al-Refai. Die Ägypter hätten Waffen beschlagnahmt und über 630 Sprengsätze zerstört.

„Ägypten macht uns das Leben schwer“


RAFAH (inn) – Ägypten hat den Schmuggeltunneln in den Gazastreifen in wenigen Wochen mehr Schaden zugefügt als Israel in zwei Jahrzehnten. Das hat ein Tunnelbauer aus der Region gegenüber Journalisten geäussert.

Die ägyptische Regierung hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Schmuggeltunnel zwischen dem Gazastreifen und Ägypten zu zerstören. Unter anderem lässt sie die Tunnel mit Salzwasser fluten. Zudem errichtet sie eine Pufferzone, der bereits mehrere Tausend Häuser in der Grenzstadt Rafah weichen mussten. Der Palästinenser Mahmud Bakir aus Rafah sprach mit Journalisten über die Folgen des ägyptischen Vorgehens.

Das Wasser sei letzte Woche mitten in der Nacht gekommen, erzählt Bakir laut der Tageszeitung „Yediot Aharonot“. Er habe seine Frau und seine fünf Kinder aufgefordert, das Haus schnell zu verlassen, als es überschwemmt wurde. Die Familie konnte sich in Sicherheit bringen.

Es ist Meerwasser, mit dem Ägypten die unterirdischen Gänge an der Grenze zum Gazastreifen flutet. So will es den Schmuggel von Waffen und Terroristen in den Sinai unterbinden. Die Tunnel werden unbenutzbar. Aber das Vorgehen Ägyptens führt auch zu Überschwemmungen auf der palästinensischen Seite der Grenze.

Trinkwasserquellen gefährdet

Dass nun ausgerechnet Ägypten, einst für die Menschen aus Gaza das Tor zur Welt, hinter dem Unglück für seine Familie steckt, sei besonders schmerzhaft, sagt Bakir. Der 61-Jährige betont: „Wir respektieren unsere Nachbarn. Wir lieben Ägypten. Aber unsere Nachbarn machen uns das Leben schwer.“

Auch Vertreter der palästinensischen Führung in Gaza kritisieren das Vorgehen. Die Flutung der Tunnel sorge nicht nur für Überschwemmungen. Das Meerwasser gefährde auch die Trinkwasserversorgung, wenn es in das Grundwasser gelange. Zudem schade es dem Ackerland. Rafahs Bürgermeister Subhi Rudwan teilte mit, ägyptische Sicherheitskräfte hätten am vergangenen Freitag Tag und Nacht Wasser in die Tunnel gepumpt. Er warnte: „Wenn sie so weitermachen, sind die Leben und Häuser der Menschen im Grenzgebiet in Gefahr, und sie sind gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. Wir haben an Ägypten appelliert, die Flutungen zu stoppen.“

Blühende «Tunnelindustrie»

Palästinenser aus dem Grenzgebiet sprechen laut dem Bericht von fast 2.500 Schmugglertunneln zu Hochzeiten. Durch sie werden Lebensmittel, Kraftstoff, Waschmaschinen, Waffen, sogar Autos, aber auch Tiere und Menschen in den Gazastreifen geschmuggelt. Einige Tunnelbesitzer seien durch den Handel Dollar-Millionäre geworden. Die Hamas erhebt auf die geschmuggelten Waren eine Steuer und verdient an dem Geschäft mit. Auf dem Höhepunkt seien schätzungsweise bis zu 22.000 Palästinenser in der „Tunnelindustrie“ beschäftigt gewesen. Die Zahl sei 2010 massiv gesunken, nachdem Israel nach internationalem Druck die Einfuhrbeschränkungen in den Gazastreifen erleichtert hat.

Ägypten wirft der Hamas eine Mitverantwortung für Anschläge im Sinai vor. Kämpfer und Waffen würden verstärkt aus Gaza auf die Halbinsel geschmuggelt. Um diesen Waffenfluss zu stoppen, hat die Regierung im September beschlossen, mit aller Härte gegen die Tunnel vorzugehen. Durch die Flutung mit Meerwasser stürzen viele Tunnel ein und werden unbrauchbar. Ein Tunnelbauer sagte laut „Yediot Aharonot“, Ägypten habe die Gänge seit September mehrmals geflutet. Damit habe es dem unterirdischen Netzwerk in den vergangenen Wochen mehr Schaden zugefügt, als Israel mit seinen Bombenangriffen in zwei Jahrzehnten.

Glaubt man den Tunnelbauern, so gibt es derzeit nur noch 20 Tunnel für den Schmuggel kommerzieller Waren. Wie viele Gänge noch für den Waffenschmuggel benutzbar sind, ist nicht bekannt. (dn)

Ägypten pumpt Meerwasser in solche Tunnels, um sie zu zerstören.

Aus Israelnetz vom 5.5.2020, übernommen mit freundlicher Bewilligung.

Anmerkung Kurt Wenger: Es ist wichtig, dass unsere Rundbriefleser auch diese fast unfassbare Wahrheit erfahren. Leider informieren uns unsere Massenmedien nicht über solche Untaten der Terrororganisation Hamas von Gaza.



Rede von Bundeskanzler Sebastian Kurz anlässlich des 75. Jahrestags der Befreiung Österreichs vom Nationalsozialismus und des Endes des 2. Weltkrieges (8. Mai 2020)
Sehr geehrte Österreicherinnen und Österreicher!

Heute vor 75 Jahren hat der Zweite Weltkrieg in Europa sein Ende gefunden. Mit der vollständigen Kapitulation des Deutschen Reichs konnte eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte abgeschlossen werden. Die Folgen dieser fürchterlichen Zeit, die beschäftigen uns aber bis heute. So unbeschreiblich die Grausamkeit des Nationalsozialismus war, so notwendig sind die Lektionen, die wir aus dieser Zeit lernen müssen. Und auf unser Österreich trifft das besonders zu, denn wir haben diesen Krieg nicht nur durchlebt, sondern auch mitverantwortet.

Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, dann braucht es vor allem eines: eine Kultur der Erinnerung. Und so schwer es uns auch fällt, wir müssen uns die Gräueltaten des Nationalsozialismus vor Augen halten. Wir müssen uns daran erinnern, dass es auch Österreicher waren, die in den Reihen der Nationalsozialisten gekämpft, gefoltert und gemordet haben. Und dass es viele gab, die ihre Augen verschlossen haben vor dem Unrecht, das ihren Mitmenschen angetan wurde.

Wir müssen uns auch an all die unschuldigen Opfer erinnern. Allen voran unsere jüdischen Mitbürger, die entrechtet, vertrieben und getötet wurden. Und wir müssen uns auch an alle anderen Opfer erinnern – Minderheiten, Andersdenkende und Widerstandskämpfer – die ebenso verfolgt und getötet wurden. Diese Erinnerung braucht es aber nicht etwa, um uns schuldig zu fühlen – denn die Menschen von heute, die sind für die Taten von gestern nicht verantwortlich. Aber es braucht diese Erinnerung, damit wir stets wachsam bleiben.

Was in den 1930er und 1940er Jahren geschah, geschah nicht etwa, weil die Menschen damals anders waren, als wir es heute sind. Sondern es geschah, weil statt Mitmenschlichkeit der Hass herrschte. Weil statt Recht und Ordnung, Grausamkeit und Verfolgung galten. Und weil die Würde des einzelnen Menschen nicht mehr unantastbar war.

Wir können, sehr geehrte Damen und Herren, die Geschichte nicht ungeschehen machen und die Geschehnisse nicht wiedergutmachen. Aber wir müssen alles tun, dass sich die Geschichte nicht wiederholt – nicht in Österreich, nicht in Deutschland, und auch nirgendwo sonst auf der Welt. Wir müssen stets die Grundlagen unserer freien Gesellschaft schützen: Die Rechtsstaatlichkeit, die Demokratie, die Gewaltentrennung und die Medienfreiheit.

Und wir müssen gemeinsam gegen alle Formen des politischen Extremismus konsequent vorgehen – und zwar noch bevor sie Fuss fassen können. Das ist unsere historische Verantwortung. Und überall dort, wo es noch möglich ist, müssen wir alles daransetzen, um Versöhnung mit den Opfern des Holocaust zu finden. Ich durfte selbst, als Aussenminister und als Bundeskanzler, mehrere Initiativen starten, um Holocaustüberlebende, die mittlerweile in den USA, in Israel oder anderswo leben, nach Österreich zu bringen. Wir werden diese Projekte auch in Zukunft fortsetzen, so lange das nur irgendwie möglich ist. Denn es ist ein ganz besonderes Privileg, mit diesen Menschen sprechen zu dürfen – über ihr Leben, ihre Erinnerungen und ihre Hoffnungen für die Zukunft. Wir sind – als jüngere Generation – eine der letzten Generationen, die diese Möglichkeit noch hat. Und es ist unsere Verantwortung, das Zeugnis dieser Menschen für die Nachwelt zu bewahren.

Sehr geehrte Damen und Herren!

Auch wenn sich Österreich lange schwergetan hat, mit der eigenen Geschichte umzugehen, haben wir heute eine klare Haltung: Der Kampf gegen den Antisemitismus und gegen den Antizionismus ist Teil unserer Staatsraison geworden. Wir müssen alle gemeinsam stets darauf achten, dass dieser Hass – egal ob schon lange vorhanden oder neu importiert – nie wieder in unserem Land Fuss fassen kann. Wir sind froh über die vitale jüdische Gemeinde in Österreich, und ich möchte allen Verantwortlichen, besonders Präsident Oskar Deutsch, danken. Mit geeinten Kräften müssen wir weiter dafür kämpfen, dass sich kein jüdischer Mitbürger auf unseren Strassen unsicher fühlt – und zwar egal wann und egal wo.

Und wir wollen diese Verantwortung auch über unsere Landesgrenzen hinaus wahrnehmen: Die Menschen in Israel, die sollen wissen, dass wir in Österreich an ihrer Seite stehen. Es wird in der Politik immer unterschiedliche Meinungen geben – auch in der Aussenpolitik. Aber wir werden nie vergessen, auf welchen Schmerz die Gründung des Staates Israel baut. Und wir werden daher nie zögern, unsere historische Verantwortung wahrzunehmen und unseren Verbündeten in Israel unterstützend zur Seite zu stehen.

Die Ereignisse des Zweiten Weltkriegs verpflichten uns, neben der Erinnerung und der Versöhnung vor allem auch dazu, das Friedensprojekt Europa mit aller Kraft zu stärken und zu unterstützen. Österreich ist, Gott sei Dank, seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, ein sicheres und wohlhabendes Land geworden – eine freie Demokratie im Herzen der Europäischen Union. Und es ist heute kaum vorstellbar – gerade für jüngere Menschen wie mich –, dass sich vor knapp 80 Jahren die Völker Europas noch im Krieg miteinander befanden. Aber wir sollten uns auch vor Augen führen, dass eine so lange Epoche des Friedens, wie wir sie derzeit in Europa erleben, historisch einzigartig ist. Und daher müssen wir, gemeinsam mit unseren europäischen Partnern, alles daransetzen, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Die Europäische Union ist bestimmt die grösste Errungenschaft des 20. Jahrhunderts. Aber auch an ihr müssen und werden wir stets arbeiten, um sie gut durch das 21. Jahrhundert zu führen.

Liebe Österreicherinnen und Österreicher!

Die Last unserer Geschichte, die kann uns immer wieder sprachlos machen. Aber die positive Entwicklung der letzten Jahrzehnte in Österreich und in ganz Europa, die zeigt uns auch, dass der Friede dauerhaft sein kann, wenn wir Demokratie, Freiheit und die Würde eines jeden einzelnen Menschen schützen und hochhalten. Diese Werte werden auch für die Zukunft der richtige Kompass sein – sei es in Zeiten der Ruhe oder auch in Zeiten der Herausforderung.

Vielen Dank!

Quelle: https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/bundeskanzler-sebastian-kurz/reden-bundeskanzler-sebastian-kurz/rede-anlaesslich-des-75-jahrestags-der-befreiung-oesterreichs-vom-nationalsozialismus-und-des-endes-des-2-weltkrieges.html


rea Israel
Christliches Hilfswerk
für Israel

Wir machen, was wir sagen, und wir sagen, was wir machen.