Gründer und Präsident
KURT WENGER


 
Augapfel Gottes
Israel –
Augapfel Gottes und
Zankapfel der Welt


Schon in 5. Mo 32, 10 heisst es über Jakob, stellvertretend für Israel: „Er fand ihn (es) im Land der Wüste und in der Öde, im Geheul der Wildnis. ER umgab ihn, gab acht auf ihn, ER behütete ihn wie Seinen Augapfel.“ Dieses Bild greift der HERR, an Israel gerichtet, in Sach.2, 12 auf: „Wer euch antastet, tastet Meinen Augapfel an.“
Aber durch die Jahrtausende hindurch ist zu erkennen: Israel ist auch der Zankapfel der Welt.

1.   An den Begrifflichkeiten erkennt man schon beides

  • Der HERR nennt Israel „Liebling Seiner Seele“ (Jer. 12, 7), „Pflanzung Seiner Lust“ (Jes. 5, 7), „Jeshurun“ (= Rechtschaffene) und gebraucht andere wunderbare Bezeichnungen.
    In den Psalmen wird Israel, in dem Bewusstsein von Gottes Liebe, „Seine Turteltaube“ genannt (Ps. 74, 19).

 

  • Israel = Gott kämpft. EL = Gott. Ben Gurion verwarf ganz bewusst die Vorschläge „Judäa“ und „Zion“. Der Name des HERRN sollte im Staatsnamen vorkommen!

  • Umgekehrt: der HERR hat die Heiligkeit Seines Namens an dieses Volk geknüpft! ER ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, „das ist Mein Name in Ewigkeit“ (2. Mo 3, 15). Und ER selbst nennt sich auch „der Heilige Israels“ (Jes. 41, 14).

 

  • Aber schon früh gab es Versuche, den Namen Israel auszulöschen: Kaiser Hadrian, 135 n.Chr., benannte Israel in „Philistäa“ um - den Inbegriff der damaligen Feinde – und Jerusalem in „Aelia Capitolina“.

  • Die Nachwirkungen solcher Bemühungen wirken bis in unsere Zeit nach: Nachlässig wird selbst in frommen Kreisen von „Palästina“ statt von Israel gesprochen, und die von Menschen eingefügten Fussnoten der Bibel lauten oft fälschlicherweise „Palästina zur Zeit des AT“ oder „Palästina zur Zeit des NT“ – was es nicht gab!

Schliesslich erhielt ja Joseph in Ägypten nach dem Tode des Herodes im Traum die Weisung: „zieh in das Land Israel!“ (Mt. 2, 20)

  • Die in der Welt meist gebrauchten Begriffe „Palästina“, „Westbank“ (statt Judäa & Samaria) oder „zionistic entity“ (statt Israel) werden bewusst gewählt, um die biblischen Begriffe zu vermeiden.

 

  • Schon der Psalmist Asaph betet in Ps. 83, 2 – 5: „Gott, schweige nicht! Verstumme nicht, und sei nicht stille, o Gott! Denn siehe, Deine(!) Feinde toben, und die Dich hassen, erheben das Haupt. Gegen Dein Volk planen sie listige Anschläge, und sie beraten sich gegen die, die bei Dir geborgen sind. Sie sprechen: Kommt und lasst uns sie als Nation vertilgen, dass nicht mehr gedacht werde des Namens Israel!“ (Wir sehen: die Feinde Israels sind Gottes Feinde.)

  • Aber wir dürfen nach Jes.66, 22 gewiss sein: „Wie der neue Himmel und die neue Erde, die ICH mache, vor Mir bestehen, spricht der HERR, so werden eure Nachkommen und euer Name (!) bestehen.“

 


2.   Die Erwählung Israels – Zeichen göttlicher Liebe und Stein des Anstosses

  • Gott hat mit Abraham (1. Mo 17, 7) und dann mit Isaak und Jakob/Israel einen Bund, einen ewigen Bund geschlossen. Und der Grund war: Seine Liebe zum jüdischen Volk (5. Mo 7, 7).

 

  • Deswegen die wundervollen Aussagen Gottes über Sein auserwähltes Volk:

„ICH will dich Mir verloben in Ewigkeit…in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen, ja in Treue will ICH dich Mir verloben“ (Hos. 2, 21), „Dein Gemahl ist dein Schöpfer“ (Jes. 54, 5).Über Zion spricht Gott: „Siehe, in Meine beiden Handflächen habe ICH dich eingezeichnet.“ (Jes. 49,16)

  • Die Erwählung wird in vielfacher Weise wiederum in den Namen Israels deutlich: „Meine Nation“ (Jes. 51, 4), „Mein Berufener“ (Jes. 48, 12), „Erbteil des HERRN“ (z.B. 2. Sam.20,19),“Sein Eigentum“ (Ps. 135, 4), „Sein Herrschaftsbereich“ (Ps. 114, 2), „Sein Auserwählter“ (Jes. 54, 4) u.a.

 

  • Die Erwählung wird ganz besonders dadurch deutlich, dass es erstaunliche Übereinstimmungen und Parallelen zwischen den Namen Jesu und den Bezeichnungen für Israel gibt. Hier nur einige Beispiele:

Erstgeborener Sohn:
Vom Sohn Gottes, dem verheissenen Immanuel, wissen wir: „ER ist das Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene  aller Schöpfung“ (Kol. 1, 15).
„So spricht der HERR: Mein erstgeborener Sohn ist Israel“ (2. Mo 4, 22)

Weinstock:
Jesus sagt: „ICH bin der wahre Weinstock“ (Joh. 15, 1).
„Einen Weinstock hobst DU aus Ägypten“ (das trifft auf Jesus zu und auf Israel, und deswegen heisst es weiter) „Du machtest Raum vor ihm, und er schlug Wurzeln und erfüllte das Land“ (Ps. 80, 9).

Spross des HERRN:
Der HERR Jesus wird mit den Worten angekündigt: „Und ein Spross wird hervorgehen aus dem Stumpf Isais, und ein Schössling aus seinen Wurzeln wird Frucht bringen. Und auf Ihm wird ruhen der Geist des HERRN…“ (Jes. 11, 1 f.).
„Und dein Volk, sie alle werden Gerechte sein, werden das Land besitzen auf ewig, sie, ein Schössling der Pflanzungen des HERRN“ (Jes. 60, 21).

Löwe:
Mit welchen Worten segnet Jakob seinen Sohn Juda? „Juda ist ein junger Löwe“ (1. Mo. 49, 9).
Und über den HERRN Jesus heisst es in der Offenbarung: „“Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamme Juda…“ (Off. 5, 5).

Wurzel:
In dem eben zitierten Wort aus der Offenbarung geht es weiter: „Siehe, es hat überwunden der Löwe aus dem Stamme Juda, die Wurzel Davids…“. Jesus ist der „Sohn Davids“, die Wurzel Davids. Jesus ist „wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich“ aufgeschossen (Jes. 53, 2). Und ER selbst spricht: „ICH bin die Wurzel und das Geschlecht Davids, der glänzende Morgenstern“ (Off. 22, 16).
Und was lesen wir über die Wurzel bzgl. Israels? Paulus macht uns klar, dass unsere Glaubenswurzeln im Judentum liegen und mahnt uns zu bedenken: „…du trägst nicht die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich“ (Röm. 11, 18).

Tau:
Israel wird ein Segen für die Völker sein. So heisst es in Micha 5, 6: „Und der Überrest Jakobs wird inmitten vieler Völker sein wie ein Tau vom HERRN…“
Und Ps. 110, 1-4 spricht von Jesus in einem Bild vom Tau: „Spruch des HERRN für meinen Herrn: Setze Dich zu Meiner Rechten, bis ICH deine Feinde gemacht habe zum Schemel deiner Füsse…Aus dem Schoss der Morgenröte habe ICH Dich wie Tau gezeugt“.

Hammer:
Israel wird, wie wir eben am Bild vom Tau sahen, durch den HERRN zum Segen für die Völker bestimmt. Aber es wird auch auf ganz andere Weise vom HERRN eingesetzt, um Gottes Ziele auszuführen. An Israel gerichtet, sagt der HERR: „Du bist Mir ein Hammer, eine Kriegswaffe, und mit dir zerhämmere ICH Nationen“ (Jer. 51, 20). (Bei Luther ist fälschlicherweise „Babylon“ eingefügt.)
Und was lesen wir über das fleischgewordene Wort Gottes (Joh. 1,14), unseren HERRN Jesus? : „Ist Mein Wort nicht brennend wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?“

Krone:
Für die Endzeit gibt es die Verheissung: „An jenem Tag wird der HERR der Heerscharen für den Überrest Seines Volkes zur herrlichen Krone und zum prächtigen Kranz…“ (Jes. 28, 5).
An Zion gewandt spricht der HERR: „Und du wirst eine prachtvolle Krone sein in der Hand des HERRN und ein königliches Diadem in der Hand deines Gottes“ (Jes. 62, 3).

Zwei ganz besonders erstaunliche Beispiele will ich noch nennen:

Weide der Gerechtigkeit:
Gegen die Feinde droht Gott Sein Gericht an: „…weil sie gegen den HERRN gesündigt haben, die Weide der Gerechtigkeit,…“ (Jer. 50, 7).
Und der HERR kündigt an: wenn ER das Land Juda wiederherstellt, dann wird man sagen: „Der HERR segne dich, du Weide der Gerechtigkeit, du heiliger Berg!“ (Jer. 31, 23).

Knecht Gottes:
Aus Jes. 53, 11 wissen wir, dass unser Erlöser „Knecht Gottes“ genannt wird: „Durch Seine Erkenntnis wird der Gerechte, Mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird ER sich selbst aufladen“.
Auf der anderen Seite: Als der HERR Seinem Volk Israel vor Augen führt, wie gnädig ER mit ihnen verfährt, heisst es: „Denke daran, Jakob und Israel, denn du bist Mein Knecht. ICH habe dich gebildet, du bist Mein Knecht, Israel, du wirst nicht von Mir vergessen.“ (Jes. 44, 21).
Und Jes. 49, 1-6, beginnt mit ähnlichen Worten: „Mein Knecht bist du, Israel, an dem ICH Mich verherrlichen werde…“
Aber dann geht es so weiter: „Es ist zu wenig, dass du Mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ICH dich (auch) zum Licht der Nationen, dass Mein Heil reiche bis an die Enden der Erde.“
Wer ist es, der das Heil bis an die Enden der Erde bringt? Es ist der HERR Jesus Christus. Und wie wird ER hier genannt? „Mein Knecht bist Du, Israel!“
Stärker kann es nicht ausgedrückt werden, wie sich unser HERR mit Seinem Volk Israel eins macht!

  • Gegen die Erwählung Israels, das Ausgesondertsein, begehrte die Welt immer wieder auf. Wir lesen das schon im Buch Ester: Der böse Haman sagt zum König Ahasveros: „Da gibt es ein Volk, …abgesondert unter den Völkern…Und ihre Gesetze sind von denen jedes anderen Volkes verschieden…“(Ester 3, 8). Und ein Brief wurde ausgesandt, dass alle Juden umgebracht werden sollten, weil der Jude Mordechai sich nicht vor dem Haman niederwarf.

 

  • Schon früh gab es eine bewusste Abgrenzung des Christentums von den jüdischen Wurzeln: Konstantin der Grosse (3. Jh.), der das Christentum zur Staatsreligion erhob, beschlagnahmte Synagogen und wandelte sie in Kirchen um. Und die Synode von Nicäa (325) ordnete an, das Osterfest dürfe nie mit dem jüdischen Passahfest zusammenfallen.

  • Augustinus (um 400 n. Chr,): „Das wahre Bild des Hebräers ist Judas Ischariot…Der Jude kann die Hl. Schrift niemals verstehen und wird auch ewig die Schuld am Tode von Jesus tragen“. Diese Anschuldigung des Gottesmordes und davon abgeleitet die Sicht, die Juden seien deshalb für immer verworfen, hat sich hartnäckig über die Jahrhunderte gehalten. Was können wir dazu sagen? a) Die Römer haben Jesus gekreuzigt, müssten also genauso angeklagt werden. b) Sein Opfertod war längst im Himmel beschlossen, c) Die Juden riefen zwar damals „Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder“, aber Jesu Blut ist nicht Zeichen der Verfluchung, sondern der Rettung, d) Jesus selbst rief aus „Vergib ihnen…“.

 

  • Der Kreuzzug von 1096 war ein erster unerhörter Tiefpunkt von Massenmorden an den Juden. Die Pest im 14. Jh. wurde den Juden zugeschrieben, deshalb metzelten Deutsche die Juden aus 350 Synagogen nieder.  

  • Leider müssen wir auch Luther zitieren: „Nach dem Neuen Bund sind die Juden nicht mehr Israel. Die Christen sind die rechten Israeliten und neuen Juden“. In einer Hetzschrift 1543: „Zweifelt nicht, in Christus Geliebte, dass ihr nach dem Teufel keinen bittereren, gewalttätigeren Feind habt als den richtigen Juden, der es mit seinem Glauben ernst nimmt… Verbrennt ihre Synagogen und Schulen!“

 

  • Das wirkte über Jahrhunderte nach, z.B. berief man sich im Naziregime ausdrücklich auf Luther. 1933 forderten die sog. Deutschen Christen die Abschaffung des AT und Ausmerzung der Begriffe „Israel, Zion, Jerusalem, Halleluja, Amen“ aus den Gesangbüchern.

  • Wie ist die Situation heute? Heute wird Israel immer wieder auf verschiedene Weise das Existenzrecht abgesprochen. Es gibt eine sog. Delegitimierungs-Kampagne. Da wird von palästinensischen sog. Wissenschaftlern behauptet, es gäbe überhaupt keinen archäologischen Beweis jüdischen Lebens im Staatsgebiet!

Auch der 1. und 2. Tempel sei nur ein Phantasiegebilde!

  • Die Palästinensische Autonomiebehörde will nun bei der UNESCO beantragen, historisch wichtige jüdische Stätten als „palästinensisches Weltkulturerbe“ deklarieren zu lassen: Bethlehem, Hebron, das Josefsgrab in Nablus und auch die Verkündigungskirche in Nazareth. Und 2009 hat die UNESCO Jerusalem als „Hauptstadt der arabischen Kultur“ ausgerufen.

 

  • König Abdullah von Jordanien hat als seine Vision geäussert, Israel solle in der arabisch-islamischen Welt aufgehen. Gegen die Erwählung Israels richtet sich letztlich auch die Aussage des päpstlichen Vertreters in Jerusalem (Sabbah 2007), Israel solle seinen jüdischen Charakter aufgeben, da es nicht exklusiv für eine Religion da sei.

  • Was sagt die Schrift nun zu diesem Abrücken von Israel, zu diesem Hass gegen die Juden und zu dem geistlichen Besitzanspruch der Kirche, das „neue Israel“ zu sein?

Röm. 11, 1+29: „Ich sage nun: Hat Gott etwa Sein Volk verstossen? Das ist ausgeschlossen!“ „Die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.“
Gott gebraucht die höchstmögliche Steigerungsform für die Untermauerung Seiner ewigen Erwählung: „Wenn Mein Bund mit dem Tag und der Nacht nicht mehr besteht, wenn ICH die Ordnungen des Himmels und der Erde nicht festgesetzt habe, dann werde ICH auch die Nachkommen Jakobs und Meines Knechtes David verwerfen…“ (Jer. 33, 25)

 

3.   Zur Erwählung gehört die Zusage von Land und die Rückführung in dasselbe Land

  • Erinnern wir uns: Mit einem heiligen Schwur bei Seinem eigenen Namen hat der HERR dem Volk Israel auf ewig ein ganz bestimmtes Land verheissen (1. Mo. 26, 3; 4. Mo. 34; Jos. 1, 2-4; Hes.47, 13-20). Das gibt es für keine einzige andere Nation!

 

  • Wir wissen, Israel lebte nicht ununterbrochen im verheissenen Land, sondern musste zwischendurch ins Exil geschickt werden. Aber Gott verheisst in Jer. 30, 3: „Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da wende Ich das Geschick Meines Volkes Israel und Juda, spricht der HERR. Und Ich bringe sie in das Land zurück, das Ich ihren Vätern gegeben habe, damit sie es in Besitz nehmen.“

  • Müssen alle Juden ins Land der Väter zurückkehren, bevor der Messias kommt? Nein, dies wird erst danach geschehen. In Hes. 39 verheisst der HERR: „Die Nationen werden Mein Gericht sehen“(V. 21), und über Israel spricht ER: „Sie werden erkennen, dass ICH der HERR bin, da ICH sie zwar gefangen zu den Nationen weggeführt habe, sie aber wieder in ihr Land sammle und keinen mehr von ihnen dort zurücklasse. Und ICH werde Mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen, wenn ICH Meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen habe, spricht der Herr, HERR“ (V. 28 f.). (Siehe auch Mat. 24, 29 f.)

 

  • Im 20. Jh. gab es eine Reihe von Vorschlägen der Politiker, wohin man die Juden bringen wollte: z.B. Uganda, Brasilien, Australien, Madagaskar, Vietnam. Aber nach Gottes Plan ging es eben nicht nur darum, das jüdische Volk zu sammeln, sondern es genau im verheissenen Land zu sammeln.

  • Im Nov. 1947 gab es den ersten unübersehbaren Schritt in der Verwirklichung der göttlichen Verheissung: Durch UN-Beschluss wurde ein jüdischer Staat im Gelobten Land völkerrechtlich abgesichert. Seitdem kamen Juden aus 145 Ländern zurück!
    Ben Gurion äusserte bemerkenswert am Staatsgründungstag 14.5.1948: „Wenn die Zeit erfüllt ist, kann nichts Gott widerstehen“.

 

  • Wenige Stunden nach Staatsgründung sollte nach dem Willen der arabischen Nachbarn dieses politische Baby erdrosselt werden. Und seitdem gibt es keine Ruhe. Israel war Kriegen mit seinen Nachbarn ausgesetzt 1948, 1956, 1967, 1973, 1982, 1991 (im Golfkrieg, völlig unbeteiligt und doch beschossen), 2006 (Zweiter Libanonkrieg) und Dezember 2008/Januar 2009 Gazakrieg. In Jer. 12, 14 lesen wir: Gott wendet sich gegen, wie ER sagt,  „alle Meine bösen Nachbarn, die das Erbteil antasten, das Ich Mein Volk habe erben lassen:“ (ER kann von Seinen Nachbarn sprechen, weil Ihm ja das Land Israel gehört.)

  • Im Juni 2012 sagte der Chef der ägyptischen Moslembruderschaft, die Schaffung Israels sei die grösste Katastrophe, die die Welt je befallen habe.

 

  • Der iranische Präsident hat hämisch die Muslime weltweit aufgefordert, ein Referendum abzuhalten, ob Israel „nach Kanada, Alaska oder Europa transferiert“ werde solle.

  • Aber auch bei manchen Christen fehlt die Sicht, dass die Rückführung in das Gelobte Land göttlicher Führung entspricht: Der Vertreter des Papstes in Jerusalem sagte im Frühjahr 2012, die Existenz Israels habe „als solches nichts mit der Bibel zu tun“. Ein Erzbischof (Bustros): „Die Idee (!) des verheissenen Landes kann nicht als Rechtfertigung für die Rückkehr der Juden nach Israel und die Verdrängung der Palästinenser dienen“.

 

  • Was gehört nun eigentlich zum von Gott verheissenen Land? Gaza gehörte zum Stamm Juda (Jos. 15) und soll auch in der Endzeit für das jüdische Volk reserviert sein (Zeph. 2, 5 ff).

Judäa & Samaria ist biblisches Kernland und hat die Verheissung, dass es für Israel Frucht tragen wird (Hes. 36, 8).
Auf dem Golan/Bashan gab es viele Synagogen. Und Gott verspricht:  „ICH will Israel zu seinem Weideplatz zurückbringen, dass es…in Baschan weidet…“ (Jer. 50, 19)
Jerusalem – keinmal im Koran erwähnt, aber 654 mal im AT und 157 mal im NT –  ist Zentrum des politischen/geistlichen Konflikts. Denn der HERR hat es als Seine Ruhestätte erkoren (Ps. 132). Der Friedefürst, der Messias Jesus, kehrt auf den Ölberg zurück - nach Ost-Jerusalem.

  • Im sog. israelisch-palästinensischen Konflikt geht es nicht etwa nur darum, den Palästinensern mehr Lebensraum zu verschaffen, sondern es ist klar verkündetes Ziel sowohl der Hamas als auch der angeblich gemässigten Fatah, ganz Israel auszulöschen.  Deshalb kann auch die Idee „2 Staaten Seite an Seite“ nicht zum Ziel führen.

 

  • Wie ist dieses Tauziehen nun geistlich einzuordnen? Der HERR sagt im Hinblick auf das verheissene Land „MIR gehört das Land“ (3. Mo 25, 23) Und wir hören die Warnung aus Joel 4, 1 f: Der HERR sagt, ICH werde „mit den Nationen ins Gericht gehen wegen Meines Volkes und Meines Eigentums Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und Mein Land haben sie geteilt.“

 

4.   Zeichen der Liebe und Treue Gottes ist Rettung aus der grössten Bedrängnis

  • „Zankapfel der Welt“ – dieser Ausdruck ist absolut nicht übertrieben, wenn wir an die in der Endzeit zu erwartenden kriegerischen Auseinandersetzungen denken: Lt. Hes. 38/39 wird es eine Invasion aus dem Norden geben, in der die Angreifer durch Gottes mächtiges Eingreifen vernichtet werden, nämlich durch Erdbeben, andere Naturkatastrophen und Seuchen sowie durch Selbstvernichtung der Feinde untereinander. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs macht eben mit Seiner Zusage ernst: „Siehe, in Meine beiden Handflächen habe Ich dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor Mir.“ (Jes. 49, 16)

 

  • Und der letzte grosse Feldzug dieser Erde zielt auf die völlige Vernichtung des jüdischen Volkes, aber er endet in einem triumphalen  Sieg des Heiligen Israels, Jeshua HaMashiach. In diesem „Krieg des grossen Tages Gottes“, wie er in Off 16 genannt wird, in dieser Schlacht von Harmagedon, sammeln sich nicht nur bestimmte Nationen aus dem Norden, sondern  alle Völker. Ihr gemeinsames Ziel ist Jerusalem. „Und es wird geschehen an jenem Tag, da mache ICH Jerusalem zu einem Stemmstein für alle Völker; alle, die ihn hochstemmen wollen, werden sich wund reissen“. (Sach. 12, 3)
    Ich muss an Ps. 2, 6 denken: „Der im Himmel thront, lacht, der HERR spottet über sie. Dann spricht ER sie an in Seinem Zorn, in Seiner Zornglut schreckt ER sie: `Habe doch ICH Meinen König geweiht auf Zion, Meinem heiligen Berg!“

  • Sach. 9, 16: „So wird der HERR, ihr Gott, sie an jenem Tag retten als die Herde Seines Volkes. Denn Steine an Seinem Diadem sind sie, die über Seinem Land funkeln.“ Kann die Liebe Gottes zu Seinem Volk schöner ausgedrückt werden?

 

  • Und was ist mit den Feinden Israels? Der HERR sagt Israel: „Du wirst sie suchen und nicht finden, die Männer, die mit dir zanken. Wie nichts und wie Nichtigkeit werden die Männer, die mit dir Krieg führen.“ (Jes. 41, 12)

  • Heute wird Israel noch massiv bedrängt. Und das trotz der vielen Abkommen und Resolutionen, in denen immer wieder „Frieden und Sicherheit“ als dringendes Ziel konkret benannt wird:

UNO-Resolution 242 (1967)
UNO-Resolution 338 (1973)
Friedensvertrag mit Ägypten (1979)
Friedenskonferenz von Madrid (1991)
Israel-PLO-Abkommen (1993)
Friedensvertrag mit Jordanien (1994)
Oslo II-Abkommen (1995)
Hebron-Abkommen (1997)
Wye-Abkommen (1998)
Camp David II-Abkommen (2000)
Roadmap (2002)

  • Vom Gazastreifen aus sind in 2012 wieder Hunderte von Raketen auf den westlichen Negev und bis vor TelAviv geregnet. Vom Sinai aus gab es feindliche Übergriffe. Im Südlibanon hat die Hisbollah 50‘000 Raketen gehortet. Und an der syrischen Grenze zum Golan kam es im November 2012 erstmals seit Jahrzehnten wiederholt zu Störungen.

 

  • In diese Situation hinein hören wir Gottes Verheissung: „Und gebeugt werden zu dir kommen die Söhne deiner Unterdrücker, und alle, die dich geschmäht haben, werden sich niederwerfen (!) zu deinen Fusssohlen…ICH will dich zum ewigen Stolz machen, zur Freude von Generation zu Generation.“ (Jes. 60, 14) Kaum vorstellbar, aber wahr!

 

5.   Und die Rettung Israels wird nicht nur eine physische sein, die Veränderung nicht nur eine politische Dimension haben: Gott schenkt auch geistliche Erneuerung.

  • Jes. 45, 17+24: „Israel findet Rettung in dem HERRN, ewige Rettung…Ja, jedes Knie wird sich vor Mir beugen, jede Zunge Mir schwören und sagen:  Nur in dem HERRN ist Gerechtigkeit und Stärke. Zu Ihm wird man kommen, und es werden alle beschämt werden, die gegen Ihn entbrannt waren. In dem HERRN werden gerecht sein und sich rühmen alle Nachkommen Israels.“

 

  • Eingeleitet wird dies dadurch, dass ganz Israel Jeshua als den Messias herbeisehnt und damit die Wiederkunft des HERRN mit vorbereitet: „Über das Haus David und über die Bewohnerschaft von Jerusalem giesse ICH den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf Mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über Ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt. (Sach12,10). „An jenem Tag wird man sagen: Siehe da, unser Gott, auf den wir hofften, dass ER uns rette! Da ist der HERR, auf den wir hofften!“ (Jes. 25, 9).

  • Es wird eine erschütternde, nationale Bewegung der Busse in Israel geben. „Und sie werden sich bebend zum HERRN wenden und zu Seiner Güte am Ende der Tage“. (Hos. 3, 5), so wie in Hes. 36,26 vorausgesagt: „Und ICH werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben …“

 

  • Vielleicht haben wir uns an diese Verse vom neuen Geist schon gewöhnt (auch weil wir sie so  schnell auf uns bezogen haben…). Aber hören wir noch dies: „In  jenen Tagen und  zu jener Zeit, spricht der HERR; wird Israels Schuld gesucht werden, und sie wird  nicht da sein – und die Sünden Judas, und sie werden nicht gefunden, denn ICH will denen vergeben, die ICH übriglasse“ (Jer. 50, 20) Ist das nicht gewaltig? Dies ist das Ereignis, auf das uns auch Paulus hinweist: „so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen, ER wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von Mir, wenn ICH ihre Sünden wegnehmen werde“ (Röm. 11, 26 f.).

  • Wann wird das sein, dass das jüdische Volk seinen Messias, Jeshua, erkennt? Auch dazu gibt uns die Schrift einen Anhaltspunkt: Dann, wenn alle die aus den Heidenvölkern zum Glauben gefunden haben, die nach Gottes Plan erlöst werden sollen. Im Römerbrief heisst es dazu: „Gott hat verfügt, dass ein Grossteil des jüdischen Volkes sich gegen die Einladung zum Glauben verhärtet. Aber das gilt nur so lange(!), bis alle, die ER aus den anderen Völkern erwählt hat, den Weg zum Heil gefunden haben“ (Röm. 11, 25).

 

  • Nach der Entrückung der Gemeinde wird Israel einmal einen quasi missionarischen Dienst in der Welt übernehmen. Jerusalem wird der unangefochtene geistliche Mittelpunkt der Erde sein: „Denn Mein Haus wird ein Bethaus genannt werden für alle Völker“ (Jes. 56, 7). „Und viele Völker werden zu ihm strömen, und viele Nationen werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN und zum Haus des Gottes Jakobs, dass ER uns aufgrund Seiner Wege belehre! Und wir wollen auf Seinen Pfaden gehen. Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem“ (Mi 4, 1 f.).

6.   Das Ziel

Wir haben viel gehört darüber, wie nah Israel dem Herzen Gottes ist und wie gerade deshalb die Welt sich gegen das erwählte Volk stellt. Israel nimmt eine Schlüsselstellung im Heilsplan Gottes ein.

Wir haben gelesen, warum Gott  Israel erwählt hat: aus lauter Liebe. Aber wichtig ist zum Schluss noch die Frage: Wozu? Was ist Gottes eigentliches Ziel?
In 2. Sam. 7, 23 lesen wir: Israel ist „die einzige Nation auf Erden, für die Gott hingegangen ist, sie Sich zum Volk zu erlösen und um Sich einen Namen zu machen…“
Immer wieder wird in der Schrift deutlich: es geht um den heiligen Namen des HERRN. ER hat sich mit der Heiligkeit Seines Namens auf dieses Volk ein für allemal festgelegt. ER will sich an Israel und in Israel verherrlichen. Der Feind Gottes und seine Handlanger kämpfen dagegen an, dass dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs die Ehre gegeben wird.

Und wenn wir für Israel eintreten, dann tun wir das nicht als Israel-Fans, sondern letztlich um der Ehre unseres HERRN willen, des verheissenen Immanuel!

 

Winfried Balke, Nov. 2012