Gründer und Präsident
KURT WENGER


 




 

Shalom, liebe Freunde

 

Shalom

Heute möchte ich euch aus zwei Bereichen unserer Arbeit erzählen: Die Arbeit unter den Ärmsten der Armen und den Aufbau einer neuen Gemeinde in K.

In unserem Kloster beherbergen wir zurzeit eine palästinensische Familie. Ihre Geschichte ist auf der einen Seite eine Tragödie, auf der anderen Seite aber auch wieder ein grossartiges Zeugnis von Gottes Barmherzigkeit und Liebe. Aus Gründen ihrer Sicherheit nenne ich ihre richtigen Namen an dieser Stelle nicht.



Ursprünglich kommen Sie aus Ramalla. Vor etwa eineinhalb Jahren wurden sie vom Roten Kreuz aus den palästinensischen Autonomie Gebieten herausgebracht, um ihr Leben zu schützen. Samir, der Familienvater, sass bereits drei Jahre in palästinensischen Gefängnissen, weil er angeblich mit dem israelischen Geheimdienst zusammengearbeitet hätte. In Israel erhielten sie einen Flüchtlingsstatus, der ihnen erlaubte, sich in Tel Aviv niederzulassen und Arbeit zu suchen. Samir hielt es jedoch an der Arbeitsstelle nicht lange aus, zu schwer hatte man ihn im Gefängnis misshandelt. Es dauerte nicht lange, da sass die Familie ohne Dach über dem Kopf auf der Strasse, wo ihr viertes Kind, ein Töchterchen, dann zur Welt kam.

Sie sammelten leere Dosen und Flaschen in der Stadt, um damit das Flaschenpfand einzulösen. Die Stadtverwaltung Tel Aviv erfuhr von dem Fall und wandte sich an Freunde von uns, die sich um Obdachlose kümmern, mit der Bitte zu helfen. Und so landete die Familie schlussendlich bei uns im Kloster. Sie haben sich inzwischen bekehrt und erfahren, dass da ein liebender Vater im Himmel für sie da ist und sich um sie kümmert.

Unsere Freunde in Tel Aviv haben ihnen jetzt eine Wohnung in B. angemietet, in die sie Mitte des Monats ziehen können. Als Oleg nach dem Fotografieren der Familie wieder zurückfahren wollte, hielt ihn eines der Mädchen an der Hose fest und fing an, auf Arabisch voller Freude auf ihn einzureden. Der Vater übersetzte dann: "Werden wir tatsächlich unser eigenes Zuhause haben? Fahren wir jetzt nach Hause?"

Ja, richtig ist, dass Jesus arme und in Not geratene Menschen liebt. Er will ihre Zuflucht und Versorger sein. So bekommt diese Familie jetzt aus SEINEN Händen ihr Zuhause. Danke Dir, Jesus!

K.
Von K. hatte ich das letzte Mal bereits berichtet. Es ist, als ob Gott in dieser Stadt auf den Golanhöhen, am Ende unserer kleinen Welt hier in Israel, kurz vor der syrischen Grenze, den Himmel geöffnet hat und wirklich Gemeinde bauen will.



Alles fing an mit einem kleinen Haus, das wir für ein paar ehemalige Rehabilitanden anmieteten. Inzwischen ist uns ein neues Haus angeboten worden, in dem 16 Personen leben können. Sobald dieses Haus bezogen worden ist, werden unsere Frauen aus der Rehabilitation in das erste Haus nachziehen. Betreut werden beide Häuser von G. und N., die letzten Donnerstag geheiratet haben. Sie kennen sich aus der Rehabilitation und sind Gott so dankbar für ihr neues Leben, dass sie sich nicht vorstellen könnten, der Reha den Rücken zu kehren. N. wird sich um die Frauen kümmern und G. um die Männer.

Was macht die Stadt K. so attraktiv für uns? Es ist wie im Zonenrandgebiet vom ehemaligen Westdeutschland. Hier ist alles viel preiswerter als im Zentrum. Dazu kommt, dass wir hier Arbeit finden für unsere Rehabilitanden. Nicht weit weg von beiden Häusern befinden sich die grossen Weingüter der Golanhöhen. Die Vorarbeiter sind so begeistert von uns und unserem Arbeitseifer, dass sie beschlossen haben, nur noch Christen anzustellen, soweit das überhaupt geht. Wir sind natürlich überaus glücklich, da sowohl Frauen als auch Männer in Arbeit sind und wir unseren Lebensunterhalt verdienen können.

Aber auch aus gemeindlicher Sicht war dies ein Schritt zur richtigen Zeit in die richtige Richtung. Es gab in K. bereits eine kleine Gruppe von Christen, die sich unter der Leitung von Finnen regelmässig versammelten. Wir haben uns sofort miteinander bekannt gemacht, was dazu geführt hat, dass die Finnen gerne ihre Gruppe in unsere Gemeinde einbringen möchten. Gottes Zeitmanagement ist vollkommen: Jetzt, mit dem grossen Haus, können wir Gottesdienste feiern und haben sogar für jeden Platz. Für mich als Pastor ist das immer wieder eine ganz besondere Freude, einer solchen im Aufbau begriffenen Gemeinde zu dienen, in der noch nicht alles so rund und perfekt läuft.

Rehabilitationszentrum wächst
Der Norden wurde 2007 stark durch das Reha-Zentrum geprägt. Es ist einfach eine Oase, die Gott uns schenkt, dort seinen Segen aus dem Vollen zu schöpfen. Vor kurzem hatten wir unseren Vermieter, Bischof Elias, zu Besuch. "Ich fühle mich bei euch zu Hause", so seine Worte. Ihr helft diesen Menschen nicht nur körperlich und seelisch, sondern auch geistlich. Das ist in dieser Kombination genau das, was wir hier so dringend brauchen."

Für uns ist es ein Wunder Gottes zu erleben, dass er uns weiterhilft mit einem neuen, fünfstöckigen Haus in H., das wir für einen symbolischen Preis anmieten dürfen. In diesem Haus werden in der Endphase, nachdem alle Renovierungsarbeiten abgeschlossen sind, etwa 50 Personen wohnen. Auf drei Etagen werden Menschen verteilt, die direkt von der Strasse kommen und 24 Stunden Betreuung benötigen, Menschen, die sich in der Rehabilitation befinden und solche, die die Reha bereits erfolgreich abgeschlossen haben.

B. und das Mini-Zentrum

Auch B. als Gemeinde bleibt nicht stehen. Der neue Gottesdienstraum wurde von Geschwistern aus der Rehabilitationsklinik renoviert und jetzt fertiggestellt. Im Ergebnis führt das unabsichtlich zur Gründung einer Mini-Reha-Klinik, in welcher bereits 14 Personen wohnen. Genauer gesagt, wohnen diese Rehabilitanden mitten in den Gemeinderäumen und denken bereits darüber nach, wie sie auch dort im Süden expandieren können…

Israel ist ein dynamisches Land. Um uns herum wuselt das Leben. Wir als Gemeinde können und wollen uns der Dynamik nicht entziehen. Bei all dem ist es jedoch gut, heilsam und lebensnotwendig, immer wieder aktiv die Ruhe Gottes zu suchen. So grüssen wir euch ganz herzlich, wünschen euch Gottes Segen und seine Nähe.

Euer Pastor G.


Schrecklicher Anschlag auf messianische Gläubige

 

Augenzeugen

Während des Purim-Festes ist es in Israel üblich, Geschenke zu verteilen. So lag am Purim-Tag auch bei der Familie O. so ein Paket auf der Treppe vor der Wohnungstüre, das die Putzfrau dann in die Wohnung trug. Der Sohn Amid, der zu dieser Zeit allein zu Hause war, hielt das Paket natürlich für eine Purimsüberraschung und öffnete es.

Die Bombe, welche zur Tötung seines Vaters bestimmt war (dieser hatte schon mehrere Morddrohungen von extremen Arabern erhalten), verletzte den 15-Jährigen lebensbedrohlich und verbrannte auch einen grossen Teil der Wohnung. Seine Kehle war durchgeschnitten, die Haut zweiten bis dritten Grades verbrannt, Metallsplitter im rechten Auge und in der Lunge, die Arme und Beine zerfetzt. Man kann sich diesen Zustand kaum vorstellen. Er rief noch: "Yeshua, hilf mir und rette mich! Ich brauche dich!" bevor er das Bewusstsein verlor.

Eine Soldatin leistete Erste Hilfe. Danach wurde der Junge mit dem Krankenwagen in die Notfallstation gebracht. Nach einer achtstündigen OP hatten die Ärzte wenig Hoffnung, dass er überleben würde, und wenn, dann nur als Krüppel, womöglich ohne Arme und Beine.

Den Schock der Eltern und der fünf Geschwister kann man sich kaum vorstellen. Der Vater proklamierte SEINE HEILUNG. Er sah den Kampf in der unsichtbaren Welt und SEIN LICHT. Freunde auf der ganzen Welt fingen an, für den Jungen zu beten. Dann beobachteten die Ärzte eine Veränderung am Zustand des Schwerkranken: "Wir können es nicht erklären, aber auch, wenn noch jede Menge Fleisch an den Beinen und Armen fehlt und der Blutverlust hoch ist – er scheint das Schlimmste überstanden zu haben. Wir werden weitere Operationen an seinem Auge und an der Lunge vornehmen und den durchlöcherten Körper so gut wie möglich zusammenflicken."

Die Wunden heilen übernatürlich schnell und schon heute kann er wieder gehen und in einem Stuhl sitzen. Bitte betet für eine komplette Wiederherstellung und auch, dass die Wundschmerzen nicht so schrecklich sind.

sein Vater sagt, dass er vergeben will, weil Jesus ihm vergeben hat und ihn zur Vergebung auffordert. Noch hat sich niemand zu dem Anschlag bekannt.

Aus "Augenzeugen", Marc und Ruth Villiger,
5405 Baden. April 2008



Wir vergessen die Christen in Bethlehem nicht!

 

Wir vergessen nicht

Sommerakademie "Leuchtende Sterne" 2008 der Evangelical Lutheran Christmas Church in Bethlehem

"Alle Jahre wieder" findet das Sommerprogramm, die sogenannte "Bright Stars Summer Academy", statt. Vom 23. Juni bis 19. Juli steht das diesjährige Programm unter dem Motto "Erfülle deine Träume" (arabisch: "Khale Helmak Iyser Hakeka"). Es wird vom Internationalen Begegnungszentrum, einer christlichen Einrichtung mitten in der Altstadt von Bethlehem, durchgeführt.

Zwischen 250 und 300 Jungen und Mädchen im Alter von 6 bis 16 Jahren nehmen an den Aktivitäten der vierwöchigen Sommerakademie teil. Wir brauchen dazu überhaupt keine Reklame zu machen. Die Plätze füllen sich jedes Jahr schnell. An fünf Tagen pro Woche kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von 8.30 bis 12.30 Uhr zusammen. Jeden Donnerstag finden Tagesausflüge zu Zielen in der Umgebung von Bethlehem statt.

60 % der Kinder sind Muslime, 40 % Christen. Sie kommen zusammen aus dem Bethlehemer Grossraum, aus der Stadt, aus Dörfern und aus Flüchtlingslagern. Wir beginnen den Tag gemeinsam mit einer Andacht, mit Bibellesen und einer kleinen Meditation. Wir singen Lieder und gehen dann in Kleingruppen.

Je nach Altersgruppe können die Kinder und Jugendlichen von unterschiedlichen Angeboten profitieren. So umfasst das Programm der Sechs- bis Achtjährigen beispielsweise Aktivitäten wie Schwimmen, Malen, Handarbeit, Theater, Spiele, Computer und Geschichtenerzählen.

Ältere Kinder und Jugendliche von 9 bis 16 Jahren wählen ihre Kurse ihren Interessen und Talenten entsprechend selbst aus.

Für Sportbegeisterte stehen in diesem Jahr Volleyball, Basketball, Schwimmen, Tischtennis, Fussball, Karate und Einrad zur Auswahl. Kunsthandwerklich begabte können sich zwischen Malen, Handarbeit, Filmemachen, Computer- und Grafikdesign, Animation und Puppenbasteln entscheiden. Damit auch die Freunde der Schönen Künste auf ihre Kosten kommen, sind Kreatives Schreiben, Musik, Theater und lateinamerikanische Tänze im Angebot.

Betreut werden die Kinder dabei von Lehrern und einer Anzahl Freiwilliger.
Die Teilnahmegebühr von etwa 40 Franken deckt ungefähr einen Viertel der Kosten des Programms. Der Rest muss durch Spenden beigesteuert werden.

PS. Da Bethlehem zum palästinensischen Gebiet zählt, wir von Rea Israel aber die Spenden in Israel selbst einsetzen, können Spender, die dieses grossartige christliche Projekt unterstützen wollen, per E-Mail Einzahlungsscheine anfordern.