Rundbrief Nr. 116, August 2015

Liebe Israel-Freunde, liebe Beter und Spender


Zum Thema Flüchtlinge: Die Medien schreiben, dass es weltweit rund 60 Millionen Flüchtlinge gibt. Da muss man direkt von Völkerwanderungen sprechen. In der Aargauer Zeitung vom 10. Juli steht, dass 4 Mio. Syrer ins Ausland geflohen seien. Und ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Ca. 1,8 Mio. Syrer flohen in die Türkei, ca. 1,2 Mio. in den Libanon, dazu ca. 1,5 Mio. nach Jordanien. Und zu diesen Flüchtlingen kommen gemäss UNHCR-Angaben rund 7,6 Mio. Syrer hinzu, die innerhalb ihres Heimatlandes auf der Flucht sind…

Vergessen wir daneben die christlichen Flüchtlinge nicht, die wegen dem IS fliehen mussten, um nicht umgebracht zu werden. Gemäss ideaSpektrum vom Juli 2015 flohen vor den Islamisten über 700‘000 Syrer und über 800‘000 Iraker. Im April-Rundbrief erwähnten wir, dass in Aman, Jordanien, ca. 14 Kirchen viele von diesen oft traumatisierten Flüchtlingen aufgenommen haben und ihnen nach ihren Möglichkeiten helfen. Schätzungsweise befinden sich 4‘000 christliche Flüchtlinge in und um Aman, und weitere kommen leider laufend hinzu.

Für diese christlichen Flüchtlinge, die sich jetzt in Jordanien befinden, haben wir über Fr. 20‘000.- Spenden bekommen. Am 30. September nehmen wir dieses Geld mit, um es Pastor Shmuel Suran zu übergeben, der es für diese Leidtragenden einsetzen wird in Form von Lebensmitteln, Decken, Hygieneartikeln, evangelischer Literatur usw. Gerne nehmen wir weitere Spenden entgegen.

Für  syrische Flüchtlinge sind bisher gut Fr. 11‘000.- eingegangen, die von Pastor Najeeb und Elisabeth Atteih bereits nach Jordanien gebracht worden sind. Über den Segen, den sie damit auslösten, wird ein Bericht folgen. Auch hier haben Sie die Möglichkeit, weiterhin zu helfen. Alle zweckbestimmten Gaben werden zu 100 % dafür eingesetzt.

Aus tiefstem Herzen möchte ich allen Rundbrieflesern und Spendern ein grosses Dankeschön ausrichten. Ich bin zutiefst bewegt, wie Woche für Woche, Monat für Monat Menschen dazu bewegt werden, Notleidenden zu helfen. Das ist sehr, sehr ermutigend. Vergelt‘s Gott und herzlichen Dank!

Mit einem herzlichen Schalom grüsst Sie

Rea Israel

Kurt Wenger, Präsident
und das ganze Team

Bitte helfen Sie uns helfen!
Postkonto 60-730528-4




Immanuel-Gemeinde mit Buchladen, Haifa


Von Najeeb und Elizabeth Attieh

Liebe betende Freunde,

Einmal mehr möchten wir euch unseren Rundbrief senden und euch aus dem warmen und sonnigen Israel grüssen. Die Finsternis um uns herum nimmt zu, aber wir sehen auch Gottes Hand am Werk in Israel und in aller Welt. Es ist ein Wunder, wie das Leben in Israel normal weiter geht inmitten allem Morden im Nahen Osten, obwohl wir uns natürlich der Gefahren bewusst sind.

Die Armee
Unser Sohn Tino befindet sich in einer intensiven Trainingsphase, die einer realen Kriegssituation möglichst nahe kommen soll. Während dieser Woche kommen die Soldaten kaum zum Schlafen. Tino wurde so müde, dass er das Gefühl hatte, er würde gleich ohnmächtig. Er hob seine Augen zum Himmel und betete: „Herr Jesus, hilf mir! Ich will nicht zusammenbrechen.“ Kaum hatte er sein Gebet beendet, forderte der Kommandant die Gruppe als Teil der Übung auf, Tino eine Infusion zu verabreichen. Tino musste sich hinlegen und bekam eine Infusion; danach fühlte er sich viel besser. Der Herr beantwortete Tinos Gebet augenblicklich, ohne dass er seine Kameraden um Hilfe bitten musste. Wir loben Gott dafür! Wir danken allen, die besonders für Tino und all die anderen Soldaten beten.

Ungefähr vor einem Monat hatten wir ein Treffen mit einer Gruppe von Elite-Offizieren, die uns sagten, es gebe mittlerweile über 500 arabisch-christliche Soldaten in der israelischen Armee. Wie ihr wisst, sind wir daran, die Infrastruktur für einen Treffpunkt für christliche Soldaten bereitzustellen. Wir sind immer noch daran, Geld für zwei Wohncontainer zu sammeln, die je rund 5300 Euro kosten. Viele dieser christlichen Soldaten brauchen Hilfe und Seelsorge.

In der Liebe zu unserem Herrn Jesus verbunden
Rev. Najeeb und Elizabeth Atteih

Facebook: Immanuel B-shop Haifa

Gaben für „christliche Soldaten“ werden gerne weitergeleitet.



Lebendiges Israel - Gemeinde Info - Leiter Gleb Samburski


Wir freuen uns, euch wieder ein paar Nachrichten aus der Gemeinde „Lebendiges Israel“ zu senden.

Vor einem halben Jahr eröffneten wir ein neues Haus in Nazareth. Das Ziel dieses Dienstzweiges ist, Juden und Araber, die eine Rehabilitation brauchen, mit dem Evangelium zu erreichen. Vadim ist für das Haus verantwortlich.

Hier ist sein kurzes Zeugnis:
„Mein Name ist Vadim. Ich bin 46 Jahre alt. Vor vier Jahren wurde ich in der Gemeinde „Lebendiges Israel“ wiedergeboren. Vorher war ich 25 Jahre lang drogensüchtig. So viele Male hatte ich versucht, damit aufzuhören — vergeblich! So kam ich an den Punkt, an dem mir diese Welt nichts mehr bedeutete. Ich wollte nicht mehr leben und schnitt mir die Pulsadern auf. Doch Gott hatte einen anderen Plan. Er brachte mich ins Reha-Zentrum von „Lebendiges Israel“. Dort lernte ich meinen Retter Jesus Christus kennen, und mein Leben veränderte sich drastisch. Jetzt lebe ich für Ihn. Gott segnete mich mit einer wunderbaren Frau, und heute dienen wir gemeinsam im neuen Haus in Nazareth. Ich danke Jesus für alles!“

Die Hälfte der Einwohner Nazareths sind Araber. Bitte betet, dass wir auch die Herzen der Araber für Jesus erreichen können.

Auch unser Dienst für Holocaust-Überlebende wächst. Es werden nun in Haifa, Krayot und Afula Lebensmittel an sie verteilt.

Wir besuchen jeden Monat 170 Familien mit älteren Leuten, die den Holocaust überlebt haben. Bitte betet, dass diese Leute Jesus Christus als ihren Retter annehmen, bevor sie sterben.

Wegen der schwierigen Situation in der Ukraine hat die Aliyah (Einwanderung) aus diesem Land zugenommen. Manche Leute hatten nur 40 Minuten Zeit, ihre Sachen zu packen, bevor sie ihr Haus verlassen mussten. Unsere Gemeinde in Haifa hilft solchen Neueinwanderern, in Israel ein neues Leben aufzubauen.

Lebensmittel-Verteilung an Einwanderer in Haifa.

Im vergangenen Jahr erhielten etwa 150 Familien Hilfe.

Vor einigen Monaten begannen wir, diesen Familien jeden Monat ein Lebensmittelpaket zu bringen. Bitte betet, dass sie durch unser Leben und diese Hilfe Gott erkennen und bereit werden, das Evangelium zu hören.

Andrey mit seinem vierten Kind, Sean.
In Nahariya wurde der Familie von Pastor Andrey Nenashev ein Sohn geschenkt, das vierte Kind der Familie.

Im vergangenen Jahr erhielten wir eine Sonderspende und konnten dadurch die Familie während acht Monaten mit 1000$ monatlich unterstützen. Im März war dieser Betrag aufgebraucht, und seit April 2015 erhält sie keine Unterstützung mehr. Die Gemeinde und das Reha-Haus umfassen rund 40 Personen. Wenn jemand diese Familie unterstützen möchte, sind wir sehr dankbar. Gott segne euch und eure Gemeinden.
Gleb Samburski

Rea Israel unterstützt diese segensreiche Reichsgottesarbeit "Lebendiges Israel" regelmässig. Wer hilft mit?



Makor Ha Tikvah in Jerusalem – Messianische Schule


Brief der Direktorin:

Der HERR leitete uns durch ein neues, wundervolles Jahr, und wir preisen Ihn für jene von Ihnen, die uns immer wieder halfen, wenn Umstände uns bedrückten oder wenn besondere Not aufkam. Ihre Partnerschaft machte dieses Jahr möglich, daher sind wir voller Dankbarkeit für alles, was Sie getan haben. Mit Ihrer Hilfe waren wir in der Lage, alles Folgende auszuführen:
• Einstellung einiger neuer Lehrer in diesem Jahr — einen Grundschul-Mathelehrer, eine neue Arabischlehrerin sowie einen neuen Physiklehrer.
• Einstellung eines Pädagogikleiters
• Ein Hebräisch-Lehrgang
• Einstellung eines Sonderschullehrers für nächstes Schuljahr
• Anschaffung von vier neuen Projektoren in den Grundschulklassen
• Angebot von: Kurs Schmuckherstellung, Fotografiekurs und Kunstkurs
• Finanzielle Unterstützung von vier Lehrern für den Abschluss ihrer Lehrbefähigungen
• Ausbau des Medienraumes für unseren IT-Administrator
• Kauf eines neuen Keyboards für den Musiklehrer
• Anfertigung neuer Grusskarten durch unsere Schüler: "Insel-Serie"
• Übersetzung unserer Schulbroschüre ins Finnische, Schwedische und Norwegische
• Einführung des finnischen und norwegischen Newsletters
• Neue Qualität unserer Webseite
• Kauf von Persenning, Flagge und Sitzkissen für Veranstaltungen und Zeremonien im Freien

Wir sind gesegnet, Sie an unserer Seite zu haben und mitzuarbeiten, die beste uns nur mögliche messianische Erziehung zu bringen, die wir den israelischen gläubigen Kindern anbieten können, die hier bei uns an Makor HaTikvah lernen. Wir freuen uns auf noch grössere Dinge in den kommenden Jahren. Wir verbleiben, Ihnen allen einen wundervollen, gesegneten Juli wünschend,

Mit grosser Dankbarkeit
Cookie Schwaeber-Isson,
Direktorin, Makor Hatikva
messianisch-hebräische Tagesschule
zusammen mit allen unseren Mitarbeitern

Jährlicher Wissenschafts-Event:
An unserem jährlichen Wissenschafts-Happening wurden viele Stationen vorgestellt, auf denen Schüler neue Experimente ausprobieren konnten. Vulkane aus Ton, aus denen eine Mischung aus Essig und Waschmittel mit der Zähigkeit von Lava austrat; sogar ein Ballon wurde als Ergebnis des Austretens von Gasen benutzt; mit einer Plastikflasche wurde gezeigt, dass Wasser schwerer ist als Öl (indem gefärbtes Wasser, dem ein kleiner Anteil Öl beigemischt war, zu Boden sank); zu sehen war auch ein auf dem Papier erscheinendes Design, erzeugt aus einem Q-Tip, in Zitronensaft eingetaucht – nach Behandlung über einer Kerze erschien schliesslich eine feste Substanz aus Körnchen, die bei Berührung sofort wieder flüssig wurde. Das Ziel war, den Schülern nahe zu bringen, wie wissenschaftliche Phänomene durch den Gebrauch von Dingen des alltäglichen Haushalts erzeugt werden können. Und es macht so viel Spass!

Drei Siegerinnen wissenschaftlicher Auszeichnungen
Die drei Gewinner der besten wissenschaftlichen Experimente und Forschung sind unten abgebildet. Ein Projekt beschäftigte sich mit dem Einfluss der Nasenlänge eines Tieres auf die visuelle Wahrnehmung, eins mit der Herstellung von Käse aus Milch mit Weinessig und das dritte mit dem Ansaugen der Wurzeln gepflanzter Blumen, wie gefärbtes Giesswasser ihre Farben beeinflusst. Wer weiss, vielleicht erhalten diese drei Sieger eines Tages einen wissenschaftlichen Nobelpreis oder entdecken etwas, das der Menschheit dient.

Wie Sie uns weiterhin helfen können:
Ohne Ihre konstante Hilfe bei solchen Projekten wären wir nicht in der Lage, den Bedürfnissen unserer Schüler nachzukommen.
• Neue Qualität unserer Webseite
• Schulträgerschaft unterstützt bedürftige Familien
• Steuerschuld
• Transporthilfe für Fahren
• Wahlfächer für Mittelstufenschüler
• Renovierungen
• Medien und IT-Abteilung (neu)

Rea Israel unterstützt diese segensreiche Schule regelmässig. Wer hilft mit?



Beth HaChaim, Haus des Lebens - Hilfe für Mutter und Kind


Sandy Shoshani, Be’ad Chaim

Zurzeit leben vier junge Frauen mit den Hauseltern und ihren zwei Söhnen in unserem „Haus des Lebens“. Zwei Frauen sind erst gerade Mutter geworden, zwei sind schwanger. Susanne (Name geändert), die Frau, die als letzte hinzu kam, wurde von einem gottesfürchtigen Arzt zu unserer Beraterin geschickt. Susanne lebte in einem Heim für psychisch angeschlagene Frauen. Als sie schwanger wurde, waren die dortigen Betreuer und Sozialarbeiter überzeugt, Susanne fehlten die Fähigkeiten, ein Kind gross zu ziehen, und sie müsse ihr Kind abtreiben.

Susannes Geschichte ist traurig: Ihre Mutter war gestorben, als sie noch sehr jung war, und der Vater missbrauchte sie psychisch. Unter diesem Trauma leidet sie immer noch. Vor einigen Jahren hatte sie einen Muslim geheiratet, doch seine Familie misshandelte sie und vertrieb sie, als sie erkannten, dass sie christliche Araberin war. Die Misshandlungen führten zur Fehlgeburt des ersten Kindes.

Nun ist Susanne von einem anderen Mann schwanger, aber sie wurde wieder verstossen und lebte in diesem Heim, wo man sie stark unter Druck setzte, das Baby abzutreiben. Unser „Haus des Lebens“ gibt ihr nun die Gelegenheit, aus diesem Teufelskreis von Angst, Ablehnung und Hilflosigkeit auszubrechen. Sie wird in ihren Fähigkeiten geschult, was Muttersein, Finanzen und Haushaltsführung betrifft, und erhält auch seelsorgerliche Beratung. Bitte betet mit uns, dass sie ihr Herz für Gottes heilende Liebe öffnet und zu ihm umkehrt.

Aus: Gebets- und Informationsmail der amzi vom 25. Juni 2015

Gaben an "Haus des Lebens" werden gerne weitergeleitet.



Kakerlaken in den Küchenschränken - Küchenrenovation


Ein messianischer Bruder in Israel, der unser volles Vertrauen geniesst und Mitältester einer Gemeinde ist, trat mit folgender Not an uns heran: "Eine holocaustüberlebende messianische Jüdin (88), die in einer einfachen Mietwohnung in Israel lebt, braucht dringend Ihre Hilfe bzw. Ihre Liebe.

Als ich sie das letzte Mal besuchte, um zu sehen, wie es ihr geht, liefen Kakerlaken aus den Küchenschränken. Die Wände der ganzen Küche waren verschimmelt, weil zum Teil die Wasserleitungen in den Wänden geplatzt sind. Nun ist das Holz der Küchenschränke feucht geworden. Als ich das sah, konnte ich nicht einfach so wieder nach Hause gehen, als wäre alles in Ordnung. Ich habe einen Klempner und Bauleiter angerufen, und sie gaben mir einen Preisvorschlag von CHF 7‘000.-, um die Küche einigermassen wieder in Ordnung zu bringen. Ich habe mich entschlossen, meinen Anteil von CHF 1‘000.- daran zu bezahlen und suche jetzt weitere Spender, die mir helfen wollen und können, dieser kostbaren Dame die letzten Jahre ihres Lebens angenehmer zu machen, indem wir ihr die Küche renovieren.

Sie hat ihre Familie im Holocaust verloren, und ihr Ehemann ist vor acht Jahren gestorben. Sie bat mich, nicht namentlich erwähnt zu werden, weil sie sich wegen ihres Zustandes so sehr schämt."

Spenden mit dem Vermerk "Küchenrenovation" leiten wir gerne weiter.



Meine Eindrücke der Israelfreizeit vom April 2015


Die Israelreise mit Kurt Wenger ist ihrem Namen treu: man reist — und zwar intensiv — im Land Israel. Nach Ankunft in der Metropole Tel Aviv an der Mittelmeerküste des Landes steigen wir sofort in den Reisebus, welcher uns während der nächsten zehn Tage unermüdlich kreuz und quer durch das 'gelobte Land' der Bibel, inklusiv umstrittene Teile des modernen Staates Israel, fortbewegen wird. In zehn Tagen werden alle, die sich für die täglichen Ausflüge entscheiden, im weitesten Norden des Landes die Hauptquelle des Jordanflusses, die Berge des Nachbarlandes Libanon und die strategisch wichtigen Golanhöhen erblickt haben. Von unserem ersten Aufenthaltsort aus, einem Kibbuzhotel am See Genezareth, werden wir mit Touristen und Pilgern aus aller Welt die Orte besucht haben, welche im Neuen Testament in Verbindung mit Jesus vorkommen. Im zweiten Teil der Reise werden wir den Weg hinauf durch die judäische Wüste nach Jerusalem und in zehn Tagen im kargen Süden des Landes das Salzwasser des Toten Meeres besucht haben. Man ist, wie gesagt, am Reisen.

Dass es eine Gruppenreise ist, schätzen meine Frau Katrin und ich besonders, da wir als Familie mit unseren Töchtern Lisa (16) und Susanna (11) daran teilnehmen. Da auch andere Familien dabei sind, haben unsere Kinder die Möglichkeit, sowohl bei den Ausflügen als auch während der freien Zeit im Hotel mit Gleichaltrigen auszutauschen, zu spielen oder sogar selbständig Jerusalem auszukundschaften. Zudem kann unsere Susanna fast eine Lehre als Reiseleiterin absolvieren: Sie darf vorne im Bus neben Kurt Wenger sitzen. Was für ein Privileg für alle mitreisenden Jugendlichen, das Land Israel so jung und mit allen Sinnen zu erleben und Berichte aus erster Hand zu hören statt solche aus den Medien zu übernehmen, die oft ungeprüft und mit Vorurteilen belastet sind.

Kurt Wengers 30-jährige Erfahrung als Reiseleiter ist in allem, was das leibliche und seelische Wohl von Schweizer Touristen betrifft, unverkennbar. Zudem bietet diese Reise während den Ausflügen und beim freiwilligen Abendprogramm die Möglichkeit, die Werke, die von Rea Israel unterstützt werden, näher kennenzulernen. Dadurch gewinnt der Aufenthalt beträchtlich an Tiefe und Sinn. Kurts langjähriger Freund und israelischer Reiseleiter Dani Walter, bereichert den Aufenthalt an jedem besuchten Ort mit zahlreichen Bezügen zur biblischen Geschichte und mit naturkundlichen Hinweisen. Im „Sich-Behaupten“ im Jerusalemer Verkehr ist unser Carchauffeur Schraga (ein kaukasischer Araber) unschlagbar. Und wenn man erleben will, wie er seinen Hauptberuf als Busfahrer mit al fresco-Picknickfachmann und sogar mit Pizza-Chef verbindet, muss man sich unbedingt für die nächste Israelreise anmelden!

Eine geführte Gruppenreise, ja, und doch gibt es für jeden Einzelnen von uns Momente oder Eindrücke, welche uns besonders in Erinnerung bleiben. Bei mir ist ein solcher Moment die Stunde, die wir in den Golanhöhen an der Israelisch-syrischen Grenze verbringen. Bei starkem Wind, aber unglaublich klarer Weitsicht, erzählt Dani Walter von einem Panzergefecht im Oktober 1973. Dadurch werde ich in Gedanken um 42 Jahre zurückversetzt. Der Begriff ‚The Golan Heights’ hatte sich durch die Fernsehnachrichten in den 70-Jahren, als ich ein Kind in England war, bei mir eingebrannt. Und gleichzeitig sind viele unserer Gruppe, während wir über die erstaunlich sanften, grünen Hügel nach Syrien hinüberschauen, mit den unzähligen Opfern der aktuellen Grausamkeiten in grossen Teilen jenes Landes in Gedanken verbunden.

Einen zweiten speziellen Moment erlebe ich in der Church of Christ’s Tribulation beim Garten Gethsemane am Fuss des Ölbergs in Jerusalem. Die Apsiden dieser Kirche sind mit fast leuchtenden Mosaikbildern der letzten Stunden Jesu vor seiner Überlieferung an Pilatus, vor seiner Kreuzigung und seinem Tod verziert. Obwohl die ganze Bibel zweifellos lehrt, dass der Herr überall und zu jeder Zeit anwesend ist, spüre ich hier beim Garten Gethsemane besonders stark die totale Hingabe Gottes an seine Welt. Nur ein paar Tage vorher, beim Besuch eines christlichen Reha-Zentrums für Drogensüchtige in Haifa, bin ich mächtig betroffen, als ich das mit Dornenkrone verzierte Kreuz erblicke, das vorne in der Kapelle des Zentrums steht.

Jesus weinte über Jerusalem, lesen wir im Lukas-Evangelium (Kapitel 19: 41-44), weil die Stadt nicht erkannt hatte, was zum Frieden führt. Beim letzten Abendprogramm mit einem messianisch-jüdischen Pastor in unserem Hotel in einem orthodoxen Quartier von West-Jerusalem, erklärt uns Michael, der Pastor, was es bedeutet, für den Frieden Jerusalems zu beten. Es bedeutet, Gott darum zu bitten, dass die Augen aller in Israel wohnenden Völker (Juden, Araber, Palästinenser) geöffnet werden, Jesus von Nazareth als den im Buch Jesaja versprochenen Friedefürst zu erkennen als den einzigen Vermittler des wahren Friedens jetzt und für alle Ewigkeit. Ich glaube, dass es diese Erkennung ist, die ich so deutlich in der Gethsemane-Kirche und beim Kreuz im Reha-Zentrum in Haifa spüre. Für dieses Erlebnis, neben so vielen anderen Eindrücken, ein grosses Dankeschön an Kurt Wenger, Kultour-Reisen und alle Mitbeteiligten.

Simon David Cryer (geb. 1964 in Südengland, seit 1993 verheiratet mit Katrin (ehem. Balzli), wohnhaft in Berg-Dägerlen bei Winterthur)