Der Rundbrief
April 2017, Nr. 138

Davidstern

Liebe Israel-Freunde, liebe Beter und Spender

Aliyah – das Wunder der Rückkehr“. Dieses Buch erhielt ich von Eben Ezer geschenkt. Ich las es in einem Atemzug durch und war davon so berührt, dass ich gleich 2000 Stück für unsere Rundbriefleser  bestellte. Hier liegt eines für Sie bei. Ich habe noch 500 in Reserve. Falls jemand einige weitere Exemplare zum Weitergeben möchte, darf er diese gerne anfordern.

Zweimal Weihnachten
Zweimal Weihnachten. Seit zwanzig Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Zusammenhang mit der grossangelegten Aktion „2x Weihnachten“ für Bedürftige in unserer Region Aargau-Solothurn-Bernbiet.  Etliche Familien kommen dank Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Schuhen, Kleidern, Geschirr usw. besser über die Runden. Im Januar bekam ich 1 ½ Tonnen Material. Innerhalb weniger Tage war das alles verteilt. Mitte März konnte ich wieder so viel mit einem Brocki-Auto abholen und in unserem Ladenlokal (ehemaliger Schuhladen mit vielen Gestellen) schön ordentlich auszustellen, damit die Bedürftigen sich hier eindecken können.  Eigentlich wäre ich eine Woche länger in Madeira gewesen, doch ich kehrte am 14. März mit der ersten Gruppe zurück. Eine kleinere Gruppe blieb unter guter Obhut eine weitere Woche. Doch diesmal sah ich meinen Auftrag hier. Ich bringe also nicht nur Leute zum Reisen, wo sie sich erholen können und viel Neues und Interessantes erleben, sondern versuche auch hier in der Schweiz, meinen Beitrag für Bedürftige zu leisten.

Zweimal Weihnachten
Eine Bauernfamilie aus dem Emmental darf sich regelmässig mit diesen Weihnachtsgaben bei mir eindecken. Sie schreibt: „Von ganzem Herzen möchten wir dir danken, dass wir wieder ins ‚Lager‘ dürfen! Es ist einfach überwältigend und jedes Jahr ein kleines Fest für uns! Vergelt’s Gott!“
Eine Frau von Olten, die ebenfalls Waren holen durfte, rief an und sagte, sie hätte ihrem Pastor von der grossen Auswahl erzählt und fragte, ob er für hundert Asylanten auch Sachen haben dürfe. Das musste ich leider ablehnen, das Lager war bereits praktisch leer.  Aber, erklärte ich ihr, er solle sich beim Roten Kreuz in Olten melden, dann könne er nächstes Jahr eine entsprechende Bestellung aufgeben, um das zu bekommen, was er brauchen bzw. weitergeben kann.

Flüchtlinge. Leider müssen wir aus den Medien vernehmen, dass immer noch mehr Menschen aus Syrien und dem Irak fliehen, auch nach Jordanien. Die irakische Armee hat sich zum Ziel gesetzt, den IS aus Mossul zu vertreiben und die Stadt zurückzuerobern. Und wiederum gibt es Abertausende von Flüchtlingen. Derweil geht in Syrien der Krieg weiter, man hört sogar wieder von Giftgaseinsätzen und Terroranschlägen, sogar in Damaskus, mit Dutzenden Toten, was viele Menschen dazu bewegt, das Land zu verlassen. Dadurch die riesengrosse Not in den Lagern. Wenn ich in den Medien die Bilder sehe, muss ich manchmal denken: Wie wäre es, wenn ich, wenn meine Familie, wenn wir Schweizer solch Tragisches erleben müssten!

Spenden.  Ein grosses, herzliches Dankeschön für jede Spende, die eingegangen ist, sei es allgemein, für bestimmte Zwecke oder für Flüchtlingspatenschaften. Patenschaften und zweckbestimmte Beträge gehen zu 100 % in die Einsatzgebiete.

Tiberias. Der messianische Pastor Daniel Yahav hielt im Februar und März in der Schweiz mehrere Vorträge. Zu seinen Gottesdiensten in Tiberias kommen bis zu 550 Besucher. Die Gemeinde benötigt ein grösseres Lokal und sucht Mittel dafür. Bei Rea Israel sind zweckbestimmt bisher gut Fr. 4‘000.- eingegangen. Wer diese segensreiche Gemeindearbeit gern unterstützen möchte, kann dies unter dem Stichwort „Tiberias-Gemeinde“ tun.

Israelreisen. Immer wieder sind wir schön grosse Gruppen, wenn wir im Frühling und Herbst nach Israel reisen oder im Spätherbst ans Tote Meer. Ich freue mich, viele von Ihnen dort wieder zu sehen!

Arbeitsstunden für Rea Israel. Die Hauptlast liegt selbstverständlich auf mir, und wer mich kennt, weiss, dass ich ein „Krampfer“ bin. (Diesen Satz schrieb meine Sekretärin, worauf ich wieder eine Antwort gab: Besser die Arbeit an acht bis zehn Leute delegieren, als für zehn zu arbeiten!) Ich bat meine – lauter ehrenamtlichen – Mitarbeitenden, ein Jahr lang ihre Arbeitsstunden aufzuschreiben, die sie für Rea Israel tätigen. Ende Februar nahm mich bereits wunder, wie dies aussieht: Meine acht Mitarbeitenden kamen in diesen beiden Monaten auf 300 Arbeitsstunden, wobei zu sagen ist, dass für einige der Januar ein speziell arbeitsintensiver Monat war. Hinzu kämen genau genommen noch die Arbeitswege für die, die zu mir nach Gösgen ins Büro fahren.

Danke! Es ist mir ein grosses Bedürfnis, den vielen lieben Menschen, die für Israel und die Flüchtlinge beten und spenden, ganz, ganz herzlich zu danken. Der Herr segne Sie alle reichlich und sei Ihnen ein treuer Vergelter!

Ein herzliches Schalom!
Rea Israel
Kurt Wenger, Präsident


„Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.“ 1. Mose 12:3. Das sprach Gott zu Abraham, dem Urvater des jüdischen Volkes, und nach diesem Prinzip handelt Gott bis heute an Israel.


Bitte helfen Sie uns helfen!
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United Hatzalah Organisation – Motorrad-Ambulanz

Dieser medizinische Notfall-Dienst ist die grösste Non-profit-Organisation in ganz Israel mit lauter ehrenamtlichen Mitarbeitern! Über 3‘200 Helfer sind mit speziellen Motorrädern ausgestattet und eilen innerhalb von Minuten zum Unfallort.

TÖFF-AMBULANZ

Oft verstreicht viel kostbare Zeit, bis ein Ambulanzwagen eintrifft. Baustellen, Umleitungen und Verkehrsstaus können die Gründe dafür sein. Die Helfer von United Hathalah sind ausgebildete Sanitäter, teils Ärzte. Im Alltag gehen sie ihren Berufen nach. Daneben sind sie für Notfälle abrufbereit. Ihre kleinen Motorräder sind mit einem Erste-Hilfe-Kasten auf dem Rücksitz ausgestattet. Wenn nun in ihrer Umgebung ein Unfall passiert, sind sie die ersten, die vor Ort erscheinen, denn mit dem Motorrad lassen sich Strassen-Blockaden und Staus umfahren.

Die Anrufe gehen bei einer Zentralstelle ein. Von dort aus werden die nächstwohnenden oder –arbeitenden Helfer aufgefordert. Mit Hilfe des GPS wird der Unfallort rasch gefunden. Ob tagsüber während der Berufsarbeit oder in der Freizeit, bei der Familie, beim Essen –  beim Alarm wird buchstäblich „alles liegen gelassen“ und so schnell wie möglich zum Unfallort geeilt. Ähnlich wie die Feuerwehr.

United Hatzalah hilft mit diesem Dienst Hunderte, ja, Tausende von Leben in ganz Israel retten, denn sie kann oft  innerhalb von 3 Minuten am Unfallort eintreffen und bis zur Ankunft des Ambulanzwagens lebenswichtige Erste Hilfe leisten.

Der Erste-Hilfe-Kasten enthält wichtige Ausrüstung  wie Sauerstoff-Flaschen, Beatmungsgerät, Defibrillator zur Wiederbelebung, Verbandmaterial usw.

Herr Lopiansky ist verheiratet und hat vier Kinder. Schon seit fünf Jahren arbeitet er bei United Hatzalah als Motorrad-Sanitäter mit. Er meint dazu: „Ich nehme meine Freiwilligenarbeit sehr ernst und schätze die Möglichkeit, Menschen zu helfen. Es ist zwar auch kräftezehrend, den ganzen Tag über auf Notrufe zu reagieren. Doch ich spüre eine Verantwortung für meine Mitmenschen, und darum werde ich diesen Dienst immer wieder tun!“

Notfälle können überall passieren, nicht nur auf der Strasse oder zuhause. Kürzlich fing ein stehendes, kleines Sportflugzeug Feuer. Innerhalb von nur zwei Minuten waren zwei Motorrad-Ambu­lan­zen vor Ort. Dadurch konnte mindestens ein Menschenleben gerettet werden.

Der wunderbare Dienst von United Hatzalah ist kostenlos und steht während 24 Stunden an 7 Tagen pro Woche und an 365 Tagen im Jahr jeder Person zur Verfügung!

Gerne darf man diesen wertvollen Rettungsdienst unterstützen. Die Ausgaben sind vielfältig, zum Beispiel:
CHF 360.- Sauerstoff-Flasche/Kit
CHF 1'400.- Kugelsichere Weste mit Helm (zum Schutz der Sanitäter)
CHF 2'500.- Defibrilator
Auch die Ausbildung neuer freiwilliger Sanitäter kostet.

TÖFF-AMBULANZ TÖFF-AMBULANZ

TÖFF-AMBULANZ
(Fotos mit freundlicher Genehmigung von der Organisation „United Hatzalah“)

Zusammengestellt von Silvia Pfeil


 Spenden für diese Töff-Ambulanz leiten wir sehr gern an United Hatzalah weiter 

Bitte helfen Sie uns helfen!
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Oder, wenn Sie uns bei diesem Projekt unterstützen möchten, schicken wir Ihnen gerne weitere Informationen und Einzahlungsscheine resp. Zahlscheine zu. Vielen Dank.













Immanuel-Gemeinde mit Buchladen, Haifa

Pastorenehepaar Atteih

Pastorenehepaar Najeeb und Elisabeth Atteih, Israel

Ein spezielles Anliegen

Liebe Freunde
Wie Sie wissen, ist unser Buchladen ein evangelistischer Dienst, der in unserer Region notwendig und sehr wichtig ist. Doch in letzter Zeit leerten sich die Regale zusehends, und uns fehlen die Mittel, um neue Bücher und Schriften zu kaufen. Deshalb gelangen wir mit der Anfrage an Sie von Rea Israel, ob Sie uns helfen könnten.

Es ist in Israel sehr schwierig, arabische Druckereien zu finden. Und solche theologischen Bücher werden hier nicht produziert. Daher müssen wir sie aus Ägypten importieren.

Es gibt noch andere Gründe, wieso wir die Bücher aus Ägypten beziehen möchten. Am meisten benötigen wir arabische Bibeln. Diese gibt es in verschiedenen Ausführungen und Preislagen, dazu Kinderbibeln und ganz einfache Bibelbücher zum Verschenken.

Es gibt  theologische Bücher für gebildete Menschen, daneben Bibelstudien-Material für jedermann sowie Andachtsbücher und vieles mehr.

In Ägypten können wir Bücher von verschiedenen Autoren bekommen, die viele Interessen, Bedürfnisse und Altersgruppen abdecken. Die Bücher sind dort günstiger zu bekommen als hier im Land. Auch gibt es immer wieder Neuerscheinungen.

Zudem ist Ägypten eigentlich das einzige Land, mit dem wir Frieden haben, und daher gibt es keine Schwierigkeiten, Bücher von dort zu beziehen. Ägypten ist ein Nachbarland. Wir möchten selber hinfahren und uns mit einigen Herstellern bekannt machen.

Wenn wir dann genügend Bücher haben, planen wir eine Bücherausstellung in einem nahegelegenen armenischen Saal. Damit möchten wir Leute anziehen. Wir sind aber nicht einfach Bücherverkäufer, sondern ein evangelistisches Unternehmen. Doch wir selber haben die Finanzen nicht dazu.

Wir danken sehr herzlich für Ihre Hilfe in der Vergangenheit, und wir vertrauen darauf, dass es Ihnen möglich sein wird, uns wiederum zu helfen.

Insgesamt benötigen wir CHF 20'000.- inklusive Transportkosten aus Ägypten. Wir selber haben momentan erst CHF CHF1'800.- beisammen. Darum sind wir für jede Hilfe sehr dankbar!

Daneben möchten wir vermehrt Bücher über Jüngerschaft, das Studium von Gottes Wort, Kinder-, Jugend- und Lobpreisbücher  anbieten. Es kamen einige Gläubige, die nach dieser Art von Büchern fragten, die wir leider nicht hatten.

Bitte beten Sie mit uns, dass der Herr uns mit den benötigten finanziellen Mitteln versorgt, damit wir diese Bücher kaufen können.

Heim für christliche Soldaten
Seit wir die Arbeit für christliche Soldaten gegründet haben, hat Najeeb eine Offizierin namens Shani kennen gelernt. Sie kümmert sich um die nicht-jüdischen Soldaten in der Armee. Najeeb hat sie eingeladen, uns zu besuchen und uns und unsere Arbeit kennen zu lernen.

Letzte Woche war sie bei uns, und wir hatten eine sehr gesegnete Zeit mit ihr. Sie erwähnte, sie wisse viel über Religion. Sie vertrat die Ansicht, dass Juden, wenn sie Gott oder dem himmlischen Jerusalem näher kommen wollen, Veränderung und Korrektur in ihrem Leben brauchten. Dies brauche viel Zeit. Najeeb entgegnete: „Ich glaube, Gott nachzufolgen ist nicht eine Religion, es ist eine Art zu leben. Ich möchte Sie damit ermutigen: Die Korrektur, die wir brauchen, um Gott näher zu kommen, braucht nicht viel Zeit; es kann in weniger als einer Minute geschehen.“ Darauf fragte sie: „Wirklich? Aber wie?“ Najeeb erklärte: „Jesus ist unser Messias, und er hat schon alle Korrekturen für uns gemacht. Alles, was wir tun müssen, ist, an ihn und das, was er getan hat, zu glauben und Gott mit dem Mund zu bekennen. Es ist ganz einfach.“

Danach zeigten wir Shani die beiden Wohncontainer für die Soldaten und assen zusammen. Am Ende der Unterhaltung meinte sie: „Sie haben mir viel zum Nachdenken mitgegeben.“ Wir fragten, ob wir für sie beten könnten, und sie stimmte zu. Najeeb betete, dass Gott ihr Leben und ihre Arbeit segnet und dass sie Gott wahrhaftig erkennen kann. Am Ende des Gebets sagte sie Amen und dankte uns für den Rundgang und alles, was wir für die christlichen Soldaten tun. Sie meinte, was wir den christlichen Soldaten bieten, sei mehr, als die Armee biete. Sie war sehr beeindruckt und dankbar für unsere Arbeit. Wir danken Gott, dass wir so eine gesegnete Zeit mit Shani hatten, besonders für das Gespräch über Glaubensfragen. Wir beten, dass sie weiter darüber nachdenkt und Jesus als ihren Messias annimmt.

In unserem Dienst an christlichen Soldaten begleiten wir zurzeit 25 Soldaten regelmässig und einige weitere hin und wieder. Die Mehrzahl dieser Soldaten stammt aus zerbrochenen Familien und hat in ihrem Leben mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Viele von ihnen haben niemanden, der ihnen zuhört, sie lieb hat, umarmt, ihnen geistlichen Rat gibt oder sie unterstützt. Genau das versuchen wir ihnen zu geben. Wenn wir die Mittel dazu haben, unterstützen wir sie auch finanziell. Bitte beten Sie für uns, dass Gott uns Tag für Tag die Kraft für unseren Dienst gibt.

Bed and Breakfast
Auf unserem Gelände haben wir einen Raum als Bed and Breakfast eingerichtet (Zimmer mit Frühstück). Er ist mit Klimaanlage ausgerüstet und liegt bei der Immanuel-Gemeinde und unserer Wohnung. Wir ermutigen Sie, uns in Israel zu besuchen und eine familiäre Atmosphäre der Liebe und Gemeinschaft im Herrn zu erleben. Sie können uns, unsere Arbeit und andere Gläubige und die ganze Kultur hier kennen lernen. Schreiben Sie uns an immanuel.haifa@gmail.com, wenn Sie mehr wissen möchten.

Wir danken Ihnen allen, die für unseren Dienst beten und/oder uns unterstützen.  Ohne Sie könnten wir  nicht weitermachen. Wir senden Ihnen ganz liebe Grüsse und segnen Sie im Namen Jesu, unseres Messias und Retters.

Wir verbleiben als Ihre Diener für Christus in Israel

Pastor Najeeb und Elizabeth Atteih


 Gaben für Atteih: Bücher oder das Soldatenheim leiten wir gern entsprechend weiter. 

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Besuch bei christlich-syrischen Flüchtlingen in Jordanien im März 2017

Pastorenehepaar Atteih
Bericht Elizabeth Atteih, Haifa

Najeeb und ich planten, unsere nächste Reise nach Jordanien wieder gemeinsam zu tun. Doch am Morgen vor der Abfahrt kam etwas dazwischen, das Najeeb zwang, in Haifa zu bleiben. So beschlossen wir, dass ich allein reise solle. Zwar machte ich mir etwas Gedanken, doch der Herr ermutigte mich. Vor der Abreise machte ich einen kleinen Halt bei unserem Bücherladen, um gewisse Dinge mitzunehmen. Und dort entdeckte ich auf meinem Pult eine kleine Karte mit einem Bibelvers. Ich weiss nicht, wer sie dort hingelegt hat oder wie sie dahin kam. Darauf war der Vers aus 1. Chronik 28,20 zu lesen:

«Sei stark und mutig und handle; fürchte dich nicht und sei nicht niedergeschlagen! Denn Gott, der Herr, wird mit dir sein. Er wird dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen, bis alle Arbeit für den Dienst des Hauses des Herrn vollendet ist.»

Dieser wunderbare Zuspruch ermutigte mein Herz. Nun betete ich noch dafür, dass der Herr mir doch auf dieser Reise jemanden zur Seite stellen möge.

Meine Reisebegleiterin
Als ich dann am Grenzübergang zu Jordanien bei der israelischen Passkontrolle in der Warteschlange stand, beobachtete ich eine junge Touristin mit einem grossen Rucksack, die soeben am Kontrollschalter fertig geworden war: „Wohin muss ich nun gehen“? Der Beamte erklärte ihr das weitere Vorgehen. Als sie dabei war wegzugehen, rief ich ihr zu: „Wenn Sie auf mich warten, können wir zusammen weitergehen und ich werde Ihnen alles Weitere zeigen, das Sie tun müssen.“ Dieses Angebot nahm sie gerne an. Als auch ich am Schalter fertig war, nahmen wir den Bus und fuhren nach Jordanien. Wir plauderten zusammen, und so erfuhr ich, dass sie als Amerikanerin jüdische Wurzeln hat, Lisa heisst, in Kanada wohnt und für ein Fahrradunternehmen arbeitet. Sie ist eine Hippie-Frau. Der Heilige Geist zeigte mir, dass sie Drogen nahm. Sie erzählte mir allerlei aus ihrem Leben und fragte mich dann, wieso ich nach Jordanien reise. Und so erklärte ich ihr, dass mein Mann und ich Pastoren in Israel seien und in unserem Land und in Jordanien dienen. Welche Art Dienst das sei, wollte sie wissen. Ich erwähnte Matthäus 25,35-37 wo Jesus sagt:

«Mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; ich war nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir.»

Sie fragte: „Jesus? Wer ist das?“ Ich erklärte ihr, dass Jesus mein Erlöser sei und versuchte, ihr zu zeigen, dass auch sie einen Retter benötige. Das lehnte sie allerdings ab. „Haben Sie noch nie gesündigt?“ „Nein, ich lebe mein eigenes Leben. Ich bin in Ordnung“. Nun fragte ich: „Rauchen Sie Shisha in Kombination mit Drogen?“ Überrascht gab sie zu: „Ja, das stimmt – aber woher wissen Sie das?“ Ich fragte: „Was denken Sie, ist rauchen mit Drogen nicht eine Sünde?“ „Was ist Sünde?“ „Sünde ist alles, was dem Willen und Charakter Gottes entgegensteht.“ So konnte ich meiner Begleiterin das Evangelium erklären, und sie stellte viele Fragen. Wir unterhielten uns fast während der ganzen Fahrt nach Amman. Als wir dort ankamen, sagte ich: „Es war kein Zufall, dass wir uns heute getroffen haben. Gott hat uns an diesem Tag zusammengeführt. Sie sind jung und haben bisher während 28 Jahren alle Dinge ausgekostet, die die Welt zu bieten hat. Wäre es nicht schön, wenn Sie während eines Jahres Jesus eine Chance geben würden? Ich möchte Sie ermutigen, die Bibel zu lesen, beginnend mit dem Neuen Testament. Bitte, geben Sie Ihm eine Chance!“ – Ich bin dem Herrn dankbar, dass er mir auf der Reise jemanden zur Seite gestellt hat und dass ich dieser jungen Frau die Gute Nachricht mitteilen durfte.

Die Flüchtlinge
Die Situation der Flüchtlinge in Jordanien ist nicht leicht. Da sind so viele Schwierigkeiten, vor allem unter solchen, die sich schon seit einem Jahr in Jordanien aufhalten. Sie sind arm im Sichtbaren wie auch im Geistlichen. Wenn sie von einer Organisation, Gruppe oder Kirche hören, die Hilfsgüter und Nahrungsmittel austeilt, dann rennen sie dorthin, um etwas davon zu bekommen. Viele christliche Eltern haben Hoffnung und Motivation verloren. Ihre Kinder, die das Glück haben, eine Schule besuchen zu können, müssen jedoch den Islam studieren. Manche Familien teilen sich eine Wohnung, um dadurch Geld für die Miete sparen zu können. Einige Familien möchten nach Syrien zurückkehren, da sie lieber in ihrer Heimat sterben wollen, als weiterhin in Jordanien gedemütigt zu werden. Die Not ist riesig und übersteigt unsere Kapazität zu helfen. Doch das Wenige, das wir haben, geben wir gerne weiter, um etwas Hoffnung im Namen unseres Herrn Jesus zu bringen.

Halla
Mein erster Besuch galt Frau Halla. Als sie mich sah, begann sie zu weinen und sagte: „Du kommst im richtigen Augenblick! Du bist ein Engel, von Gott zu mir gesandt.“ Ich erkundigte mich nach ihrem Ergehen, und sie erzählte von ihrer ältesten Tochter, die in Syrien lebt. Doch dort gibt es weder Wasser noch Strom. Eine andere Tochter ist mit einem Moslem verheiratet und schwanger. Sie lebt mit der zwölfköpfigen Familie ihres Mannes in einer kleinen Wohnung in Jordanien. Diese Tochter kam zu Mutter Halla und bat sie um Geld, damit sie für ihr Baby Kleider kaufen könne. Doch Halla hat selber so gut wie nichts und kommt kaum über die Runden. Die jüngste Tochter wohnt bei der Mutter. (Foto).

Halla

Halla (rechts) mit ihrer jüngsten Tochter

Sie hat eigentlich eine gute Ausbildung, darf in Jordanien aber nicht arbeiten. Halla selber ist Schneiderin. Wie gerne würde sie ihr Können einsetzen, um damit etwas zu verdienen. Wenn sie das doch dürfte! Wenn sie an die Situation ihrer Familie denkt, weint sie oft.

Als wir über ihre schwangere Tochter sprachen, fragte ich: „Hast du deinen Schwiegersohn schon getroffen? Kennst du ihn?“ „Ich habe schon gesehen, aber ich kenne ihn kaum.“ „Gibt es eine Möglichkeit, dass du ihm näherkommen und ihm sogar von deinem Glauben erzählen könntest?“ „Ich glaube, ich bin nicht stark genug dazu. Wenn mein Mann noch leben würde und hier wäre, dann wäre das wohl anders.“ Ich ermutigte sie, ihn trotzdem besser kennen zu lernen.

Beten wir für Halla und ihre Töchter, insbesondere, dass der Herr die beiden älteren Töchter zurück an sein Herz zieht und sie wiederum im Glauben mit Jesus wandeln.

Hirib und Hosib
Als ich Hirib besuchte, sagte sie, ich sei gerade zur Zeit ihrer grössten Not gekommen und erklärte: „Der Krebs meines Mannes breitet sich aus. Die Krankheit hat seinen ganzen Mund und Rachen befallen. Er kann nicht mehr essen und sprechen.“ Sie erzählte, dass kürzlich die Zunge im Rachen stecken geblieben sei. Sofort rief Hirib die Ambulanz, und er wurde rasch ins Spital gebracht. Dort konnte man die Zunge befreien und sein Leben retten. Doch ansonsten könne man ihm nicht gross helfen. Hirib pflegt ihn weiterhin getreulich. Es bewegt mich sehr, wenn ich ihre Liebe und Hingabe zu ihrem Ehemann sehe, und wie sie inmitten dieser Umstände Gott preist.

Hosib

Der krebskranke Hosib und seine Frau Hirib

Ich wollte wissen, ob sie mehr Medikamente für ihn benötige. „Ja, ich gebe ihm Morphium, um seine Schmerzen zu lindern. Doch ich habe fast nichts mehr davon und benötige eine neue Packung. Deine Hilfe wäre mir sehr willkommen.“ Weiter fragte ich: „Bist du es, die ihm die Verbände wechselt und seinen Mund reinigt?“ „Wenn ich es nicht tue, wer sonst?“ Am Anfang hätte sie gezögert, diesen Dienst zu tun, doch sie wusste, dass ihr nichts anderes übrigblieb. Mittlerweile ist sie für ihn wie eine liebevolle Krankenschwester. Auch nachts schläft sie in seiner Nähe, um schnell bei ihm zu sein, falls etwas passieren sollte.

Ich fragte sie: „Was ist dein grösster Schmerz in diesen Tagen?“ „Meine Gebete.“ „Was meinst du damit? Wofür betest du denn?“ „Ich bete, dass der Herr meinem Mann Ruhe schenkt. Ich weiss, dass dies nur durch den Tod geschieht, weil er dann zum Herrn geht. Natürlich werde ich ihn dann schmerzlich vermissen. Doch ich bin gewiss, dass es für ihn besser ist, beim Herrn zu sein, wo es keinen Kummer und keinen Schmerz mehr gibt. Es tut mir auch leid, dass meine Kinder in Deutschland ihren Vater in seinen letzten Tagen auf Erden nicht mehr sehen können.“

Nun fragte ich sie: „Darf ich deinen Mann sehen und mit ihm beten?“ „Ja, natürlich!“ und sie führte mich zu ihm in ein anderes Zimmer. „Schau mal, wen Gott uns heute zu Besuch schickt!“ rief sie ihm zu. Auf die Frage, ob ich mit ihm beten dürfe, hob er zum Zeichen der Einwilligung die Hand, und ich betete für ihn. Denken wir im Gebet an dieses treue Ehepaar!

Wasim und Rita
Rita hat eine seltene Krankheit. Diese kann in den Blutgefässen Entzündungen verursachen und zu wunden Stellen im Mund, an den Augen und an anderen Körperstellen führen. Durch diese Krankheit sind Ritas Augen bereits in Mitleidenschaft gezogen. Sie braucht Medizin und Augentropfen. Ohne die richtigen Medikamente könnte sie schliesslich erblinden. Als ich bei ihnen eintraf, meinte Rita freudig, der Herr habe ihr Gebet erhört und mich zu ihr geschickt. Am Morgen noch hatte sie die Gemeinde besucht und sich dabei Hilfe oder etwas Geld zum Kauf von Medikamenten erhofft. Doch man konnte ihr keines geben. Also half ich ihr und wir unterhielten uns über vieles.

Elizabeth mit Rita und Wasim

Elizabeth mit Rita und Wasim

Wasim und Rita sind ein wunderbares Ehepaar. Es bereitet mir stets Freude, sie zu besuchen. Sie wachsen im Glauben und sprechen gern über die Bibel. Eigentlich komme ich zu ihnen, um sie zu ermutigen, doch letztendlich sind sie es, die mich ermutigen. Es ist so schön, ihren Glauben inmitten von Schwierigkeiten und demütigenden Situation zu sehen.

Ich bete, dass der Herr sich ihrer annimmt und sie in allem versorgt. Sie möchten gerne nach Australien ausreisen und warten darauf, die nötigen Formulare ausfüllen zu dürfen.

Sana, Adel und Faris
Mein nächster Besuch galt dem Ehepaar Sana und Adel und Adels behindertem Bruder Faris. Als ich Sana telefonisch mitteilte, ich käme sie besuchen, hörte ich ihre Begeisterung am Tonfall ihrer Stimme. Allerdings verschlimmert sich ihre Situation zusehends. Es macht mich traurig zu sehen, sie Sana immer noch an Lungenkrebs leidet und Chemotherapie benötigt. Davon sollte sie noch zwei Behandlungen haben, die wir ihr bezahlen möchten. Der Arzt meint, die Ursache des Lungenkrebses sei wahrscheinlich die Luftverschmutzung nach der Explosion in Syrien. Eine ihrer Töchter kam dort zu Tode. Krebs und Chemotherapie haben Sanas Äusseres verändert. Die Haare fielen aus, die Haut wurde gelblich und ihre Kräfte schwinden.

Sana, Adel und Faris

Sana kümmert sich trotz Lungenkrebs um ihren Mann und dessen behinderten Bruder

Als ich mit Adel, ihrem Mann, sprach, fragte ich ihn nach seinem Ergehen und wie er es schaffe, mit so viel Krankheit und Not im Hause zurechtzukommen. Auch er habe körperliche Beschwerden, gestand er. Er leidet an einer Art Arthritis am rechten Arm und kann damit nichts Schweres heben. Daher ist seine pflegerische Hilfe für Frau und Bruder eingeschränkt und lastet hauptsächlich auf Sana. Sogar, wenn sie geschwächt von einer Chemotherapie nach Hause käme, kümmere sie sich um Faris und koche für alle drei. Wieso er wegen seines Armes keine ärztliche Hilfe in Anspruch nähme, wollte ich wissen. Er erklärte, er müsse die Schmerzen aushalten, weil er sich keine Behandlung und Medikamente leisten könne.

Sana und Adel hoffen, bald nach Amerika ausreisen zu dürfen. Trotzdem haben sie auch Bedenken, ob sie am neuen Ort viele Herausforderungen zu bewältigen haben. Beten wir für Sana, Adel und Faris. Alle drei haben gesundheitliche Probleme und fühlen sich einsam in Jordanien. Sanas zweite Tochter lebt in Syrien und weiss nicht Bescheid über das Krebsleiden und die schwierige Situation ihrer Mutter.

Khourien und Antoinette
Auch Antoinette kündigte ich meinen Besuch telefonisch an. Sie weinte und war ganz hysterisch und ängstlich. Beim Besuch berichtete sie mir, ihre Tochter sei mit ihrem Mann und den Kindern nach Damaskus in Syrien zurückgekehrt.

Antoinette und Khourien sind ein älteres Ehepaar und machen sich Sorgen, nun ganz allein in Jordanien zu sein. Ihre Ausreisebewerbung nach Kanada oder Amerika wurde abgelehnt. Ich fragte Antoinette: „Wieso bist du nicht mit deiner Tochter zurück nach Damaskus gegangen, um dort bei ihrer Familie zu sein?“ „Wir sind sehr arm. Wie hätten wir für die Reisekosten bezahlen können?“ Ich riet ihr: „Es wäre besser für dich, zurück in dein eigenes Land zu gehen und dort bei deiner Familie zu sein, als hier in Jordanien festzusitzen. Du weisst ja nicht, ob dich ein anderes Land einwandern lässt.“ Sie gestand: „Wir brauchen Hilfe. Kannst du uns helfen?“ „Wir werden es versuchen“, antwortete ich. Sobald es uns möglich ist, werden wir ihnen für die Rückreise nach Syrien behilflich zu sein. Wir beten, dass der Herr mit ihnen ist, sie ermutigt und beschützt.

Alle diese erwähnten Personen brauchen viel Gebet und auch Unterstützung.


 Gaben für christlich-syrische Flüchtlinge werden gerne an das Ehepaar Atteih weitergeleitet. 

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