Gründer und Präsident
KURT WENGER

 

Ebenezer Operation Exodus

Ebenezer Operation Exodus


„Bringt meine Söhne von fern her und meine Töchter vom Ende der Erde“. Jesaja 43,6

In eindrucksvoller Erfüllung biblischer Prophetien kehrt das jüdische Volk nach 2000 Jahren in der Zerstreuung aus aller Welt wieder heim nach Israel. Seit der Staatsgründung 1948 machten bereits über drei Millionen Juden Aliyah (hebräisches Wort für Rückkehr).

Dies ist einmalig in der Geschichte der ganzen Menschheit, dass ein Volk Jahrtausende später in sein ursprüngliches Land zurückkehrt (Foto: Ankunft in Israel). Ein solches Wunder kann nur Gott vollbringen. Dies ist ein Zeichen und Weckruf an die Nationen für diese entscheidende Zeit.

Ebenezer Operation Exodus ist ein internationaler christlicher Dienst, der in 50 Ländern arbeitet und jüdische Menschen bei ihrer Rückkehr nach Israel unterstützt.

Zusätzlich mit der humanitären Hilfe wird „Liebe in Aktion“ demonstriert: Lebensmittelpakete, Winterstiefel, Kleidung, Decken, Schulausrüstung für Kinder und Arznei für Holocaustüberlebende gehören dazu. Jüdische Menschen, aber auch Christen erfahren durch diese Güter praktische Hilfe in ihrer Not.

Durch den weltweit zunehmenden Antisemitismus kehren jüdische Menschen mehr denn je nach Israel zürich Der Gott Israels ist daran, Seine Pläne und Absichten mit dem jüdischen Volk und der Gemeinde auszuführen. Er hat uns Christen berufen, sich an der Heimkehr des jüdischen Volkes zu beteiligen.

Durch die Kriegssituation in der Ost-Ukraine reisen zurzeit viele Juden nach Israel. Sie bangen um ihr Leben. Ihr Besitztum muss oft zurückgelassen werden. Anschläge in Paris und Kopenhagen haben die jüdische Gemeinschaft in ganz Europa erschüttert. Für Juden in Frankreich wird es zunehmend gefährlicher!

Das Ebenezer-Team in Frankreich hilft den jüdischen Menschen insbesondere durch zwei Projekte:

  • Unterstützung von armen und bedürftigen jüdischen Familien bei ihrem Ausreise-Prozess nach Israel. Um einer Person beistehen zu können, damit sie nach Israel ausreisen kann, benötigt man rund CHF 500.-
  • Ebenezer plant diesen Sommer einen Aliyah-Flug für 50-100 Personen aus Frankreich in Zusammenarbeit mit einer jüdischen Organisation. Die Kosten pro Person belaufen sich auf etwa CHF 1000.-

    Quelle: Ebenezer Operation Exodus
    Zusammengestellt von Silvia Pfeil



Spenden für diesen lohnenswerten Dienst mit dem Vermerk "Ebenezer", werden von Rea Israel gerne weitergeleitet.


Immanuel-Gemeinde mit Buchladen, Haifa

Buchladen, Haifa

Liebe Freunde

Der Winter war dieses Jahr intensiv, mit für Israel niedrigen Temperaturen und vielen Niederschlägen. Einmal brachten uns heftige Winde einen „Schlamm-Sturm“, einen Sandsturm, vermischt mit Regen, und aus dem Norden kam ein kleiner Tornado. Wir sind Gott dankbar für den Regen zu seiner Zeit.

  Weihnachtszeit und Evangelisation
Zurück aus Deuschland, waren wir ausgefüllt mit dem Vorbereiten von Weihnachtsfeiern und einer Jugendkonferenz, zudem empfingen wir Gäste aus verschiedenen Orten.

Unsere Stadt organisiert jährlich zur Weihnachtszeit jeden Samstag ein Fest, was eine wunderbare Gelegenheit ist, viele Leute mit Gottes Botschaft zu erreichen. Diesmal verteilten wir besondere kleine Geschenke: Abreisskalender mit Bibelversen auf Englisch, Arabisch und Russisch, was viel Freude bereitete.

Unsere Jugendlichen waren sehr aktiv und verschenkten 700 Kalender. Sie sprachen die Menschen an und boten ihnen ein kleines Geschenk an, das zur Jahreszeit passt. Viele blieben stehen um zu sehen, worum es sich handelte. Die Jugendlichen erklärten ihnen dann, dass dies Gottes Wort sei, das man täglich lesen könne. Es sei nicht nur ein Geschenk, sondern ein Segen. Sie forderten die Leute auf, die Geburt Jesu zu feiern, aber auch zuzulassen, dass Jesus in ihrem Leben geboren werde und Raum bekomme. Viele nahmen das Geschenk an. Daneben gibt es stets auch solche, die nichts davon hören wollen.
    
Bitte betet für den Buchladen und besonders dafür, dass wir unser Lager an Bibeln und Büchern wieder auffüllen können. Wir brauchen dringend Spenden dafür.  

  Ein katholischer Priester
In der Weihnachtszeit kam ein katholischer Priester in den Buchladen. Ich, Elizabeth, war dort. Ich begrüsste ihn und fragte, wie ich ihm helfen könne. Er antwortete, er sei auf dem Weg ins Krankenhaus und brauche dringend 50 arabische Bibeln, um sie an die Kranken zu verteilen. Ich versicherte ihm, er könne auch mehr haben, doch er meinte, 50 seien genug. Ich gab sie ihm, und er verliess glücklich den Laden. Doch ich war noch glücklicher, denn dies war ein besonderer Tag: Ein katholischer Priester hatte in einem evangelischen Buchladen nach Bibeln gefragt. Bisher war es eher so gewesen, dass die Leute in den katholischen Kirchen davor gewarnt wurden, unsere Bücher und Bibeln anzunehmen, weil wir „Schafe von der katholischen Kirche stehlen“ würden. Dass dieser Priester bei uns um Bibeln bat, beweist, dass die Bibel die gleiche ist und bleibt. Der Herr erinnerte mich an Offenbarung 22,18-19 und dass Gottes Wort immer dasselbe ist und sich nicht verändert. Ich freute mich riesig über diese Begegnung.

  Weihnachtseinsatz
2013 hatten wir an Weihnachten die Krebsstation im Krankenhaus besucht und ein besonderes Programm für die kranken Kinder zusammengestellt, in dem wir Gottes Liebe und seine Botschaft weitergaben. 2014 beschlossen wir, etwas anderes zu machen. In einer Vorstandssitzung legte es uns der Herr aufs Herz, armen Familien zu helfen, die wegen ihrer finanziellen Situation nicht Weihnachten feiern konnten. Alle Familien unserer Gemeinde legten ein Opfer zusammen, und obwohl unsere Gemeindeglieder alles andere als reich sind, konnten wir damit 30 Hilfspakete mit guten Lebensmitteln kaufen.

  Pläne für zukünftige Einsätze
Die jungen Leute sind in unserer Gemeinde sehr aktiv. Der Herr gab unserem Jugendpastor Ibrahim und unserer Tochter Kareen die Vision, die Jugendlichen aller evangelikalen Gemeinden in Haifa zu vereinen, um gemeinsam einen Plan zu schmieden, wie noch mehr Jugendliche mit Gottes Botschaft erreicht werden können. Der Herr segnete diese Vision, und die meisten Jugendlichen aus den Gemeinden in Haifa machten mit; kürzlich kamen sogar noch zwei Gemeinden aus Nazareth hinzu. Gemeinsam wollen sie einen Jugend-Lobpreis-Tag organisieren, zu dem sie auch ihre noch nicht gläubigen Freunde einladen wollen. Bitte betet, dass Gott ihre Herzen berührt. Bitte betet um Weisheit für Ibrahim und Kareen.

  Najeebs 50. Geburtstag
Wir danken allen, die Grüsse zu Najeebs 50. Geburtstag geschickt haben. Es gab für ihn eine Überraschungsfeier – er hatte nichts geahnt! Als er in den Gemeindesaal kam, wurde er von hundert Freunden und Familienangehörigen gefeiert, die an schön dekorierten Tischen sassen. Vor dem Essen erzählten einige Gäste kurz, was Najeeb ihnen bedeutet. Diese Zeugnisse von Juden und Arabern waren erstaunlich. Manche bezeugten, wie sie durch Najeebs Zeugnis aus einem Leben in Drogen und Kriminalität heraus gerettet wurden. Dann gab es Video-Gruss­bot­schaf­ten aus ganz Europa, manche in Deutsch, andere in Englisch, ja sogar Grüsse eines Ehepaars aus Ghana, das jetzt in London lebt. Unter den Gästen waren Juden, Palästinenser und israelische Araber – alle eins im Messias.
    
Später zeigten wir ein Video über Najeebs Leben von seiner Kindheit bis zu seinem heutigen Dienst für den Herrn. Besonders bewegend war die Tatsache, dass seine Mutter ihn als Jungen in Priestergewänder kleidete und betete, er möge eines Tages Gott dienen. Auch in den Jahren, als er auf Abwege geriet, wachte Gott über Najeeb und bereitete ihn für seine Berufung vor.

Zum Schluss möchten wir noch zwei wichtige Anliegen vorbringen.


  Das christliche Soldatenzentrum
Wir haben eine Nonprofit-Organisation dafür gegründet, die mittlerweile staatlich anerkannt ist. Das Zentrum soll arabische Soldaten aufnehmen, die zuhause oder in ihrer Gemeinschaft abgelehnt werden. Sie sollen sich hier an ihren Freitagen erholen können und Beratung bekommen. Wir möchten sie auch mit Basis-Aus­rüs­tungs­artikeln versorgen, wenn sie sich diese nicht leisten können, damit sie voll ausgerüstet in den Armeedienst einrücken können.
    
Wir konnten die Miete für das Grundstück für die nächsten sechs Monate bezahlen. Jetzt brauchen wir noch zwei Wohncontainer, die mit Dusche und WC ausgerüstet sind. Wir rechnen dafür mit 52'000 Schekeln (rund 12'000 CHF). Diese müssen wir dann noch mit Betten, Stühlen und Tischen einrichten. Bitte betet dafür. Es ist ein Wunder, dass so viele Araber sich der israelischen Armee anschliessen. Wir als Gläubige können ihnen helfen und denen, die keinen lebendigen Glauben an Gott haben, seine Botschaft weitergeben. Wir haben darin eine grosse Möglichkeit, aber auch eine Verantwortung, und die israelische Armee steht voll hinter uns!
    
In diesem Zusammenhang besuchte der jüdisch-orthodoxe Leiter der militärischen Sicherheitsbehörde unseren Sonntagsgottesdienst in der Immanuel-Gemeinde. Er sprach auf Arabisch zur Gemeinde und sagte, er fühle sich geehrt, an einer solchen Versammlung teilzunehmen. Er sah die Menora, den siebenarmigen Leuchter, der an prominenter Stelle in unserem Saal steht (und als typisches Symbol für das Judentum gilt), und verstand, dass er unter Freunden ist. Wir sehen, wie gross­artige Dinge geschehen und brauchen eure Gebete und eure Unterstützung.

 

  Evangelisation in Deutzschland
Am 19. Februar wird unser Sohn Tino den Abschluss seiner militärischen Grundausbildung feiern. Danach fliegen wir für einen längeren Einsatz nach Deutschland. Wir sehen uns als Evangelisten, und Gott hat in Essen Türen geöffnet, damit noch mehr Leute zum Glauben kommen. Im November, bei unserem letzten Besuch in Deutschland, konnten wir eine Gemeinde mit neuen Gläubigen gründen, die aus Flüchtlingen aus Syrien, dem Irak, Ägypten und anderen Ländern besteht. Seither hat der Herr uns gerufen, nach Deutschland zurückzukehren, um die Gläubigen zu ermutigen und die Gemeinde weiter zu bauen. Deshalb wollen wir diesmal 2-3 Monate bleiben. Wir reisen im Vertrauen auf Gott, denn wir haben keine Unterstützung für diesen Dienst zugesichert bekommen. Bitte betet für diesen Einsatz, um Kraft und Weisheit, wie diese Gemeinde aufgebaut werden soll. Betet aber auch für die Immanuel-Gemeinde hier in Haifa, dass der Herr sie befähigt, den Dienst weiterzuführen, da die Gemeinde in letzter Zeit gewachsen ist.
    
Wir hoffen, dass wir eine weitere Gemeinde gründen und die Botschaft des Messias und der Versöhnung zwischen Juden und Arabern verbreiten können. Viele nehmen Gottes Rettungsangebot an und Iraker, Syrer und Ägypter beginnen, Gottes Plan und Liebe zu Israel zu erkennen. Dies ist eine grossartige Gelegenheit, die Botschaft der Versöhnung auch in Europa weiterzugeben. — Wir dienen auch gerne in anderen Kirchen und Gemeinden.
    
Eine irakische Gruppe, die in Haifa zu Besuch war, besuchte mit uns die Klagemauer in Jerusalem. Die Juden, die dort beteten, staunten, dass die irakischen Christen den Gott Israels lobten, und segneten sie. Einer der irakischen Pastoren sagte seiner Gruppe: „Wer Israel nicht gesehen hat, hat Gott nicht gesehen!“ Trotz aller Schwierigkeiten leben wir in einer wunderbaren, aufregenden Zeit.



  Bitte betet
u für unsere Zeit in Deutschland und für die vielen Flüchtlinge, denen wir dort begegnen werden.
u für unsere wachsende Gemeinde in Haifa, die jetzt für einige Zeit ohne uns auskommen muss.
u für das christliche Soldatenzentrum.
u für unseren Sohn Tino und andere gläubige jüdische und arabische Soldaten in der Armee.

Der Herr segne euch für eure Gebete!
In der Liebe zu unserem Herrn Jesus verbunden,

Rev. Najeeb und Elizabeth Atteih


Obdachlosenarbeit in Tel Aviv

Tel Aviv

Eine Arbeit unter Obdachlosen, Alkoholikern, Drogenabhängigen, Prostituierten und Armen.
 Internationaler Direktor:
George Wehnes, Leiter in Israel: Genady Michaely


Ist das nicht eine wunderbare Jahreszeit, wenn wir sehen, wie neues Leben erwacht? Wo immer man hingeht, sieht man Blumen und blühende Bäume. Frühling ist die Jahreszeit, die Gott uns als Geschenk zur Erinnerung an seine Verheissung gab. Frühling ist ein Geschenk voller Schönheit. Gott demonstriert dadurch, wie aus dem eintönigen Grau, aus Härte und Schwere etwas Schönes entsteht. „Er ist aus dem Grab gestiegen mit einem gewaltigen Sieg über seine Feinde.“

Frühling erinnert uns auch daran, dass neues Leben nicht weit entfernt ist. Das Leben macht so manche Kurven und bringt Schwierigkeiten mit sich. Oftmals entstehen sogar Situationen, die zu überwinden unmöglich scheint. Doch Gottes Gnade ist überfliessend, und wir erinnern uns daran, dass das neue Leben darauf wartet, durchbrechen zu können. Frühling ist eine Verheissung. Gott sagt uns in der Bibel  „Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Ich werde euch Ruhe geben. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir! Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen.“ Matthäus 11,28-29

In den Strassen von Tel Aviv leben Arme, Obdachlose und Hungrige. Für sie bedeutet jeder Tag fast dasselbe: Einsamkeit, Hunger und Not. Sie leben nur gerade für den jeweiligen Tag, denn der morgige Tag hat seine eigene beängstigende Schwere mit Unsicherheit, Angst und Furcht.

Ihre Unterstützung, liebe Spenderinnen und Spender, wird so sehr gebraucht, damit wir Hilfe und Hoffnung weitergeben können. Dadurch darf neues Leben die Ungewissheit und Not verdrängen.
 
Das Angebot des neuen Lebens beschränkt sich nicht nur auf Obdachlose, Abhängige und solche, die im Menschenhandel verstrickt sind, sondern gilt genauso der Mehrheit der Israelis, die in der Dunkelheit der Sünde leben. Israel ist von Feinden umgeben, das es zerstören will. Auch diese Menschen halten Ausschau nach Hoffnung. Sie alle warten auf den „Frühling“ und das neue Leben. Wenn Sie in diesen Dienst investieren, kann die gute Nachricht zu den Obdachlosen und Armen gebracht werden und erreicht sozusagen die israelische Gesellschaft.

Durch Ihre Spenden können wir manchen Obdachlosen eine Unterkunft bieten und mit Essen und Kleidung versorgen. Zudem kann die Zusage eines neuen Lebens denjenigen auf der Strasse Wohnenden angeboten werden. Wenn sich dann das Leben dieser Menschen durch das Evangelium verändert, gehen auch sie wiederum auf die Strasse und sprechen mit den Bedürftigen über das neue Leben und erreichen somit die Gesellschaft. Ihre Anteilnahme an diesem Dienst ermöglicht es uns somit, die Männer-Reha-Arbeit in der Gegend von Tel Aviv zu führen. Im Foto links sehen Sie die Männer  beim Morgen-Bibelstudium. Es ist noch nicht allzu lange her, dass es ihnen genauso erging, wie den bettelnden Männern auf der Strasse in Tel Aviv.

Alle diese Männer kommen von der Strasse Tel Avivs, ausgenommen Gene, unser israelischer Hauptleiter, und Dmitri, unser Reha-Leiter. Die Reha-Männer waren einst drogen- und alkoholabhängig, ohne Hoffnung. Heute leben sie sicher. Ihr Leben wird durch die Kraft des Herrn verwandelt. Das ist die Kraft, welche vom Tod, der Auferstehung und Himmelfahrt Jesu kommt. Diese Auferstehungskraft feiern wir an Pessach und Ostern.

Ihre Gabe für die Obdachlosenarbeit „Rescue in Israel“ bewirkt positive Veränderung. Obdachlose bekommen Unterkunft. Arme erhalten zu essen. Israel wird dadurch zu einem besseren Ort, weil Sie sich darum kümmern.

Für viele in unserem Programm beginnt es mit einem Essen. Die Männer, welche bereits im Wiederherstellungsprogramm involviert sind, kochen und servieren diese Mahlzeiten selbst. Danach essen sie gemeinsam mit den Menschen von der Strasse. Unsere Reha-Männer sind ein Zeugnis, wie aus einem Leben als verzweifelter Obdachloser neues Leben entstehen kann. Ihr Leben ist lebendiges Zeugniss der Veränderung durch unseren auferstandenen Herrn Jesus Christus.

All dies darf geschehen, weil Sie gerne geben, damit andere die gute Nachricht hören können. Vielen Dank!

George Wehnes, Internationaler Direktor


Spenden mit dem Vermerk "Obdachlosenarbeit" werden von Rea Israel gerne direkt weitergeleitet.



Scho‘ah-άberlebende

Holocaust-
überlebende

Etwa 45‘000 Holocaust-Überlebende in Israel leben unterhalb der Armutsgrenze. Das geht aus einem aktuellen Bericht anlässlich des bevorstehenden Gedenktages „Jom HaScho‘ah“ hervor. Indes würdigte die Armee die Opfer in besonderer Weise.

Derzeit leben noch rund 189‘000 Menschen in Israel, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten entronnen sind. Zwei Drittel von ihnen sind Frauen. 40 Prozent sind älter als 86. Dies hat die Stiftung für das Wohl der Scho‘ah- Überlebenden in Israel mitgeteilt. Am Donnerstag begeht der jüdische Staat den Gedenktag für den Holocaust und das Heldentum, Jom HaScho‘ah.

Dem Bericht der Stiftung zufolge sterben in Israel täglich 40 Überlebende, pro Monat sind es 1.‘200 und innerhalb eines Jahres 14‘200. Für das Jahr 2018 ist damit zu rechnen, dass noch 118‘000 Scho‘ah-Opfer im jüdischen Staat leben werden.

Von den Überlebenden befinden sich ungefähr 45‘000 unterhalb der Armutsgrenze, haben also monatlich weniger als umgerechnet 700 Euro Einkommen. Bei der Stiftung gingen im vergangenen Jahr 60‘398 Einträge auf Unterstützung ein. Insgesamt wurden 194‘000 Gesuche bearbeitet. Wegen ihrer wirtschaftlichen Lage haben 25 Prozent der Opfer auf medizinische Versorgung verzichtet, 2013 betrug der Anteil noch 17 Prozent. Die Quote derjenigen, die sich wegen ihrer finanziellen Not bei der Nahrung einschränkten, erhöhte sich von 19 auf 30 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Überlebenden gibt die Stiftung mit 83,3 Jahren an. Ein Drittel lebt allein. Gesundheitliche Probleme haben 73 Prozent. Zudem benötigen 65 Prozent Hilfe bei Verrichtungen des täglichen Lebens wie dem Einkauf. 45 Prozent fühlen sich oft oder zuweilen einsam. Mindestens einmal in der Woche erhalten 60 Prozent Besuch von Verwandten. Dass alte Menschen, die nicht vom Holocaust betroffen sind, die gleiche Hilfe vom Staat erhalten sollten wie sie selbst, meinen 49 Prozent der Opfer.

Erstmals hat die Stiftung auch Israelis aus der zweiten und dritten Generation befragt. Von ihnen unterstützen 43 Prozent ihre Angehörigen finanziell, weitere 13 Pro­zent haben dies früher getan. Dass die Scho‘ah einen wesentlichen Bestandteil ihrer Identität darstellt, sagten 64 Prozent. Ferner führen 30 Prozent seelische oder gesundheitliche Probleme auf die furchtbaren Erlebnisse ihrer Angehörigen zurück. Was ihre Familienmitglieder im Holocaust durchgemacht haben, wissen rund 90 Prozent der Nachkommen.

„Aus der Katastrophe zur Verteidigung Israels“
Derweil beteiligten sich zahlreiche israelische Soldaten am Montag an dem traditionellen Projekt „Eine Blume für den Überlebenden“. Sie besuchten Überlebende der Judenvernichtung, brachten ihnen Blumen mit und liessen sich aus dem Leben der Opfer erzählen. Dies berichtet die Tageszeitung „Yediot Aharonot“.

Generalstabschef Gadi Eisenkot traf einen Auschwitz-Überlebenden aus Griechenland in Bat Jam. Dieser war in dem Vernichtungslager von seiner Familie getrennt worden, nur ein Onkel hatte überlebt. Der Militärchef überreichte seinem Gastgeber eine Auszeichnung für dessen Verdienste um die israelische Armee. Heute sind fünf seiner Enkel beim Militär aktiv.

Das Forum des Generalstabs veranstaltete am Sonntag überdies eine Zeremonie in der Jerusalemer Gedenkstätte Yad Vashem. Eisenkot sagte laut der Tageszeitung „Ma‘ariv“: „Hier, in der Halle der Namen, erzählen die Bilder, die uns umgeben, mit ihrem Schweigen vom Leben, das gefällt wurde, von Familien, Freunden und kleinen Kindern. Ihre Erinnerung kann niemand auslöschen. Wir Mitglieder des Generalstabs der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte stehen heute hier, neigen unsere Häupter und gedenken der sechs Millionen Gefallenen. Sechs Millionen, deren einzige Sünde es war, Juden zu sein.“

Der Generalstabschef würdigte die Überlebenden, die sich nur wenige Jahre nach den grauenvollen Erlebnissen im Unabhängigkeitskrieg eingebracht hätten. „Aus der Katastrophe wanderten sie nach Eretz Israel ein, um für die Verteidigung des Staates zu kämpfen.“

Eisenkot zitierte auch aus 5. Mose 4,9: „Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben, und dass es nicht aus deinem Herzen kommt dein ganzes Leben lang. Und du sollst es deinen Kindern und Kindeskindern kundtun.“ Er sehe darin ein Testament, das zur Definition der Aufgabe des Sicherheitsapparates diene. „Wir, die Befehlshaber der israelischen Armee, deren Händen das Schicksal und die Zukunft des Staates Israel anbefohlen wurden, müssen in diesem Befehl ein Vorbild sehen.“

Altpräsident Schimon Peres sprach ebenfalls bei der Veranstaltung; „Der grösste Widerspruch in der Geschichte des jüdischen Volkes liegt darin, dass es als friedliebendes Volk geboren wurde, das Opfer von mehr Kriegen wurde als jedes andere Volk.“ Der Grund liege darin, dass „das jüdische Volk nicht nur seine Existenz verteidigt, sondern auch seinen Geist“. Das ehemalige Staatsoberhaupt ergänzte: „Das jüdische Volk hat sein Land mit derselben Energie verteidigt wie seine Torah .“

Solidarität auf dem Friedhof
Drei Tage vor dem Gedenktag wurde in Holon eine 92-jährige Überlebende beigesetzt, die keinerlei Angehörige hatte. In Auschwitz war sie Opfer von Menschenversuchen geworden und konnte deshalb keine Kinder zur Welt bringen. Doch die Israelis liessen sie auf ihrem letzten Wege nicht allein. In den sozialen Netzwerken wurde ein Aufruf veröffentlicht, der Juden bat, für die Beerdigung einen Minjan zu bilden. Das hebräische Wort bezeichnet die Zahl von zehn religionsmündigen Juden, die notwendig ist, damit ein jüdischer Gottesdienst stattfinden kann. Doch nicht nur zehn, sondern Hunderte folgten dem Aufruf und kamen nach Holon, um das Scho‘ah-Opfer zur Grabstätte zu geleiten. (eh)

Es müsste für die Holocaustüberlebenden der „Hölle auf Erden“, in Israel vom Staatswesen her, ein oberstes Gebot sein, diesen noch lebenden Zeugen des teuflischen Vernichtungswahns des jüdischen Volkes, alle Ehre und jede erdenkliche Lebenshilfe zukommen zu lassen. Denn sie waren Gottes „Werkzeuge“ zur „Geburt“ des Staates Israel und seiner Verteidigung bis heute. Ohne sie kein Staat, und ohne Land kein Frieden – sondern Antisemitismus, Verfolgung, Vertreibung, Enteignung, Versklavung, Ermordung. Gott ist tot – der „Fürst dieser Welt“ hätte gesiegt. Alle Staatsfeinde Israels, ob von innen oder aussen, werden sich nicht nur am Taumelbecher Jerusalem wundreissen, sondern in Ewigkeit!

Danke der israelischen Verteidigungsarmee für das Gedächtnis an diese noch lebenden Vorfahren, und Gottes Segen bei der Verteidigung seines Landes und Volkes, Schalom!

Aus Israelnetz April 2015