Gründer und Präsident
KURT WENGER


 

Liebe Gebetspartner,

Immanuel-Gemeinde mit Buchladen, Haifa

wir grüssen euch in einer schwierigen Zeit aus Israel. Doch was auch immer um uns herum geschieht, Gottes Botschaft wird verkündigt. Wir wissen, dass viele Syrer, Iraker und andere zum Glauben gekommen sind, und deshalb wollen auch wir mit unserer Evangelisationsarbeit weiterfahren.



Die Gemeinde — Tino

Wie wir schon geschrieben haben, wurde unser Sohn Tino für den israelischen Armeedienst akzeptiert. Deshalb wurde er zu einer Konferenz für gläubige israelische Soldaten eingeladen. Von den 120 Teilnehmenden war er der einzige Araber. Er erzählt: „Auf dieser Konferenz sprach ein amerikanischer Offizier zu uns. Er bezeugte, wie oft er in katastrophalen Situationen Gottes Rettung aus allen möglichen Gefahren erlebt hatte. Er ermutigte uns alle sehr. Anschliessend erzählte ein israelischer Offizier, wie ein junger Soldat zu ihm gekommen sei und um ein persönliches Gespräch gebeten habe. Der junge Soldat sagte dem Offizier, er wolle ihn wissen lassen, dass er an den Messias Jeschua glaube. Ihr könnt euch vorstellen, wie sehr sich der ebenfalls gläubige Offizier darüber freute. Er fragte ihn dann, wie er zum Glauben gekommen sei, und der junge Mann erzählte, er habe seine Freundin und ihre Familie in eine arabische Gemeinde in Haifa begleitet, wo er Gottes Botschaft hörte und den Herrn annahm. Dies geschah in der Immanuel-Gemeinde, und der Name des Pastors war Najeeb Atteih!“

Tino meldete sich und bat darum, etwas sagen zu dürfen. Er erzählte von seiner Überzeugung, dass er sich für die israelische Armee melden sollte, und wie dies dazu führte, dass er seine arabische Freundin verlor und von seinem arabischen Arbeitgeber entlassen wurde. Tino fügte an, dass Jesus sein eigenes Leben für uns aufgegeben habe, um uns zu gewinnen. Die anderen Soldaten waren sehr bewegt durch das, was sie hörten, und beteten für ihn. Tino geht davon aus, im August seinen Militärdienst zu beginnen, und er braucht eure Gebete.



Taufen

Am 31. Mai liessen sich fünf junge Leute aus der Gemeinde taufen. Hinzu kam noch die Tochter von Besuchern aus Belgien, die in Israel getauft werden wollte. An der Feier nahmen auch Gäste teil, die noch nicht an Jesus glauben, darunter mein Onkel und seine Frau. Die beiden wurden von den Zeugnissen der Täuflinge sehr beeindruckt.



Der Buchladen

Eines Morgens, als Najeeb im Buchladen war, kam ein junger Mann herein, den wir von früheren Besuchen flüchtig kannten. Wir wussten, dass er einen katholischen Hintergrund hat. Er sagte: „Guten Morgen“, und wandte sich den Büchergestellen zu. Najeeb fragte ihn, ob er ihm helfen könne, doch der Mann meinte, sich selbst zurechtzufinden. Najeeb hatte aber den Eindruck, der Kunde kenne sich mit den Büchern nicht aus und fing ein Gespräch mit ihm an. Er fragte ihn, woher er komme und aus welcher Familie er stamme. Die nächste Frage war, ob er an Jesus glaube, worauf die schnelle Antwort kam: „Ja, natürlich!“ Najeeb begann mit ihm über den Glauben zu sprechen, auch über das Kreuz und die Kreuzigung, und erwähnte dabei das Alte Testament. „Das gehört doch nicht zu uns!“, warf der Gast ein. Darauf fragte ihn Najeeb, ob er noch nie gelesen habe, dass Jesus sagte: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen“ (Mt. 5,17). Im weiteren Verlauf des Gesprächs begann der Heilige Geist zu wirken, es ging um immer persönlichere Glaubensfragen. Der Besucher fragte schliesslich, warum die Priester die biblischen Schriften nicht so klar lehrten, doch Najeeb wollte nichts gegen die Priester sagen, sondern ein Segen sein, und deshalb forderte er den Gast einfach auf, selbst in Gottes Wort zu lesen und daraus zu lernen. Bitte betet für diesen jungen Mann auf seinem Glaubensweg, dass er wirklich in der Bibel liest und Antworten findet.



Friedmann — Najeeb erzδhlt

Ich war zur Einführungsfeier eines Geistlichen in Latrun eingeladen, wo wir von 2002 bis 2003 bei den deutschen Brüdern der Jesus-Bruderschaft gelebt hatten. Die Feier dauerte bis spät abends, so dass ich mich zu müde fühlte, noch bis nach Haifa zurückzufahren. Stattdessen entschied ich, in Bethlehem zu übernachten. Auf dem Weg dorthin nahm ich einen jüdisch-orthodoxen Anhalter mit, der zu Rachels Grab vor Bethlehem mitgenommen werden wollte. Er stellte sich als Friedman vor. Ich trug meine Pastorenkleidung und machte ihn gleich darauf aufmerksam: „Wie Sie sehen, bin ich ein christlicher Geistlicher, aber wenn Ihnen das nichts ausmacht, nehme ich Sie gerne mit.“ In Wirklichkeit liebe ich es, mit solchen Leuten zu diskutieren, weil ich sie sehr gern habe. Friedman sah darin kein Problem und stieg in den Wagen.

Natürlich konnte ich nicht schweigend neben ihm sitzen, und so fragte ich ihn, weshalb er zu Rachels Grab fahren wolle. „Um zu beten, natürlich!“, antwortete er. Ich fragte ihn, weshalb er nicht direkt zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs bete. Er war erstaunt, dies von mir zu hören. „Was haben Sie mit diesem Gott zu tun?“, fragte er. Ich erklärte ihm, dass dies ebenso meiner wie sein Gott sei. Darauf fragte er, wie das sein könne, da ich doch Christ sei. Ich antwortete ihm, Gott habe Abraham verheissen, ein Vater für viele Nationen zu werden, und wer auch immer an diese Worte glaube, sei ein Sohn Abrahams, Isaaks und Jakobs. So unterhielten wir uns, bis wir auf Jesus zu sprechen kamen. Diesen Namen wollte er nicht hören, weshalb er sich ganz von mir abwandte, soweit das in der Enge des Wagens möglich war. Da er aber nicht aus dem fahrenden Auto springen konnte, hörte er mir weiter zu.

Ich meinte zu ihm: „Ich weiss nicht so viel über das Alte Testament, aber könnten Sie mir etwas sagen: In 1. Mose 3,15 sagt Gott zur Schlange: Ich werde Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau. — Wer war die Schlange?“ „Satan“, antwortete er. „Genau, das denke ich auch“, meinte ich. „Und wer ist gemeint mit den Nachkommen der Frau?“ „Alle Menschen“, antwortete er. „Nein, das kann nicht sein“, entgegnete ich. „Wir sind alle Nachkommen einer Frau und eines Mannes. Der Einzige, der der Nachkomme einer Frau war, ist der Herr Jesus.“ Danach wurde es kompliziert, und es tauchten viele Fragen auf, etwa zu Jesaja 7,14: „Die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären“, wer mit der Jungfrau gemeint sei. Danach diskutierten wir über Psalm 22 und Jesaja 53.

Friedman war ein netter Mann, ich mochte ihn. Wir unterhielten uns auf eine gute Art. Als wir an seinem Ziel ankamen, fragte ich ihn, was er mir wünsche. „Einfach ein Mensch zu sein“, antwortete er. Ich widersprach wieder: „Aber nein, wir sollen Söhne Gottes und Söhne der Menschen sein. Aber ich wünsche Ihnen Gottes Segen, und dass Gott Ihnen die Wahrheit offenbart, während Sie beten. Mögen Sie den wahren Retter finden!“



Herz zu Herz-Dienst

Bruder Arminak ist einer der Ältesten in unserer Gemeinde. Er ist 78 Jahre alt und hat von Gott die Gabe des Gebets bekommen. So bringt er jedes einzelne Gemeindeglied, Babys, Kinder, Junge und Alte vor den Herrn. Er kommt jeden Tag in den Buchladen, setzt sich auf den gleichen Stuhl und betet für alle Dienste. Er hat schon drei Schlaganfälle gehabt, was seine Gesundheit geschwächt hat und ihn in vielen Dingen einschränkt. Um sich trotzdem noch unabhängig bewegen zu können und die Gemeinde, den Markt und die Krankenstation aufsuchen zu können, bräuchte er ein elektrisches Dreirad, ähnlich wie auf dem Bild. Er nannte seinen Kindern seinen Wunsch, und sie legten zusammen, was sie hatten. So kamen von den benötigten 24'000 Schekel (6280 CHF) 4850 Schekel zusammen. Bitte betet für Bruder Arminak, und wenn jemand dieses Projekt unterstützen möchte, vermerkt es bitte entsprechend.



Dringend: Einmalige Möglichkeit

Schon lange haben wir für die Möglichkeit gebetet, das Land, auf dem unser Gemeindehaus steht und Najeebs Eltern wohnen, von der Stadt Haifa kaufen zu können. Es befindet sich nahe beim alten Hafen; zurzeit ist das keine besonders schöne Gegend. Aber die Stadt Haifa hat entschieden, dieses Gebiet zu einer attraktiven Begegnungszone zu machen. In Zukunft wäre die Gemeinde also zentral gelegen, und wir könnten vielleicht auch den Buchladen dort integrieren. Nach vielen Monaten des Wartens und einem langwierigen Verfahren haben wir nun Antwort erhalten: Wir können das Land für 220'000 Schekel (57'500 CHF) kaufen. Allerdings müssen wir diesen Betrag innerhalb von 45 Tagen, d.h. bis zum 28. August, bei einer Bank hinterlegen, damit das Angebot nicht verfällt. Wenn sich jemand an dieser langfristigen Investition beteiligen möchte, wäre uns dies eine grosse Ermutigung. Vielen Dank!

(Ergänzung von Kurt Wenger: Najeeb wird den Vertrag am 28. August unterschreiben, auch wenn noch Geld fehlt im Vertrauen darauf, dass der Betrag bis Ende September vorhanden ist.)

Bitte betet um Schutz und für unsere Dienste im Buchladen, in der Gemeinde und in der Evangelisation. Es gibt viel Arbeit, und wir brauchen mehr Arbeiter. Gott segne euch alle!

In der Liebe zu unserem Herrn Jesus verbunden,

Rev. Najeeb und Elizabeth Atteih



Spenden können allgemein oder speziell für „Arminak, Fahrzeug“ oder „Immanuel-Gemeinde Landkauf“ via Rea Israel getätigt werden.