Gründer und Präsident
KURT WENGER


 

Immanuel-Gemeinde mit Buchladen, Haifa

Von Najeeb und Elizabeth Attieh

Liebe betende Freunde,

Einmal mehr möchten wir euch unseren Rundbrief senden und euch aus dem warmen und sonnigen Israel grüssen. Die Finsternis um uns herum nimmt zu, aber wir sehen auch Gottes Hand am Werk in Israel und in aller Welt. Es ist ein Wunder, wie das Leben in Israel normal weiter geht inmitten allem Morden im Nahen Osten, obwohl wir uns natürlich der Gefahren bewusst sind.
(Ausschnitt aus dem Rundbrief)

Die Armee

Unser Sohn Tino befindet sich in einer intensiven Trainingsphase, die einer realen Kriegssituation möglichst nahe kommen soll. Während dieser Woche kommen die Soldaten kaum zum Schlafen. Tino wurde so müde, dass er das Gefühl hatte, er würde gleich ohnmächtig. Er hob seine Augen zum Himmel und betete: „Herr Jesus, hilf mir! Ich will nicht zusammenbrechen.“ Kaum hatte er sein Gebet beendet, forderte der Kommandant die Gruppe als Teil der Übung auf, Tino eine Infusion zu verabreichen. Tino musste sich hinlegen und bekam eine Infusion; danach fühlte er sich viel besser. Der Herr beantwortete Tinos Gebet augenblicklich, ohne dass er seine Kameraden um Hilfe bitten musste. Wir loben Gott dafür! Wir danken allen, die besonders für Tino und all die anderen Soldaten beten.

Ungefähr vor einem Monat hatten wir ein Treffen mit einer Gruppe von Elite-Offizieren, die uns sagten, es gebe mittlerweile über 500 arabisch-christliche Soldaten in der israelischen Armee. Wie ihr wisst, sind wir daran, die Infrastruktur für einen Treffpunkt für christliche Soldaten bereitzustellen. Wir sind immer noch daran, Geld für zwei Wohncontainer zu sammeln, die je rund 5300 Euro kosten. Viele dieser christlichen Soldaten brauchen Hilfe und Seelsorge.

In der Liebe zu unserem Herrn Jesus verbunden,
Rev. Najeeb und Elizabeth Atteih
Facebook: Immanuel B-shop Haifa



Gaben für „christliche Soldaten“ werden gerne weitergeleitet.



Lebendiges Israel

Gemeinde Info

Leiter Gleb Samburski

Wir freuen uns, euch wieder ein paar Nachrichten aus der Gemeinde „Lebendiges Israel“ zu senden.

Vor einem halben Jahr eröffneten wir ein neues Haus in Nazareth. Das Ziel dieses Dienstzweiges ist, Juden und Araber, die eine Rehabilitation brauchen, mit dem Evangelium zu erreichen. Vadim ist für das Haus verantwortlich.

Hier ist sein kurzes Zeugnis:


„Mein Name ist Vadim. Ich bin 46 Jahre alt. Vor vier Jahren wurde ich in der Gemeinde „Lebendiges Israel“ wiedergeboren. Vorher war ich 25 Jahre lang drogensüchtig. So viele Male hatte ich versucht, damit aufzuhören — vergeblich! So kam ich an den Punkt, an dem mir diese Welt nichts mehr bedeutete. Ich wollte nicht mehr leben und schnitt mir die Pulsadern auf. Doch Gott hatte einen anderen Plan. Er brachte mich ins Reha-Zentrum von „Lebendiges Israel“. Dort lernte ich meinen Retter Jesus Christus kennen, und mein Leben veränderte sich drastisch. Jetzt lebe ich für Ihn. Gott segnete mich mit einer wunderbaren Frau, und heute dienen wir gemeinsam im neuen Haus in Nazareth. Ich danke Jesus für alles!“

Die Hälfte der Einwohner Nazareths sind Araber. Bitte betet, dass wir auch die Herzen der Araber für Jesus erreichen können.

Auch unser Dienst für Holocaust-Überlebende wächst. Es werden nun in Haifa, Krayot und Afula Lebensmittel an sie verteilt.

Wir besuchen jeden Monat 170 Familien mit älteren Leuten, die den Holocaust überlebt haben. Bitte betet, dass diese Leute Jesus Christus als ihren Retter annehmen, bevor sie sterben.

Wegen der schwierigen Situation in der Ukraine hat die Aliyah (Einwanderung) aus diesem Land zugenommen. Manche Leute hatten nur 40 Minuten Zeit, ihre Sachen zu packen, bevor sie ihr Haus verlassen mussten. Unsere Gemeinde in Haifa hilft solchen Neueinwanderern, in Israel ein neues Leben aufzubauen.
Lebensmittel-Verteilung an Einwanderer in Haifa.



Im vergangenen Jahr erhielten etwa 150 Familien Hilfe.

Vor einigen Monaten begannen wir, diesen Familien jeden Monat ein Lebensmittelpaket zu bringen. Bitte betet, dass sie durch unser Leben und diese Hilfe Gott erkennen und bereit werden, das Evangelium zu hören.

In Nahariya wurde der Familie von Pastor Andrey Nenashev ein Sohn geschenkt, das vierte Kind der Familie.


Andrey mit seinem vierten Kind, Sean.
Im vergangenen Jahr erhielten wir eine Sonderspende und konnten dadurch die Familie während acht Monaten mit 1000$ monatlich unterstützen. Im März war dieser Betrag aufgebraucht, und seit April 2015 erhält sie keine Unterstützung mehr. Die Gemeinde und das Reha-Haus umfassen rund 40 Personen. Wenn jemand diese Familie unterstützen möchte, sind wir sehr dankbar.

Gott segne euch und eure Gemeinden.


Gleb Samburski


Rea Israel unterstützt diese segensreiche Reichsgottesarbeit "Lebendiges Israel" regelmässig. Wer hilft mit?


Einkaufswagen bringen grossen Segen

Einkaufswagen
Doron Schneider schreibt:

Als wir anfingen, volle Einkaufswagen mit frischen Lebensmitteln an bedürftige messianische Familien zu verteilen, ahnten wir nicht, was für einen Segen wir damit auslösen würden.

Nun möchten einige dieser Menschen, die von uns beschenkt wurden, wiederum ein Segen für andere sein. Bereits helfen sie uns beim Verteilen an nicht-messianische Juden mit. So können sie unter ihrem Volk ein Zeugnis für Jesus sein, denn bei jeder Übergabe der Einkaufswagen kommt es zu geistlichen Gesprächen.

Somit ist jeder dieser Einkaufswagen ein weiterer Same, der die "Gute Botschaft" verbreitet.

Spenden mit dem Vermerk „Einkaufswagen“ leiten wir gerne weiter.



Makor Ha Tikvah in Jerusalem

Messianische Schule

Brief der Direktorin:


Der HERR leitete uns durch ein neues, wundervolles Jahr, und wir preisen Ihn für jene von Ihnen, die uns immer wieder halfen, wenn Umstände uns bedrückten oder wenn besondere Not aufkam. Ihre Partnerschaft machte dieses Jahr möglich, daher sind wir voller Dankbarkeit für alles, was Sie getan haben. Mit Ihrer Hilfe waren wir in der Lage, alles Folgende auszuführen:

• Einstellung einiger neuer Lehrer in diesem Jahr — einen Grundschul-Mathelehrer, eine neue Arabischlehrerin sowie einen neuen Physiklehrer.
• Einstellung eines Pädagogikleiters
• Ein Hebräisch-Lehrgang
• Einstellung eines Sonderschullehrers für nächstes Schuljahr
• Anschaffung von vier neuen Projektoren in den Grundschulklassen
• Angebot von: Kurs Schmuckherstellung, Fotografiekurs und Kunstkurs
• Finanzielle Unterstützung von vier Lehrern für den Abschluss ihrer Lehrbefähigungen
• Ausbau des Medienraumes für unseren IT-Administrator
• Kauf eines neuen Keyboards für den Musiklehrer
• Anfertigung neuer Grusskarten durch unsere Schüler: "Insel-Serie"
• Übersetzung unserer Schulbroschüre ins Finnische, Schwedische und Norwegische
• Einführung des finnischen und norwegischen Newsletters
• Neue Qualität unserer Webseite
• Kauf von Persenning, Flagge und Sitzkissen für Veranstaltungen und Zeremonien im Freien

Wir sind gesegnet, Sie an unserer Seite zu haben und mitzuarbeiten, die beste uns nur mögliche messianische Erziehung zu bringen, die wir den israelischen gläubigen Kindern anbieten können, die hier bei uns an Makor HaTikvah lernen. Wir freuen uns auf noch grössere Dinge in den kommenden Jahren. Wir verbleiben, Ihnen allen einen wundervollen, gesegneten Juli wünschend,

Mit grosser Dankbarkeit
Cookie Schwaeber-Isson,
Direktorin, Makor Hatikva
messianisch-hebräische Tagesschule
zusammen mit allen unseren Mitarbeitern




Jährlicher Wissenschafts-Event:

An unserem jährlichen Wissenschafts-Happening wurden viele Stationen vorgestellt, auf denen Schüler neue Experimente ausprobieren konnten. Vulkane aus Ton, aus denen eine Mischung aus Essig und Waschmittel mit der Zähigkeit von Lava austrat; sogar ein Ballon wurde als Ergebnis des Austretens von Gasen benutzt; mit einer Plastikflasche wurde gezeigt, dass Wasser schwerer ist als Öl (indem gefärbtes Wasser, dem ein kleiner Anteil Öl beigemischt war, zu Boden sank); zu sehen war auch ein auf dem Papier erscheinendes Design, erzeugt aus einem Q-Tip, in Zitronensaft eingetaucht – nach Behandlung über einer Kerze erschien schliesslich eine feste Substanz aus Körnchen, die bei Berührung sofort wieder flüssig wurde. Das Ziel war, den Schülern nahe zu bringen, wie wissenschaftliche Phänomene durch den Gebrauch von Dingen des alltäglichen Haushalts erzeugt werden können. Und es macht so viel Spass!



Drei Siegerinnen wissenschaftlicher Auszeichnungen

Die drei Gewinner der besten wissenschaftlichen Experimente und Forschung sind unten abgebildet. Ein Projekt beschäftigte sich mit dem Einfluss der Nasenlänge eines Tieres auf die visuelle Wahrnehmung, eins mit der Herstellung von Käse aus Milch mit Weinessig und das dritte mit dem Ansaugen der Wurzeln gepflanzter Blumen, wie gefärbtes Giesswasser ihre Farben beeinflusst. Wer weiss, vielleicht erhalten diese drei Sieger eines Tages einen wissenschaftlichen Nobelpreis oder entdecken etwas, das der Menschheit dient.




Wie Sie uns weiterhin helfen können:

Ohne Ihre konstante Hilfe bei solchen Projekten wären wir nicht in der Lage, den Bedürfnissen unserer Schüler nachzukommen.
• Neue Qualität unserer Webseite
• Schulträgerschaft unterstützt bedürftige Familien
• Steuerschuld
• Transporthilfe für Fahren
• Wahlfächer für Mittelstufenschüler
• Renovierungen
• Medien und IT-Abteilung (neu)



Rea Israel unterstützt diese segensreiche Schule regelmässig. Wer hilft mit?


Beth HaChaim, Haus des Lebens

Hilfe für Mutter und Kind
Sandy Shoshani, Be’ad Chaim, Hilfe für Mutter und Kind

Zurzeit leben vier junge Frauen mit den Hauseltern und ihren zwei Söhnen in unserem „Haus des Lebens“. Zwei Frauen sind erst gerade Mutter geworden, zwei sind schwanger. Susanne (Name geändert), die Frau, die als letzte hinzu kam, wurde von einem gottesfürchtigen Arzt zu unserer Beraterin geschickt. Susanne lebte in einem Heim für psychisch angeschlagene Frauen. Als sie schwanger wurde, waren die dortigen Betreuer und Sozialarbeiter überzeugt, Susanne fehlten die Fähigkeiten, ein Kind gross zu ziehen, und sie müsse ihr Kind abtreiben.

Susannes Geschichte ist traurig: Ihre Mutter war gestorben, als sie noch sehr jung war, und der Vater missbrauchte sie psychisch. Unter diesem Trauma leidet sie immer noch. Vor einigen Jahren hatte sie einen Muslim geheiratet, doch seine Familie misshandelte sie und vertrieb sie, als sie erkannten, dass sie christliche Araberin war. Die Misshandlungen führten zur Fehlgeburt des ersten Kindes.

Nun ist Susanne von einem anderen Mann schwanger, aber sie wurde wieder verstossen und lebte in diesem Heim, wo man sie stark unter Druck setzte, das Baby abzutreiben. Unser „Haus des Lebens“ gibt ihr nun die Gelegenheit, aus diesem Teufelskreis von Angst, Ablehnung und Hilflosigkeit auszubrechen. Sie wird in ihren Fähigkeiten geschult, was Muttersein, Finanzen und Haushaltsführung betrifft, und erhält auch seelsorgerliche Beratung. Bitte betet mit uns, dass sie ihr Herz für Gottes heilende Liebe öffnet und zu ihm umkehrt.

Aus: Gebets- und Informationsmail der amzi vom 25. Juni 2015

Gaben an "Haus des Lebens" werden gerne weitergeleitet.



Kakerlaken in den Küchenschränken

Küchenrenovation
Ein messianischer Bruder in Israel, der unser volles Vertrauen geniesst und Mitältester einer Gemeinde ist, trat mit folgender Not an uns heran:

"Eine holocaustüberlebende messianische Jüdin (88), die in einer einfachen Mietwohnung in Israel lebt, braucht dringend Ihre Hilfe bzw. Ihre Liebe.

Als ich sie das letzte Mal besuchte, um zu sehen, wie es ihr geht, liefen Kakerlaken aus den Küchenschränken. Die Wände der ganzen Küche waren verschimmelt, weil zum Teil die Wasserleitungen in den Wänden geplatzt sind. Nun ist das Holz der Küchenschränke feucht geworden. Als ich das sah, konnte ich nicht einfach so wieder nach Hause gehen, als wäre alles in Ordnung. Ich habe einen Klempner und Bauleiter angerufen, und sie gaben mir einen Preisvorschlag von CHF 7‘000.-, um die Küche einigermassen wieder in Ordnung zu bringen. Ich habe mich entschlossen, meinen Anteil von CHF 1‘000.- daran zu bezahlen und suche jetzt weitere Spender, die mir helfen wollen und können, dieser kostbaren Dame die letzten Jahre ihres Lebens angenehmer zu machen, indem wir ihr die Küche renovieren.

Sie hat ihre Familie im Holocaust verloren, und ihr Ehemann ist vor acht Jahren gestorben. Sie bat mich, nicht namentlich erwähnt zu werden, weil sie sich wegen ihres Zustandes so sehr schämt."

Spenden mit dem Vermerk "Küchenrenovation" leiten wir gerne weiter.



Meine Eindrücke der Israelfreizeit vom April 2015

Eindrücke

Die Israelreise mit Kurt Wenger ist ihrem Namen treu: man reist — und zwar intensiv — im Land Israel. Nach Ankunft in der Metropole Tel Aviv an der Mittelmeerküste des Landes steigen wir sofort in den Reisebus, welcher uns während der nächsten zehn Tage unermüdlich kreuz und quer durch das 'gelobte Land' der Bibel, inklusiv umstrittene Teile des modernen Staates Israel, fortbewegen wird. In zehn Tagen werden alle, die sich für die täglichen Ausflüge entscheiden, im weitesten Norden des Landes die Hauptquelle des Jordanflusses, die Berge des Nachbarlandes Libanon und die strategisch wichtigen Golanhöhen erblickt haben. Von unserem ersten Aufenthaltsort aus, einem Kibbuzhotel am See Genezareth, werden wir mit Touristen und Pilgern aus aller Welt die Orte besucht haben, welche im Neuen Testament in Verbindung mit Jesus vorkommen. Im zweiten Teil der Reise werden wir den Weg hinauf durch die judäische Wüste nach Jerusalem und in zehn Tagen im kargen Süden des Landes das Salzwasser des Toten Meeres besucht haben. Man ist, wie gesagt, am Reisen.

Dass es eine Gruppenreise ist, schätzen meine Frau Katrin und ich besonders, da wir als Familie mit unseren Töchtern Lisa (16) und Susanna (11) daran teilnehmen. Da auch andere Familien dabei sind, haben unsere Kinder die Möglichkeit, sowohl bei den Ausflügen als auch während der freien Zeit im Hotel mit Gleichaltrigen auszutauschen, zu spielen oder sogar selbständig Jerusalem auszukundschaften. Zudem kann unsere Susanna fast eine Lehre als Reiseleiterin absolvieren: Sie darf vorne im Bus neben Kurt Wenger sitzen. Was für ein Privileg für alle mitreisenden Jugendlichen, das Land Israel so jung und mit allen Sinnen zu erleben und Berichte aus erster Hand zu hören statt solche aus den Medien zu übernehmen, die oft ungeprüft und mit Vorurteilen belastet sind.

Kurt Wengers 30-jährige Erfahrung als Reiseleiter ist in allem, was das leibliche und seelische Wohl von Schweizer Touristen betrifft, unverkennbar. Zudem bietet diese Reise während den Ausflügen und beim freiwilligen Abendprogramm die Möglichkeit, die Werke, die von Rea Israel unterstützt werden, näher kennenzulernen. Dadurch gewinnt der Aufenthalt beträchtlich an Tiefe und Sinn. Kurts langjähriger Freund und israelischer Reiseleiter Dani Walter, bereichert den Aufenthalt an jedem besuchten Ort mit zahlreichen Bezügen zur biblischen Geschichte und mit naturkundlichen Hinweisen. Im „Sich-Behaupten“ im Jerusalemer Verkehr ist unser Carchauffeur Schraga (ein kaukasischer Araber) unschlagbar. Und wenn man erleben will, wie er seinen Hauptberuf als Busfahrer mit al fresco-Picknickfachmann und sogar mit Pizza-Chef verbindet, muss man sich unbedingt für die nächste Israelreise anmelden!

Eine geführte Gruppenreise, ja, und doch gibt es für jeden Einzelnen von uns Momente oder Eindrücke, welche uns besonders in Erinnerung bleiben. Bei mir ist ein solcher Moment die Stunde, die wir in den Golanhöhen an der Israelisch-syrischen Grenze verbringen. Bei starkem Wind, aber unglaublich klarer Weitsicht, erzählt Dani Walter von einem Panzergefecht im Oktober 1973. Dadurch werde ich in Gedanken um 42 Jahre zurückversetzt. Der Begriff ‚The Golan Heights’ hatte sich durch die Fernsehnachrichten in den 70-Jahren, als ich ein Kind in England war, bei mir eingebrannt. Und gleichzeitig sind viele unserer Gruppe, während wir über die erstaunlich sanften, grünen Hügel nach Syrien hinüberschauen, mit den unzähligen Opfern der aktuellen Grausamkeiten in grossen Teilen jenes Landes in Gedanken verbunden.

Einen zweiten speziellen Moment erlebe ich in der Church of Christ’s Tribulation beim Garten Gethsemane am Fuss des Ölbergs in Jerusalem. Die Apsiden dieser Kirche sind mit fast leuchtenden Mosaikbildern der letzten Stunden Jesu vor seiner Überlieferung an Pilatus, vor seiner Kreuzigung und seinem Tod verziert. Obwohl die ganze Bibel zweifellos lehrt, dass der Herr überall und zu jeder Zeit anwesend ist, spüre ich hier beim Garten Gethsemane besonders stark die totale Hingabe Gottes an seine Welt. Nur ein paar Tage vorher, beim Besuch eines christlichen Reha-Zentrums für Drogensüchtige in Haifa, bin ich mächtig betroffen, als ich das mit Dornenkrone verzierte Kreuz erblicke, das vorne in der Kapelle des Zentrums steht.

Jesus weinte über Jerusalem, lesen wir im Lukas-Evangelium (Kapitel 19: 41-44), weil die Stadt nicht erkannt hatte, was zum Frieden führt. Beim letzten Abendprogramm mit einem messianisch-jüdischen Pastor in unserem Hotel in einem orthodoxen Quartier von West-Jerusalem, erklärt uns Michael, der Pastor, was es bedeutet, für den Frieden Jerusalems zu beten. Es bedeutet, Gott darum zu bitten, dass die Augen aller in Israel wohnenden Völker (Juden, Araber, Palästinenser) geöffnet werden, Jesus von Nazareth als den im Buch Jesaja versprochenen Friedefürst zu erkennen als den einzigen Vermittler des wahren Friedens jetzt und für alle Ewigkeit. Ich glaube, dass es diese Erkennung ist, die ich so deutlich in der Gethsemane-Kirche und beim Kreuz im Reha-Zentrum in Haifa spüre. Für dieses Erlebnis, neben so vielen anderen Eindrücken, ein grosses Dankeschön an Kurt Wenger, Kultour-Reisen und alle Mitbeteiligten.

Simon David Cryer (geb. 1964 in Südengland, seit 1993 verheiratet mit Katrin (ehem. Balzli), wohnhaft in Berg-Dägerlen bei Winterthur)




Inside Israel,
von Doron Schneider

Tatsachen

Die meisten arabischen Pastoren glauben, die christliche Kirche habe Israel ersetzt. Viele von ihnen glauben sogar, die palästinensischen Christen seien die wahren Nachkommen Jakobs und das Volk Israel sei NICHT die Erfüllung biblischer Prophetie, sondern eine Tragödie…


Wenn es nicht schon schlimm genug ist, dass die islamische Welt versucht, Israel zu zerstören, kommen ihnen jetzt die Evangelikalen zur Hilfe, indem sie Israels Recht auf ihr Land verweigern und behaupten, Jesus sei ein Palästinenser gewesen, ja, die Verheissungen Gottes an Israel seien ungültig oder bereits erfüllt. 

Christliche Leiter und Pastoren, die Israel besuchen, scheinen es gut zu meinen und versuchen, den Nahostkonflikt unter den gläubigen Juden und Arabern, “einfach so mal schnell“ zu lösen und verstehen nicht, warum wir nicht miteinander auskommen können.


Setzen wir mal die Tatsachen fest: 
Muslime begehen weltweit Gräueltaten gegen Juden und Christen. 
Die Israelis versuchen inzwischen lediglich, ihr Land aufzubauen.
Und während Frauen von muslimischen Extremisten vergewaltigt werden,
wird Israels Sicherheitszaun, der zu unserem Schutz aufgebaut wurde, als grösste Sünde und Hindernis für den Weltfrieden betrachtet.


Was ich jetzt weiter schreibe, kommt nicht von einer Haltung: "Wir, die Juden, sind besser als sie, die Araber“. Nein, man kann in Bezug auf den israelisch-arabischen Konflikt die biblische Wahrheit und Gottes Heilsplan nicht einfach reduzieren auf: “Könnt ihr beide euch nicht einfach vertragen?”

Das ist nicht so einfach! Ich habe viele arabische Freunde. Viele von ihnen sind Gemeindeleiter und Pastoren. Gerade letzte Woche besuchte ich einen von ihnen. Er ist ein frommer Mann, aber wir haben grosse theologische Differenzen, welche manchmal die geistliche Einheit zwischen uns bedrohen. Damit meine ich nicht nur uns persönlich, sondern alle messianischen Leiter in Israel, die arabischen Pastoren in Israel und in den palästinensischen Gebieten.

Sie müssen verstehen, dass die meisten arabischen Pastoren glauben, die Kirche habe Israel ersetzt. Manche meinen sogar, die palästinensischen Christen seien die wahren Nachkommen Jakobs, und dass Leute wie ich (europäische Juden) Betrüger seien. Die Mehrheit von ihnen meint, das Volk Israel sei NICHT die Erfüllung biblischer Prophetie, sondern für die arabische Welt eine Tragödie (Nakba auf arabisch).


Erst vor ein paar Wochen haben sie den Nakba-Tag, den Tag der Katastrophe, gefeiert, während wir Juden den Unabhängigkeitstag feierten.
Für uns ist das keine kleine Herausforderung, diejenigen zu umarmen, welche diese grössten prophetischen Erfüllungen in der Geschichte, die Rückkehr der Kinder Israels aus den Nationen in ihre Heimat, als eine Katastrophe betrachten. Umso grösser wird das Wunder der Erfüllung, wenn man daran denkt, was wir alles überlebt haben:

  • Viermal wurden wir aus unserer Heimat verjagt und verstreut: 721 v.Chr., 586 v.Chr., 70 n.Chr. und 135 n.Chr.
  • Keine Nation, die länger als zwei Generationen aus ihrer geographischen Heimat getrennt war, hat jemals überlebt. Israel überlebte 2‘000 Jahre in der Diaspora.
  • Nur ein paar Jahre vor Israels Wiedergeburt vernichtete der von Dämonen besessene Adolf Hitler ein Drittel der Juden in der Welt.
  • Fünf arabische Nationen griffen Israel am 15. Mai 1948 an, an unserem Unabhängigkeitstag, während ein Waffenembargo gegen Israel existierte und unsere Armee noch in den Kinderschuhen steckte.

Die Tatsache, dass ich dies heute von Jerusalem aus schreiben kann, ist bemerkenswert. 

Ich hoffe, Sie verstehen den Kern des Problems, warum es nicht so einfach damit getan ist zu sagen: "Können die beiden Seiten sich nicht einfach vertragen?" Leider nicht. Bis die arabische Welt erkennt, dass die Wiedergeburt des Volkes Gottes durch Gottes Hand geschieht, gibt es keine Aussichten für Einheit. 

Auch wenn Israel keine perfekte Nation ist, sind auch dann die Feinde Zions weiterhin die Feinde Gottes
. Welche Einheit kann ich mit den Feinden Gottes haben? 

Kann ich sie lieben und für sie beten? Absolut ja! Aber kann ich mit ihnen Hand in Hand gehen? Das ist schwierig, besonders wenn sie mich töten wollen. Hier geht es nicht um Israels moralisches Verhalten, hier geht es um Gottes Ordnung und Plan für die Endzeit.

Diese Bedingung, dass die Nationen hinter Israel stehen müssen, ist wesentlich für die Existenz der Kirche
, so sehr, dass Paulus hier seinen härtesten Sprachton verwendet, wo es um die Gläubigen, die Israel beurteilen, geht: “Sei nicht hochmütig (gegenüber Israel), sondern fürchte dich! Denn wenn Gott die natürlichen Zweige (Israel) nicht verschont hat, könnte es sonst geschehen, dass er auch dich (Nationen) nicht verschont. So sieh nun die Güte und die Strenge Gottes; die Strenge gegen die, welche gefallen sind; die Güte aber gegen dich, sofern du bei der Güte (gegenüber Israel) bleibst; sonst wirst auch du abgehauen werden!” Römer 11,20-22
Die Ablehnung Israels kann die Kirche vom Lebensnerv zu Jesus trennen. Es ist interessant, dass die Kirche in Rom, der Paulus diese Worte schrieb, in die Ersatztheologie und in ein System der Tradition und Gerechtigkeit durch Werke gerutscht war.

Ich wiederhole: Auch hier geht es nicht darum, wer besser ist, sondern nur um Gottes Ordnung. Am Ende des Tages führt Gott hier keine Demokratie. Er wird alle seine Verheissungen erfüllen. Wir haben uns ihm anzupassen, dann werden wir alle gesegnet, Araber und Juden. 

Als messianische Juden müssen wir nach Demut streben und uns nie besser als unsere Brüder in den Nationen oder in den palästinensischen Gebieten betrachten – wir sind eins in Jesus. 

Allerdings sind unsere Brüder aus den Nationen (also Sie) aufgerufen, Israel zu lieben und zu respektieren und sich gegen die antiisraelische Stimmung in der Welt zu stellen. Auch die arabischen Pastoren sind aufgerufen, Israel zu lieben und beizustehen. Hier geht es NICHT um das Miteinander-Auskommen zwischen Juden und Arabern, sondern um die Endzeit, das Reich Gottes, um Platz für die Rückkehr des Messias zu schaffen. 

Mein Gebet ist, dass meine arabischen Brüder diesen "unwiderruflichen Aufruf" (Röm. 11,29), Israel zu segnen, als einen Auftrag Gottes respektieren, was wiederum einen Segen für sie auslösen wird.