Gründer und Präsident
KURT WENGER


 

Carl Lutz – Der vergessene Held

Der vergessene Held

Die Geschichte des Schweizer Diplomaten Carl Lutz war lange Zeit unbekannt. Als zweiter Mann der Schweizer Botschaft in Budapest rettete dieser Appenzeller während des zweiten Weltkrieges zwischen 50‘000 und 70‘000 ungarische Juden vor dem sicheren Tod. Er tat dies still und leise, indem er in Eigeninitiative Schutzbriefe ausstellte und die jüdischen Menschen unter den diplomatischen Schutz der Schweiz nahm - dabei riskierte er alles!

Zurück in der Schweiz erwartete ihn statt Dank eine Rüge wegen Kompetenzüberschreitung. Danach wurde ihm eine unbedeutendere Aufgabe zugewiesen.

Carl Lutz‘ humanitäre Aktion gilt als grösste zivile Rettungsaktion für Juden während des Holocausts. Zu seinen Lebzeiten würdigte ihn Israel als ersten Schweizer der „Gerechten unter den Völkern.“ Sein Heimatort Walzenhausen/AR nahm ihn als Ehrenbürger auf.

Auch Deutschland und die USA ehrten ihn - nur die Schweizer Regierung nicht! Er bekam keinen Dank oder Händedruck eines Bundesrates für sein Verdienst. Diese Undankbarkeit der Schweiz machte ihm für den Rest seines Lebens zu schaffen. Er starb 1975.

Gemeinsam mit Paul Grüninger wurde Carl Lutz 1995 von der Schweizer Regierung rehabilitiert. Ein Kommentator meinte: „Warum tut sich die Schweiz so schwer mit Persönlichkeiten, die ihrem Gewissen statt ihrem Pflichtenheft folgen?“ (Quelle: www.srf.ch/dok)

Angesichts des weltweit zunehmenden Antisemitismus regt Carl Lutz‘ Einsatz am jüdischen Volk zum Nachdenken und zur Entschiedenheit an, jetzt und in der kommenden Zeit in Solidarität voll und ganz hinter den jüdischen Menschen zu stehen!

Zusammengestellt von Silvia Pfeil





Meldungen

Messianische Gemeinde gibt Schulgeld fόr arme Familien

JERUSALEM. Am 1. September begann in Israel das neue Schuljahr. Obwohl die Schule in Israel „kostenlos“ ist, müssen die Eltern doch für Verschiedenes aufkommen. Sie müssen der Schule rund 1500 Schekel (320 EUR) pro Kind bezahlen. Damit werden Schulbücher und besondere Schulanlässe und -ausflüge gedeckt. Bei mehreren Kindern geht das ins Geld. Deshalb unterstützt die messianische Gemeinde „Jerusalem Assembly“ jedes Jahr im September die bedürftigen Familien ihrer Gemeinde. Ausserdem finanzieren sie jeden zweiten Monat eine Lastwagenladung voller Lebensmittel für eine Organisation, die Familien in Krisensituationen hilft. Auch in der Gemeinde selbst werden Lebensmittel an Bedürftige ausgegeben und – soweit möglich – jungen Erwachsenen Stipendien gegeben. (www.amzi.org)


Musalaha-Versöhnungsarbeit kümmert sich um Frauen

JERUSALEM. Der Gaza-Konflikt im Nahen Osten führt bei vielen Frauen zu seelischen Verletzungen. Trotz unterschiedlicher Sichten des Konflikts sehen es Mütter der Musalaha Versöhnungsarbeit als wichtig an, sich zu treffen, Gemeinschaft zu pflegen und einander zu ermutigen. Die Frauen bemühen sich, sich auch zwischen den offiziellen Treffen zu sehen. Kürzlich trafen sie sich zum Kaffeetrinken, um nicht nur geistlich eine Einheit zu bilden, sondern auch physisch zu spüren, dass sie füreinander einstehen. Vier Frauen der Gruppe sind schwanger und brauchen Fürbitte. Beten Sie für versöhnte Beziehungen. (www.amzi.org)


Palästinensischer Pastor besuchte Israelis unter Beschuss

JERUSALEM. Pastor Steven Khoury von der arabischen Baptisten-Gemeinde in Ostjerusalem versuchte eine echte christliche Antwort auf den Gaza-Krieg zu geben, indem er seine Hand zu denen ausstreckte, die ihm als Araber immer als Feinde galten. Khoury, der viel mit den Christen im Gazastreifen zusammengearbeitet hat, hat zu Gebeten für die winzige Gemeinde dort gebeten und zusätzlich israelische Familien im Süden des Landes besucht, die unter dem Dauerfeuer der Hamas stehen. „Wir haben über unsere Verantwortung gepredigt und darüber, was wir als arabische Christen sagen sollen,“ erzählte Khoury einer israelischen Familie. „Wir bringen unseren Kindern bei, dass sie zuerst Christen sind und dann Araber. ... Wenn man Christ ist, ist man zuerst ein Gläubiger und dann erst Israeli, Araber oder Europäer.“ Khoury sagte zu einer anderen Familie, dass von arabischen Christen gefordert wird, die Lehren Jesu als moralische Basis zu gebrauchen und dann ihre Einstellung zum Konflikt zu überdenken. Die Mutter einer dritten israelischen Familie war überrascht, als sie begriff, dass ein Araber in ihr Haus gekommen ist, der ihr Liebe entgegenbringt und auf solche Weise spricht. „In unserer Kirche gibt es viele Araber, die euch lieben und unterstützen,“ sagte Khoury zu ihr. (nai)



Messianische Juden — israelische Armee

Im Militär

Der Leiter einer messianischen Gemeinde berichtet, dass er Anfang Jahr zu einem Forum auf höchster Ebene im Hauptquartier der israelischen Armee eingeladen wurde. Eine grosse Gruppe von Schlüsselpersonen wollte von ihm erfahren, wie der messianische Glaube an Jeschua/Jesus sich auf das Leben von Juden auswirke, wie ein Gemeindetreffen aussehe, wie und was gebetet werde, wie die Haltung zum Militärdienst sei usw. Es seien tiefe Fragen gestellt worden, und er habe das Vorrecht gehabt, ihnen das Evangelium zu erklären.

Am Ende des Treffens habe der Vorsitzende gesagt, es sei der Zweck der Sitzung gewesen, ein besseres Verständnis für Leben und Umfeld der messianischen Soldaten zu bekommen, von denen es eine wachsende Anzahl in der Armee gebe. Wörtlich habe er erklärt: „Wir haben heute eine sehr wichtige Lektion gelernt, die uns leider lange Zeit gefehlt hat.“ – Wir beten, dass die Zuhörer die „wichtige Lektion erfassen und von ihr erfasst werden."

In einer Offiziersschule der israelischen Armee meldete sich ein messianischer Kadett für ein Referat vor seinen Kameraden über das Neue Testament und seinen Glauben an Jeschua. Der Schulkommandant genehmigte das Thema. Als sich ein anderer Kadett weigerte, an dem Anlass teilzunehmen, wurde er von der Schule gewiesen. Vor dem Militärgericht erklärte der Schulkommandant unter anderem „Der Schüler hat in einer Weise gehandelt, die dem Charakter und den Gepflogenheiten der Armee völlig zuwider läuft. Hier gibt es keinen Platz für Offiziere mit extremen Standpunkten. Ein künftiger Offizier darf den religiösen Glauben eines anderen nicht verneinen und sich weigern, ihn anzuhören.“

In der Vergangenheit wurden messianische Juden in der Armee als Sicherheitsrisiko betrachtet und durften nicht für sensible Aufgaben eingesetzt werden. Heute dienen sie in jedem Zweig des israelischen Militärs, der Geheimdienst eingeschlossen. – Wir bitten um Schutz und ein kraftvolles Lebenszeugnis der Jesus-Gläubigen in der Armee.

Von Walter Siegenthaler aus „Gemeindehilfe Israel, August 2014“



Theologe Egmond Prill berichtet, wie er durch die Bibel das Land Israel entdeckt hat

Israel entdeckt

KASSEL. Der Theologe, Journalist und Israelkenner Egmond Prill (Kassel) schreibt in einem Kommentar im Israelnetz: Am Rande vieler Vorträge und bei jedem Schuleinsatz werde ich gefragt: „Wie sind Sie ausgerechnet auf das Thema Israel gekommen?“ Hinter der Frage steht der Gedanke: Es gibt doch viele Hobbys, die interessanter, schöner und einträglicher sind. Aber ausgerechnet Israel? „Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Drum nähme ich den Stock und Hut und tät das Reisen wählen.“ So bringt es der bekannte Dichter Matthias Claudius auf den Punkt. Reisen beginnen meist im Kopf, lange bevor man heute Bahn, Auto oder Flieger besteigt.

Meine Entdeckungsreise nach und durch Israel begann in der Bibel. Noch vor meiner Konfirmation las ich die Bibel durch. Empfohlen wurde mir: Neues Testament plus Altes Testament plus Neues Testament. In dieser Reihenfolge, also zweimal die Geschichten über Jesus und in der Mitte die Geschichten über Israel. Gerade diese faszinierten mich besonders. Noch heute habe ich die eng von Hand beschriebenen Seiten, wo ich Jahreszahlen, Namen und Begebenheiten übersichtlich notierte. Mein Interesse für Israel war geweckt, die biblische Geschichte und bald darauf auch das aktuelle Geschehen im Nahen Osten. Israel gab es heute, da wollte ich mehr wissen. Jedoch für einen Jugendlichen in der DDR war das nicht so einfach, Informationen aus dem heutigen Israel und über den Staat Israel zu erhalten, war doch der „Zionismus“ aus Sicht der Mächtigen im Staate die schlimmste Form des an sich schon schlimmen „Imperialismus“. Nachrichten und Kommentare im Deutschlandfunk wurden angehört und mitgeschrieben, später mit Tonband aufgezeichnet.

Es war keine besondere Erleuchtung und kein einschneidendes Erlebnis, sondern die Bibel, die mir Augen und Herz für Israel öffneten. Ausgerechnet Israel! Mein Computerprogramm zählt 1.725-mal „Israel“ in der Bibel mit Apokryphen. Ein grosses Thema in der Schrift, nicht mein Thema, sondern SEIN Thema. Gott redet ständig über und mit Israel. Es ist IHM wichtig und deshalb auch mir. Gewiss, die theologische Ausbildung in Berlin und an der Uni Leipzig hat weitere Erkenntnisse und Einsichten gebracht. Doch Israel ist für jeden ein Thema, der mit der Bibel lebt. Sogar unabhängig vom Glauben ist die Bibel so etwas wie der Schlüssel zur Geschichte und zur Gegenwart des jüdischen Volkes. Das betone ich immer wieder im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften bei meinen Schuleinsätzen.

Gern erzähle ich jene Begebenheit, die mir vor vielen Jahren eine israelische Reisebegleiterin aus eigenem Erleben schilderte: Sie begleitete die Gruppe einer politischen Organisation aus Deutschland und hatte gleich zu Anfang die Vorgabe erhalten: „Bitte ohne Bibel und Religion!“ Gesagt, getan. Schon am frühen Nachmittag war die Gruppe am ersten und am zweiten Tag im Hotel zurück. Andere Gruppen schafften es meist knapp zum Abendessen. Am dritten Tag die Frage an die Reisebegleiterin: „Warum sind wir nur so kurz unterwegs?“ „Sie wollen das ohne Religion, da sind wir schnell durch.“ Fortan besuchte die Gruppe auch biblische Stätten.

Nehmen Sie die Bibel, um jüdische Traditionen, die Kultur und natürlich den Glauben mit seinen Geboten und Gesetzen zu verstehen! Der Weg zum Israelkenner beginnt in der Bibel.
(EP)