Gründer und Präsident
KURT WENGER


 


Gemeinde-Info Lebendiges Israel


Leiter: Gleb Samburski

Liebe Brüder und Schwestern

Ich wünsche euch Gottes Erquickung in eurem geistlichen Leben. Wir möchten euch Anteil geben an dem, was Gott im vergangenen Jahr gewirkt hat. 2015 konnten wir zwei neue Gemeinschaftshäuser eröffnen: in Rishon LeZion (Grossraum Tel Aviv) und in Eilat (im Süden des Landes).

In der Gemeinde in Eilat liegt der Schwerpunkt auf dem Gebet: Jeden Abend gibt es ein Gebetstreffen. Auch Leute aus der Stadt nehmen daran teil.

Im Gespräch mit Drogensüchtigen auf den Strassen von Tel Aviv.
Unser Haus in Rishon LeZion besteht seit einem halben Jahr. Gott selbst bringt die Leute dorthin. Die im Haus leben, konzentrieren sich auf Menschen mit Familienproblemen. Einzelne Familien erhalten schon Hilfe, indem sie im Haus leben können und Beratung erhalten. Andere Mitarbeiter, die in diesem Haus wohnen, konzentrieren sich in ihrem Dienst auf ein Café in Tel Aviv, das wir bald eröffnen wollen. Es soll ein Ort sein, wo Obdachlose und Suchtkranke ein wenig Ruhe finden, zu essen bekommen und die gute Nachricht hören.

Bitte betet für dieses Café-Projekt um Weisheit, dass wir alle nötigen Papiere vorlegen und die Finanzen für die Miete aufbringen können. Betet auch schon für die Leute, die das Café besuchen werden, dass sie Gottes Liebe spüren und ihr Herz öffnen.

Im Norden des Landes führten wir im vergangenen Jahr einen Alpha-Kurs durch. Yuri und Diana Ivanov leiten dieses Projekt. Viele Leute wurden ausgebildet, um selbst Alpha-Kurse durchführen zu können, und Menschen, die noch nicht an Jesus glauben, beginnen zu den Treffen zu kommen.

Teilnehmer der Alpha-Kurs-Schulung.
Wir begannen auch mit einem "Treffen für Väter" für Männer aus verschiedenen Gemeinden von "Lebendiges Israel". Wir wollen alle 1-2 Monate zusammenkommen, um zu beten und über verschiedene Themen zu diskutieren wie etwa Kinder, Familienleben, Schwierigkeiten und Gemeindeleben.

Viele Menschen konnten im vergangenen Jahr für Gottes Reich gewonnen werden. In unseren Gemeinden wurden etwa 15 Kinder geboren. Wir danken Gott für das neue Leben. Wir danken euch für eure treuen Gebete und für eure Unterstützung unseres Dienstes. Möge Gott euch und eure Gemeinden reich segnen!

Gleb Samburski



 Gaben für die evangelistische Arbeit von "Lebendiges Israel"
werden gern weitergeleitet. 




Heim für Holocaust-Überlebende in Haifa


Bericht von Silvia Pfeil


Shoshanna Kolmer, 97.
Laut Statistik leben in Israel noch etwa 189'000 Holocaust-Über-lebende, 45'000 davon unter der Armutsgrenze. Zwei Drittel davon sind Frauen und 40 Prozent älter als 86.

Seit ein paar Jahren unterstützt Rea Israel die lohnenswerte Arbeit des Heimes für Holocaust-Überlebende in Haifa. Im April 2016 hatte ich, Silvia Pfeil, das Vorrecht, das Heim persönlich zu besuchen.

Das Heim begann 2001 als ein Haus für bedürftige Menschen, denen man Lebensmittel verteilte. Nach und nach zogen jene Bewohner aus, und man konnte die leergewordenen Wohnungen mieten. Damit begann langsam ein Dienst für Holocaust-Überlebende.

Das Hauptgebäude wurde im Jahr 2010 bezogen und bietet Holocaust-Überlebenden einen Lebensabend in Würde und Gemeinschaft. Zum Altersheim gehören verschiedene angemietete Wohnungen, wobei sich die meisten in derselben Strasse befinden, und die zurzeit 85 Bewohnern Platz bieten. Die Warteliste für neue Gäste ist lang. Sobald man weitere Wohnungen in den Wohnblocks der Nachbarschaft dazu mieten kann, können noch mehr Holocaust-Überlebende aufgenommen werden.

Das Heim bekommt keine staatliche Unterstützung, steht jedoch voll und ganz unter der Aufsicht der Gesundheitsbehörde. Dieser Dienst wird von der Christlichen Botschaft Jerusalem unterstützt. Die Betreuer und die medizinischen Personen kümmern sich liebevoll um diese Menschen. Gründer und Leiter dieser kostbaren Arbeit ist Shimon Sabag.

Die Holocaust-Überlebenden sind zwischen 85 und 100 Jahre alt. Diese letzte Generation von Überlebenden waren entweder Kinder, Teenager oder junge Erwachsene während des Holocausts. Im Alter wird das Kurzzeitgedächtnis immer schwächer, jedoch das Langzeitgedächtnis funktioniert noch gut, und dabei kommen längst vergangene Erlebnisse wieder hoch. Diese Menschen schlafen oft schlecht, weil ihre schreckliche Vergangenheit sie quält. In diesem Heim gibt es daher viele Möglichkeiten zur Beschäftigung und Ablenkung wie Anlässe mit israelischen Volkstänzen, Konzerte, Gymnastik, Vorträge usw. Für das körperliche Wohlbefinden wird u.a. mit Massagen und medizinischer Hilfe gesorgt. Die verschiedenen Aktivitäten helfen daher, nicht im Leid des erlebten Holocausts zu versinken, sondern den Lebensabend in Würde zu geniessen.


Eines der Wohnhäuser des Heims.
Die Holocaust-Überlebende Shoshanna Kolmer besucht jeweils unsere Reisegruppen mit ihrer Betreuerin, wenn wir Halt in Haifa machen. Sie ist gebürtige Rumänin und spricht fliessend Deutsch. Ihre Betreuerin ist selbst Tochter von Holocaust-Überlebenden und hat ein einfühlsames Herz für diese Menschen. Shoshanna erzählt uns stets ergreifend aus ihrem Leben. Sie hat Auschwitz und andere Orte des Grauens überlebt und verlor derweil ihre ganze Familie. Noch jede Nacht träumt sie von ihrer schrecklichen Vergangenheit. Auf die Frage, wieso man sie so misshandelt habe, antwortet Shoshanna: "Weil ich Jüdin bin." Das Geschehen des Holocausts darf nicht vergessen gehen, darum ist sie bereit, darüber zu sprechen. Sie fühlt sich wohl im Heim und ist dankbar, dort seit bald vier Jahren wohnen zu dürfen.

Ein kleines Holocaust-Museum im Untergeschoss eines der gemieteten Häuser ist in Vorbereitung. So malte z.B. Manja Hellmann, selbst Bewohnerin des Heims, viele Bilder aus ihrer schrecklichen Vergangenheit. Ein Bild zeigt ihre Mutter im Konzentrationslager bei der Geburt ihres zweiten Kindes. Frau Hellmann war damals acht Jahre alt und erinnert sich noch klar daran, wie man ihrer Mutter erklärte, das Baby sei tot. Vermutet wird jedoch, dass die Nazis das Kind für sich behielten.

Die Räumlichkeiten dieses kleinen Museums sollen schwarz gestrichen werden. Besucher können die Bilder und Gegenstände betrachten und am Schluss ins helle Licht des Gartens hinaustreten, wo sie mit Holocaust-Überlebenden darüber ins Gespräch kommen können.

"Der Geist Gottes des Herrn ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Er hat mich gesandt, den Elenden gute Botschaft zu bringen, die zerbrochenen Herzen zu verbinden, zu verkündigen den Gefangenen die Freiheit, den Gebundenen, dass sie frei und ledig sein sollen." (aus Jesaja 60,1)


Das Heim für Holocaust-Überlebende ist ein Glaubenswerk. Shoshannas Betreuerin meinte, dass sie im Glauben leben und es jeden Monat eine neue Herausforderung sei, die vielen Mieten und Rechnungen bezahlen zu können.

Die Zeit läuft aus für diese kostbaren Menschen, und es bleibt nur noch eine geringe Möglichkeit, diesen Überlebenden die Liebe Gottes zu zeigen. Gerne darf man diese "helfenden Hände" im Dienst an den Holocaust-Überlebenden unterstützen!

Die hebräischen Worte auf dem Logo des Hauses bedeuten: helfende Hand.

 Gaben für "Holocaust-Überlebende" werden sehr gerne weitergeleitet. 




Obdachlosenarbeit Tel Aviv


Errettung in Israel, Wiederherstellung von Leben und Freiheit


Eine Arbeit unter Obdachlosen, Alkoholikern, Drogenabhängigen, Prostituierten und Armen. Internationaler Direktor: George Wehnes, Leiter in Israel: Genady Michaely

Ziel:

Den allmächtigen Gott zu ehren, indem biblisch fundierte Wiederherstellungsprogramme für bedürftige Männer und Frauen im Land Israel entstehen.



Liebe Freunde

Wir senden euch viele Grüsse! Im Gebet denken wir an euch. Wir beten um des Herrn Frieden und Segen über eurem Leben.

Der Fokus in diesem Rundbrief ist anders als gewohnt. Ich hoffe, dass ihr auch dadurch gesegnet seid. Gewöhnlich konzentrieren wir uns auf einen bestimmten Aspekt der Reha-Arbeit oder auf das Zeugnis eines unserer Reha-Männer. Für diesen Rundbrief fragten wir die Männer im Wiederherstellungsprogramm, ob sie euch Rundbriefempfängern einige Gedanken ihrer Wertschätzung äussern möchten. Auf dem Foto seht ihr eine Gruppe Männer mit Gena Michaely, unserem Leiter in Israel, (vorne in grünem Hemd). Hier lassen wir nun einige der Männer zu Wort kommen.

Sergey: Ich möchte euch allen für eure Unterstützung des Männer-Reha-Programms danken. Hier bekommen wir eine wunderbare Möglichkeit, über unser Leben nachzudenken und uns mit Hingabe nach Gott und Seinem Willen auszustrecken. Vielen Dank euch allen!

Pavel: Schalom, ihr Brüder, Schwestern und Freunde der Obdachlosenarbeit in Israel. Ich möchte euch für eure Unterstützung und Gebete für uns hier im Reha-Zentrum danken. Mit willigen Herzen kümmert ihr euch um Bedürftige. Möge Gott euch dies nebst eurer Grosszügigkeit vergelten.

Mark Ochman: Hallo, liebe Brüder und Schwestern! Ich möchte euch für eure Anteilnahme an diesem wichtigen Reha-Dienst danken. Es erwärmt mein Herz, wenn ich sehe, wie ihr Gott und den Menschen, welche noch in Sünde gebunden sind, dient. Ich wünsche euch Gottes reichen Segen. Vielen Dank!

Dmitry Zaidenko: Herzlichen Dank all denen, die grosszügig unsere Reha-Arbeit unterstützen. Ich schätze das so sehr. Danke für eure Hilfe. Wir erleben Reinigung von Sünde.

Stanislav Murtazac: Vielen Dank für eure finanzielle, moralische und geistliche Hilfe. Solche, die ihr Zuhause und ihr Lebensziel verloren haben, finden in diesem Reha-Haus Hilfe und Unterstützung. Dank eurer Hilfe haben wir neues Leben und Schönheit durch Jesus Christus bekommen.


Dmitri G. Mitarbeiter im Reha-Zentrum (Foto):

Schalom aus Israel!

Liebe Brüder und Schwestern. Vielen Dank für eure Mitarbeit und Hilfe. Dank euch bekommen unsere Reha-Männer eine Möglichkeit, von ihrer Gebundenheit und Abhängigkeit frei zu werden. Und wenn sie ihr Leben mit Gott versöhnt haben, können sie ein neues Leben beginnen. Jedes von euch trägt einen wichtigen Teil in unserem Dienst dazu bei. Wir alle danken Gott und beten für euch. Gott segne euch!

Abschliessendes Wort des Direktors: Nochmals ein herzliches Dankeschön für eure Unterstützung. Ihr gebt diesen Männern die Gelegenheit zu einem neuen Leben, einer Zukunft und Hoffnung — jetzt und in Ewigkeit.

Segensgrüsse von
George Wehnes



 Gaben für die Obdachlosenarbeit leiten wir gerne weiter. 




Meir Panim lanciert Aktion Schabbat–Brote






Die Hilfsorganisation Meir Panim beginnt mit einem neuen Projekt. Es nennt sich "Aktion Schabbat-Brote".
Meir Panim ist bekannt für seine Gratis-Restaurants (Suppenküchen) in Israel, die jedermann offen stehen. 1,75 Millionen Israelis leben unter der Armutsgrenze. Davon gehen 817'000 Kinder täglich hungrig zu Bett. Meir Panim kümmert sich in vielfacher Weise um diese Not.

Durch die Aktion Schabbat-Brote sollen bedürftige Menschen vor dem Schabbat erreicht werden. Meir Panim plant eine wöchentliche Verteilaktion von jeweils 3000 solcher feinen, traditionellen Challah-Brote (süssliche Schabbat-Brote).

Bereits verzeichnet diese lohnenswerte Aktion freudige Reaktionen der Empfänger.


 Gaben für Meir Panim leiten wir gerne weiter. 





Hilfe für christlich-irakische Flüchtlinge in Jordanien


Von Shmuel und Pamela Suran

"Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen." Gal. 6,10

Als der islamische Staat (IS) die Stadt Mosul und Umgebung im August 2014 beschlagnahmte, hatten die Christen die Wahl, sich für eine der folgenden Möglichkeiten zu entscheiden:
     1. zum Islam zu konvertieren
     2. ihren Besitz zurückzulassen und die Stadt zu verlassen
     3. umgebracht zu werden

Die Gegend der Ninive-Ebene ist die angestammte Heimat vieler tausend Christen und anderer Ethnien. Nebst ihren Drohungen attackierten die Mitglieder der berüchtigten militanten Gruppe IS diese christlichen Dörfer und Städte. Als Folge davon sahen sich Scharen von Menschen zur Flucht gezwungen. Sie mussten ihre Gemeinschaften verlassen und suchten Unterschlupf in Kurdistan. Einige von ihnen fanden den Weg ins sichere Jordanien. Die meisten von ihnen leben zurzeit unter schwierigen Verhältnissen in kleinen Zimmern oder Wohnungen, in Kirchen, Notunterkünften oder Flüchtlingslagern. Leider gibt es auch Flüchtlinge, aus deren Familien Personen vom IS entführt wurden. Diese Ungewissheit über ihr Verbleiben ist äusserst schmerzhaft.

Durch Ihre Spenden war es uns möglich, Flüchtlingsfamilien beizustehen. Wir konnten ihnen beim Bezahlen der Wohnungsmiete helfen sowie mit Lebensmittelpaketen, Kleidern, Medikamenten und anderen Sachen dienen. Wir beten für unsere geliebten irakischen Flüchtlinge, damit sie nach Gottes Zeitplan ihre Ausreisevisa für ein anderes Land bekommen.


Familien-Patenschaften

Kürzlich trafen wir Martin (neben Shmuel).

Pamela erzählt seine Geschichte:
Martin ist ein irakisch-assyrischer Christ. Durch Gottes Gnade kam er mit seiner Familie sicher in Amman (Jordanien) an und fand dort zu Jesus! Früher diente er in der kurdischen Peshmerga (Widerstandsgruppe) als Soldat. Als Peshmerga-Mitglied beobachtete er besonders die politischen und militanten Entwicklungen in seiner Gegend von Mosul und der Ninive-Ebene. Seine Geschichte hilft uns, das Geschehen noch besser zu verstehen, als damals der IS kam und die Stadt Mosul einnahm. Es ist daher wichtig, Martin im Zusammenhang mit seiner Aufgabe als Soldat in der Peshmerga Gruppe zu verstehen.

Im Jahr 1978 änderte Saddam Hussein die irakische Verfassung. Er legte fest, dass es im Irak nur noch zwei Völker gebe, nämlich Kurden und Araber. Die assyrischen Christen, die einheimische Bevölkerung des Iraks, wurden daher als christliche Kurden oder christliche Araber bezeichnet. Wer diese Veränderung akzeptierte, wurde toleriert. Wer sich dagegen wehrte und seine assyrisch-christliche Identität beibehalten wollte, wurde des Verrats beschuldigt und riskierte die Todesstrafe. Assyrische Christen im Nordirak gesellten sich daher zum kurdischen Widerstand und kämpften gegen das Regime. Heutzutage haben die assyrischen Christen keine Verbündeten mehr und fühlen sich nirgendwo im Irak sicher.

Während Saddam Hussein noch regierte, wurde Martin durch Saddams Truppen gefangen genommen, ins Gefängnis geworfen, gequält und zur Hinrichtung bestimmt. Sie rissen ihm alle oberen Zähne aus, brachen seine Finger und misshandelten ihn mit Elektroschocks. Noch heute leidet er als Folge davon an hohem Blutdruck und Diabetes. Es ist dem Peshmerga-General zu verdanken, dass er neue Zahnimplantate bekam und wieder lächeln kann.

Als Martin uns seine Geschichte erzählte, war sein Gesichtsausdruck sehr ernst. Er meinte: "Ich kannte in meinem Alltag nur Kämpfen und Gefängnis. Ein echter Glaube an Jesus war mir nicht bekannt."

Eines Nachts kamen Saddams Männer zu ihm ins Gefängnis und sagten, am nächsten Tag würde er nach Bagdad gebracht. Er wusste, dies bedeutete seine Hinrichtung. Doch in jener Nacht erschien ein helles Licht in seiner Zelle. Eine Hand streckte sich vom Himmel herab und berührte Martins Hand. Er dachte, er wäre der einzige, der dies erlebte. Doch auch seine Mitgefangenen hatten diese Erscheinung. Am nächsten Tag fiel Saddams Regime, und die Häftlinge wurden freigelassen!

Martin hatte auch folgendes Erlebnis bei der Peshmerga: Ein paar Jahre später war er mit einigen Soldaten auf Patrouille. Im Fahrzeug unterwegs, kam plötzlich ein Selbstmordattentäter auf sie zu. Martin hob sein Gewehr, zielte, doch bevor er abdrückte, erschoss ein Kamerad hinter ihm mit seiner M-16 den Attentäter. Zwar war dieser tot, doch die Bombe ging los und tötete einige Männer hinter Martin. Er selber blieb unverletzt. Die Soldaten meinten, er sei davon gekommen, weil er Christ sei.

Später arbeitete Martin für eine deutsche humanitäre Organisation. Er half irakischen Flüchtlingen in der Provinz Dohuk in der Nähe zur türkischen Grenze.

Als der IS im August 2014 Mosul eroberte, gab es etwa 300 Regierungssoldaten in der Stadt. Martin war noch immer ein Peshmerga-Soldat und erkannte sofort, was vor sich ging. Er sah, wie die irakischen Soldaten auf den Befehl von Premierminister Nouri-A-Maliki die grosse Stadt kampflos verliessen. Ja, er beobachtete, wie sie von den Bewohnern Zivilkleidung erbettelten, um beim Verlassen der Stadt vom IS nicht erkannt zu werden.

Mit ein paar weiteren Peshmerga-Soldaten begab sich Martin zur Mosul-Universität und evakuierte dort die christlichen Studentinnen, im Wissen, was der IS ihnen sonst antun würde,

Martin wusste genau, dass der IS alle Christen und Nicht-Muslime töten wollte. Die Bevölkerung wurde zwar beschwichtigt, wenn sie die "Jizya Steuer" bezahlten (islamische Unterjochungssteuer für Christen) sei alles in Ordnung. Doch Martin wusste, dass das eine Lüge war.

Der Premierminister Maliki war verärgert, dass die Peshmerga sich immer noch in Mosul aufhielten und drohte ihnen, sie mit der irakischen Luftwaffe zu bombardieren.

Aus diesen Gründen verliess er mit seiner Familie Mosul und reiste in den Norden in die Dohuk-Provinz. Von dort versuchte er, in die Türkei zu gelangen. Er erkannte diesen Weg jedoch als Sackgasse und reiste weiter nach Erbil in Kurdistan, wo er mit Hilfe von Kirche und Caritas einen Ausreiseantrag nach Jordanien stellte.

Die IS-Leute wussten, wo Martin sich befand und teilten ihm mit, er müsse seine Steuer bezahlen oder sie würden sein Haus in die Luft sprengen. Da er sich weigerte, erhielt er ein paar Tage später ein Foto, welches sein völlig zerstörtes Haus zeigte.

Seit Martin im Herbst 2014 nach Jordanien kam, ist er aktiv in der Gemeinschaft der irakischen Flüchtlinge tätig. Die grosse Veränderung kam, als er zu einer evangelischen Kirche eingeladen wurde. Dort erlebte er zum ersten Mal Lobpreis, Anbetung und Gebet, und durch die Predigt erkannte er sich als Sünder. Er tat Busse und schenkte sein Herz Jesus. Seither bedeutet ihm echtes Gebet viel. Oftmals verbringt er Stunden im Gebet. Martin hat ein grosses Herz für Flüchtlinge und ist sehr einfühlsam gegenüber Neuankommenden.
Viele Flüchtlinge, die sich vorher in Erbil aufhielten, kommen jetzt nach Amman. Nur hier können sie ein Ausreisevisum in ein anderes Land erhalten. Seit Anfang dieses Jahres 2016 kamen Tausende Familien neu hinzu.

Martin wohnt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Marka-Quartier in Amman, zusammen mit fünf weiteren Familienmitgliedern. Die Kinder gehen zur Schule in der Abouna Khalil Kirche. Durch Gottes Gnade wurde Martin zu einem völlig anderen Mann, der anderen verfolgten Christen dient, ja, Martin wird uns eine grosse Hilfe im "Stephanus-Projekt" sein.

"Stephanus-Projekt"

In unserem letzten Bericht schrieben wir über den Anfang dieses neuen Projektes: "Irakische Christen dienen irakischen Christen".

Wir haben die Notwendigkeit erkannt, dass es irakische Christen braucht, die ihren eigenen Landsleuten dienen. Mit Kurzseminaren über Jüngerschaft, Gebet und das Wort Gottes bilden wir ausgewählte Menschen aus, damit sie sich um die Bedürfnisse der wachsenden Flüchtlingsgemeinschaft kümmern können.

Im Februar konnten wir weitere sieben und im April nochmals fünf Familien-Patenschaften aufnehmen. Momentan unterstützen wir also 32 Familien. Vorbild ist uns die Bibelstelle in Apostelgeschichte 6,1-7. In Jerusalem wuchs die Gemeinde, und es bestand das Bedürfnis nach fähigen, gottesfürchtigen Männern, die den Menschen praktisch dienten. Stephanus war der erste dafür ausgewählte der sieben Diakone. Später wurde er zum ersten Märtyrer.

Für den Prozess der Auswahl brauchten wir ein paar Monate. Dies war nötig für den Pastor und den Direktor der jordanischen Arbeit, um die Personen, welche wir ausgesucht hatten, zu beobachten. Als wir im April nach Amman zurückkehrten, konnten wir jede dieser Berufungen bestätigen. Wir erkannten das Potenzial in ihnen, in einem Team ihrer Gemeinschaft zu dienen.

Fast täglich treffen neue Flüchtlinge ein. Es gilt, sie ausfindig zu machen und ihre Bedürfnisse zu erkennen. "Stephanus"-Teammitglieder werden ihnen beistehen, auch bei grundlegenden administrativen Dingen.

Zudem sollen sie ermutigt werden, zur Gemeinde zu kommen und Gottes Wort zu hören. Das Team wird geschult, mit Flüchtlingen zu beten und sich um deren leibliche und emotionale Bedürfnissen zu kümmern und beim Verteilen von Hilfsgütern mitzuhelfen.

Das Team besteht aus Mitgliedern der neuen zwölf Patenschaftsfamilien. Durch das Training erhalten sie eine gute Grundlage. Und wenn sie Jordanien verlassen, werden sie damit auch in ihrer neuen Heimat anderen Menschen oder ihren eigenen Landsleuten dienen können. Es war eine schöne und fröhliche Zeit, als wir alle Mitglieder dieses Teams zusammenkommen liessen, sie befragten, sie unterrichteten und sie sich gegenseitig kennenlernten.

Wir freuen uns bereits darauf, diese Beziehungen zu festigen und auch während weiteren Schulungen mit ihnen noch vertrauter zu werden. Diese Hilfstätigkeit ist auch eine wichtige Vorbereitung für den nächsten Schritt, eher ein Ausreisevisum für ein anderes Land zu bekommen.

Hilfe für christlich-irakische Flüchtlinge

Wenn Christen nicht helfen, wie würden sie überleben?
     CHF 200.- für eine Familien-Patenschaft (monatlich für Miete und Lebensmittelpakete)
     CHF 2'400.- für eine Familien-Patenschaft (ein Jahr)
     CHF 200.- an das Stephanus-Projekt
     CHF 50.- bis 100.- für Ventilatoren (Sommerhitze)
     CHF 100.- an Fonds für medizinische Notfälle
     CHF 200.- bis 400.- ans Marka-Schulprojekt (Schulgeld und Transport für ein Kind)

In Jordanien sind sie zwar sicher, doch arbeiten dürfen sie nicht und haben somit kein Einkommen. Es ist für Pamela und mich (Shmuel) eine Ehre, unseren vertriebenen Glaubensgeschwistern Hilfe aus Israel nach Jordanien zu bringen. Diese irakischen Gläubigen werden wohl nie mehr in ihre Heimat zurückkehren können, wenn diese unter der Kontrolle des IS steht oder die Häuser längst zerstört sind. Möge Gott Sie alle segnen, sein Angesicht über Ihnen scheinen lassen und Ihnen seinen Frieden schenken.

"Wahrlich, ich sage euch, was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan." Matth. 25,40



Herzliche Segensgrüsse
verbunden im Gebet und im Namen der Flüchtling
Pastor Shmuel und Pamela Suran

Anmerkung von Kurt Wenger: Im April habe ich besuchte ich wieder mit einer Gruppe das Land Israel Dort traf ich auch Shmuel und Pamela. Mich interessierte, wie es ihrer Gemeinde gehe. Doch Shmuel ist bereits über 70-jährig und pensioniert. Darum hat er Zeit, regelmässig nach Jordanien zu fahren. Das sei ihm eine Freude, sagt er. Als ich ihm einen Geldbetrag für seine Spesen geben wollte, wehrte er vehement ab und erklärte: "Mein lieber Kurt, die Not ist sooo gross. Ich tue das alles gerne ehrenamtlich!"

Nachtrag: Dr. Bashar, von dem wir im letzten Rundbrief berichteten, konnte inzwischen mit seiner Familie nach Australien ausreisen. Gott ist so gut!


 Gaben für "Irakische Flüchtlinge" leiten wir sehr gerne an
Shmuel Suran weiter. 





Islamisten verbrennen christliche Bücher


IRAK: Die IS-Terroristen vernichteten Bibeln und andere Schriften

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) hat in der von ihr besetzten irakischen Stadt Mossul (in der Bibel: Ninive) Hunderte christlicher Bücher verbrannt. Das zeigt ein von den Terroristen veröffentlichtes Video. Zu sehen ist, wie Mitglieder der "Religionspolizei" Des IS Bücher und Zeitschriften mit christlichen Titeln ins Feuer werfen. Der Mitschnitt trägt den Titel "Der Diwan der Erziehung zerstört christliche Lehrbücher in Mossul". Mit "Diwan der Erziehung" ist eine Abteilung der Religionspolizei gemeint, die der IS im Juni 2014 gegründet hat. Sie ist verantwortlich für die Anwendung des islamischen Rechts im Einflussgebiet der Tarnorganisation. Verfehlungen werden mit Auspeitschun-gen, Amputationen und Enthauptungen geahndet. Bereits im Februar vergangenen Jahres hatte die Religionspolizei rund 10'000 Bücher und 700 historische Manuskripte vernichtet. Damals begründete ein IS-Kämpfer die Zerstörung der Werke mit den Worten: "Diese Bücher fördern Untreue und rufen zum Ungehorsam gegenüber Allah auf. Des-halb müssen sie verbrannt werden." Ein Historiker aus Mossul, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben will, sagte der Assyrischen Nachrichtenagentur AINA, dass der IS 2014 damit begonnen habe, systematisch alle öffentlichen Bibliotheken und Museen nach in seinen Augen umstrittenen Büchern zu durchforschen und sie zu zerstören. Einige der Werke seien sehr alt und von unschätzbarem Wert. Bürgern, die versuchten, diese historischen Schriften zu schützen, drohe die Todesstrafe.

Aus ideaSpektrum