Gründer und Präsident
KURT WENGER


 

Lebendiges Israel

 

INFO 11/11

Liebe Freunde,
Vor zwei Wochen hatten wir Besuch aus der Schweiz von AMZI, der Arbeitsgemeinschaft für das Messianische Zeugnis an Israel. Wir wurden gefragt, wie wir als Gemeinde Lebendiges Israel ‚Kirche‘ sehen. Ich habe den Geschwistern aus Apostelgeschichte 2:42 zitiert: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel, und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Das ist das, was wir versuchen zu leben. Kirche ist einfach, leicht zu verstehen und praktisch zu erleben. Wir feiern Gottesdienst, hören das Wort, reden und essen zusammen, feiern das Heilige Abendmahl und beten. Das sind die vier Säulen, die sich an jedem Predigtplatz der Gemeinde Lebendiges Israel wiederfindet.


Abendmahlsfeier im Haus der Barmherzigkeit


Seit Anfang September feiern wir wöchentlich Gottesdienst im Haus der Barmherzigkeit in Haifa. In diesem Haus leben Menschen, die nicht mehr alleine leben können. Die meisten haben die Rehabilitation hinter sich. Sie haben Familien verloren und keinen Platz, an dem sie sich zu Hause fühlen können. In diesem vier-stöckigen Haus leben sie als grosse Familie zusammen. Mit dem regelmässigen Gottesdienst wird jetzt aus der Lebensgemeinschaft eine Gemeinde, die auf diesen vier Säulen ruht.

Die Schweizer Geschwister forderten uns weiter heraus: „Was verleiht der Gemeinde Lebendiges Israel seinen individuellen und ganz besonderen Charakter?“ Ich denke, das hat etwas zu tun mit der sehr engen Verbindung von Wortverkündigung und Dienst am Nächsten. Im Missionsbefehl wird uns aufgetragen, Menschen zu Jüngern Jesu zu machen. Das bedeutet nichts anderes, als ihnen von Anfang an Wege aufzuzeigen, von Jesus zu lernen und ihm nachzufolgen. Das ist das, was wir versuchen zu leben.

Ich treffe mich zum Beispiel seit einigen Wochen mit Senioren, die Jesus nachfolgen wollen. Sie haben sich noch nicht bekehrt und würden sich auch nicht als Christen bezeichnen. Aber wir kommen jede Woche zusammen, lesen aus der Heiligen Schrift und fragen uns, was Jesus uns persönlich sagen möchte. Dabei philosophieren wir nicht, sondern versuchen ganz nahe am Text zu bleiben, der die Grundlage des Gespräches ist. Wir haben uns auch geeinigt, nicht zu predigen, sondern nur einander mitzuteilen, was wir von Jesus verstehen. Das ist Jüngerschaft: Diese Senioren sind heute nach ein paar Treffen bereits so begeistert, dass sie ihre Freunde ohne mich einladen, um von Jesus zu lernen.
Im Rehabilitationszentrum ist es die Rehabilitation und die Lebensschule im Kloster, die von der Gesellschaft verachteten und aufgegebenen Menschen die Möglichkeit gibt, ihre eigene Würde wiederzufinden. Dies schaffen sie nur, wenn Sie sich an Jesus anhängen und ihr Leben in radikaler Nachfolge neugestalten.


Die Lebensschule in Haifa: Ein Teil der neuen Schüler, die im September ihr Studium begonnen haben


Das ist der Sprengstoff der ersten Liebe, der die Gemeinde prägt. Hier spielt es keine Rolle, ob jemand von der Strasse kommt oder aus geordneten Lebensverhältnissen. Sicher ist aber, dass unsere Gemeinde ein besonders grosses Herz für sozial schwache und hilfebedürftige Menschen hat. Benjamin Sadovski feierte mit seiner Olga Anfang August Hochzeit. Sein Lebenszeugnis mag ein Beispiel sein für den „Sprengstoff der ersten Liebe“:
„Dass es Gott gab, habe ich nie angezweifelt. Erlebt habe ich IHN jedoch nicht. Nach dem Zerbruch der Sowjetunion öffneten sich für uns die Grenzen und wir machten uns auf Entdeckungsreise nach Europa. Für mich waren das häufig kriminelle Geschäfte, für die ich in Gefängnissen in Deutschland, in der Schweiz, in Finnland und Italien einsass.
Es war 1994. Ich befand mich gerade in Einzelhaft in einem Züricher Gefängnis. Eine Stunde am Tag hatten wir Ausgang, 23 Stunden sass ich alleine in meiner Zelle ohne Fernsehen, Radio und Literatur. Nach etwa einem Monat Inhaftierung erhielt ich ein Paket von einer mir unbekannten russisch sprechenden Frau. In dem Paket lag eine Bibel, die ich in den folgenden vier Monaten von Anfang bis Ende durchlas. Heute weiss ich, dass Gott damals Samen in mein Herz gestreut hat. Zwei Jahre später begann meine Abhängigkeit von Heroin. 1998 wanderte ich nach Israel in der Hoffnung aus, die Abhängigkeit in Russland zurückzulassen. Der Wunsch erfüllte sich nicht. Im Gegenteil, ich rutschte immer tiefer in den Abgrund. 1999 kehrte ich wieder zurück, und alles, was ich unternahm, ein Leben in Freiheit zu führen, scheiterte kläglich.
2005 versuchte es mein jüngerer Bruder mit der Auswanderung nach Israel. Genauso wie ich war auch er heroinabhängig. Nach einem Jahr fanden ihn Geschwister aus dem Rehabilitationszentrum der Gemeinde und luden ihn ein. Er erlebte völlige Befreiung und rief mich wieder und wieder an, um Zeugnis davon zu geben, dass Jesus Christus stärker sei als alle Drogen der Welt. Schlussendlich entschied ich mich, meinem Bruder zu folgen und erlebte genau dasselbe. Drogen, Alkohol, Zigaretten, Kriminalität – all das gehört heute der Vergangenheit an. Ich kann heute genauso wie mein Bruder bezeugen, dass ein Leben mit Jesus Christus die Erfüllung ist von dem, nach dem ich mich über Jahre gesehnt habe. Darüber hinaus hat Gott mir eine ganz besondere Liebe zu meinem Volk und dem Land Israel geschenkt. Ich weiss heute, wo ich hingehöre. Ich habe eine Heimat, auch wenn ich als Missionar zurzeit in Deutschland arbeite. Ich danke Gott von Herzen, dass er mir jetzt auch noch eine Frau zur Seite gestellt hat, mit der ich IHM dienen möchte.“


Ein glückliches Paar: Benjamin und Olga Sadovski


Soweit das Zeugnis von Benjamin. Während er noch vor 15 Jahren in Deutschland wegen krimineller Machenschaften zur Rechenschaft gezogen wurde, dient er heute Gemeinden unterschiedlicher Denominationen in Bonn, Wiesbaden und Osnabrück und hilft ihnen, Rehabilitationszentren aufzubauen.
So wie Benjamin sind heute viele Geschwister der Gemeinde in Israel, in der Ukraine, dem Baltikum, Kasachstan und den USA unterwegs. Sie arbeiten im Dienst für die Schwächsten der Gesellschaft zusammen mit evangelischen, katholischen und orthodoxen Christen. Sie werden getrieben, oder soll ich besser schreiben, geleitet von der Liebe Jesu. Das ist es, was für uns Lebendiges Israel ausmacht.



Weitere Nachrichten aus der Gemeinde:

15.07.2011 Junge Gemeinde auf Rädern
Neben regelmässigen Gottesdiensten in Hebräisch trifft sich die Jugend auch zu Ausflügen. Dass Fahrradwege noch nicht so verbreitet sind wie in Deutschland oder der Schweiz stört dabei nicht.


Die Jugend auf Rädern


31.08.2011 Verteidigung der Diplomarbeit
An die 4-monatige Mitarbeiterschule schliesst sich ein 4-monatiges Praktikum an. Die Schüler arbeiten entsprechend ihrer Gaben in der Gemeinde. Während dieser Zeit schreiben sie ihre Diplomarbeit. Ziel dieser Arbeit ist es, niederzulegen, wozu sie sich von Gott berufen fühlen.


Stolze Diplomanden nach Abschluss der Lebensschule


6.11. – 28.11.2011 Mein Besuch in Deutschland und der Schweiz
Im November werde ich wieder nach Deutschland und in die Schweiz kommen. Meine Reise führt mich ins Rheinland, nach Wernigerode, Zittau und Hartenstein in den neuen Bundesländern, nach Bayern, Goldach in der Schweiz, den Süd-Schwarzwald und den Stuttgarter Raum, und nach Neustadt an der Weinstrasse, Mainz und Gnadenthal am Ende der Reise.
Ich freue mich, viele von Euch wiederzusehen und verbleibe bis dahin mit einem herzlichen Schalom,


Euer Gleb Samburski


Aktuelle Herausforderungen Israels in biblischer Sicht

 

Vortrag

Der HERR ist der HERR der Geschichte. Und ER macht Geschichte wesentlich in, mit und für Israel. Gerade an Israel sehen wir, dass wir in der Endzeit leben. Die Zeit ist zu weit fortgeschritten, um gleichgültig über die Geschicke Israels hinwegzugehen oder den Lügen der Medien aufzusitzen. Und wenn wir nicht das prophetische Wort studieren, werden wir schnell zu geistlichen Egoisten, die sich nur ums eigene Seelenheil kümmern.


Israel ist “ein Land, auf das der HERR, dein Gott, achthat. Beständig sind die Augen des HERRN, deines Gottes, darauf gerichtet vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres“ (5. Mo 11, 12). ER hat sich mit der Heiligkeit Seines Namens auf Sein erstgeliebtes Volk Israel festgelegt.

Wir sollten uns um Israel kümmern. Dazu ist uns Nehemia ein Beispiel: er informierte sich aus der Ferne über Jerusalem, und die Not dort brachte ihn in Aktion.

Um das aktuelle Geschehen in und um Israel zu verstehen, können uns die Verheissungen Gottes als Massstab unserer Beurteilung und das Wort Gottes als Basis für unsere Gebete dienen.



1.) Gilad Shalit
Über fünf Jahre ist es her, dass er gekidnappt wurde. Für den Staat hiessen die Alternativen: Der Forderung der Hamas auf Freigabe von inhaftierten Terroristen nachzugeben und damit auch in Zukunft erpressbar zu werden, oder das jedem Soldaten gegebene Versprechen zu brechen – mit negativen Auswirkungen auf die Moral der Truppe —, alles Erdenkliche zu tun, ihn aus evtl. Gefangenschaft heimzuholen.
Am 11.10.11 hat sich Israel zur Freilassung von über 1.000 Terroristen für den einen jüdischen Soldaten entschieden.

    Wenn Gott die Gefangenschaft Seines Volkes wendet, wird Jakob jubeln, Israel sich freuen“  (Ps. 53,7).

    2.) Soziale Unruhen und wirtschaftliche Herausforderungen

    Einige Wochen lang gab es friedliche Proteste in Zeltstädten, um auf Systemschwächen aufmerksam zu machen. Daraufhin wurde eine Kommission beauftragt, Vorschläge bzgl. geringerer Lebenshaltungskosten, erschwinglicher Wohnungen, Kosten für Kindergärten, Arbeitsbedingungen und Gehälter der Ärzte, der Schere von Arm und Reich und zwischen Zentrum und Peripherie zu unterbreiten. Über 1,7 Millionen Israelis leben unterhalb der Armutsgrenze!
    In den Synagogen betet man regelmässig: „Gib Frieden, Güte und Segen, Gunst, Liebe und Barmherzigkeit uns und ganz Israel, Deinem Volk. Segne, unser Vater, uns alle zusammen wie eine Einheit mit dem Licht Deines Angesichts; denn im Licht Deines Angesichts gabst Du uns, Ewiger, unser Gott, die Lehre des Lebens und die Liebe zum Wohltun …“

    3.) Veränderungen bei den umliegenden Staaten und neue Gefahren für Israel
    Vorab sollten wir uns Gottes Wort vergegenwärtigen:

      „Aus Zion, der Schönheit Vollendung, ist Gott hervorgestrahlt. Unser Gott kommt, ER wird nicht schweigen!“ (Ps. 50, 2)
      Und wie betet David? „Schaffe mir Recht nach Deiner Gerechtigkeit, HERR, mein Gott, dass sie nicht über mich jubeln. Sie sollen nicht in ihrem Herzen sagen: Haha! So wollten wir´s“ (Ps. 35, 24 f.)

    Ägypten: Die Fortsetzung des Friedensvertrages ist fraglich. Es besteht die Gefahr, dass die fundamentalistische Moslembruderschaft an die Macht kommt. Die 240 km lange Grenze mit Israel ist bisher nur zu 45 km gesichert. Es gibt terroristische Übergriffe vom Sinai aus.

    Jordanien: Trotz Friedensvertrag gibt es in letzter Zeit auffällig scharfe Töne und schlimme, beleidigende Äusserungen über israelischen Politikern.

    Syrien hat der Welt grösstes Arsenal an Senf- und Nervengas. Bei Sturz Assads könnten die chemischen Waffen in terroristische Hände gelangen. Syrien hat immer wieder Anspruch auf den Golan erhoben.

    Libanon: Die Terrororganisation Hisbollah besitzt die Mehrheit im Parlament. Sie wird vom Iran gesponsert und hat 50‘000 Raketen gehortet.

    Iran, das eine neue Allianz mit Syrien geschlossen hat und sowohl Hamas als auch Hisbollah unterstützt, drohte – atomar aufrüstend — wiederholt mit der völligen Auslöschung Israels.

    Die Türkei, ehemals einziges moslemisches, Israel gewogenes Land, hat im Dezember 2010 Israel als zentrale Gefahr für die Türkei definiert und bisherige Abkommen annulliert.

      David betet einmal: „Sei nicht fern von mir, denn Not ist nahe; kein Helfer ist da“ (Ps.22, 12). Ein aktuelles Gebet! Und das auf dem Hintergrund, dass Israel seinerseits in 140 Länder Hilfe brachte (z.B. nach Fukushima 62 t medizinische Güter und ein Team von 50 Ärzten und Rettungskräften).
      „Siehe, beschämt und zuschanden werden alle, die in Feindschaft gegen dich entbrannt sind. Es werden wie nichts und gehen zugrunde die Männer, die den Rechtsstreit mit dir führen.  Du wirst sie suchen und nicht finden, die Männer, die mit dir zanken.“ (Jes. 41,11 f.)

      4.) Medienkrieg

      Krieg gegen Israel findet nicht nur auf Schlachtfeldern, sondern verstärkt auch in den Medien statt. Das fängt schon mit den Begriffen an:
      Als „Westbank“ wird von der arabischen und westlichen Welt nicht etwa nur das „Westufer“ des Jordans bezeichnet, sondern aus politisch-taktischen Gründen das gesamte biblische Kernland Judäa & Samaria.
      Die „Palästinenser“, eine Bezeichnung, die in den 1960er Jahren von Arafat quasi als Kampfbegriff eingeführt wurde, sind in Wahrheit Araber wie andere auch und hatten nie eine eigene Kultur, Religion oder Sprache. Auch sind sie nicht Nachkommen der Philister, die als nicht-semitisches(!) Volk aus Kreta nach Kanaan gekommen waren (Hes. 25, 16 und Zeph. 2, 5-7).
      Es wird behauptet, Israel träume immer noch von „Gross-Israel“, und wenn Israel Land abgeben würde, gäbe es Ruhe. Hat Israel nicht 1982 den Sinai (mit Ölvorkommen!), den Südlibanon (2000) und Gaza 2005 geräumt? Hatten nicht die Araber schon 1947 den Teilungsbeschluss der UNO abgelehnt, und hatte Israel nicht schon 1994/95 Jericho und 7 weitere Städte in die Hoheit der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) übergeben?

      Israel wird als Apartheid-Staat hingestellt, in dem die Araber unterdrückt würden. Fakt ist: Es gibt 40‘000 arabische Studenten in israelischen Universitäten, Araber werden wie selbstverständlich in den jüdischen Krankenhäusern behandelt, stellen Bürgermeister, 14  Knesset-Abgeordnete und können in Israel Land kaufen.

      Auch die Behauptung, der Islam sei eine friedliebende Religion, ist nicht haltbar. Der Koran spricht eine andere Sprache.

      Immer wieder wird Israel mit anderemMass gemessen als andere Nationen:
      Da wird von „Besatzung“ gesprochen und nicht kommentiert, dass Marokko, nachdem sich Spanien aus seiner Kolonie zurückzog, seit 1975 das Sahara-Gebiet besetzt hält und  Hunderttausende Araber zu Flüchtlingen machte. Da klagt man Israel wegen „rassistischer Annektierungsmauer“ an – obwohl von den zum Schutz geplanten 720 km Sicherheitsanlagen nur 5 % Mauer sind – und spricht nicht von der Mauer zwischen den USA und Mexiko.
      Und von ca. 500 Resolutionen des UN-Menschenrechts-Rats betrafen beinahe 200 den Staat Israel…
      Im sogenannten Goldstone-Report wurde Israel nach dem Gazakrieg der Menschenrechtsverletzungen bezichtigt. Obwohl Israel dies, auch nach intensiven Untersuchungen, entkräften konnte, ging die Lüge um die Welt, bis eineinhalb Jahre später Herr Goldstone bekannte, sich geirrt zu haben. Auch Israels Vorgehen bzgl. der sogenannten Friedensflotte vor dem Gazastreifen wurde zunächst in den Medien verurteilt, aber später durch Experten die Seeblockade als legitim und die Aktionen der türkischen Aktivisten als gewaltsame Provokation bestätigt.   

        Hes. 36, 15: „“ICH will dich nicht mehr die Schmähung der Nationen hören lassen, und das Höhnen der Völker sollst du nicht mehr ertragen müssen… spricht der Herr, HERR“.
        Jes. 60, 14: „Es werden gebückt zu dir (Israel) kommen, die dich unterdrückt haben, und alle, die dich gelästert haben, werden niederfallen zu deinen Füssen und dich nennen „Stadt des Herrn“, „Zion des Heiligen…Und ICH werde dich zum ewigen Stolz machen, zur Freude von Generation zu Generation“.

       

      Im politischen Tauziehen geht es vor allem immer wieder um Jerusalem, „Siedlungstätigkeit“, Rückkehr der sogenannten Flüchtlinge und um einen palästinensischen Staat:

      5.) Siedlungen
      Was mit dem Begriff „Siedlung“ als klein, vorläufig und illegitim assoziiert werden soll, sind Ortschaften, die nach dem Sechstagekrieg geschaffen wurden und die zum Teil bis zu 40‘000 Einwohner zählen. Es geht um das biblische Kernland Judäa & Samaria, wo Jesus Christus und seine Jünger wirkten und wo über 400 Jahre die Stiftshütte stand.
      Viele in der westlichen Welt meinen, die Terroraktionen der Araber seien auf die „Siedlungen“ zurückzuführen. Aber Terror gab es weit bevor Israel überhaupt die Möglichkeit hatte, ab 1967 Wohnungen in J & S zu bauen: z.B. Massaker 1929 in Hebron und 1947 in Gush Etzion.
      Die USA drängten auf „Siedlungsstop“, der dann auch zehn Monate eingehalten wurde, ohne dass dies zur Beruhigung beigetragen hätte. Die „Palästinenser“ beanspruchen das gesamte Gebiet! Dann wären 313‘000 Juden betroffen und jeder Punkt Israels wäre durch feindliche Geschosse erreichbar.

        Joel 4, 2: „ICH werde (im Tal Joshafat) mit ihnen ins Gericht gehen wegen Meines Volkes und Meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und Mein Land haben sie geteilt…“

        6.) Jerusalem

        Seit dem Jahr 2000 gab es dort 600 Anschläge, mit über 200 Toten und 1.600 Verletzten.
        Jerusalem mit seinen 789‘000 Einwohnern (2/3 Juden, 1/3 Araber) ist Brennpunkt der Auseinandersetzungen – warum? Dort gab es und wird es geben die entscheidendsten Ereignisse der Heilsgeschichte! Und:

          Denn der HERR hat Zion erwählt, hat ihn begehrt zu Seiner Wohnstätte: ´Dies ist Meine Ruhestatt für immer, hier will ICH wohnen, denn Ich habe ihn begehrt“ (Ps. 132).

          Selbst die USA erkennen Jerusalem nicht als Hauptstadt an und Ost-Jerusalem nicht als Teil Israels. Die PA beansprucht Israels Hauptstadt als Hauptstadt eines Palästinenser-Staates, obwohl sie nie im Koran erwähnt ist (Im AT über 600 x, im NT 157 x). Die Araber bedienen sich immer wieder unverschämter Lügen: Ein Imam: „Jedermann weiss, dass die Alaksa-Moschee gebaut wurde, als Abraham noch nicht einmal geboren war“.

          Ost-Jerusalem wird international nicht als zu Israel gehörend anerkannt. Aber was ist eigentlich Ost-Jerusalem? Nicht nur Gebiete bis zum Ölberg, sondern z.B. auch ein Ring von Orten und Ortsteilen, die seit 1967 um die Stadt gebaut wurden, z.B. Ramot und Maale Adumim mit je 40‘000 Einwohnern und Gilo. Übrigens: Wohin wird der Messias wiederkommen? Nach Ost-Jerusalem!
          Zwei politische Lösungen werden immer wieder diskutiert: Teilung der Stadt und Internationalisierung des „Heiligen Beckens“ mit Tempelberg und Klagemauer. Aber letztlich sind die Politiker am Ende ihres Lateins.

            „Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? Es treten auf Könige der Erde, und Fürsten tun sich zusammen gegen den HERRN und Seinen Gesalbten: ´Lasst uns zerreissen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!´ Der im Himmel thront, lacht, der HERR spottet über sie. Dann spricht ER sie an in Seinem Zorn, in Seiner Zornglut schreckt ER sie: ´Habe doch ICH Meinen König geweiht auf Zion, Meinem heiligen Berg!“ (Ps. 2, 1 ff.)
             „Zion sagt: Verlassen hat mich der HERR…ICH werde dich niemals vergessen. Siehe, in Meine beiden Handflächen habe ICH dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor Mir“ (Jes. 49, 14 ff.)
            „ICH eifere mit grossem Eifer für Jerusalem und für Zion, und mit grossem Zorn zürne ICH über die stolzen Nationen“ (Sach. 1, 14f.)

            7.) „Rückkehr von arabischen Flüchtlingen“

            1948 hatten ca. 460‘000 - 600.000 Araber auf Anraten der eigenen Führung das neu geschaffene Israel verlassen, bis Israel vernichtet sei. Aber Gott schenkte Israel Sieg, und seitdem gibt es „palästinensische“ Flüchtlingslager, die trotz israelischen Drängens nie durch die UNO aufgelöst wurden, um eine offene Wunde für politische Zwecke zu behalten.
            Von den 850.000 Juden, die gezwungen waren, arabisch/moslemische Länder zu verlassen, spricht keiner als von einem Flüchtlingsproblem.
            Weder das internationale Staatsangehörigkeitsrecht, noch das Flüchtlingsrecht, noch das Humanitäre Völkerrecht oder das internationale Strafrecht verpflichten Israel, Palästinenser aufzunehmen oder ihnen Staatsbürgerschaft zu gewähren.
            Abbas: „Wir werden auch nach Anerkennung eines Palästinenser-Staates durch die UNO die Rückkehr der Flüchtlinge in ihre usprünglichen Wohnungen innerhalb(!) Israels fordern. Die PLO repräsentiert alle 8 Millionen Palästinenser in der Welt“.
            Warum ist Israel gegen die „Flüchtlingsrückkehr? Weil dadurch die bei Staatsgründung auch von der UNO gewollte Identität des Staates als Heimat der Juden untergraben werden würde.

            8.) Gründung eines Palästinenser-Staates

            Die sog. 2-Staaten-Idee — ein palästinensischer Staat an der Seite Israels“ – ist eine  Importware aus USA. Aber: der neue Staat wäre gar nicht an der „Seite“, sondern mittendrin (J&S) und – weder Fatah noch Hamas wollen einen zweiten Staat. Sie wollen nur einen (arabischen) Staat!
            Netanyahu hatte sich widerstrebend der 2-Staaten-Idee angeschlossen und  strebte eine Vereinbarung mit PA an. Abbas weigert sich zu verhandeln, wenn nicht der Siedlungsbau aufgegeben werde. Er beantragte am 22.9.11 vor der UNO die Anerkennung eines Staates „Palästina“ als 194. UN-Mitglied und teilte mit: „Nach Errichten eines Palästinenser-Staates weisen wir kategorisch jegliche jüdische Präsenz in den palästinensischen Gebieten zurück“.
            Ihm geht es um Anerkennung der „67er Grenzen“, wobei er in Wahrheit die Waffenstillstandlinien vor dem Sechstagekrieg, also die von 1949 meint. Damit wäre ein geteiltes Jerusalem die Folge und die Klagemauer wieder für Juden unzugänglich….

              „Der HERR macht zunichte den Ratschluss der Nationen, ER vereitelt die Gedanken der Völker. Der Ratschluss des HERRN hat ewig Bestand, die Gedanken Seines Herzens von Geschlecht zu Geschlecht“ (Ps. 33, 10 f.)
              Und was sagt der HERR, wie ER in der letzten Zeit mit Israel verfahren wird?

            Lesen wir Zeph. 3, 14-17+20!

              Warum eigentlich diese wunderbare Zusage an Israel? „Nicht um euretwillen handele ICH, Haus Israel, sondern um Meines heiligen Namens willen…“ (Hes. 36, 22)

            Wie regieren wir nun auf das Gehörte? Unser HERR fordert uns unmissverständlich auf: „Ihr, die ihr den HERRN erinnert, gönnt euch keine Ruhe und lasst Ihm keine Ruhe (!), bis ER Jerusalem wieder aufrichtet und bis ER es zum Lobpreis macht auf Erden!“ (Jes. 62, 6 f.).

Winfried Balke, Oktober 2011
(Diesen Vortrag hat W. Balke vor unserer Reisegruppe in Ginosar gehalten)


Es ist paradox: Touristenboom einerseits – Teuerung für die Bevölkerung andererseits

 

Protest gegen Teuerungen

Der Krisenherd Nahost mit seinen derzeitigen Hauptbrandherden Ägypten und Tunesien, und in kleinerem Masse auch Jordanien, drängt das innenpolitische Geschehen in Israel seit Wochen mehrheitlich in den Hintergrund. Dabei sind verschiedene Entwicklungen durchaus dazu angetan, das politische wie auch gesellschaftliche Gefüge in Israel zumindest vorübergehend zu erschüttern.
Es geht zentral um teils massive Preiserhöhungen für Brot, Wasser, Benzin, städtische Steuern, öffentlichen Verkehr, aber auch für zahlreiche Konsumgüter wie Tee, Kaffee, Textilien oder Käse. Gemäss vorliegenden Statistiken erhöhen sich die monatlichen Ausgaben einer israelischen Durchschnittsfamilie im Falle einer Verwirklichung aller Anfang der Woche geplanten Preissteigerungen wie folgt (alle Preise in Schekel): Die monatlichen Einkäufe im Supermarkt von 2310 auf 3360, die Kosten für Tageskindergärten von 1900 auf 2300, die Schulgelder pro Kind von 650 auf 680, die Wasserrechnung eines Haushaltes würde von 75 auf 128 Schekel steigen, während Autofahrer an der Tankstelle 1260 statt bisher 945 Schekel zahlen müssten. Und das sind nur einige Beispiele.

Christen lindern Not in Israel
Unser christliches Hilfswerk lindert Not in Israel – dank Ihrer Spenden. Dafür danken wir Ihnen von Herzen. Ohne Ihre Mithilfe könnten wir unsere wertvolle Arbeit nicht ausführen.

Tachles, 11. Feb. 2011. (Artikel gekürzt)