Gründer und Präsident
KURT WENGER

 

Wie meine Liebe zu Israel geboren wurde

Renata Wieland

Ich reise gerne, sehr gerne sogar. Als ich ganz jung war, war das Reisen — jedenfalls in meinem Umfeld — noch nicht so populär wie heute. Auch war alles noch viel komplizierter ohne Internet, Flüge sehr teuer …


In den 80er Jahren hat mich dann irgendwann das Virus gepackt. Ich habe viele Orte in unserer wunderschönen Welt gesehen, mit Familie oder Freunden, mit bekannten oder kennenzulernenden Gruppen.
        
Ich hatte eine sehr gläubige Mutter. Immer und immer wieder legte sie mir nahe, Israel zu besuchen, aber dies mit einer Intensität, die bei mir nur „Gegenwehr“ hervorrief. Sie hatte auch jede Menge Zeitschriften und Rundbriefe über das von ihr so geliebte Land abonniert. Ich sehe noch all die Zeitschriften auf ihrem kleinen Tisch im Altersheim. (Sie selbst hat nur ein einziges Mal an einer Reise ins Heilige Land teilgenommen.) Bei jedem meiner Besuche warnte sie vor den Medien, welche jede Menge Lügen verbreiten würden. Sie stand sogar in telefonischem Kontakt mit gewissen Journalisten.
        
Ein andermal versuchte sie, mich von der hohen Qualität israelischer Weine zu überzeugen. Wie sollte ich ihr glauben! Sie war Mitglied des Blauen Kreuzes und ich zurzeit in Italien wohnhaft, dem Weinland schlechthin.
        
Um es kurz zu machen: Im November 2011 landete ich dann doch noch in Tel Aviv und zwar mit Kultour und einer kleinen Frauengruppe. Auf dem Ölberg in der frühen Morgensonne, den Blick auf Jerusalem — das Bild ging mir zu Herzen, sofort, unauslöschlich. Es ist seither mein Titelbild auf Facebook.
        
Ich wusste gleich, dass ich zurückkehren würde, wieder und immer wieder. Sofort begann ich, Hebräisch zu lernen, obwohl ich inzwischen fast 68 Jahre alt war!
        
Seiher bin ich zehnmal übers Mittelmeer geflogen, meist von Basel aus. Ich habe „ulpans“ (Sprachschulen) besucht, bin in Gruppen herumgereist und habe die „Touristenmuss“ besucht. Oft war ich auch allein unterwegs, mietete eine Unterkunft in einem Kloster in der Altstadt von Jerusalem und bin einfach gelaufen, sehr viel gelaufen. Dabei habe ich so viel entdeckt, was mit grossen Gruppen schwierig wäre. Ich kann aber auch im Teddy-Park, gegenüber dem Jaffator, sitzen und einfach die Stadtmauern ansehen. Ich könnte von so vielen wunderbaren Momenten erzählen, z.B. in Tel Aviv mit dem Fahrrad ganz gemütlich dem Meer entlang radeln, der breiten, wunderschönen Uferpromenade entlang, egal ob nach rechts oder links bis Jaffo, den Surfern zuschauen, den Fischern, die Ruhe, die Weite und das Meer geniessen.
        
Dann ist da ja noch die judäische Wüste: ein Blick von Arad hinunter zum Toten Meer und hinten die Hügelkette von Jordanien, das ist für mich das zweitschönste Bild.
        
Unterdessen sind wieder Jahre vergangen und ich bin für jeden geschenkten Tag dankbar.
        
Eine Bemerkung noch zum israelischen Wein: der ist wiiiiiiiiiiiiiirklich absolute Spitze!
        
Im Moment ist mein bevorzugter Bibelvers (für dieses Leben und irgendwann als Abschied davon): „Haltet mich nicht auf, denn der Herr hat Gnade zu meiner Reise gegeben.“


Renata Wieland


Messianische Schule –
Makor Ha Tikvah in Jerusalem

Messianische Schule

Text von Cookie Schwaeber-Issan, Schulleiterin




Wenn unsere Gebete beantwortet werden, dann fangen wir an zu verstehen, dass Gott wirklich zuhört und dass Er auf eine sehr persönliche Art und Weise handelt.

Genau das ist unseren Schülern passiert! Sie begannen um persönliche Heilung und Anliegen ihrer Familien zu beten, um einen guten Schulabschluss, um persönliche Hilfe und sogar um eine Schulschaukel. Die Gebetserhörungen wurden zu einem täglichen Ereignis. Tatsächlich hatte eines unserer Mittelstufen-Mädchen gebetet und sogar dafür gefastet, dass der Herr ihr eine echte Freundin in die Schule bringen möge. Auch dies geschah!

Zurzeit erleben wir, wie immer mehr Jungs sich unserem Frühgebet anschliessen und ihre Anliegen vor Gott tragen, bevor sie ihre Sportspiele beginnen. Zweifelsohne wird der Glaube dieser Schüler dadurch gestärkt und aufgebaut. Und so entsteht in diesem jungen Alter eine Vertrauensbeziehung zu Gott. Genau das ist das grosse Ziel unserer Schule: eine Generation israelischer Gläubigen aufzuziehen, die in ihrem Erwachsenenalter mit dem Herrn lebt, und die dadurch ganz Israel auf eine Weise beeinflusst, die Israelis berührt und dazu bringt, ihren Messias zu finden.

 

Drei neue Lehrer berichten:

  • Nuha, Arabischlehrerin

Immer schon hatte ich den Traum, eine Brücke zu bauen zwischen der jüdischen und der arabischen Kultur, um Vorurteile und Ängste auszuräumen. Als ich mich dazu entschied, an Makor Ha Tikvah zu unterrichten, sah ich dies als die beste Entscheidung an. Ich gin am raichtigen Ort und glücklich, an einer Schule zu unterrichten, deren Name „Quelle der Hoffnung“ ist. Hier ist alles auf den Werten von gegenseitigem Respekt, Toleranz und Annahme des anderen ausgerichtet. Auch jetzt, in der gegenwärtigen angespannten Lage im Land, zeigen diese Schüler keinerlei Hass oder Rassismus wie in anderen israelischen Schulen. Es gibt keinen Widerstand, die arabische Sprache und Kultur zu lernen, die unglückerweise oft als die Sprache und Kultur des Feindes angesehen wird. Deswegen ist es ein Segen für mich, hier zu sein.

  • Jehuda, Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften

Seit ein paar Monaten unterrichte ich an dieser Schule. Welchen Unterschied zu den öffentlichen Schulen, wo ich früher unterrichtet habe! Positiv anders ist das Verhalten der Schüler. Sie zeigen Respekt, sind gehorsam. und man spürt, dass sie in ihren Herzen genau wissen, was richtig und was falsch ist, oder was es zu vermeiden gilt. Die biblischen Werte, gelehrt von ihren Eltern, kommen zu Tage und tragen Frucht. Die Makor HaTikva-Schule ist ein Wunder in meinen Augen. Ich freue mich, hier zu unterrichten!

  • Jeni, Lehrer für Mathematik und Naturwissenschaften

Ich bin Lehrer für Naturwissenschaften in der 7., 8. und 9. Klasse. Ich mag mich noch an mein riesiges Erstaunen erinnern, als ich Makor Ha Tikvah zum ersten Mal betrat: Ich hörte weder Schreien noch sonst einen Krach. Unabhängig von ihrem Alter haben alle Kinder untereinander Kontakt. Gibt es Differenzen, versuchen sie diese auf freundschaftliche Weise zu lösen. In den Klassenzimmern herrscht dieselbe Atmosphäre. Da ist Respekt vor den Kameraden und gegenüber den Lehrern bis hin zu dem Punkt, dass die Anrede ‚Lehrer‘ vor unseren privaten Namen gesetzt wird. Das kommt selten vor. Im israelischen Schulsystem wurde ich angeschnauzt und sogar von Schülern geschlagen. Oft war es so lärmig, dass ich meine eigene Stimme kaum hörte. Alles, was ich sagen kann: Die Atmosphäre in Makor Ha Tikvah ist tatsächlich besonders, ja, einmalig.

  • MHT-Schüler beten für unterdrückte Gläubige

Wenn es auch schockierend sein mag für die Schüler, von den Gefahren und manchmal vom extrem hohen Preis zu erfahren, dem mancher Gläubige in gewissen Teilen der Welt gegenübersteht – wie sonst sollen sie in der Lage sein, für sie zu beten? In den Morgenandachten während zweier Wochen sahen die Schüler Fotos und hörten die Geschichten von anderen gläubigen Kindern in Ländern wie Uganda, Nordkorea, Indien und Nepal, wo das Studieren des Wortes Gottes im Verborgenen stattfindet und wo es viel Verfolgung gibt. Auch die unbeschreibliche Armut schockierte unsere Kinder. Dies öffnete ihnen die Augen, und sie flehen nun täglich um Gottes Gnade und Segen für diese Gläubigen. Der Vater zweier Schülerinnen war zufällig bei einer der Andachten anwesend. Hier lesen Sie, was er dazu sagt: „Ich war begeistert zu sehen, welche Art von Unterweisung die Kinder erhalten und auch über ihre Reaktionen darauf. Ich denke, dass es sehr wichtig ist, mehr von Gläubigen quer über den Globus zu lernen, besonders, wenn diese für ihren Glauben leiden. Es war ein stolzer Augenblick für mich als Vater von fünf Kindern, von denen die ältesten beiden Töchter in diesem Lernumfeld lernen, weil sie mitbekommen, wie es weniger glücklichen Mitschülern geht, und wie sie zu diesen eine Nächstenliebe solcher Grösse entwickeln, wie sie sich selber lieben. Täglich sehe ich ein Blühen und ein geistliches Wachstum bei den Mädchen, das Ergänzung und Verstärkung ihres Glaubens darstellt, der zuhause in ihnen gesät wurde. Die beste Entscheidung, die wir für ihre Zukunft treffen konnten, war, sie zu Makor Ha Tikvah zu schicken.

  • Eine Schülerin berichtet

Redit kam erst vor wenigen Wochen von einer säkularen israelischen Schule zu uns. Ihre Mutter hatte sich nach Möglichkeiten erkundigt, sie in der Mitte des Schuljahres wechseln zu lassen, weil sie mit ihrem starken Glauben nicht zu den anderen Kindern der vorherigen Schule passte. Dies ist Redits Geschichte: „Ich habe mich einfach unwohl gefühlt in meiner Schule. Es gab grossen Gruppendruck zu fluchen, zu schlagen, zu rauchen und ungeeignete Filme anzusehen. Und dann gab es die Dinge, die in den Augen der anderen Kinder beliebt machen sollten. Weil ich aber dem Herrn dienen und anders sein wollte, lief es darauf hinaus, dass ich fast keine Freunde hatte. Als ich zu Makor Ha Tikvah gekommen war, fühlte ich mich in der Gesellschaft anderer Kinder, die meine Werte teilten und so dachten wie ich. Sofort fühlte ich mich geborgen und dazugehörig. Jetzt habe ich eine Menge von Freunden. Ich habe entdeckt, dass die Lehrer auch viel freundlicher sind und meine Teilnahme am täglichen Geet gibt mir tiefen Trost und eine Nähe zu Gott den ganzen Tag hindurch, nicht so wie früher, wo es diese Dinge nur zu Hause gaba oder inder Gemeinde. Ich bin glücklich mit dieser Entscheidung, weil ich nun fühle, wie ich wirklich dazugehöre.“

  • Besuch bei der Wenger-Reisegruppe

Cookie und Galit waren von einer Gruppe Schweizer Touristen zum Toten Meer eingeladen, um etwas von Makor Ha Tikvah zu hören. Sie erfuhren nicht nur von der Schule, sondern auch das persönliche Zeugnis der Entwicklung von Galits Sohn, dessen Verhalten sich komplett wandelte, nachdem er von einer öffentlichen Schule zu MHT kam und in die friedvolle und von Liebe geprägte Atmosphäre eintauchte.

  • Unsere Direktorin schreibt:

Wenn gläubige Eltern ihre Kinder so erziehen, dass deren Verhalten von geistlichen Werten zeugt, ist das ein grosser Segen. Für uns als Erzieher bedeutet es auch sehr viel, wenn ein Unterschied im Verhalten unserer Schüler in der Art, wie sie reden, handeln und sogar, wie sie sich kleiden, erkannt wird. Makor Ha Tikvah ist eine Schule, die die Notwendigkeit für genau diese Unterschiede hervorhebt und wo akademisch gelehrt wird. Es ist ein Ort, wo Jugend und Unschuld geschützt wird, wo Kinder der sündigen, gebrochenen Welt nicht ausgesetzt sind. Denn wir wissen, dass unsere Kinder ein Geschenk Gottes sind, das beschützt und gut gegründet werden muss, damit sie sicher im Glauben stehen und ein starkes Zeugnis für ihre israelischen Kameraden sein können. Darum sind wir hier, und darum ist Ihre Unterstützung ein solch wichtiges Investment. Ich danke Ihnen für Ihre anhaltende und zuverlässige Hilfe, die sicherstellt, dass diese Erziehungsalternative für die Jerusalemer israelischen Gläubigen zur Verfügung steht.

In tiefer Dankbarkeit

Cookie Schwaeber-Isson, Direktorin Makor Ha Tikvah,
und alle Mitarbeitenden

(Doron Schneiders Kinder besuchen ebenfalls diese Schule)

Weitere Auszüge aus dem neusten Rundbrief von Makor Ha Tikvah:

  • Schulträgerschaft benötigt Unterstützung

Gott sei Dank, drei der sieben bedürftigen Familien haben finanzielle Unterstützung von grosszügigen Spendern erhalten. Die verbleibenden vier Familien brauchen zusammen 56‘000 NIS bzw. CHF 14‘000.-.  Bitte beten Sie, dass diesen Familien geholfen wird.

  • Transporthilfe für Fahrten

Spenden für diesen Fonds helfen unserer Schule, Ferienaktivitäten und Transportkosten dafür zu tragen. Die veranschlagten Transportkosten aufgrund der letztjährigen Reisen sind 20‘000 NIS bzw. CHF 5‘800.-.

  • Steuerschuld

Durch einige grosszügige Spenden sind unsere Steuerschulden beinahe auf die Hälfte gesunken! Wenn Sie uns helfen wollen, diese Schuld komplett zu löschen, geben Sie bei Ihrer Spende dies bitte als Verwendungszweck an.

  • Die letzten zwei Fenster

Die letzten Fenster, die vor der nächsten Regenperiode zu ersetzen sind kosten 10‘000 NIS bzw. CHF 2‘600.-.

  • Ein Brief an Makor Ha Tikvah

Mein Mann und ich sind dankbar, Sie in diesem November im Hotel Ganim am Toten Meer kennengelernt zu haben. Wir wünschen Ihnen allen Gottes Segen für die Zukunft und versichern Ihnen unsere Liebe. Wir werden für Sie und für die Schule beten. – Ruth und Marc L., Switzerland 
(das waren Reisegäste unserer Gruppe)


Gaben fόr diese messianische Schule werden sehr gerne weitergeleitet.

 

Ein Dankesschreiben der Schuldirektorin
Liebe Freunde von Rea Israel
Wir von der Makor HaTikvah Schule sind so dankbar für Ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren, die Sie uns durch Gebete und finanziellen Gaben zukommen liessen. Ihr liebevolle Freundschaft  und Partnerschaft ist uns viel wert. Dadurch helfen Sie uns, so gut es uns gelingt, den gläubigen israelischen Kindern hier in Jerusalem die beste messianische Ausbildung zukommen zu lassen.
Ihre Unterstützung ist für uns nicht selbstverständlich. Es gibt in unseren Tagen viele Menschen, die Israel nicht unterstützen und gar ihre Vernichtung wünschen. Wir glauben, dass jene Menschen, die sich zu Israel und besonders zum Leib Jesu im Land stellen, einen besonderen Segen vom Herrn empfangen.
Wir sind die Erstlingsfrüchte einer grossen Ausgiessung des Geistes Gottes, welcher sehr bald auf das ganze Land Israel kommen wird.
Daher investieren Sie buchstäblich in die Errettung dieses Volkes durch diese Schüler, die in der Furcht des Herrn aufwachsen und mutig die Erlösung ihrem eigenen Volk proklamieren.
Dies wiederum wird den Rest der Welt
beeinflussen, wenn Israel sich zu seinem
Gott wenden wird!

Vielen Dank für Ihren jährlichen Segen. Wir erachten Sie als einen Teil der Makor HaTikvah-Familie.
Wir danken dem Herrn für Ihr Anliegen, diese Schüler zu segnen!
In Liebe und Dankbarkeit
Cookie Schwaeber-Issan


Nationales Bibellese-Projekt

In Israel wurde am Chanukka-Fest im Dezember 2014 ein nationales Bibelprojekt lanciert: „929 — gemeinsam die Bibel studieren“. Ins Leben gerufen wurde die Aktion vom stellvertretenden israelischen Bildungsminister Avi Wortzman. Vom vergangenen Chanukka-Fest bis zu Israels 70.
Unabhängigkeitstag am 19. April 2018 sollen alle 929 Kapitel der hebräischen Bibel (des Alten Testaments) gelesen werden, jeden Tag eines (ausser freitags und samstags). Juden in aller Welt sollen dazu motiviert werden, am Programm teilzunehmen, damit die biblischen Geschichten und ihre Wertmassstäbe wieder vermehrt Einfluss auf den israelischen Alltag in Politik, Kultur und Bildung haben. Für das Projekt werden 47 Millionen Schekel (rund 11 Mio. Eur/CHF) aufgewendet, und es wird erwartet, dass eine Million Juden daran teilnehmen werden.
Eine Umfrage, die im Vorfeld des Projekts durchgeführt worden war, zeigte, dass 93 Prozent der Israelis eine Bibel besitzen, aber nur sehr wenige tatsächlich darin lesen. Religiöse Juden verwenden in der Regel deutlich mehr Zeit auf das Studieren ausserbiblischer religiöser Texte und jüdischer Kommentare wie Mischna und Talmud als auf die Bibeltexte selbst. Messianische Juden dagegen konzentrieren sich meist auf die biblischen Texte und sollten deshalb bei den mit dem Projekt verbundenen Gesprächs- und Internetforen über das Buch der Bücher viel beizutragen haben. Viele messianische Gemeinden ermutigen ihre Mitglieder dazu, sich an der Aktion zu beteiligen. Diskussionen über messianische Propheten wie etwa Jesaja 53 könnten dann sehr interessant werden.

Aus: amzi focus-Israel 2015




Chazon Yerushalayim

Aktuelles vom Elia-Projekt

Von Pamela Suran


Im Jahr 2014 war das Elia-Projekt ein grosser Segen. Ein Grossteil der Geschenkkörbe wurde in Ost-Jerusalem und einigen Gebieten des Westjordanlandes verteilt. Seit zwölf Jahren suchen wir mit diesem einzigartigen Projekt Konvertiten islamischer Herkunft und arabische Christen mit biblischer Literatur sowie handwerklichem Material zu erreichen, Menschen, die in der Altstadt von Jerusalem, dem Westjordanland wie z.B. Bethlehem, Ramallah und bis Kana in Galiläa wohnen. Möge der Name des Herrn gepriesen sein über seiner erstaunlichen Güte und Barmherzigkeit, indem er uns weiterhin sein Herz voller Liebe und Mitgefühl für unsere arabischen Nachbarn schenkt, von denen die meisten den Herrn noch nicht kennen.

Das vergangene Elia-Projekt begann mit einer unerwarteten Begegnung mit muslimischen Nachbarn in unserer Wohnung. In all den Jahren meines Bestrebens, durch das Elia-Projekt und durch meine Arbeit als israelische Reiseführerin Freundschaften zu knüpfen, habe ich die Muslime recht gut kennen gelernt und vielen ein Zeugnis von meinem Glauben an Jesus geben können. Kurz bevor wir im Dezember das Elia-Projekt begannen, kam ein Vater mit seinem Sohn zur Durchführung einer Arbeit in unsere Wohnung. Der Vater ist ein erfahrener Plattenleger und lehrt seinen Sohn aus seinem Wissen. Sie kamen zu Fuss von einem nahe gelegenen arabischen Dorf mit nur einem Werkzeug, um die Grenzkontrollen zu meiden.

Bei ihrer Ankunft waren sie etwas nervös wegen der Nachwirkungen seit der Geschehnisse nach dem Krieg gegen die Hamas in Gaza im letzten Jahr. All das änderte sich aber, nachdem sie unsere friedliche Wohnung betreten hatten. Ich hiess sie auf Arabisch willkommen (mein Arabisch ist sehr einfach und verständlich). Shmuel ging dann mit dem ältesten Sohn Material einkaufen, und der Vater blieb zurück. Ich servierte ihm arabischen Kaffee. Nach einigen einführenden Worten erklärte ich ihm auf Arabisch, wir seien „Mesihim“, das heisst Gläubige. Als er hörte, wir glauben an Gott und Jesus, strahlte er wie ein Licht und war voller Freude. Das war der Anfang eines tiefgehenden Gesprächs über unseren Herrn Jesus und einige der heiligen Stätten in Israel und über die muslimische Sicht von Jesus. Die Begeisterung, mit der dieser Mann über uns und unseren Glauben sprach, war ungewöhnlich.

Nach Abschluss der Arbeiten in unserem Heim nannten sie uns „Freunde“ und nicht nur Kunden. Später erzählte mir der Vater, sein Oliven-Hain grenze direkt an den Sicherheitszaun. Seine Oliven bringt er zur Ölpresse im örtlichen Kloster von Kubeibeh (ein möglicher Ort für Emmaus). Das erklärt seine positive Einstellung gegenüber Gläubigen. Wir hatten einige Mahlzeiten zusammen, und der Vater bezeichnete Shmuel als „Mann des Friedens“. Wir haben ihm und seinen Söhnen Bibeln mit. Zurzeit lese ich ein Buch über Glaubenserlebnisse von Muslimen mit Jesus. Darin heisst es, dass es normal 3 - 5 Jahre dauert, bis ein Moslem zum rettenden Glauben kommt. Dazu muss er die ganze Bibel lesen. Möge der Herr diese Familie anrühren und jeden Einzelnen in seine grossartige Rettung führen.

Es war wieder ein grosses Abenteuer, neue Freunde durch das Elia-Projekt zu gewinnen. Nachdem die Körbe zusammengestellt und ausgeliefert waren, gab ein befreundeter Pastor, der schon über 40 Jahre seinen Dienst in Jerusalem tut, Shmuel drei neue hebräisch/­arabische Bibeln, weil wir schon so viele Jahre den Herrn bezeugen. Das war das erste persönliche Geschenk im Zusammenhang mit dem Elia-Projekt. In all den Jahren gaben wir Bibeln und biblische Literatur weiter, doch nie haben wir jemals eine Bibel zurück bekommen! Es waren drei Bibeln: Die erste war eine hebräische mit grosser Schrift, die zweite eine kleinere Taschenausgabe, und die dritte war das wichtigste Geschenk, eine hebräisch/arabische Gesamtbibel einer ganz neuen Ausgabe! Bisher hatte ich nur ein Neues Testament in uraltem Druck. Diese neue Ausgabe ist sehr schön gebunden und ein gut lesbarer Satz in beiden Sprachen.

Diese Bibel empfing ich mit grosser Freude. Was für eine bewegende Freude für die Zukunft! Es war schon immer mein Traum, hier in Jerusalem eine zweisprachige Gemeinde hebräisch/arabisch vorzufinden. Dazu bedarf es aber zweisprachiger Mitglieder für das Wort und die Anbetung. Im Herbst 2000 hatte ich den langen und schwierigen Prozess begonnen, in Hebräisch und Arabisch zweisprachig zu werden. Dazu kämpfte ich mich vier Jahre durch in einer Arabisch sprechenden Kirche der Altstadt. Im Ergebnis kann ich jetzt Gott danken für seine Barmherzigkeit, dass er mich diesen Tag erleben lässt, an dem ich diese neue Ausgabe der Bibel in die Hand nehme und beide Sprachen lesen kann!

So wurde diese Bibel das erste Buch, das ich in meiner stillen Zeit am Morgen öffne. Ich bete für eine sich bald formierende zweisprachige Gemeinschaft und für hebräisch/arabische Anbetung hier in Jerusalem, damit wir aus vollem Herzen in völliger Einheit den Herrn preisen können. Nach meiner Meinung ist das in Zukunft der Schlüssel zu wahrer Versöhnung. Die neue Bibelausgabe ist ein Symbol für diese kommende Zeit.

Neue Aspekte für das Elia-Projekt
Zurück zum Elia-Projekt und zu neuer Literatur. Wir haben alle Möglichkeiten mit biblischer Literatur ausgeschöpft, hauptsächlich mit Malbüchern. Es liegt mir seit Jahren auf betendem Herzen, neue Literatur zu entwickeln. Jetzt bietet sich eine Möglichkeit. Ein lieber Freund aus den Anfangsjahren des Elia-Projekts rief mich vor einigen Wochen an. Er besuchte das Gebetszentrum in Jerusalem, in dem ich ein Wandgemälde zum Thema „Ernte“ gemalt hatte.
Dort hatten wir ein Treffen, und er kam mit der Idee der Gründung eines Zentrums „Risiko-Jugend“ unter seiner Organisation, der Bibel-Gesellschaft. Ich werde Geschichten aus dem NT als Wandgemälde in ihrem neuen Zentrum entwerfen. Es wurde auch vorgeschlagen, dass ich ein oder zwei junge Künstler anleite, die Wandgemälde auszuführen. Das Zentrum kann etwa 60 gefährdete Kinder und Jugendliche — meist Muslime — erreichen. Das ist Teil eines Projekts im ganzen Land, das im Laufe der Zeit entwickelt wird. Auch schlug ich vor, dass zu Weihnachten ein Satz Malbücher zusammen mit den Wandgemälden veröffentlicht wird. Weitere Details werde ich Ihnen später mitteilen. Jetzt bitte ich um Gebet, dass der Herr mich bei den Entwürfen für das Zentrum und die Veröffentlichung leitet. Das Projekt beinhaltet auch als Teil der Geschichte den Entwurf eines Klettergeräts für die Kinder.

Ein Thema der ganzen Apostelgeschichte ist das „Zeugnis geben“. „Ihr werdet meine Zeugen sein“ bietet sich als Titel des Buches an (Apg. 1:8). Jesus hat uns zu Zeugen berufen „in Jerusalem, Judäa, Samaria und bis an die Enden der Welt“. Möge der Herr Sie alle reich segnen als Partner des Elia-Projekts. Herzliche Liebe und Segen aus Jerusalem, der Stadt des grossen Königs! Freude in Jesus unserm messianischen König!

Shmuel, Pamela & das Chazon Yerushalayim Team


Rea Israel unterstützt diese kreative Reichsgottes-arbeit regelmässig. Wer hilft mit? "Elia-Projekt"



Beth Netanel News

Beth Netanel News

Rachel Netanel, Mai 2015

Liebe Freunde und Partner,
Schalom und herzliche Grüsse aus Ein Kerem!
„Ich will den HERRN loben allezeit; sein Lob soll immerdar in meinem Munde sein.“ (Psalm 34,2)

Es ist schon eine Weile her seit meinem letzten Rundbrief, denn die vergangenen zwei Monate waren mit Pessach und vielen anderen Anlässen sehr ausgefüllt. Ich möchte euch einen kurzen Einblick in die Höhepunkte der vergangenen Zeit geben.

Vor ein paar Wochen hatte ich die Ehre, eine Gruppe von messianischen Soldaten bei uns zu begrüssen. Es war ermutigend, wie eifrig diese jungen Leute Gottes Wort studierten. Wir lasen zusammen den wöchentlichen Thora-Abschnitt und tauschten uns darüber aus. Meine Nichte war mit ihrem taubstummen Sohn auch dabei. Sie war früher eine religiöse Jüdin, doch Gott hatte ihr Herz berührt und sie neugierig gemacht. Ich freute mich, dass sie ohne ihre traditionelle Kopfbedeckung kam. Es beeindruckte sie sehr, wie diese jungen Soldaten in Eintracht Gottes Wort studierten und einander respektvoll behandelten. Ich glaube, dass ihr Zeugnis starken Eindruck auf sie machte, denn so war es mir auch ergangen, bevor ich zum Glauben kam. Am Anfang wollte ich nichts von Jesus hören, wurde aber von der Liebe der Gläubigen angezogen. Ich bete, dass dieses Zeugnis sie näher zu Ihm bringt.

An Pessach feierten wir mit etwa 30 Personen den Seder-Abend. Statt die traditionelle Haggada (Erzählung) zu lesen, lehrte ich über Israels Rolle als Gottes wertvoller Besitz, auf Hebräisch „Am Segulah“. Dies wird oft als „erwähltes Volk“ übersetzt, aber es bedeutet noch mehr als das. Denn beim Exodus erwählte sich Gott Israel als besonderen, wertvollen, geschätzten Besitz für sich selbst. Israel wurde zu einer neuen Nation mit einem neuen Kalender, der am 1. Nissan beginnt, und einem neuen Bund. Das war die Verlobung. Die Hochzeit wird erfüllt, wenn sie das Lamm Gottes, Jeschua, heiraten.

An Pessach hatte Gott alle Erstgeborenen mit Ausnahme der Erstgeborenen Israels getötet. Doch es musste nochmals ein Preis bezahlt werden, und dieser war das Opfer von Gottes erstgeborenem Sohn. Jesus wurde am gleichen Tag geopfert wie damals die Erstgeborenen in Ägypten, am 14. Nissan. Und so wie sich die Sünde von Adam und Eva durch einen Baum zeigte (den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse), wurde Jesus an einem Baum getötet. Ich las aus dem 2. Mosebuch vor und erklärte, wie die Erfüllung nur durch das Opfer des Messias kommen konnte. Ich bete, dass diese Worte in ihren Herzen Frucht bringen werden.

Die Pessachwoche war gefüllt mit vielen Besuchern. Am letzten Abend von Pessach feiern marokkanische Juden traditionell „Mimuna“, ein Fest, weil man wieder Gesäuertes essen darf. Früher gingen wir von Haus zu Haus, assen Süssigkeiten und feierten zusammen. In den letzten Jahren ist dieses Fest sehr populär geworden, und aschkenasische (europäische) und sephardische (orientalische) Juden feiern es gemeinsam.

Ich lud viele Freunde und Familienangehörige ein, und diese brachten wiederum ihre Freunde mit. Es bot sich sogar ein Musiker an, für uns marokkanische Musik zu spielen. Weil das Wetter kühl war, mussten wie drinnen feiern. Der Raum war sehr voll, aber alle waren glücklich. Im Verlauf des Abends erzählte ich den Gästen, was es bedeutet, messianische Jüdin zu sein. Später kamen mehrere Gäste zu mir, um noch mehr zu erfahren, und sie wollen auch bald nochmals in unser Haus Beth Netanel kommen.

Vor ein paar Wochen waren Gilad und ich in Tel Aviv. In einem Kosmetikgeschäft sah ich eine Frau und fühlte mich gedrängt, sie anzusprechen. Sie hatte kein Licht, kein Feuer in den Augen, und so sagte ich ihr, dass Gott etwas Neues für sie bereit habe. Sie wollte wissen, ob ich ein Medium sei. „Nein, aber ich sehe trotzdem, dass Sie etwas quält.“ „Woher wissen Sie das?“ Und dann erzählte sie mir, sie habe genug von diesem Land und diesem Leben. Ich erklärte ihr, wie gut ich das verstehen könne, denn vor einigen Jahren sei es mir genau gleich ergangen, doch dann hätte ich einen Ausweg gefunden:  nur bei Jesus könnten wir Frieden finden. Wir sprachen noch eine Weile miteinander und dann fragte ich sie, ob ich für sie beten dürfe. Nach dem Gebet erzählte ich ihr von all den Wundern, die Gott für mich getan hat. Ich gab ihr meine Telefonnummer, denn sie wollte unbedingt mehr erfahren und rief mich schon in den nächsten Tagen an. Dann fragte sie, ob wir uns treffen könnten, weil während unserer Unterhaltung etwas mit ihr geschehen sei. Halleluja!

In der vergangenen Woche waren Gilad und ich in Jaffa. Dort sahen wir drei junge Männer auf einer Parkbank sitzen. Wiederum drängte mich Gottes Geist, einen von ihnen anzusprechen. Also ging ich zu ihm hin und sagte ihm, Gott habe etwas Neues für ihn bereit. Wenn er mehr davon erfahren wolle, solle er mich anrufen. Tatsächlich rief er an, und ich erklärte ihm, wie sehr Gott ihn liebt und erzählte ihm von Jesus. Ich lud ihn zum Mittagessen in ein Restaurant ein, dort sprachen wir sehr lange miteinander.

In der gleichen Woche hatte ich Besuch von 50 Frauen der angesehenen Firma ITAC aus Tel Aviv. Eine Fremdenführerin aus Ein Kerem, die meine Geschichte kennt, brachte sie zu mir, damit alle hören konnten, warum ich an Jesus glaube. Es ist wirklich interessant: Diese Frau glaubt selbst nicht, aber sie bringt immer wieder ganze Gruppen zu mir, damit sie von meinem Glauben an den Sohn Gottes hören. Ich erzählte ihnen von der Leere, die wir alle in unserem Herzen haben, und die nichts und niemand ausser Jesus ausfüllen kann. Sie fragten, ob sie auch einmal zur Sabbatbeginn-Feier  kommen könnten, um mehr darüber zu erfahren, was es bedeutet, von Neuem geboren zu werden. Viele von ihnen umarmten mich zum Abschied und meinten, ich hätte ihnen neue Hoffnung gegeben. Gott gebührt die Ehre!

Dann hatte ich auch die Freude, mit Gilad seinen 60. Geburtstag zu feiern. Einige seiner Familienangehörigen kamen für ein paar Tage aus Österreich. An seinem Geburtstag luden wir auch noch meine Familie und einige Freunde zu einem Fest ein. Für Gilads Familie war es wohl ein Kulturschock, weil wir mit viel Musik, Gesang und Freude feierten. Wie es bei uns üblich ist, hoben wir das Geburtstagskind 60-mal in die Höhe und feierten ihn. Jemand brachte eine Harfe mit und spielte für uns. Gilad war sehr glücklich und freute sich wie ein Kind. Das war ein Zeugnis für seine und meine Familie. Seine Familie sah, dass er hier im Land, in das Gott ihn gerufen hat, Frieden im Herzen hat, auch wenn er in Österreich alles aufgegeben hatte. Seine Familie reiste mit Tränen in den Augen ab. Es ermutigte mich zu sehen, wie Gott in seinem perfekten Zeitplan alles zusammenfügte.

Deshalb möchte ich auch alle unter euch, die durch schwierige Zeiten gehen, ermutigen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind“ (Röm. 8,28).

PS: Hier ist der Link zu einem Interview mit mir auf Englisch. Bitte entschuldigt mein schlechtes Englisch, aber vielleicht möchten einige von euch mein Zeugnis hören. https://www.youtube.com/watch?t=11&v=7kO4udwFA-Y


Vielen Dank, meine Lieben, dass ihr mit eurer Liebe und eurer Unterstützung hinter uns steht. Wir sind sehr dankbar dafür.
In Seiner Liebe verbunden,
Rachel und Gilad